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Thema: arztphobie

  1. #1
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    Standard arztphobie

    hallo an alle,
    hoffentlich kommt es nicht wichtigtuerisch rüber, wenn ich als neue hier gleich mit einem eigenen thema reinplatze. ich wüsste nur einfach nicht, was ich in dem vorstellungs-forum schreiben sollte, weil ich immer befürchte, entweder mit belanglosigkeiten zu nerven oder zuviel preiszugeben...

    nun zu meinem eigentlichen thema:
    seit etwa 20 jahren habe ich eine ausgeprägte angst vor ärzten. vermutlich ist das nur eine spielart meiner sozialen phobie, denn wie bei allen normalen mitmenschen befürchte ich eben auch bei ärzten, mich zu blamieren, "enttarnt" und runtergeputzt zu werden usw. und ärzte sind für mich nunmal halbgötter in weiß, absolut übermenschliche leistungsträger usw.
    hauptauslöser ist mein übergewicht (zur zeit adipositas). ich habe einfach angst, dass der arzt bloß sagt "das kommt halt von ihrem gewicht, lassen sie sich nicht so gehen...dann haben sie auch kein problem", dabei ist es mir egal, ob es ein frauenarzt, allgemeinmediziner oder zahnarzt wäre.
    mir ist klar, dass vieles mit meinem gewicht zusammenhängen kann, übergewicht ist nunmal nicht gesund. dazu muss ich aber sagen, dass ich die arztphobie auch hatte, als ich jahrelang "nur" 5 kg übergewicht hatte und auch in phasen, wo ich bmi-mäßig idealgewicht hatte (naja, essstörung und der typische knick in der optik).

    natürlich weiß ich, dass sowas ziemlich sicher therapierbar wäre. aber ich habe in den letzten jahren eine so schlimme "psycho-karriere" gehabt, dass ich jetzt heilfroh bin, seit längerer zeit halbwegs stabil zu sein, keine psychopharmaka mehr zu nehmen und keine regelmäßigen psycho-termine zu haben (bei denen ich mir auch immer nutzlos vorgekommen bin, weil ich nie was produktives geleistet habe, also z.b. geheilt sein).

    mich interessiert vielmehr: gibt es hausärzte, die sich auf "arztphobiker" spezialisiert haben (so wie es extra zahnarztpraxen für angstpatienten gibt)? so ein normaler arzt lacht einen doch aus, wenn man sagt, man hätte gern erstmal einen termin zum beschnuppern, weil man angst vor ärzten hat...von meinem theoretisch vorhandenen hausarzt ("familienarzt") kann ich jedenfalls nicht erwarten, dass er sich zeit für sowas spinnertes nimmt.

    sorry für so einen langen beitrag!
    danke fürs lesen!

    lg, tamandua

  2. #2
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    Moin,tamandua!!!
    Herzlich willkommen!!!!!
    Kann Dich gut verstehen, auch ich mag Ärzte nicht so gern.Aber manchmal bleibt einem ja nichts anderes übrig als hinzugehen.Mein Hausarzt hat mich völlig überrascht...wohne jetzt über zwei Jahre hier und bin in der zeit vieleicht 2 mal da gewesen.Hab mich nicht wohlgefühlt...hatte nie Zeit,ist einfach aus dem Behandlungszimmer rausgegangen und ich völlig verwirrt soll ich warten oder einfach gehen???vor ca. 6 Wochen bin ich hin weil ich einfach nicht zur Arbeit konnte...Soziale Phopie kein fremdwort,konnte nicht mehr schlafen,Angstzustände ja einfach nur Panik...aber ich hab Mut gefasst und wurde nicht enttäuscht.Er hat mir zugehört,hatte Zeit ja einfach verständnis...war total positiv überrascht.Man muß es einfach ausprobieren...Ich weiß hört sich so einfach an,aber das sind auch nur Menschen,die kochen ihren kaffee auch nur mit wasser.Und denke es ist nichts verwerfliches daran zu sagen ich möchte Sie erstmal beschnuppern...habe das auch gemacht.Habe 1996 mein Kind verloren, drei Wochen vor dem Geburtstermin, meine letzte schwangerschafft war 2000, hatte so Angst.Bin immer fleißig hin hab keine vorsorgeuntersuchung ausgelassen...er hat meine Angst einfach nicht ernst genommen.Das Ende von Lied war das ich am Ende der Schwangerschaft einfach in Krankenhaus gegangen bin auf meine verantwortung und das hat meiner Tochter das Leben gerettet.Habe immer etwas fruchtwasser verloren und sie hatte eine dicke infektion...ein tag länger hätte sie laut den ärzten nicht überlebt.Aber naja eine krähe hackt der anderen nicht die Augen aus.Jetzt bin ich halt vorsichtig und hol immer zwei,drei meinungen ein.Sage es ganz offen auch wenn es schwerfällt aber mein gutes Recht und auch deins. Bringt ja nichts wenn man sich nicht wohlfühlt...das ist einfach das wichtigste... wie soll man sonst erzählen wie es einem wirklich geht???Man muß sich einfach überwinden aber man hat auch einfach was davon... man hat nur das eine leben
    Weiß nicht ob es Dir hilft...???
    Lg

  3. #3
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    Hallo Tamandua, ist gut nachzuvollziehen Deine Phobie. Doch es gibt durchaus auch Hoffnung. Ärzte sind so verschieden wie Menschen überhaupt. Es gibt Ärzte, die verstehen sich auf solche Probleme wie Ängste und nehmen die Menschen damit ernst und es gibt welche, die damit gar nichts anfangen können, die gern Blut abzapfen und das wars dann.

    Ich finde, es ist eine gute Idee, von vornherein gleich zu sagen, ich möchte erst mal schauen, ob der Arzt der Richtige ist. Wenn man sich von Anfang an auf so ein Ansinnen nicht einlassen kann, dann ist es ohnehin der Falsche. Andererseits ist es doch kein Problem - außer Stress und Angst - den Arzt jedes viertel Jahr zu wechseln. In der Zeit hast Du den Arzt einigermaßen kennen gelernt und gesehen, ob er mal einen schlechten Tag hatte oder immer so arbeitet und wenn es gar nicht passt, Du Dich nicht ernst genommen fühlst oder nur auf eine Psycho- oder Gewichtsschiene geschoben siehst, dann schaust Du nach einem anderen Arzt. Ich selbst habe auch einige Jahre geschaut, wer denn nun passt für mich. Ich brauche keinen Arzt, der mir kiloweise Tabletten verschreibt, ich brauche einen, der mir zuhört und der begreift, dass ich eine sehr starke Medikamentenphobie habe und der sich die Zeit nimmt, andere Alternativen für mich zu suchen und/oder mir Sicherheit gibt, so weit das überhaupt möglich ist. Ich habe übrigens auch die volle Panik bei Ärzten, aber aus dem Grund einer posttraumatischen Belastungsstörung, ich kann nicht mit der Nähe klar kommen, vielleicht noch Berührungen und die Situation allein mit jemandem in einem Raum. Furchtbar!! Der Arzt muss dann damit leben, dass ich zitternd und schlotternd dort sitze und ihm nicht die Hand geben kann. Das geht. Es gibt Ärzte, die auf einen eingehen können und vor allem wollen. Ein bisschen Mut und steh zu Dir und Deinen Problemen. Du darfst sie haben und hast ein Recht darauf, damit ernst genommen zu werden. Du kannst spätestens jedes viertel Jahr wechseln und wenn Du es gut begründen kannst, auch schon früher. Du musst nichts auf Dauer aushalten, was für Dich nicht geht und Dir nichts bringt. Einem Arzt muss man vertrauen können, zumindest ein ganzes Stück weit.

    Lieben Gruß, waiting
    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.

    Khalil Gibran

  4. #4
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    danke, Trauriger Engel und waiting, für eure antworten!

    @ waiting: auch ich kann nähe und berührungen nicht ertragen. eine ptbs ist es bei mir wohl nicht, obwohl die auslöser gegeben wären.
    naja, aber auch dabei denke ich, ich habe es ja nicht anders verdient, denn wenn ich so hässlich und trampelig bin, ist es ja logisch, dass "die anderen" finden, sie könnten mich in jeder(!) form psychisch und physisch verletzen und ausnutzen.
    auch bei ärzten finde ich, dass sie ja prinzipiell ein recht haben, "mit mir zu schimpfen", weil ich quasi nie zum arzt gehe.
    ich war z.b. in meinem 30jährigen leben erst zweimal beim frauenarzt! und zwar nicht "freiwillig" bei niedergelassenen, sondern das eine mal im ganz fernen ausland, wo es einfach grobe undankbarkeit gewesen wäre, nicht hinzugehen, wo sich jemand solche mühe gemacht hatte, die ärztin zu organisieren, und das andere mal hier in deutschland im krankenhaus, wo ich wegen stärkster schmerzen nicht einfach weglaufen konnte. diese frauenärztin hat sich so aufgeregt...wie fahrlässig das sei und was ich denn machen würde, wenn ich ungewollt schwanger werde usw. sie hat in einem abfälligen ton mit mir geredet, als hätte ich den iq einer amöbe.
    naja, ich könnte ewig weiterjammern!

    danke für eure hinweise, dass man so oft den arzt wechseln kann. das wusste ich gar nicht. theoretisch bin ich immer noch bei dem hausarzt, den meine eltern vor 28 jahren gewählt haben. an meinem studienort war ich nur einmal bei einem niedergelassenen arzt, weil ich unbedingt impfungen gebraucht habe für besagten auslandsaufenthalt (wäre ich nur privat hingeflogen, hätte ich es drauf ankommen lassen, nicht ins land gelassen zu werden, aber in einer gruppe geht das ja nicht). nun ja, bei diesem hausarzt war ich aber auch wieder seit 4 jahren nicht mehr, selbst blut abnehmen musste meine psychiaterin (hatte das "glück", dass ich ambulante termine in der örtlichen psychiatrie hatte, die ja für sowas wie blutabnehmen ausgestattet sind und genug flexibilität und verständnis haben).

    jetzt möchte ich die krankenkasse wechseln und denke, wenn ich schon sowas hochnotpeinliches mache (telefonieren? gesprächstermine? hilfe!!!), könnte ich auch gleich einen hausarzt suchen, der eben nicht eher der arzt meiner eltern ist und dem ich von anfang an alle probleme auf den tisch lege. wäre doch irgendwie peinlich, zum alten hausarzt zu gehen und er fragt vielleicht, wie es so gelaufen ist, seit unseren letzten begegnungen und ich erzähle "ach, ich hab versucht ***, hatte ne schwere depression und war mehrmals in der psychiatrie und außerdem habe ich seit jahren ***", der denkt dann doch vielleicht, ich will ihm die schuld geben, so nach dem motto "der hätte doch was merken müssen, wenn eine patientin wegen kleinigkeiten heulend in seiner praxis zusammenbricht und erzählt, dass sie davon überzeugt ist, die dümmste, dreckigste und unfähigste zu sein". ich will ihm gar keine schuld geben. ich trage immer eine maske (abgesehen vom heulanfall dort) und bringe auch die selbstbeschimpfungen im netten plauderton rüber. also kann und will ich nicht erwarten, dass jemand hinter die maske schaut.

    und es sind noch 10.000 andere ausreden und argumente, die ich habe, um nicht zum arzt zu gehen...z.b.: wenn der mich eklig findet und sagt, so'n körper sollte verboten werden und mich einfach rauswirft? oder wenn er mich bearbeitet, wie infantil/retardiert es sei, dass ich vorübergehend wieder bei meinen eltern eingezogen bin (brauche soziale kontrolle und eine wg käme nicht in frage) usw.

    ohje...aber ich habe mich sehr gefreut, zu lesen, dass es doch kein "total bekloppter einzelfall" ist mit meiner angst vor ärzten. auch wenn ich u.a. hier im forum schon ältere beiträge dazu gelesen habe, es war einfach erleichternd, direkt antworten zu bekommen.
    und wie gesagt: ich wusste wirklich nicht dass man seinen hausarzt so einfach und so oft wechseln kann. danke!

  5. #5
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    Hallo tamandua, zu lesen, was Du da schreibst, das tut schon fast weh. Was hast Du denn für ein Bild von Dir?!


    eine ptbs ist es bei mir wohl nicht, obwohl die auslöser gegeben wären.
    Dann könnte es durchaus auch eine sein, doch darauf wirst Du wohl selbst nicht kommen und es auch Dir nicht „zugestehen“, solange Du Dich selbst nicht ernst nehmen und annehmen möchtest. Nicht einmal ein kleines Stückchen.

    naja, aber auch dabei denke ich, ich habe es ja nicht anders verdient, denn wenn ich so hässlich und trampelig bin, ist es ja logisch, dass "die anderen" finden, sie könnten mich in jeder(!) form psychisch und physisch verletzen und ausnutzen.
    Hässlich und trampelig? Gut, kann ich rein äußerlich nicht beurteilen, ich persönlich finde Aussehen ohnehin unwichtig, außerdem ist es DEINE Einschätzung und nach dem, was Du hier schreibst, gibt es doch kaum noch eine Steigerung in negativen Worten, womit Du Dich bezeichnest. Trampelig glaube ich. Und zwar im Sinne von so viel Unsicherheit, dass nur stolpern kannst und dadurch trampeln möglich ist. Du meinst, die anderen können Dich in jeder Form verletzen und ausnutzen? Das tust Du doch schon selbst. Du selbst lieferst sozusagen die Vorlage dazu. Du nimmst Dich nicht ein bisschen ernst, achtest Dich selbst nicht, denkst ja auch, Du hast nichts anderes verdient. Und das hat erst in zweiter Linie mit Deiner Unsicherheit wegen Deines Gewichtes zu tun. Du HAST was anderes verdient!! Aber das merken andere Menschen erst, wenn Du es auch ausstrahlst, es Dir erst mal selbst gönnst. Bis dahin ist es Glücksache, wenn jemand von selbst drauf kommt oder Dich eben so annimmt, wie Du gerade bist, wie Du erscheinst.

    auch bei ärzten finde ich, dass sie ja prinzipiell ein recht haben, "mit mir zu schimpfen", weil ich quasi nie zum arzt gehe.
    Ja. Das ist quasi etwas, das Du „verdient“ hast. Und genau deshalb ist es einfach nur berechtigt und nichts, was Deine Persönlichkeit nicht respektiert. Hier geht es nur um Verhalten, das durchaus gefährlich für Dich sein kann und genau darum geht es auch dem Arzt.

    diese frauenärztin hat sich so aufgeregt...wie fahrlässig das sei und was ich denn machen würde, wenn ich ungewollt schwanger werde usw. sie hat in einem abfälligen ton mit mir geredet, als hätte ich den iq einer amöbe.
    Hm. Ich denke, bei so fahrlässigem Verhalten regen sich die Ärzte auch auf, wenn sie eine Patientin da haben, die sich anders fühlt als Du, würde ich erst mal nicht so sehen, als würde das an Deinen inneren Werten und Deinem Aussehen liegen, sondern eben einfach an Deinem Verhalten. Zu dem abfälligen Ton – hm. Es gibt Ärzte, die reden tatsächlich so und nicht nur mit Dir. Es kann aber auch sein, dass Du es nur so empfunden hast, schon deshalb, weil Du gar nichts anderes erwartest. Keine Ahnung. Aber es geht doch nur darum, dass Du etwas änderst an Deinem Verhalten. Du bist Dir selbst so egal, bringst Dich in eigene Gefahr, Du bist Dir selbst nichts wert und möchtest das dann sozusagen von außen zugeführt bekommen. Das klappt nur in den seltensten Fällen und das Verrückte ist, WENN Du es bekommst, dann nimmst Du es nicht wahr und würdest es auch nicht annehmen. Es geht hier nicht nur um eine Arztphobie.


    jetzt möchte ich die krankenkasse wechseln und denke, wenn ich schon sowas hochnotpeinliches mache
    Es ist was vollkommen Normales, die KK zu wechseln und etwas, worauf Du ein Recht hast. Also nichts, was Dir peinlich sein müsste. Dir kann auch völlig egal sein, was die dabei denken, Du musst da keine Tränen trocknen , sondern nur sagen, Du möchtest die KK wechseln. Ich weiß gar nicht, kümmert sich eventuell die neue KK um die Abmeldung? Ansonsten geht auch ein Brief.

    wäre doch irgendwie peinlich, zum alten hausarzt zu gehen und er fragt vielleicht, wie es so gelaufen ist, seit unseren letzten begegnungen und ich erzähle "ach, ich hab versucht ***, hatte ne schwere depression und war mehrmals in der psychiatrie und außerdem habe ich seit jahren ***", der denkt dann doch vielleicht, ich will ihm die schuld geben,
    Das sind ziemlich „verquere“ Gedanken. Da ist nichts peinlich, es ist eben einfach so. Und warum sollte er sich selbst die Schuld geben dafür? Mal abgesehen davon, dass das dann sein Problem wäre und nicht Deines. Und Du ihm die Schuld geben? Hm. Gedanken lesen können Ärzte nun mal nicht und wie Du schon selbst sagst, wenn Du nicht ehrlich bist, wie soll er da auf die Masse Deiner Probleme kommen? Und wenn er es nicht beim ersten Mal begreift, was aus vielen Gründen durchaus passieren kann, dann ist es an Dir, da nachzuhaken und wenn er dann immer noch nichts begreift oder nicht tut, was Du denkst zu brauchen, einen anderen Arzt zu suchen. Nicht jeder Arzt kann mit psychischen Problemen wirklich was anfangen.

    also kann und will ich nicht erwarten, dass jemand hinter die maske schaut.
    Das sagt Dein Kopf. Dein Gefühl will allerdings genau das!

    wenn der mich eklig findet und sagt, so'n körper sollte verboten werden und mich einfach rauswirft?
    Das denkst in erster Linie Du selbst! Ein Arzt, der so was denkt (ja, gibt es durchaus) ist einfach untauglich für Dich und so einen hast Du auch nicht nötig.

    oder wenn er mich bearbeitet, wie infantil/retardiert es sei, dass ich vorübergehend wieder bei meinen eltern eingezogen bin (brauche soziale kontrolle und eine wg käme nicht in frage) usw.
    Hallo? Das ist DEINE Entscheidung und geht einfach niemanden etwas an! Musst Du doch auch gar nicht hausieren gehen mit. Du kannst wohnen, wo Du willst!

    "total bekloppter einzelfall" ist mit meiner angst vor ärzten.
    Du bist weder bekloppt, noch ein Einzelfall. Aber Dein Selbstwertgefühl ist noch weit unterhalb eines Kellers und ich denke, es wäre sehr wichtig für Dich, daran mal zu arbeiten und am besten mit professioneller Hilfe. Es scheinen wichtige Dinge passiert zu sein, die aufgearbeitet werden müssen. Und fange an, Dich wichtiger zu nehmen, Dich ernst zu nehmen, Dich um Dich selbst zu kümmern und ja, fange am besten damit an, den für DICH richtigen Arzt zu finden. Du darfst das alles! Du musst es sogar! Du bist nicht wertlos!

    Wenn ich keine Probleme mit Berührungen hätte, dann würde ich Dich einfach mal in den Arm nehmen..

    Liebe Grüße, waiting
    Geändert von waiting (18.05.2010 um 09:44 Uhr)
    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.

    Khalil Gibran

  6. #6
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    hey waiting,
    in den meisten punkten hast du recht und ich habe riesigen respekt davor, dass du so offen deine meinung sagst
    werde gar nicht packen, auf alles einzugehen...nur zwei sachen:
    klar habe ich mir oft gewünscht, dass mal jemand hinter die maske schaut, allerdings nie bei "normalen" ärzten und mitmenschen. bei psychiatern z.b. habe ich aber schon die erfahrung gemacht, dass ich einfach sachlich und äußerlich ruhig berichtet habe, dass ich "angst vor menschen und speziell ärzten" habe. das wurde mir seltenst geglaubt und ich habe mich immer gefragt, wie plakativ ich die angst denn selbst einem fachmann gegenüber darstellen müsste, damit er mir glaubt. wenn das nunmal meine art ist, auch einem psychiater gegenüber nicht immer meine emotionen ganz offen zeigen zu können (ich hab schon manchmal geheult und verzweifelte dinge gesagt, aber eher selten), dann sollte er mich doch trotzdem ernst nehmen, wenn ich ihm etwas erzähle, oder? nur weil ich meinen körper unter kontrolle hatte beim erzählen und er nicht in meine augen schauen konnte, die mich sicher verraten hätten, kann er doch nicht einfach sagen, ich hätte keine angst.

    und was das im-elternhaus-wohnen betrifft kannst du dir wahrscheinlich gar nicht vorstellen, was ich deswegen zu hören bekommen habe. ok, einem allgemeinmediziner o.ä. wäre es wohl wirklich egal, aber dem besagten familienarzt bestimmt nicht. der hat mir schon damals vorwürfe gemacht, als ich so als nervenbündel bei ihm in der praxis war, ich solle doch einfach wieder an meinen studienort zurückgehen statt bei meinen überbesorgten eltern hocken bleiben, dann wäre alles wieder in butter. und in den psychiatrischen gesprächen ist es teilweise (je nach arzt oder pfleger oder sonstigem therapeuten) fast nur um mein am-elternhaus-kleben gegangen. da wurde z.b. ausgeblendet, dass ich jahrelang mehrere hundert kilometer entfernt in einer anderen stadt eine eigene wohnung hatte, dass ich länger im ausland war usw.. auch mein ex hat mich nur genervt damit, dass meine mutter mich ja jetzt wieder in ihre gewalt bringen wolle und es nur ihrem bösen einfluss zu verdanken sei, dass ich wieder nach x zurückgezogen bin...

    und übrigens: ich würde nie behaupten, es ginge nur um eine arztphobie. das ist ja nur sozusagen eine "selbstdiagnose". offiziell habe ich andere diagnosen, für die ich mich teilweise sehr schäme (ptbs konnte ich der psychiaterin ausreden, weil ich meinte, die sache wäre nicht mein problem, denn meine störungen haben davor angefangen).
    aber nunmal muss ich erst wenigstens die arztphobie wenigstens ein stückchen überwinden, um überhaupt den rest angehen zu können. bringt ja nichts, wenn ich so eine große angst habe, dass ich mich nicht traue dem erzt die volle wahrheit über mich zu sagen, denn dann weiß er ja gar nicht, an wen er mich überweisen soll usw.
    ich bin zur zeit eben psychisch halbwegs stabil und nicht mehr in psychiatrischer behandlung und auch körperlich ist bis auf das übergewicht alles weitgehend ok (soweit für mich erkennbar), daher denke ich, es wäre wohl der richtige zeitpunkt, mich jetzt darum zu kümmern und nicht erst, wenn wieder eine akute situation auftritt.

  7. #7
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    Hi tamandua,

    dann sollte er mich doch trotzdem ernst nehmen, wenn ich ihm etwas erzähle, oder? nur weil ich meinen körper unter kontrolle hatte beim erzählen und er nicht in meine augen schauen konnte, die mich sicher verraten hätten, kann er doch nicht einfach sagen, ich hätte keine angst.
    Er kann Dich ernst nehmen, ja. Aber vielleicht kommst Du tatsächlich ganz anders an, als Du erwartest, vielleicht wirst Du anders wahrgenommen, als Du selbst Dich empfindest. Ich habe selbst (und immer noch) fast immer erlebt, dass ich etwas völlig anderes vermittle, als ich dachte, rüber gebracht zu haben. Ich denke, ich habe so viel geredet und ganz genau erklärt, was ich wollte, doch angekommen ist nichts. Wie schlimm es mir auch geht, mein Körper wirkt völlig entspannt, auch wenn er der totale Knoten ist und ich vor Schmerzen nicht weiß, wohin mit mir. Zu sehr ist verinnerlicht, mich sozusagen zu verstecken, Gefühle nicht zu zeigen. Heute weiß ich das und kann versuchen, da gegen zu wirken. Meist ist es ja auch so, wenn ich zum Arzt gehe – egal welcher, dann habe ich nichts mehr. Was mir wirklich geholfen hat zu vermitteln, was in mir los ist, ist, dass ich dann, wenn es mir richtig schlecht geht und ich selbst auch Zugriff habe zu dem, wie es mir geht, aufgeschrieben habe, was ich gerade empfinde. Hat gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, ich habe geschrieben, mir selbst klar gemacht, was da passiert und in mir vorgeht, mich gleichzeitig damit ein Stück abgelenkt und über die Zeit gebracht und eben dann auch was in der Hand gehabt, was ich einfach an den Arzt weiter gereicht habe, in Worten, die meine Verzweiflung ausdrücken konnten, mit Worten, die erklären konnten, was los ist bei mir. Sobald ich mich nur halbwegs wieder im Griff habe, ist das vorbei. Dann nimmt mir niemand mehr ab, dass es mir nicht gut geht. Zu automatisiert ist es, nicht zu zeigen, wie es mir geht, zu lange war so was gefährlich.

    Übrigens, auch normale Ärzte sollten, wenn sie Dich wirklich verstehen und ganz behandeln sollen, hinter Deine Masken schauen können.



    und was das im-elternhaus-wohnen betrifft kannst du dir wahrscheinlich gar nicht vorstellen, was ich deswegen zu hören bekommen habe.
    Doch, ich glaube, das kann ich. Ich sehe es dennoch erst mal als Deine Entscheidung, die Du maximal vor Dir und Deinen Eltern rechtfertigen musst. Natürlich kann es gut sein und wird vielleicht auch, dass es im Grunde für Dich nicht ganz unschädlich ist, wenn Du das so machst und vielleicht auch nicht gerade förderlich für Dich und Deine Entwicklung. Ich kann aber die Situation an sich nicht einschätzen und würde das nicht einfach mal so pauschal verurteilen. Ich weiß nicht, warum Du „festklebst“ und wie negativ das im Grunde vielleicht auch für Dich ist. Aber momentan scheint ja was dagegen zu stehen, was für Dich wichtiger ist. Ja, vielleicht ist dort ein Problem für Dich, was wirklich bearbeitet werden müsste, doch im Rahmen unseres momentanen Austausches kann ich dazu gar nichts sagen. Und bewerten möchte ich ohnehin nicht.

    dass meine mutter mich ja jetzt wieder in ihre gewalt bringen wolle und es nur ihrem bösen einfluss zu verdanken sei, dass ich wieder nach x zurückgezogen bin...
    Ist es so?

    offiziell habe ich andere diagnosen, für die ich mich teilweise sehr schäme
    Warum?
    (ptbs konnte ich der psychiaterin ausreden, weil ich meinte, die sache wäre nicht mein problem, denn meine störungen haben davor angefangen).
    Warum war es wichtig, es ihr auszureden? Und mal abgesehen davon, auch wenn die Störungen früher angefangen haben, eine PTBS macht sie nicht besser, eher schlimmer oder bringt noch neue hinzu. Sich so einer Sache zu stellen ist allerdings nicht ohne und es zu verdrängen sicher fürs Erste einfacher.

    bringt ja nichts, wenn ich so eine große angst habe, dass ich mich nicht traue dem erzt die volle wahrheit über mich zu sagen, denn dann weiß er ja gar nicht, an wen er mich überweisen soll usw.
    Nun ja. So wie es für mich klingt, weißt Du doch schon, wohin Du überwiesen werden möchtest, kannst es also auch klar sagen und nur in kurzen Sätzen erklären. ICH persönlich würde sicher nicht einem neuen Arzt gleich die VOLLE Wahrheit über mich erzählen.

    Aber ja, leg erst mal los, mach einen Anfang. Damit Du einen halbwegs sicheren Anlaufpunkt hast, wenn es wirklich wieder problematisch wird.

    Liebe Grüße, waiting
    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.

    Khalil Gibran

  8. #8
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    hallo waiting,
    ich möchte nur noch kurz was zu deinem beitrag sagen, denn teilweise kommen wir ja schon vom eigentlichen thema arztphobie ab. bestimmt wird es irgendwann einen allgemeineren thread von mir geben, der dann einiges aufdecken wird, was ich in diesem zusammenhang und als neuling hier nicht schreiben möchte.

    sicher müssen auch normale ärzte hinter die maske schauen können, aber das kontrolliere ich lieber selbst, soweit es sinnvoll ist. übrigens zählt für mich zu hinter-die-maske-schauen, dass der arzt die "volle wahrheit" erfährt (womit ich nicht so unwichtige details wie pickel, juckreiz oder sex (also, dass er für mich unwichtig ist) meine). übrigens will ich gar nicht, dass mein potentieller hausarzt mich irgendwohin überweist. nur so für den fall x möchte ich vermeiden, dass er im dunkeln tappt und mich von a nach b nach c schickt...habe da schon diverse horrorgeschichten gehört (übrigens von familienmitgliedern, die auch nur alle paar jahrzehnte zum doc gehen).
    und ich wohne nicht aufgrund des einflusses meiner mutter hier...die hat eher die einstellung, ich solle hinaus in die welt gehen, das leben liege mir zu füßen (und da ist kein doppelter boden dran). es war eine rein pragmatische entscheidung: ziehe ich in ein betreutes wohnen, um ausreichend soziale kontrolle zu haben und bin dann evtl. in dieser stadt schon allein wegen der adresse als "bekloppte" gebrandmarkt? mehrere leute haben mich davor gewarnt. dann blieb eben das elternhaus. glaub mir, ich bin durch meine psycho-karriere so auf 0, dass es nicht möglich ist, sich weiter zurückzuentwickeln. damit meine ich in erster linie die tatsache, dass ich kein eigenes geld verdiene (psychiaterin hatte sogar schon das thema rente angesprochen - mit 30!). aber ich kämpfe darum, diesbezüglich wieder was hinzukriegen. dabei hilft es mir einfach, nicht im dauerkrieg mir mir selbst zu sein, was das mich-fernhalten vom kühlschrank betrifft, wofür allein die tatsache reicht, dass es ein gemeinsamer kühlschrank ist.
    und die scham wegen der diagnosen entsteht dadurch, dass die meisten normalen menschen, von denen ich kommentare dazu gehört habe, nur mit ekel darüber sprechen und die dahinterstehende intention völlig falsch einschätzen.
    naja, ich sagte ja schon, bestimmt gibts irgendwann einen thread von mir, wo ich offener bin.

    lg, tamandua
    Geändert von tamandua (19.05.2010 um 11:29 Uhr)

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