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Thema: Anorexia Nervosa !!! Austausch gesucht !

  1. #1
    Neuling Avatar von Sarama
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    Standard Anorexia Nervosa !!! Austausch gesucht !

    Hallo ...

    ich bin auf der Suche nach Menschen, die Erfahrungen mit Anorexia gemacht haben -persönlich oder als Angehöriger.

    Meine Schwester ist seit gut einem Jahr hochgradig anorektisch (schon das zweite Mal in ihrem Leben, das erste Mal war in der Pubertät; heute ist sie Ende 20). Ich möchte mich einfach austauschen !

    Was sind Eure Erfahrungen???

    LG,
    Sarama

  2. #2
    Neuling Avatar von KittyTheCat
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    Standard

    hallo du,

    ich bin nicht betroffen - aber eine gute freundin von mir

    also wenn du magst, können wir gern ma reden

    liebe grüße
    Kitty

  3. #3
    Neuling Avatar von Sarama
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    Standard wie kann ich mich verhalten?

    Hallo Kitty,

    gerne können wir uns austauschen !!!
    ... was mich interessiert sind Fragen wie nach dem eigenen Verhalten dem oder der Kranken gegenüber.
    Wie gehe ich adäquat damit um, so dass ich unterstüzen, mich aber nicht in den Heilungsprozess einmische ? Und wie grenze ich mich ab ?

    Nach meinem Empfinden ist viel Machtspiel (von Seiten des anoretischen Menschen) und sehr subtile Aggression dabei, als ein Teil des Krankheitsbildes ...
    Ich versuche, so denn überhaupt noch Gespräche stattfinden (der sonst sehr innige Kontakt ist fast abgerissen) meine Schwester positiv zu bestärken und mich nicht in ihr "Spinnennetz" aus Suchtmustern (es dreht sich alles nur um Gewicht, Kalorien, Sport) verwickeln zu lassen, sondern ihr stets eine aufrichtige Rückmeldung zu geben.

    Ich hab das Gefühl, dass ich nur bei dem bleiben kann, was das Ganze bei mir auslöst und was es mit mir macht.
    So kann ich ihr zB sagen, dass ich mir Sorgen mache und Angst um Sie habe. Und sie aber damit lasse ... Ihr zB zu sagen, dass es ganz allein IHRE Verantwortung ist daraus zu kommen (sie dabei aber nicht alleine ist) und IHRE Entscheidung, ob sie Leben oder sterben will (worauf es ja letztlich wahrscheinlich hinausliefe, wenn man sie ließe).

    Hört sich hart an, aber meine Erfahrung ist die, dass alles andere sie sowieso nicht erreicht sondern ihr Selbst- und Weltbild eher noch verstärkt und sie in ihren Ansichten bekräftigt.

    Für mich ist am allerschwierigsten auszuhalten, dass sie sich so sehr zurückgezogen hat und so hart geworden ist.
    Auch hier gibt es "auf und abs", mal wird sie wieder weicher und es bewegt sich was bei ihr, und mal ist sie wieder total hart und zurückgezogen.

    Sie macht jetzt gottseidank seit gut zwei Monaten auch eine Therapie (analytisch, mit Aspekten aus der Körpertherapie und Atemtherapie).

    Ich selbst bin seit gut eineinhalb Jahren in Therapie (transpersonale Psychotherapie, mit Elementen aus Atem- und Körpertherapie) und hab ne sehr fitte Therapeutin ... manchmal machen es mir meine eigenen Prozesse allerdings nicht leichter, entspannt zu bleiben mit dem, dass kaum Kontakt da ist und meine Schwester halt selbst gerade mittendrin ist. Also auch hier wieder: "Sie damit zu lassen!"

    Wie geht es Dir mit Deiner Fraundin ? Wie nahe steht Ihr Euch und wie gehst Du mit ihrer Sichtweise/ ihrem Verhalten um?

    LG
    Sarama

  4. #4
    Neuling Avatar von KittyTheCat
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    Standard

    hallo du

    also ersteinmal - respekt das du dir solche gedanken machst

    zum anderen RICHTIG - es IST ihre entscheidung - aber das wissen das sie nicht allein ist ist wichtig

    ich hab meiner freundin geholfen indem ich sie ab und an ein klein bisschen belogen habe - klingt seltsam ich weiß - aber damit meine ich zB

    wenn sie wiedermal meinte unbedingt extremsport machen zu müssen (zig kilometer rennen etc) bin ich zu ihr gegangen und habe "aus dem nichts" ein buch gezaubert (irgendeins egal - roman, schullektüre etc) und ihr mit traurigem blick erzählt das ich IHRE hilfe brauche, weil ich genau über dieses buch ein referat schreiben müsse und nur SIE mir helfen könne es zu verstehen

    damit war sie abgelenkt vom sport aber sie hatte auch das gefühl SIE ist der wichtigste mensch im raum und sie hätte die volle kontrolle über ihre umwelt

    genau das ist das rpoblem bei ana's - sie suchen die kontrolle in ihrem leben...

    was ich ziemlich schnell gelernt habe ist auch : NIEMALS von irgendwelchen frauen reden... (stars, schauspielerinnen etc) - meien freundin zumindest assoziierte das gleich damit das diese ja so schlank seinen udn erzählte mir haarklein ihre abnehmsachen udn blabla

    dann - du sagst du hast selbst probleme - das kenn ich gut -.-

    man sollte sich - so schwer es fällt - nicht zu sehr belasten lassen, ich hab das so gehandhabt einen "ana-freien tag" einzuführen - sprich einen tag an dem ich mich NICHT mit ihren problemen beschäftigt habe

    sonst hab ich viel mit ihr unternommen (sodenn sie denn wollte - nur nicht klamotten einkaufen gehen - großer fehler) und gekocht - mist hab ich sie gefragt ob sie mir nicht tipps geben könnte welche nahrungsmittel GESUND seien (natürlich hatte sie sie) und daraus hab ich dann was gekocht - oft mit ihr im raum und ab und an hab ich sie dann dazu bekommen was davon mitzuessen - einfach weil SIE die kontrolle hatte

    meien freundin ist seit fast 8 (?) oder so monaten in thera, sie wollte aber nicht in eine einrichtung (wegen studium), es geht langsam mit ihr sie ernährt sich jetzt nicht mehr nur von einem keks und orangensaft... sondern schonmal von obst oder reis - nur sie von sport abzuhalten ist irgendwie ne qual

    sie ist sehr verbissen - auch im studium - sie will immer alles perfektionieren udn kontrollieren, sie erkennt ihre grenzen nicht

    ich denke für sie da sein ist ein wichtiger punkt aber auch für einen selbst da sein... wie geht denn deien restliche familie damit um?

    ps: sry für die rechtschreibfehler ^^

  5. #5
    Neuling Avatar von Sarama
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    Standard Familie

    Hi Kitty,

    danke für deine schnelle response

    zu Deiner Frage, wie meine restliche Familie damit umgeht:

    meine Mutter versteht natürlich die Welt nicht mehr.
    Eine große Hilfe ist sie nicht wirklich, da sie die Krankheit meiner Schwester ziemlich runterspielt und sich selbst zum Opfer macht (eine sehr beliebte neurotische Struktur, gell? )
    Daran wird einmal mehr deutlich, dass ein großes Problem die systemische (familiäre) Schieflage selbt ist.
    Die einzige Chance, das denke ich ebenso, ist dass meine Schwester sich distanziert. Und auch hier gilt das altbewährte Mantra :"Lass sie (=Mutter) ebenfalls damit, das ist ihrs" .

    Dann gibt es noch den Freund und Lebensgefährten meiner Schwester, der alles am heftigsten und am unmittelbarsten mitbekommt. Er versucht weitestgehend meine Schwester zu unterstützen, ist aber auch am Rande seiner Kraft. Leider macht er das alles mit sich selbst aus und reagiert mit absolutem Rückzug (und resignation), selbst wenn er von ihm nahestehenden Personen angesprochen wird.

    Hab mir jetzt ein Buch gekauft :
    "Ess-Störungen. Ein Ratgeber für Angehörige" von Monika Gerlinghoff und herbert Backmund (dtv Verlag). Für alle, die sich weiter informieren möchten und Rat suchen; die Autorin ist Leiterin des deutschlandweit bekanntesten Therapiezentrum für Ess-Störungen Auf alle Fälle sehr informativ

    Ich finde super, wie Du Dich um Deine Freundin kümmerst bzw sie in ihrem Prozess begleitest ... Ich weiß von meiner Schwester, wie wichtig ihr ihre Freundinnen sind, die genauso für sie da sind, wie Du für Ana

    Wie geht es ihr denn jetzt nach 8 Monaten Therapie ? (Und was macht sie für eine?)

    LG Sarama

  6. #6
    Neuling Avatar von KittyTheCat
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    Standard

    du hast da was missverstanden "ana" bedeutet anorexie

    "ana und mia" seiten im inet sind seiten über anorexie und bulemi(a)

    das mit deiner mutter ist sehr typisch genau - aber das ist leider bei allen psychosachen so (ich bin selbst psychisch krank - kenn das nur zu gut)

    dem freund deiner schwester kann ich nur raten abstand von ihr zu nehmen - nicht völlig! aber sich auch mal was zu gönnen

    meine freundin (die NICHT ana heißt aber ana hat bekommt eine verhaltenstherapie, eine art kochkurs (mit anderen anorektischen) und gesprächstherapien

  7. #7
    Neuling
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    Standard

    Zitat Zitat von KittyTheCat

    genau das ist das rpoblem bei ana's - sie suchen die kontrolle in ihrem leben...
    Sie brauchen die Kontrolle in ihrem Leben.


    was ich ziemlich schnell gelernt habe ist auch : NIEMALS von irgendwelchen frauen reden... (stars, schauspielerinnen etc) - meien freundin zumindest assoziierte das gleich damit das diese ja so schlank seinen udn erzählte mir haarklein ihre abnehmsachen udn blabla
    Ja, solche Themen sind anziehend für Anas, und natürlich auch sehr motivierend und triggernd. Wenn möglich sofort auf ein anderes Thema lenken.


    man sollte sich - so schwer es fällt - nicht zu sehr belasten lassen, ich hab das so gehandhabt einen "ana-freien tag" einzuführen - sprich einen tag an dem ich mich NICHT mit ihren problemen beschäftigt habe
    Hut ab, deine freundin kann froh sein, so eine tollen Menschen an ihrer Seite zu haben!! Es ist nämlich sehr wichtig, als *Ana* zumindestens einen Menschen dem man Vertrauen kann, zu haben. Ich hatte damals nicht so viel Glück.

  8. #8
    Neuling Avatar von KittyTheCat
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    Standard

    hey jolanda

    ja brauchen ist vllt richtiger - meist sehr strebsame menschen...

    ja das mit dem anziehend kenn ich gut -.- wenn sie michzurweißglutbringen will hat sie das ganze umgedreht (ich bin schizophren) und ihre liebste beschäftigung um mich klein zu kriegne war "du musst mich doch verstehen, über dich reden die leute doch auch!" etc
    dumm ist sie wahrlich nicht

    joa ich versuch eben da zu sein - aber irgendwie haben inklusive mir selbst alle meien freunde nen kleinen bis mittelschweren "schaden" ist schwer immer für alle da zu sein..

    aber was tut man nicht alles

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