@Darkstar
Das ist auf alle Fälle ein interessanter Ansatz, über den ich mir auch schon Gedanken gemacht habe; ändern kann man diese Leute nicht. Es sieht auf den ersten Blick so aus. Gewisse Strukturen bzw. Verhaltensweisen lassen sich ändern. Wenn du jemanden öfters verbal angreifst und er reagiert derart über, dass er dich krankenhausreif schlägt, würdest du eine Provokation nochmal wagen? Ich distanziere mich von diesem Fall und will ihn auch gar nicht auf mein eigentliches Problem projizieren. Ich möchte nur damit klarstellen, dass sich Verhaltensweisen von Personen gegenüber anderen nach solchen extremen Reaktionen verändern können. Ob der Zusammengefaltete denkt, dass der andere ein Choleriker ist und ihn ab jetzt sogar verachtet, spielt vorerst keine Rolle, weil er sein vorheriges Verhalten, das dauernde Äußern der Provokationen, ab jetzt unterlassen wird. Was ich damit zeigen will: Der körperlich geschädigte wird sicher nicht sein ganzes Wesen ändern, aber er wird denjenigen, der ihn angegriffen hat, sicher nicht mehr provozieren. Warum nicht? Weil er Angst vor dieser Person hat. Obendrein merkt er, dass es ihm selbst schadet, wenn er den anderen provoziert. Es geht hier also nicht um eine Wesensänderung, sondern um Verhaltensweisen, die abgeschaltet werden sollen.
Angst ist ein Mittel; neben Respekt, Symphatie u.a., die gewisse Verhaltensweisen hervorrufen. Wenn ich jetzt so ein Verhalten aus meinem Ausgangspost mir ggü. feststelle, denke ich (und auch wohl jeder andere), dass ich nicht respektiert werde. Vielleicht mögen diese Sticheleien auch noch andere Gründe haben, aber du merkst, ich verlier mich jetzt schon in der Fremdanalyse, wobei du mir auch zur Selbstanalyse rietst. Warum beschäftige ich mich also mit anderen, wenn ich mir über MEINE Gefühle klar werden soll? Weil man das Verhalten der anderen nur beeinflussen kann, wenn man die Gründe dahinter versteht. Beim Schach bist du auch nicht völlig auf dich selbst fixiert, sondern musst vorausdenken, was der nächste Zug deines Gegners sein könnte und WARUM. Hinter jedem Verhalten stecken Motive und die gilt es zu finden. Was ich über mich selbst denke, wird die Motive der anderen nicht berühren.
Hier nochmal kurz zu deiner Äußerung bzgl. des "Aushaltens" der Angriffe:
Du kannst bei mir jetzt aufgrund meiner Begriffswahl Zorn vermuten, weil ein Aushalten ja strapaziert. Wir können das Kind auch "Es lässt mich kalt" taufen. Das hat auf das Verhalten der anderen keinerlei Auswirkungen, denn ich rufe kein Gefühl aus der kleinen Liste oben hervor, das ihr Verhalten ändert. Und ich denke nicht, dass ich zu wenig Selbstwertgefühl/Selbstbewusstsein habe, wenn ich nicht darüber lachen kann, dass man mich teilweise beleidigt. Das geht an keinem spurlos vorbei- mit der besten psychologischen Methode nicht.


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