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Thema: Augenhöhe(n) und Podeste ...

  1. #1
    Schreibkraft Avatar von Magdolna
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    Standard Augenhöhe(n) und Podeste ...

    Die „Augenhöhe“ ...

    hat sicher nicht nur etwas mit der Größe zu tun, ...

    Es ist der Begriff, der mir in einer aktuellen Kommunikation immer mal wieder als Schlagwort so „hingeworfen“ wird, ohne dass ich bei Nachfragen benannt bekomme, was der mit mir Kommuizierende mir da konkret (in Bezug auf ..., an welcher Stelle ...) mitteilen möchte.

    Ich habe das Gefühl, wie gesagt (m)ein Gefühl, dass es manchmal nur ein Mittel ist, diesen direkten Nachfragen meinerseits aus dem Weg zu gehen. Wenn ich dann mangelnde „Augenhöhe“ anmerke in der Kommunikation, z. B. bei „dein(e) dich eklatant verehrende(r) XYZ ...***“, dann bin ich wieder nicht auf Augenhöhe. (***Eine Aussage unter vielen ähnlichen. Habe da eben Bauchschmerzen, weil ich nicht auf dieses Podest will.)

    Onkel Google hilft da auch kaum weiter. Zitiere mal eine Passage:

    „ Die Augenhöhe ist ein räumlich-körperlicher, aber auch ein sozialer Begriff.
    Die Augenhöhe, die vertikale Positionierung der Augen, die Körpergröße anderer Personen verglichen mit der eigenen, ist meistens direkt mit Status und Selbstwert-Gefühlen verbunden. Menschen verlangen in existenziellen Situationen das Gespräch "auf gleicher Augenhöhe", d.h. sie wollen in dem Gespräch ebenbürtig sein. Wer sich andere Personen größer als sich selbst vorstellt, fühlt sich meistens diesen Personen unterlegen, weniger wertvoll und ordnet sich selbst einen geringeren Status zu.
    Dieses Gefühl einer „abhängigen (Kommunikations)-Beziehung habe ich schon länger. Und natürlich habe ich dies auch bedient und bin in das Opfer-Retter-Muster hineingeraten.
    Altes Muster ... ist nun passiert. ...

    Ja, wie gesagt, ich bin im Moment sehr verwirrt und möchte Anregungen, was dieser Begriff „Augenhöhe“ darüber hinaus bedeutet/bedeuten könnte.

    Mich würden verschiedene Blickwinkel oder Aspekte als Anregung interessieren. Auch ist mein Post vielleicht etwas schwammig formuliert, aber ich stecke tief in einer Gedanken-Wirrnis.

    Bitte holt mich vom Podest - auf Augenhöhe. Klare Worte *ausdrücklich* erwünscht.

    Danke Magdolna
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  2. #2
    Gast784
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    hallo Magdolna,

    sehr interessantes, aber nicht einfaches Thema

    Ich bin ja generell nicht gut im theoretisieren, aber praktische Beispiele sind hier auch schwer, da es wohl jeder anders empfindet, und da auch die Gesamtkomunikation mit hinein spielt, die wir in diesem Medium nunmal nicht zur Verfügung haben.

    Ganz einfach würde ich es so beschreiben: Ich möchte, wenn ich auf einer Augenhöhe komuniziere, nicht anders behandelt werden, als mein Gegenüber auch. Also könnte man sich vll immer fragen: "so wie ich mit dem gerade rede, würde ich so selber angesprochen werden wollen?"

    In der Regel befinde ich mich auf einer Augenhöhe, wenn ich das mit "Ja" beantworten kann.

    Ich kann es aber auch mit "nein" beantworten, also nicht auf einer Augenhöhe sein, und trotzdem damit einverstanden sein. Weil ich z.B. gerade "bemuttert" oder "bevatert" werden will und den Arschtritt jetzt brauche
    Wobei da dann wieder der grundsätzliche Respekt mit hinein spielt
    Geändert von Gast784 (03.01.2011 um 11:24 Uhr)

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    Magdolna (03.01.2011)

  4. #3
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Hallo Magdolna,

    schöner Thread - und sehr zeitnah an einem Gespräch, das ich die Tage hatte

    Was wäre, wenn ich diese "Augenhöhe" als gegenseitige Wertschätzung betrachte, die sich im Gleichgewicht befindet?
    Eine Wertschätzung, die man sich in der Kommunikation (wie in eigentlich jeder "Interaktion" ) auch nicht gegenseitig zu nehmen oder abzusprechen versucht.

    Da kann es dann auch ruhig mal in der Sache krachen oder (kurzzeitig) wehtun - die Basis bleibt dann davon auch weiterhin unberührt.
    Und "Podeste" braucht es dann auch nicht ... weder echte noch gefühlte

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    Magdolna (03.01.2011)

  6. #4
    Lib
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    Hallo Magdolna,
    da kommen mir auch so einige Gedanken:
    Augenhöhegespräche funktionieren nur, wenn beide das wollen. Das kann einer allein zum Kippen bringen und dann kannst Du machen, was Du willst ohne es hinzukriegen.
    Unter Umständen ist das aber so subtil, dass man es gar nicht merkt...
    Dann hat vielleicht der eine das Gefühl, dass Augenhöhe besteht und der andere nicht und wundert sich.

    So Sachen wie Arroganz auf der einen oder Unterwürfigkeit auf der anderen Seite schließen Augenhöhe aus. Aber auch Hüpfen im Drama-Dreieck, das Du ja schon angesprochen hast.

    Augenhöhe in Gesprächen heißt aber sicher auch (ich denke an das von Gaby letztens verlinkte Vier-Seiten-Modell), dass da kein Ungleichgewicht besteht, sprich dass z. B. Sachlichkeit und Emotion des Austauschs auf einem Level sind.

    Die 3er-Reihe "Miteinander reden" von Schulz-von Thun kennst Du sicher, oder?

    LG
    Lib
    Geändert von Lib (03.01.2011 um 12:01 Uhr) Grund: Korrektur

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    Magdolna (03.01.2011)

  8. #5
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    Lächeln

    Erst mal sage ich euch danke für die Antworten, habe aber heute noch drei Termine, melde mich aber heute Abend.


    Magdolna, die mal kurz hier rein gehuscht ist.
    "Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen." Pablo R. Picasso

  9. #6
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    Wer sich andere Personen größer als sich selbst vorstellt, fühlt sich meistens diesen Personen unterlegen, weniger wertvoll und ordnet sich selbst einen geringeren Status zu.
    Interessant finde ich, dass man das, meiner Meinung nach, auch umdrehen kann:
    Wer sich andere Personen kleiner als sich selbst vorstellt, fühlt sich meistens diesen Personen unterlegen, weniger wertvoll und ordnet sich selbst einen geringeren Status zu.
    Natürlich unbewusst...

  10. #7
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    Hallo,

    Ich finde, es gibt eine sehr gute psychologische Basis, was die Augenhöhe betrifft, und zwar die 3 Ichs

    Elternich
    Erwachsenenich
    Kindich

    Augenhöhe ist dabei, wenn Erwachsenenich mit Erwachsenenich spricht.

    Wer sich drüberstellt, greift zu seinem Elternich und möchte das Kindich des anderen ansprechen.
    Wer sich drunterstellt, greift zu seinem Kindich und fühlt sich somit automatisch schnell unterlegen.

    Nachdenkliche Grüsse


    Shade
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    Magdolna (03.01.2011)

  12. #8
    Gast784
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    Transaktionsanalyse, gell Shade?

    Wobei ich mir nicht sicher bin, ob es nicht auch unter den anderen "ichs" gleiche Augenhöhe gibt

    Denn diese haben ja auch ihre Unterteilungen in verschiedene Aspekte, die man selbst als positiv oder negativ empfinden würde.

    Das Kind-ich z.B. enthält auch einen spielerischen, schöpferischen, kreativen Anteil. Warum sollen sich nicht auch zwei Kind-ichs in diesen Anteilen auf einer Augenhöhe begegnen können? (zusammen "kindisch" sein)

    Es können sich auch zwei gegenseitig antrotzen. Gibts ja auch

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