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Thema: Ausschleichen von Venlafaxin

  1. #1
    Neuling
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    Standard Ausschleichen von Venlafaxin

    Hallo liebe Forenleser und -schreiber,

    in den vergangenen 12 Monaten hatte ich eine "Diplomarbeitsdepression", zumindest möchte ich sie mal so bezeichnen. Es war nicht die erste Depression, aber die bisher schlimmste. Damals war ich total am Ende, es ging wirklich nichts mehr... ich bin komplett versifft... und da ich Gefahr lief, mein Studium nicht beenden zu können (es fehlte nur noch die Diplomarbeit!), bin ich zu einem Psychiater in B. gegangen. Allerdings war da schon klar, dass ich einen Monat später nach D. ziehen werde und mit ihm halt nicht wirklich werde arbeiten können. Er hat mir dann Venlafaxin verschrieben (150mg retard), so als Notfallhilfe, bis ich in D. einen Arzt finde, damit ich wenigstens soweit meinen Umzug und meine Dipl.arbeit auf die Reihe bekomme... Und ich war innerlich total wehrlos und hab halt angefangen, das Zeug zu schlucken. Außer diversen Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme haben mir die Tabletten allerdings nichts gebracht... Ich habe die Depression 10 Monate ausgehalten und bin seit 4 Monaten sehr stabil. Ich habe in D. auch mittlerweile eine wirklich tolle Ärztin gefunden und bin gerade dabei, mit ihrer Unterstützung das Venlafaxin langsam auszuschleichen. Am Sonntag hab ich die Dosierung das erste Mal um 37,5 mg reduziert. Und jetzt gehts mir richtig mies, vor allem die Entzugssymptome (Watte im Kopf) machen mir zu schaffen. Und jetzt meine eigentliche Frage:

    Hat jemand von euch Erfahrungen mit dem Ausschleichen von Medikamenten im allgemeinen und Venlafaxin im besonderen?
    Wie lange haben die Entzugssymptome bei euch gedauert und hat sich der Ausstieg gelohnt? Und vor allem: Was habt ihr für Bewältigungsstrategien gehabt, um die Symptome zu lindern oder zu ignorieren?

    Bin für Tipps und Hinweise sehr dankbar!

    Liebe Grüße,
    die me

  2. #2
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    Hallo Tiferet,
    herzlich Willkommen!

    Ich kann dir leider nicht helfen, hoffe aber, dass hier noch jemand Erfahrungen mit Psychopharmaka gemacht hat. Ich habe zwar auch schon fast alle Stoffgruppen genommen, aber geholfen haben sie mir kaum. Ich hatte davon weder Wirkungen noch Nebenwirkungen. Darum bin ich nicht der richtige Ansprechpartner.

    Liebe Grüße
    Marge

  3. #3
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    Standard hm...

    Danke Marge für deine Antwort, allerdings hat diese mir nicht wirklich weitergeholfen...

  4. #4
    Moderator Avatar von phel
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    Hallo Tifereth!

    Es ist ( leider ) möglich, dass du einige ( > 8 ) Wochen zu kämpfen hast.

    Man kann behaupten, dass dein "kurzzeitiger" Psychiater sehr mutig war, und sich bei der Wahl der Medikation eher "vergriffen" hat. Über die möglichen Komplikationen hätte er dich aufklären müssen, auch über die vergleichsweise kurze Halbwertszeit des besagten Mittels. Eventuell ist dies nicht geschehen... ? Umso wichtiger ist es, dass du nun einen regen und offenen Austauch mit deiner neuen Ärztin anstrebst. Von Bedeutung sind mehrere, medizinische Fragen, unter anderem ob z.B. ein weiterer, späterer Einsatz von Antidepressiva gewünscht wird, oder nicht. Schnelle, mögliche Abhilfe stellt Sport, Ablenkung, diverse Entspannungsübungen und/oder leichte, beruhigende, eventuell auch heilkundliche "Mittelchen" dar. Der Einsatz von Tranquillanzien, z.B. Benzodiazepine, ist nach Absprache mit deiner Ärztin ebenfalls denkbar - davon würde ich aber persönlich abraten. Falls, sollte und könnte man zunächst in kleineren Schritten den Wirkstoff absetzen.

    Ich wünsche dir alles Gute, viel Ausdauer und Kraft, und letztendlich den erwünschten Erfolg! Es steht außer Frage, dass sich der Ausstieg lohnt, und ich hege keinerlei Zweifel, dass du dies in Zukunft bestätigen kannst und wirst ,)

    Liebe Grüße!

  5. Die folgenden 5 Benutzer bedankten sich bei phel für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (12.09.2011),Marge Simpson (12.09.2011),Skorpion311 (12.09.2011),Tifereth (12.09.2011)

  6. #5
    Neuling
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    Danke Phel für deine Antwort.

    Dass der damalige Psychiater ein Idiot war (nicht nur was die Medikamente angeht, sondern auch in anderen Belangen), ist mir bereits damals bewusst geworden. Allerdings war ich schon so krank, dass ich dennoch auf ihn gehört habe...
    Ich habe selbst einige professionelle Erfahrungen im psychiatrischen Bereich und "wusste" schon damals, dass seine Vorgehensweise nicht sehr professionell ist. Ein Beispiel: Er bat mich, bis zum nächsten Termin einen Lebenslauf zu schreiben. So sollte ich zum einen Klarheit über die Krankheitsauslöser bekommen. Zum anderen wollte er mit mir mögliche Therapieformen besprechen.
    Ich kenne seit vielen Jahren meine Baustellen. Ich habe viele Gewalterfahrungen machen müssen (physische und psychische) und erachte mich selbst in Anbetracht dessen für sehr "gesund" und stabil. Den Lebenslauf hätte es eigentlich nicht gebraucht, aber da ich an in Frage kommenden Therapien interessiert war, habe ich ihn dennoch geschrieben. Beim nächsten Termin hat er nur fünf Minuten mit mir über die Medis gesprochen. Beim Verabschieden habe ich ihn an den Lebenslauf erinnert. Er hat ihn sich kopiert, aber weder gelesen noch mit mir darüber gesprochen, sondern mich nur mit den Worten hinauskomplimentiert "Da ist Ihnen sicher einiges klar geworden". Danke! Das war es auch vorher. Er schickt eine schwer depressive Frau, die gerade sämtliche Wunden (es war ein langer Lebenslauf trotz meiner 26 Jahre) wieder aufgerissen hat, ohne ein Gespräch oder sonstige Begleitung nach Hause. Die nächsten Wochen war ich quasi nicht ansprechbar, da ich mit allem auf einmal konfrontiert und allein gelassen wurde...
    Also alles in allem sehr merkwürdig und ich weine ihm wirklich keine Träne nach...
    Hat mich in D. allerdings sehr blockiert, mir einen neuen Arzt zu suchen. Ich habe sieben Monate dafür gebraucht (nicht sehr glanzvoll, ich weiß). Umso glücklicher bin ich nun. Und sehr guter Dinge, das Ausschleichen gut zu meistern. Mir gehts auf jeden Fall viel besser als letzte Woche. Habe mich an die neue Dosis schon ganz gut gewöhnt.

    Danke nochmal für die Tipps! Habe sie ohnehin umgesetzt, da ich auch mit dem Rauchen aufgehört hatte und sie hilfreich waren (und sind).

    Liebe Grüße,
    die me
    Die Normalität war von jeher verschieden.

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