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Thema: Angstattacken beim Vorlesen und Präsentieren

  1. #1
    Neuling
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    Standard Angstattacken beim Vorlesen und Präsentieren

    Hallo,

    ich bin Student und kriege häufig Panikattacken beim Vorlesen. Ich werde meiner selbst bewusst, oder habe Angst meiner selbst bewusst zu werden (was es nur komplizierter macht), mein Herzschlag rast nach oben, meine Atmung wird flach, ich kann nicht mehr zu geeigneten Momenten schlucken und atmen, sondern erst wenn alle Luft raus ist, ich versuche so schnell wie möglich zu lesen, dabei verhaspele ich mich und stottere und fahre einfach fort, meine Stimme ist zittrig und meine Aussprache undeutlich. Danach bin ich meist erschöpft und kann mich nicht mehr konzentrieren. Toll, nicht? Wenn es erst mal gestartet ist, ist es quasi ein selbstablaufender Prozess, teilweise kann ich es gut genug vermeiden, indem ich nicht daran denke oder eine Egal-Haltung dazu einnehme.
    Ich bin allgemein nicht sehr gesprächig und brauche meist Zusatzzeit meine Gedankengänge in gesprochene Sätze zu übersetzen. Das ist aber zumindest in Studiensituationen durchaus in Ordnung, weil es ja auf Präzision ankommt. Es kann aber sein, dass ich trotzdem vom Übergang vom Gedachten zum Gesprochenen länger brauche. Manche haben da ja eine "Breitband-Dauerleitung", wo beides dasselbe ist, vielleicht liegt es bei mir aber auch hauptsächlich an öffentlichen Situationen. Jedenfalls spreche ich "öffentlich" auch in persönlichen Gesprächen meist nur in kurzen Sätzen, es sei denn die Situation ist irgendwie so gestellt, dass ich mich höflich verhalten muss, oder mich als kompetenter Mensch geben muss, und man automatisch darauf achtet und abwägt, wie man sich zum anderen verhält. Das können Sprechstunden sein, die Besprechung von Themen und Organisatorischem, und zum Teil Referate, wobei es in Referaten auch das Risiko gibt in eine Panikattacke zu geraten (allgemein machen mir Referate noch mehr Angst, aber das wäre vielleicht ein eigenes Thema...).
    Das alles erscheint so trivial, aber hat zugleich eine so starke Wirkung, dass ich mir wirklich manchmal nicht geeignet fürs Studium vorkomme (wobei dann auch für sonst nichts). Das wird nur dadurch ein bisschen ausbalanciert, dass ich den Stoff an sich oft gar nicht soo schwer finde. Das schlimme daran ist jedoch die Peinlichkeit und das damit oft einhergehende Stigma.
    Ja, sicher könnt ihr damit nicht viel anfangen. Naja, ich dachte, ich sollte es versuchen.
    Geändert von FelixH (16.11.2011 um 01:53 Uhr)

  2. #2
    Schreiberling Avatar von Schatten
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    Hallo Felix.

    Du hast eine soziale Phobie, die nur dann besser wird, wenn Du genau das machst, was Du jetzt vermeidest, ansonsten wirst Du immer ängstlicher und das wäre nicht schön.

    Am besten wäre, wenn Du Dir therapeutische Hilfe holst.

    Gruß,

    Schatten

  3. #3
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    Hallo FelixH,

    ich gebe Schatten Recht, Redeangst gehört zur Gruppe der sozialen Ängste.

    Diese Angst blockiert dich total. Du hast panische Angst dich zu blamieren oder lächerlich zu machen. Wahrscheinlich hast du tierische Angst davor, dass es dir buchstäblich die Sprache verschlägt. Fakt ist, du hast Panikattacken, wenn du in der Öffentlichkeit reden mußt.

    Ist das auch bei Prüfungen oder schriftlichen Arbeiten so?

    Den Stress vor lauten Vorlesen kannst du vielleicht mit WingWave Coaching oder Kinesiologie in den Griff bekommen. Schau mal, ob es in deiner Umgebung jemanden gibt, der so etwa anbietet.

    Ich bin davon überzeugt, wenn du das in den Griff bekommst, hast du wieder ein ganz anderes Lebensgefühl und alles andere löst sich von selbst.

    Viel Glück
    Coach

  4. #4
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    Lieber FelixH,

    wir sind Leidensgenossen! Auch ich habe die gleichen Probleme. Ich habe mich damals in der Schule und später im Studium damit über Wasser gehalten, dass ich trickste.

    Noch heute halte ich es so, dass ich mich aus dem Fokus der Leute bringe. Ich stelle mich etwas ins Abseits, lasse Bilder auf die Leute wirken und versuche erstmal die ersten zwei oder drei Minuten vorne herumzubringen, ohne dass ich allzu viel Aufmerksamkeit errege. Beispielsweise hilft es Handouts anzufertigen. Diese verteilte ich vor meiner "Rede". Ich gab nicht jedem eines, sondern ließ diese einfach durch die Reihen gleiten. Hatte den Vorteil, dass die Hälfte der Gruppe die Handouts im Auge behielten, die andere Hälfte diese bereits studierte und ich vorne stehen und meine Atmung unter Kontrolle bringen konnte. Dann startete ich mit ein paar Sätzen... verwies auf hübsche bunte Folien (über OH-Projektor) oder hübsche bunte Grafiken (via Beamer) und schaffte mir in meinen Reden immer die Möglichkeit nach einem kurzen Abschnitt Reden ein wenig Luft zu holen, mich zu beruhigen... das klappt!

    Mir wichtig war auch, dass man Fragen nicht zum Ende hin bündelt. Es ist nicht gut, wenn die Leute zu lange über ihre Fragen nachdenken und man dann im Kreuzverhör plötzlich mit hochrotem Kopf vorne steht. Laß die Leute abschnittsweise Fragen stellen...

    Ich habe damit die Schulzeit, die Ausbildung und auch das Studium überlebt.
    Weiterhin Dir viel Kraft!!!
    das Eisohr

  5. #5
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    Hallo Felix,

    Deine Angst einen Text laut vor zu lesen, kann ich sehr gut verstehen.

    Ich habe dieses Problem gut gelöst, im dem ich es vor einem Spiegel geübt habe.

    Und:
    Du solltest versuchen, Dich durch Autogenes Training und Atemübungen zu entspannen.
    Mach das mal, vielleicht abends vorm Einschlafen, eine halbe Stunde lang. Es gibt gute CD´s mit Anleitungen. Damit kannst Du jeden Abend trainieren. Und wenn Du das Prinzip der Körperentspannung verstanden und verinnerlicht hast, kannst Du das auch im Alltag immer anwenden.
    Der einfachste Satz wäre zum Beispiel: "Ich bin ganz ruhig". Richtiges Atmen, und sich beruhigende Sätze formulieren, ist der Weg aus Deiner Panikattacke.
    Und vor allem sage Dir: "Ich schaff´das!!!"
    Konzentriere Dich nicht auf Deine Angst, sondern auf Deine Entspannung, auf Deine Atmung und darauf, dass Du das kannst.

    Ich wünsch Dir ganz viel Erfolg. Ich hoffe, dass ich Dir helfen konnte.

    Liebe Grüße Ramonchen

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