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Thema: Aufarbeitung von sexuellen Missbrauch

  1. #17
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    Hallo Ste,

    und nochwas. Würde diese Mutter ihre Tochter wirklich lieben, dann wäre es ihr ein inneres Bedürfnis für sie da zu sein, zu helfen und würde auch mit der Tochter eine Therapie machen (um der Tochter zu helfen bei der Bewältigung).
    Diese angebliche Mutter sitzt da, schaut Jahre zu wie die Tochter leidet und macht absolut nichts.
    Tolle Mutter kann ich da nur sagen. Ich wäre an ihrer Stelle da auch mehr wie wütend und sauer und ich finde, sie hat dazu das recht und sollte es auch sagen, wenn sie es so empfindet. Mütter sind keine heiligen Kühe und wie man sieht und machen dazu noch Sachen od. auch nicht, dass einem ganz anders wird.

    LG
    Thessa

  2. #18
    Ste
    Gast

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    Thessa,

    ich weiß nicht so recht, ob man hier darüber urteilen kann, ob eine Mutter ihre Tochter "wirklich" liebt, ich bin da vorsichtig und möchte auch gar nicht solche Urteile abgeben.

    Weiß auch nicht,ob es Sternchen hilft, wenn wir hier zu dem Ergebnis kommen, dass ihre Mutter sie nicht liebt. (?)

    Lieber hab ich ne "unfähige" Mutter, die mich liebt, als ne perfekte Mutter, die mich nicht liebt. Das fällt mir dazu ein.

    Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass es nicht immer sinnvoll ist tief zu schürfen und alles an die Oberfläche zu holen. Nicht für jeden Menschen ist das sinnvoll und nicht jeder will das. Wenn man aber eine aufdeckende Therapie machen will (weiß nicht, ob man das so nennt?), dann muss man sich natürlich gezielt einen Therapeuten dafür suchen und nicht einen, der das ablehnt.

    Ich denke, von dem was ich bisher hier gelesene hab, dass Sternchen noch kein "fertiges" Konzept hat, wie sie die Aufarbeitung angehen will und das könnte ja durchaus hier Thema sein. Das wäre was konkretes, über was man diskutieren könnte und was auch anderen Betroffenen helfen könnte, denk ich.



    Grüße

    Ste
    Geändert von Ste (15.11.2011 um 00:47 Uhr)

  3. #19
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    Hallo Ste, hallo Thessa!

    Wow! Dass Ihr Euch meinetwegen so in die Wolle kriegt, wollte ich natürlich nicht.

    Ste, du hast Recht. Ich habe noch kein wirkliches Konzept, wie ich mit dem Missbrauch umgehen soll. Ich genieße jetzt erst mal die Ruhe meines Urlaubs. Übrigens ist meine Kur bewilligt worden - am 27. Dezember geht's los. Ich lasse jetzt alles erst mal auf mich zukommen.

    Ich habe schon das Gefühl, dass meine Mutter mich aufrichtig liebt. Sie hat mir in den vergangenen Tagen einiges erzählt, was ich bis jetzt noch gar nicht wusste. Zum Beispiel hat mein Bruder mit 12 Jahren (also ungefähr 1 Jahr, bevor der Alptraum anfing) wortwörtlich zu ihr gesagt: "... ist meine ****". Sie macht sich selbst die größten Vorwürfe, dass sie dem nicht näher nachgegangen ist. Und dass sie meinen Vater nicht besser informiert hat. Zu diesem Zeitpunkt hat er noch gelebt und hätte entsprechend Einfluss nehmen können. Und selbst als er schon so krank war, hätte er alle Kraft gesammelt und seinen Sohn windelweich geprügelt.

    Ich wiederum habe aus Scham jahrelang verschwiegen, dass mein Bruder mir Geld für den Missbrauch angeboten hat. Er hat tatsächlich versucht, mich zu seiner **** zu machen. Meine Mutter ist fast umgefallen! Ich glaube, ihr wird jetzt erst bewusst, welches Monster sie da herangezogen hat.

    Sie hat mich mittlerweile darin bestärkt, den Kontakt zu ihm völlig zu beenden. Meine Mutter hat selbst keine Kraft mehr, ihm noch zu verzeihen.

    Wir habe beide beschlossen, meine Stiefnichte im Auge zu behalten. Sobald das Mädchen auch nur die leisesten Anzeichen zeigt, auf Distanz zu ihrem Stiefvater zu gehen, sich der Mutter zu entziehen, etc., gehe ich an die Öffentlichkeit. Dann ist sein Leben keinen Pfifferling mehr wert! Auch auf die Gefahr hin, dass an mir selbst ein Restverdacht hängen bleibt, ich hätte freiwillig mitgemacht.

    Am Wochenende habe ich meine Tante und meinen Onkel um Rat gefragt. Sie haben mir beide ihre volle Unterstützung versprochen. Allerdings haben mir beide dringend abgeraten, auf Teufel komm raus Rache verüben zu wollen. Darum geht es mir ja auch gar nicht. Ich bin einfach nur wütend! Aber das bedeutet nicht, dass ich völlig Unschuldige da mit reinziehe.

    Ich habe auch gestern meine Chefin über den Missbrauch informiert. Das Gespräch war nicht einfach. Aber sie hat mir alle Unterstützung zugesichert, die sie mir geben kann. Jetzt kann sie auch meine Aggression besser nachvollziehen.

    Ich weiß nicht, wie sich in Zukunft alles entwickeln wird. Ich weiß nur, dass es letztlich nur besser werden kann. Dass ich auf dem richtigen Weg bin.

  4. #20
    Ste
    Gast

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    Hallo Sternchen,

    keine Sorge, ich fühle mich gar nicht so, als ob ich mich hier mit jemand in die Wolle krieg

    Wir tauschen nur Argumente und Meinungen aus, nicht?

    Schön, dass du mit deiner Mutter und auch mit anderen reden konntest. Ich denke, dass du deiner Mutter eines Tages vergeben können wirst, aber nicht weil du das musst, sondern weil dir danach sein wird. Sicher leidet sie auch sehr.

    Ich hoffe aber auch, dass sie sich dazu bekennen wird, was ihre Mit-Schuld ist, oder doch zumindest ihre Verantwortung. Ihr müsst beide aufeinander zugehen, ihr seit Mutter und Tochter fürs ganze Leben, das kann man nicht trennen oder beenden. da wird immer Liebe sein und wo Liebe ist, hat Anklage und Verurteilung auf Dauer keinen Platz. Nur die Vergebung schafft Neues!

    Grüße

    Ste

  5. #21
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    Reden Bin wieder da...

    Hallo zusammen,

    seit Dienstag, 17.00 Uhr bin ich wieder "im Lande"

    Die Kur in Bad Ste(r)ben war das Beste, was mir seit langem passiert ist. 6 Wochen lang rund um die Uhr betüddelt und betreut werden, einfach SCHEE!!!

    Wer nicht mit einem strahlenden Lächeln nach Hause fährt, dem kann wirklich niemand mehr helfen.

    Das Behandlungskonzept war absolut stimmig. Gegenüber der Bezugstherapeutin konnte ich vom ersten Tag an absolut offen sein. In der Bezugsgruppe hat es ca. 3 Wochen gedauert, bis ich über das bisher Erlebte sprechen konnte. Aber ab da ging's dann endlich aufwärts.

    Und auch die sonstigen Behandlungen/Anwendungen waren/sind genau richtig. Das einzig Nervige sind die "Morgenspaziergänge" um 7.00 Uhr! Vor dem ersten Kaffee! Vor dem Frühstück!!! Das hab ich ganz schnell wieder gestrichen! "Nein sagen" habe ich dort wirklich gut gelernt...

    Die Verpflegung war TOP! Eben mehr oder weniger typisch fränkisch, aber lecker. Zu meckern gab's wirklich nix.

    Die "Rehaklinik am Park" kann ich besten Gewissens nur empfehlen.

    Insgesamt geht es mir deutlich besser als vor Weihnachten. Und ich werde daran arbeiten, dass das auch so bleibt. Jetzt habe ich ein "Rüstzeug" mitgenommen, auf dem ich aufbauen kann. Und mein Bruder wird mir nie wieder Angst machen...

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