Hallo,
ich weiß, dass die Überschrift etwas chaotisch klingt - aber es gibt momentan einiges, was mich belastet und ich hoffe irgendwie auf "den großen Zusammenhang" bzw. die eine Erklärung, die alle Probleme löst. Da ich nicht trennen kann, was zusammen gehört kann ich nur das Chaos niederschreiben.
Also ich habe seit meiner Pupertät eine art Rauchfetisch, ich finde es sexuell erregend wenn jemand raucht. Ich glaube es geht dabei um sowas wie selbstzerstörung .. kann das schlecht beschreiben.
Allerdings ist das eine sehr ambivalente Sache - d.h. ich könnte nie mit jemandem zusammensein, der selbst raucht - auch wieder der gleiche Aspekt: wie kann ich dabei zusehen, wie jemand den ich liebe sich selbst zerstört. Das ist auch der Grund warum ich gerade eine Beziehung zu meinem Partner (waren 7 jahre zusammen) beendet habe. Er hat mir gestanden dass er wieder raucht - ich hab monatelang versucht damit klarzukommen aber es ging nicht.
Seit meinem 14. lebensjahr habe ich etwa selbst geraucht, das ging stark einher mit Pubertät onanieren dabei usw. fand ich erregend und war dann irgendwann abhängig. Als wir zusammen kamen hat er noch nicht geraucht, ich glaube allerdings, dass ich ihn irgendwie, wenn auch subtil und evtl ohne es bewusst zu wollen dazu gebracht habe ... das bereitet mir heute starke Schuldgefühle. Wir haben dann gemeinsam vor ein paar Jahren aufgehört.
Ich war schon vorher relativ stark auf mein Äußeres bedacht und aufgrund dem was man immer so hört hatte ich furchtbare Angst zuzunehmen. Das ging dann irgendwann in eine Magersucht über und im Moment kompensiere ich es mit relativ viel Sport, sodass ich zwar einigermaßen ordentlich esse, aber der Sport mein Leben dominiert (d.h. lieber ins Fitnessstudio und Joggen gehen, als was mit Freunden machen, dadurch kaum wirkliche Freundschaften usw.).
Seitdem ich nichtmehr rauche ist mein sexuelles Verlangen auch stark zurückgegangen. Am Anfang hab ich das für eine körperliche Folge der Mangelernährung gehalten, inzwischen bin ich mir aber nichtmeht so sicher ... ich mag schon Sex mit meinem Partner und Onanieren geht auch, aber ich mache es eher aus "Pflichtgefühl" bzw. weil man es halt macht und mit wesentlich weniger "triebgesteuerter" Freude als vorher.
So vor ein paar Tagen habe ich es nichtmehr ausgehalten, dass mein Partner raucht. Ich weiß eigentlich ist es seine Sache und das Problem liegt wg. meiner abnormen Einstellung dazu bei mir, aber es tut mir unendlich weh zuzusehen, wie sich jemand so kaputt macht - auch wenn er es nie in meinem Beisein getan hat. Jedes mal wenn er sich räuspert ist das wie ein Tritt in meinen Magen, weil ich denke, dass das sicher vom rauchen kommt.
Daher habe ich mir selbst wieder Kippen gekauft und wollte wieder anfangen weil ich weiß, wie schnell es geht, dass man seine Einstellung dazu durch Handlungen verändert (kognitive dissonanz bla..). Ich habe also bewusst angefangen um es nichtmehr so schlimm zu finden und die negativen Folgen zu verdrängen, sowohl bei mir als auch bei ihm und damit unsere Beziehung zu retten.
Bis mir eingefallen ist wie dämlich das ist. Was mir dabei aber auch aufgefallen ist, war dass ich in den letzten Tagen mit Nikotin tausendmal besser drauf war, mich "vitaler" gefühlt habe und nicht so antriebslos und matt. Ich hab mich den ganzen Tag auf die Abendzigarette gefreut und war irgendwie ... glücklicher. Da ich nichtmal ne Schachtel geraucht habe und es schon bei der ersten Kippe so war, habe ich mich gefragt ob das nicht der gängigen Theorie:"Rauchen stillt lediglich Entzugserscheinungen" wiederspricht?
Daraufhin habe ich mal gegoogelt und ein paar Artikel darüber gefunden, dass depresive Menschen sich mit Nikotin quasi unbewusst selbst therapieren. Könnte durch diese Depressivität auch meine Magersucht nach dem Rauchstop ausgelöst wurden sein? Oder ist es einfach normal, dass man sich auch Jahre nachdem man aufgehört hat noch den Tag über antriebs- und lustlos fühlt und kaum Freude am Leben empfindet - und das was ich in meinem Rauchintermezzo erlebt habe war nur die Auswirkung einer Droge, die dem Gehirn ungewollt viele Glücksgefühle entlockt?
Sorry - das ist jetzt viel geworden, wenn irgendwer in dem Chaos ein Muster erkennt (falls sich das überhaupt wer durchliest) würde ich mich über Ratschläge sehr freuen.
PS: habe kürzlich wg. der sport/anorexie-sache eine therapie begonnen, ist aber erst am Anfang;
bin 26 jahre, männlich, mütterlicherseits sind depressionen in der Familie bekannt (großmutter und evtl andere), väterlicherseits zahlreiche Suchterkrankungen (alkohol, spielsucht)


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