Ich habe mit der Suchfunktion leider nichts zu meinem Thema gefunden und hoffe, auf diesem Wege Hilfe zu finden.
Ich habe mich länger mit Arroganz beschäftigt und arrogante Menschen sind trotz meiner entwickelten Strategien, die ich allesamt verwendet habe, ein großes Problem für mich.
Ein krasses Beispiel stammt aus meiner Abi-Zeit: Ich war auf einem Gymnasium, in dem sich ein Aufenthaltsraum befand und dort hielt ich mich oft auf. Gewöhnlich waren dort 2-3 Leute, die in hohem Maße arrogant waren und ihren Frust an ihrer Umgebung ausließen. Sie waren gemeinsam alleine (wie könnte es auch anders sein), aber solidarisierten sich natürlich untereinander. Ich war zB einmal mit ihnen alleine und sie verwickelten mich in ein Gespräch. Zunächst verlief es völlig harmlos, bis ich irgendeinen Kommentar abgab und einer der 3 dann zu den anderen sagte "Ignoriert ihn einfach". Ich weiß ja nicht mehr alles auswendig, aber bin mir sicher, dass ich mich vernünftig unterhalten hatte und nicht etwas gesagt habe, dass dem werten Herren zu "niveaulos" war. Ich bin auf den Kommentar gar nicht eingegangen und habe mich mit dem Rest unterhalten bis noch eine Aussage in die Richtung kam und ich ihm dann eben die Meinung sagte; blieb trotz allem NOCH ruhig. Dann hatte er mit Aushebelungsstrategien wie zB "Versteht ihr, das?" angefangen. Es ging ihm eben darum, die Gruppe gegen mich zu solidarisieren, indem er meine Sätze mit derartigen Kommentaren entwertete.
Ich wusste nicht, warum die Stimmung kippte. Ich konnte mir eben nur vorstellen, dass diese Person, mit der ich aber zuvor auch schon öfters normal gesprochen hatte, mich aus der Gruppe ekeln wollte, weil ich sie anscheinend nicht gut genug unterhielt. Die folgenden Wochen veränderte sich auch das Verhalten der anderen. Wenn man über Fächer, Lehrer oder sonstiges sprach, wurde mit den Augen gerollt und mit Kommentaren wie "Wen interessiert das?" abgeblockt. Eine normale Unterhaltung war nicht mehr möglich. Obendrein wurden meine Gespräche mit Freunden durch herabwürdigende Bemerkungen von diesen Leuten gestört und in gemeinsamen Kursen lästerten sie über einen, obwohl man nur 2 Plätze entfernt war. Ignorierte ich das, änderte es genausowenig an der Situation, wie wenn man Kontra gab. In beiden fällen schwiegen sie und taten so, als sei man nicht da und provozierten weiter, indem sie über einen in der dritten Person sprachen. Genausowenig nutzten Gespräche meinerseits zur Streitbeilegung. Die werden nur mit Ironie ins Lächerliche gezogen. Wie bitteschön soll man so einen Wall durchbrechen?
Es fand einfach ständig diese Solidarisierung statt und diese Aktionen, die nur dazu da waren, beim Opfer den Frust auszulassen, hörten nicht auf.
Auch wenn diese Leute alleine waren, starteten sie Angriffe. Es ging hier also nicht um kollektives Mobbing in einer organisierten Gruppe, sondern jeder hatte psychische Probleme in Form von Minderwertigkeitskomplexen (die ich hier nicht darlege, der Beitrag ist ohnehin schon zu groß) und lies seinen aus diesen resultierenden Frust an anderen aus. Es wurden auch andere angegriffen; es darf also nicht so verstanden werden, dass ich der einzige Sündenbock war. Ich kann nur von mir behaupten, dass ich von der Technik der übertriebenen Zustimmung über Sarkasmus bis hin zu Ignoranz alles aufgefahren habe und es wurde nicht besser. Ich denke auch, dass es nicht DIE Technik gibt, die Arroganz aushebelt. Ignoriert man, wissen die Leute doch, dass man getroffen ist, aber es nicht zeigt. Wehrt man sich, zeigt man offensichtlich seine Betroffenheit und sei es nur eine Gegenbeleidigung mit einem Lächeln. Gerade die letztere Alternative führt nur dazu, dass man Streits auslöst, in denen die Gruppe IMMER das letzte Wort haben muss. Aus psychologischer Sicht macht es auch wenig Sinn, denn dann öffnet man bei ihnen ein Ventil, mit dem sie in hohem Maße ihren Frust ablassen können. Mit Ignoranz fährt man da schon besser, aber wenn wir ehrlich sind: Sie wissen, dass sie treffen, ich fühle mich getroffen und auf lange Sicht hat es mich auch tatsächlich nervlich krank gemacht. Die Ereignisse liegen jetzt 2 Jahre zurück und ich bin gesundheitlich wieder auf dem Damm. Man kann mir jetzt sagen: Es ist vorbei, das war damals. Warum denkst du noch darüber nach?
Weil es wieder passieren kann. Man kann sich nicht von der Außenwelt abschotten. Irgendwann kommt man wieder mit einem arroganten Menschen zusammen und muss ihm Paroli bieten können. Mir fällt schon das Zuhören schwer; ich fühle mich selbst bei anständigen Gesprächen mit diesen Leuten schon durch ihr monotones Genäßel beleidigt und werde innerlich zornig. Egal, ob ich sie neu kennenlerne oder schon länger kenne. Meine Vermutung geht in die Richtung, dass sie so lange sie ihre Minderwertigkeitskomplexe nicht behoben haben, immer wieder ihren Frust auslassen, genau wie wenn man ein Feuer ständig mit Holz speißt. Doch soll man sich die Mühe machen, ihnen über die Wange zu streicheln und sie zu therapieren? Ganz sicher nicht.
Was bleibt also noch als Möglichkeit?
Danke im voraus


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