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Thema: Arroganz aushebeln, aber wie?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Arroganz aushebeln, aber wie?

    Ich habe mit der Suchfunktion leider nichts zu meinem Thema gefunden und hoffe, auf diesem Wege Hilfe zu finden.

    Ich habe mich länger mit Arroganz beschäftigt und arrogante Menschen sind trotz meiner entwickelten Strategien, die ich allesamt verwendet habe, ein großes Problem für mich.
    Ein krasses Beispiel stammt aus meiner Abi-Zeit: Ich war auf einem Gymnasium, in dem sich ein Aufenthaltsraum befand und dort hielt ich mich oft auf. Gewöhnlich waren dort 2-3 Leute, die in hohem Maße arrogant waren und ihren Frust an ihrer Umgebung ausließen. Sie waren gemeinsam alleine (wie könnte es auch anders sein), aber solidarisierten sich natürlich untereinander. Ich war zB einmal mit ihnen alleine und sie verwickelten mich in ein Gespräch. Zunächst verlief es völlig harmlos, bis ich irgendeinen Kommentar abgab und einer der 3 dann zu den anderen sagte "Ignoriert ihn einfach". Ich weiß ja nicht mehr alles auswendig, aber bin mir sicher, dass ich mich vernünftig unterhalten hatte und nicht etwas gesagt habe, dass dem werten Herren zu "niveaulos" war. Ich bin auf den Kommentar gar nicht eingegangen und habe mich mit dem Rest unterhalten bis noch eine Aussage in die Richtung kam und ich ihm dann eben die Meinung sagte; blieb trotz allem NOCH ruhig. Dann hatte er mit Aushebelungsstrategien wie zB "Versteht ihr, das?" angefangen. Es ging ihm eben darum, die Gruppe gegen mich zu solidarisieren, indem er meine Sätze mit derartigen Kommentaren entwertete.

    Ich wusste nicht, warum die Stimmung kippte. Ich konnte mir eben nur vorstellen, dass diese Person, mit der ich aber zuvor auch schon öfters normal gesprochen hatte, mich aus der Gruppe ekeln wollte, weil ich sie anscheinend nicht gut genug unterhielt. Die folgenden Wochen veränderte sich auch das Verhalten der anderen. Wenn man über Fächer, Lehrer oder sonstiges sprach, wurde mit den Augen gerollt und mit Kommentaren wie "Wen interessiert das?" abgeblockt. Eine normale Unterhaltung war nicht mehr möglich. Obendrein wurden meine Gespräche mit Freunden durch herabwürdigende Bemerkungen von diesen Leuten gestört und in gemeinsamen Kursen lästerten sie über einen, obwohl man nur 2 Plätze entfernt war. Ignorierte ich das, änderte es genausowenig an der Situation, wie wenn man Kontra gab. In beiden fällen schwiegen sie und taten so, als sei man nicht da und provozierten weiter, indem sie über einen in der dritten Person sprachen. Genausowenig nutzten Gespräche meinerseits zur Streitbeilegung. Die werden nur mit Ironie ins Lächerliche gezogen. Wie bitteschön soll man so einen Wall durchbrechen?
    Es fand einfach ständig diese Solidarisierung statt und diese Aktionen, die nur dazu da waren, beim Opfer den Frust auszulassen, hörten nicht auf.

    Auch wenn diese Leute alleine waren, starteten sie Angriffe. Es ging hier also nicht um kollektives Mobbing in einer organisierten Gruppe, sondern jeder hatte psychische Probleme in Form von Minderwertigkeitskomplexen (die ich hier nicht darlege, der Beitrag ist ohnehin schon zu groß) und lies seinen aus diesen resultierenden Frust an anderen aus. Es wurden auch andere angegriffen; es darf also nicht so verstanden werden, dass ich der einzige Sündenbock war. Ich kann nur von mir behaupten, dass ich von der Technik der übertriebenen Zustimmung über Sarkasmus bis hin zu Ignoranz alles aufgefahren habe und es wurde nicht besser. Ich denke auch, dass es nicht DIE Technik gibt, die Arroganz aushebelt. Ignoriert man, wissen die Leute doch, dass man getroffen ist, aber es nicht zeigt. Wehrt man sich, zeigt man offensichtlich seine Betroffenheit und sei es nur eine Gegenbeleidigung mit einem Lächeln. Gerade die letztere Alternative führt nur dazu, dass man Streits auslöst, in denen die Gruppe IMMER das letzte Wort haben muss. Aus psychologischer Sicht macht es auch wenig Sinn, denn dann öffnet man bei ihnen ein Ventil, mit dem sie in hohem Maße ihren Frust ablassen können. Mit Ignoranz fährt man da schon besser, aber wenn wir ehrlich sind: Sie wissen, dass sie treffen, ich fühle mich getroffen und auf lange Sicht hat es mich auch tatsächlich nervlich krank gemacht. Die Ereignisse liegen jetzt 2 Jahre zurück und ich bin gesundheitlich wieder auf dem Damm. Man kann mir jetzt sagen: Es ist vorbei, das war damals. Warum denkst du noch darüber nach?

    Weil es wieder passieren kann. Man kann sich nicht von der Außenwelt abschotten. Irgendwann kommt man wieder mit einem arroganten Menschen zusammen und muss ihm Paroli bieten können. Mir fällt schon das Zuhören schwer; ich fühle mich selbst bei anständigen Gesprächen mit diesen Leuten schon durch ihr monotones Genäßel beleidigt und werde innerlich zornig. Egal, ob ich sie neu kennenlerne oder schon länger kenne. Meine Vermutung geht in die Richtung, dass sie so lange sie ihre Minderwertigkeitskomplexe nicht behoben haben, immer wieder ihren Frust auslassen, genau wie wenn man ein Feuer ständig mit Holz speißt. Doch soll man sich die Mühe machen, ihnen über die Wange zu streicheln und sie zu therapieren? Ganz sicher nicht.
    Was bleibt also noch als Möglichkeit?
    Danke im voraus

  2. #2
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    Hey

    ich denke du nicht arrogant bist kannst du arroganz durch normales argumentieren entgegentreten ,belächel sie doch einfach für ihre arroganz.

    Ich möchte dich damit nicht angreifen aber ich denke das du selber ein wenig an minderwertigkeitskomplexen bzw. wenig selbstbewusstsein leidest, sonst würdest du darauf nicht so einsteigen.

    Denke mal drüber nach wenn ich recht habe versuche irgendwie dein selbstbewusstsein etwas zu stärken.

    Manchmal hilft es auch sich probleme anderer http://www.psychologieforum.de/neues-problem-8114.htmldurchzulesen weil man dort sieht wie schwachsinnig doch manchmal probleme sind und man es viel zu ernst nimmt.

  3. #3
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    Wie genau stellst du dir das argumentieren vor?
    Spielen wirs durch: Ich bin der Angreifer und du argumentierst.
    Du befindest dich im Gespräch mit deinem Freund und ich bin mit meiner arroganten Truppe anwesend und kommentiere ständig deine Aussagen gegenüber meiner Gruppe mit Dingen wie: "Dass sowas schlaues aus seinem Mund kommt...". " Versteht ihr, was er da gerade seinem Freund erklärt?".
    Und das in den Pausen, in denen du NICHT sprichst, so dass es auch alle mitbekommen, die im Raum anwesend sind. Und du meinst, ich solle mich für den Kinderkam dann rechtfertigen? Das wollen die doch. Da ist nix mit Argumentation. Die WOLLEN provozieren. Die wollen wirklich, dass du anbeißt und sie dann weiter spötteln können, um ihren Frust abzulassen. In so nem Fall wäre Ignoranz besser, aber glaubst du du bekommst das Tag für Tag, Stunde für Stunde hin? Das schafft keiner. Irgendwann eskaliert die Situation entweder, dass einer nicht nur psychische Verletzungen bekommt oder es gebe die De-Eskalation, die so aussieht, dass ein klärendes Gespräch notwendig wäre. Aber das ist Kindergarten. Das löst keine Probleme, denn die Probleme liegen bei diesen Menschen und so lange sie sie nicht abstellen, brauchen sie "Boxsäcke" um sich Luft zu machen.

    Recht hast du, wenn du meinst, dass die blöden Sprüche für sich genommen keine Probleme darstellen. Doch steter Tropfen höhlt den Stein und wenn du dir das TROTZ Ignoranz weiter anhören musst, hinterfragst du die Psychologie an sich. Denn die sieht hier nicht anders aus, als in einem Fall, in dem A und B den C hänseln und dieser ganz cool bleibt und sie ignoriert. Logische Konsequenz wäre die, dass BEIDE aufhören, weil sie nicht durchkommen. HIER sieht die Sache so aus, dass weiter provoziert wird. Man kann also nur davon ausgehen, dass es nur um Frust ablassen geht.
    Geändert von Thakos89 (05.12.2010 um 10:51 Uhr)

  4. #4
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    Setz dich durch, ignorier sie, argumentiere mit einer sinnlosen meinung genau wie die .

    Ich denke du musst an deinem selbstwertgefühl und deiner ausstrahlung arbeiten, einfach links liegen lassen aber dir halt nicht anmerken lassen das es dich etwas angeht.

    Zur not gilt faustrecht...

  5. #5
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    Zur not gilt faustrecht...
    Das Mittel all derjenigen, die nichts haben, mithilfe dessen sie irgendetwas auf die Reihe bekommen könnten ...

    Aggression, gerade auch physische, ist wohl kaum dazu geeignet, Konflikte wirklich "lösen" zu können - vor allem dann nicht, wenn diese sich eher auf der Ebene der sozialen Kompetenzen abspielen.

    Da wäre es, IMHO, viel sinnvoller, sich mal den Prozess selbst, mit allen Anteilen (auch den eigenen), anzusehen.

  6. #6
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    Ich finde den Vorschlag, sie für ihre Arroganz zu belächeln, nicht gut. Weil du dann selbst arrogant wirst und dich über sie stellst.
    Ich glaube auch nicht, dass du ihre Arroganz aushebeln kannst, denn sie kompensieren damit eigene Konflikte. Sie brauchen die Arroganz.
    Das einzige, was mir einfällt, ist, dass sich deine Einstellung ihnen gegenüber verändern muss. Ich frage mich zum Beispiel, wofür du das brauchst, überhaupt mit Menschen zu reden, die dich angreifen. Willst du, dass alle Menschen dich mögen? Erträgst du es nicht, wenn jemand dich nicht mag? Welche eventuellen Komplexe führen zu deinem Verhalten?

    Gruß
    Jan

  7. #7
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    Zitat Zitat von Jan1981 Beitrag anzeigen
    Das einzige, was mir einfällt, ist, dass sich deine Einstellung ihnen gegenüber verändern muss. Ich frage mich zum Beispiel, wofür du das brauchst, überhaupt mit Menschen zu reden, die dich angreifen. Willst du, dass alle Menschen dich mögen? Erträgst du es nicht, wenn jemand dich nicht mag? Welche eventuellen Komplexe führen zu deinem Verhalten?
    Das waren vielleicht 3 von 200 Leuten in der Stufe. Da kommt es mir sicher nicht darauf an, bei den 3 gut dazustehen und vom Rest nicht gemocht zu werden, wenn wir die Lage mal extrem umkehren würden.
    Mir ging es die ganz Zeit nur um das unmögliche Verhalten dieser Leute. Ich wollte eben nicht ihre Quelle sein, aus der sie schöpfen, indem sie bei mir ihren Frust rauslassen. Aber das hab ich konkludent in der Threadfrage schon gestellt.
    Es geht rein darum, einen Weg zu finden, das abzustellen. Vielleicht haben einige hier nicht ganz unrecht und es liegt an zu wenigem Selbstbewusstsein. Ich frage mich aber, ob man das nicht doch einfach nur mit starken Nerven verwechselt. Denn in erster Linie muss man diese Angriffe auch aushalten können und indem man einfach nur drüber lacht, erreicht man (was ich auch schon durch habe) nichts. Wie ich ja oben schon gesagt habe: Sie wissen, dass sie treffen ,auch wenn man sie ignoriert. Eventuell kommt es ihnen auch nicht darauf an, sondern nur darauf, sich vom Frust zu befreien und es wird sich eben "irgendein" Ziel gesucht. Man könnte sich höchstens darüber Gedanken machen, ob es Kriterien gibt, nach denen gesucht wird. Beim "üblichen" Mobbing ist das zumindest so.

  8. #8
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    Hallo Thakos,

    mir ging da ein ganz ähnlicher Gedanke wie der von Jan durch den Kopf: es scheint ja eine Situation zu sein, die nicht so ganz spurlos an Dir vorübergeht ... warum eigentlich?

    Sorry, so, wie Du alles beschreibst, klingt das sehr abstrakt-theoretisierend.
    Du beschäftigst Dich sehr stark mit dem Warum - allerdings mit dem Fokus auf den Hintergründen deren Verhaltens.
    Was sind da jetzt genau Deine Anteile?

    Wie war/ist da Deine Position: damals in der Schule und heute?
    Was spricht diese Thematik in Dir an? Es liest sich nicht so, als ob Du Dich mit diesen Fragen aus einer neutralen, distanziert interessierten Perspektive betrachten würdest. Eher schwingt da eine Betroffenheit mit, die sich hinter einer bewusst "rationalisierenden" Ausdrucksweise zu verbergen sucht

    Etwas, das einen eigentlich nicht wirklich belasten oder beschäftigen müsste, weil es keine Auswirkungen auf das eigene "Wohlbefinden" hat, so angestrengt "erklären" müssen: deutet soetwas nicht auch u.U. darauf hin, dass es da einen Konflikt in einem selbst gibt, der sich nicht auflösen lässt?
    Was fällt Dir daran so schwer, Dir zu sagen: "Idioten mit einem dummen Spiel; ist doch Euer Problem - ich lass mich davon nicht aus dem Konzept bringen"?

    Denn in erster Linie muss man diese Angriffe auch aushalten ...
    Wieso "aushalten"? Aushalten heißt doch, dass einen etwas trifft, man dem aber nicht ausweichen oder begegnen kann - also: es muss dann durchlitten werden ...
    Warum nicht es "abprallen" lassen - wenn es da nichts in mir gibt, das durch solch ein Verhalten angesprochen und verletzt werden kann, dann kann mich dies dann zwar immer noch ärgern, aber eben nicht mehr wirklich belasten. Und damit muss ich es dann auch nicht mehr "aushalten" ...

    Ändern kannst Du diese Leute ohnehin nicht, warum also so viel Energie in die Suche nach deren Beweggründen investieren?
    Daher ja meine Frage: was sind Deine Anteile ...
    Selbstbewusstsein Könnte eine Komponente sein ...
    Interessanter finde ich da den Punkt "Selbstwertgefühl"
    Wie sieht es denn mit dem bei Dir aus? Wie definierst Du Dich selbst im Verhältnis zu den Menschen in Deinem Umfeld?

    Nicht nur auf der rationalen Verstandesebene - wie sieht da die emotionale Seite aus?
    Wie gesagt: Du schreibst sehr verkopft ...

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