Hallo,
ich bin Student und kriege häufig Panikattacken beim Vorlesen. Ich werde meiner selbst bewusst, oder habe Angst meiner selbst bewusst zu werden (was es nur komplizierter macht), mein Herzschlag rast nach oben, meine Atmung wird flach, ich kann nicht mehr zu geeigneten Momenten schlucken und atmen, sondern erst wenn alle Luft raus ist, ich versuche so schnell wie möglich zu lesen, dabei verhaspele ich mich und stottere und fahre einfach fort, meine Stimme ist zittrig und meine Aussprache undeutlich. Danach bin ich meist erschöpft und kann mich nicht mehr konzentrieren. Toll, nicht? Wenn es erst mal gestartet ist, ist es quasi ein selbstablaufender Prozess, teilweise kann ich es gut genug vermeiden, indem ich nicht daran denke oder eine Egal-Haltung dazu einnehme.
Ich bin allgemein nicht sehr gesprächig und brauche meist Zusatzzeit meine Gedankengänge in gesprochene Sätze zu übersetzen. Das ist aber zumindest in Studiensituationen durchaus in Ordnung, weil es ja auf Präzision ankommt. Es kann aber sein, dass ich trotzdem vom Übergang vom Gedachten zum Gesprochenen länger brauche. Manche haben da ja eine "Breitband-Dauerleitung", wo beides dasselbe ist, vielleicht liegt es bei mir aber auch hauptsächlich an öffentlichen Situationen. Jedenfalls spreche ich "öffentlich" auch in persönlichen Gesprächen meist nur in kurzen Sätzen, es sei denn die Situation ist irgendwie so gestellt, dass ich mich höflich verhalten muss, oder mich als kompetenter Mensch geben muss, und man automatisch darauf achtet und abwägt, wie man sich zum anderen verhält. Das können Sprechstunden sein, die Besprechung von Themen und Organisatorischem, und zum Teil Referate, wobei es in Referaten auch das Risiko gibt in eine Panikattacke zu geraten (allgemein machen mir Referate noch mehr Angst, aber das wäre vielleicht ein eigenes Thema...).
Das alles erscheint so trivial, aber hat zugleich eine so starke Wirkung, dass ich mir wirklich manchmal nicht geeignet fürs Studium vorkomme (wobei dann auch für sonst nichts). Das wird nur dadurch ein bisschen ausbalanciert, dass ich den Stoff an sich oft gar nicht soo schwer finde. Das schlimme daran ist jedoch die Peinlichkeit und das damit oft einhergehende Stigma.
Ja, sicher könnt ihr damit nicht viel anfangen. Naja, ich dachte, ich sollte es versuchen.


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Auch ich habe die gleichen Probleme. Ich habe mich damals in der Schule und später im Studium damit über Wasser gehalten, dass ich trickste.

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