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Thema: Auswirkungen häuslicher Gewalt

  1. #1
    Neuling
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    Standard Auswirkungen häuslicher Gewalt

    Hallo,

    Ich bin hier im Forum gelandet, weil ich immer mehr das Gefühl habe, mein Leben gleitet mir durch die Finger.
    Ich tu mich schwer, mit meinen Emotionen umzugehen, diese zu zeigen und richtig zu deuten, reagiere oft hypersensibel, zornig, weinerlich und aggressiv. Im besten Fall alles aufeinmal.
    Ich hab viele schlechte Erfahrungen mit meinen Partnern gemacht und wurde von jedem ein Stück negativer geprägt - am Ende stehe nun ich, als das, was andere aus mir gemacht haben.

    Aber von vorn:
    Ich war bis 2009 verheiratet. Im Nachhinein kann ich sagen, er hat mich nie wirklich geliebt. Er hat mich als selbstverständlich angesehen, ich war seine Putze-Koche-Wasche Frau, hab mich um Haushalt und Finanzen gekümmert. Zum Dank hat er mich betrogen, unzählige Male, immer mit verschiedenen Frauen, schon fast notorisch. Er hat getrunken, gefeiert, ich war ihm eigentlich ein Klotz am Bein. Des Öfteren rutschte ihm im Rausch die Hand aus, gefolgt von Beleidigungen. Ich wäre ein "nichts"
    Als ich mich das erste Mal trennen wollte, war ein anderer Mann im Spiel. Das konnte mein Gatte aber auch nicht aushalten. Mich an jemand anderen "abzutreten"? Das wollte er auch nicht. plötzlich hat er gekämpft, jedoch war das nur von kurzer Dauer. Bald war alles wie zuvor, Lügen, Betrügen, Finanzielle Ausbeutung usw.
    Letztendlich die Trennung.

    Was danach kam war auch nicht besser.
    Mein nächster Partner war zwar anfangs liebevoll, jedoch hat auch er sich mit der Zeit verändert. Wir lebten nur noch wie Bruder und Schwester nebeneinander her. Sex gab es gar keinen mehr. Ich musste regelrecht betteln, um mal in den Arm genommen zu werden. Von Leidenschaft ganz zu schweigen. Am Ende wurde auch er öfter handgreiflich. Das war mir dann zuviel. Ich beendete die Beziehung. Später stelle sich heraus, dass auch er mich laufend betrogen hatte.

    Meine letzte Partnerschaft setzte dann allem die Krone auf.
    Er war liebevoll und hat mich regelrecht vergöttert. Einerseits. Andererseits war er ein richtiges Ekel.
    Wo er mich im einem Moment noch zärtlich küsste, flogen mir im nächsten Moment die Beleidigungen um die Ohren. Fiese Bemerkungen und Bosheiten waren an der Tagesordnung. Nur kurz darauf wieder heile Welt und große Liebe.
    Mir wurde ziemlich schnell klar, mit dem Kerl stimmt was nicht.
    Es stellte sich heraus, er hatte eine Borderline PS. Behandeln lassen wollte er sich aber nicht. Behauptete immer, er hätte sich im Griff.
    Ich mochte ihn wirklich, also informierte ich mich über seine Krankheit, versuchte ihm zu helfen.
    Aber ich war schon mitten im einem Strudel, aus dem ich keine Chance mehr hatte heraus zu kommen.
    Er bestimmte fortan mein ganzes Leben, mit wem ich mich traf, zu wem ich Kontakt hatte. Mit der Zeit wollte er mich nur noch für sich allein. Wenn wir allein waren, war ich ihm jedoch ausgeliefert.
    Immer dreckiger wurden seine Beleidigungen und Abwertungen, so heftig, dass ich selbst schon begann an mir zu zweifeln. Er gab mir die Schuld, an allem, was in seinem Leben schief lief und ich glaubte selbst bald daran, nicht gut genug für ihn zu sein.
    Ich wollte ihm beweisen, dass ich ihn liebte.
    Also hielt ich es aus. Selbst wenn er körperlich gegen mich vorging. Und das kam nur allzu oft vor. Nasenbruch, gebrochene Finger, blaue Augen, abgebrochene Zähne.... einmal warf er einen Staubsauger auf mich, als ich schlief, dann trat er mich mal wieder durchs Treppenhaus oder mit dem Schuh ins Gesicht. Etliche Polizeieinsätze, Aufenthalte im Frauenhaus, einstweilige Verfügungen usw. Hinterher tat ihm immer alles schrecklich Leid. Unter Tränen beteuerte er seine Reue. Ich glaubte ihm immer wieder. Dann ging es wieder eine Zeit lang gut. Ein Leben zwischen einer Drehtür.
    4 Jahre lang ging das so. Wochenlang Liebevolle Phasen mit abwechselnder Hölle.
    In Nacht und Nebel Aktion zog ich aus.
    Lange Zeit stalkte er mich noch. Seit 1 Jahr ist Ruhe.

    Inzwischen bin ich in einer neuen Beziehung. Ich dachte bisher immer, ich hätte den Teufelskreis längst durchbrochen, mit der Trennung von MR. Borderline würde ich auch meinen Kummer loswerden.
    Aber ich stelle fest: ich habe mich geirrt.
    Ich ertappe mich immer öfter dabei, in alte Verhaltensmuster zurück zu fallen. In SEINE Verhaltensmuster.
    Fühle mich Minderwertig, Nutzlos, Allein gelassen, und vor allem Wertlos.
    Eigentlich fast immer, bei jeder Kleinigkeit, die nicht so läuft, wie ich es möchte
    Und dann fange ich an wild zu werden. Beleidigend. Manchmal gemein. Obwohl ich doch in Wahrheit nichts mehr möchte, als in den Arm genommen zu werden...
    Ich bin also so, wie mein Ex zu mir war.
    Das belastet meine Beziehung extrem.
    Mein Freund kann nicht verstehen, wieso ich so bin und ich verstehe es selbst nicht richtig.
    Sobald mein Partner mal keine Zeit für mich hat, werde ich bockig, fange sofort an zu heulen und werde wütend. dann werfe ich ihm vor, alles andere wäre ich wichtiger als ich.
    Wenn er nicht pünktlich anruft oder nicht zeitnah auf meine sms antwortet, ist es dasselbe. Dann bekommt er wüste Beschimpfungen um die Ohren gehauen, was mir fast im selben Moment wieder Leid tut.
    Fast alle 14 Tage haben wir Krach, weil ich finde, er trampelt auf meinen Gefühlen herum. Dann sage ich ihm, dass ich ihn hasse und ihn nicht mehr sehen will.
    In Wirklichkeit will ich das aber gar nicht.
    Im Grunde will ich dann nur hören, dass es ihm Leid tut, dass er mich nicht verlieren will und dass er um mich kämpfen will.
    Er ist aber genervt von meinen hysterischen Anfällen, verständlich.
    Aber ich kann ihm nicht sagen, wie ich wirklich empfinde, weil ich 1. denke, er versteht es sowieso nicht und 2. die Erfahrung gemacht habe, dass es sowieso keinen interessiert, was ich fühle und 3. weil ich es selbst irgendwie nicht verstehe
    Ich war keinem meinen bisherigen Partner irgendetwas wert. Keiner hat sich groß etwas daraus gemacht, was ich durchmache, was ich aushalten muss oder wie es mir geht.
    Ich war immer selbstverständlich. Bei der kleinsten Ablehnung reagiere ich mit rießen Zorn und stelle die ganze Beziehung in Frage.

    Meine Vergangenheit hat mich emotional so kaputt gemacht, dass ich bezweifle, jemals nochmal eine "normale" Beziehung führen zu können.
    Ich frage mich, ob nicht einfach allein bleiben sollte. Mir selbst und meinen Partnern zuliebe.

    Ich glaube nicht, dass ich an Depressionen leide, denn ansonsten habe ich eigentlich Spaß am Leben. Ich treffe mich gern mit Freunden und liebe meine Arbeit. Ich lache viel und herzlich, wenn es Anlass dazu gibt.

    Aber was stimmt nicht mit mir?
    Liegt es wirklich an meinen gescheiterten Beziehungen?
    An der psychischen und körperlichen Gewalterfahrung, die mein Borderline-Ex mir angetan hat?
    Warum boykottiere ich absichtlich meine Beziehungen zu Tode?

    Gibt es irgendwelche Hilfen für mich?
    Ich bin um jede Antwort dankbar!!

  2. #2
    Roman Verfasser Avatar von Cailynn
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    Standard

    Hi...

    Herzlich Willkommen hier im Forum. Es macht mich sehr betroffen und traurig was dir passiert ist, wie deine Expartner mit dir umgegangen sind. Psychische und physische Gewalt verändern einen Menschen, prägen ihn.
    Wie sollst du auch sorgenfrei und emotional gelassen auf neue Menschen in deinem Leben reagieren wenn du solche Qualen hinter dir hast? Vielleicht brauchst du professionelle Hilfe um das zu verarbeiten.
    Wie wäre es, wenn du diesen Beitrag von dir, der wie ich finde sehr klar und deutlich zeigt was du erlebt hast und gut reflektiert ist, ausdruckst und deinem Freund zum Lesen gibst?
    Wenn es für dich so eine unüberwindbare Hürde ist ihm all das zu sagen, damit er dein Verhalten einordnen kann, vielleicht solltest du es ihm dann auf diesem Weg sagen.
    Ich denke es ist gut und fair wenn er weiß was los ist und auch für eure Beziehung wichtig. Sonst versteht er nicht woher dein Verhalten kommt, missversteht es. Das tut euch beiden nicht gut. Was meinst du?

    LG Cailynn
    fairytales don´t always have a happy ending, do they?

  3. #3
    Neuling
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    Standard

    Vielleicht ist das eine gute Idee. Im Schreiben konnte ich mich schon immer besser ausdrücken, als im Reden.
    Mein Partner weiß zwar im Groben von meiner Vergangenheit, aber ich denke, ihm ist nicht so recht bewusst, welche Narben das bei mir hinterlassen hat.
    Das das alles dauerhaft etwas mit mir angerichtet hat.
    Oft reden wir nur über meine Vergangenheit oder s mal wieder eskaliert zwischen uns...dann heule und schreie ich aber mehr, als zu reden und er macht sofort dicht.
    Ich spüre, wie ich ihn damit immer weiter von mir weg treibe. Das sagt er mir dann auch. Daraufhin werde ich nur noch panischer. Werfe ihm also noch mehr vor, dass ich ihm egal bin usw...Ein Teufelskreis.
    Ich will ihn wirklich nicht verlieren. Denn eigentlich tut er mir gut. Obwohl ich manchmal so ungerecht bin, kommt er trotzdem immer wieder. Manchmal reagiert er gar nicht auf meine Beleidigungen. Sagt mir stattdessen, dass er sich freut mich zu sehen. Das macht mich im ersten Moment noch wütender. Aber er macht damit ja eigentlich alles richtig.
    Aber ich frage mich, wie lang er das alles noch ertragen kann.
    Trotz alle dem kann ich mich ihm gegenüber nicht richtig öffnen. Wenn ich über Gefühle rede, finde ich nicht die richtigen Worte und werde sofort theatralisch.
    Und alle paar Tage meine Emotionslosigkeit durchzukauen saugt uns aus.
    Er will nichts mehr darüber hören und ich will nicht mehr darüber reden.

    Letztendlich ist es wohl meine/oder unsere letzte Chance mir Hilfe zu suchen.
    Ich will ja auch nicht den Rest meines Lebens als emotionsgestörter Krüppel verbringen.
    Ich leide so sehr unter mir selbst....

  4. #4
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    Standard

    Du siehst, dass mit dir etwas nicht stimmt. Das ist m.E. Anlass genug in eine Therapie zu gehe. Bei mir war es auch so, dass alte Geschichten an mir nagten und ich damit nicht mehr zu Recht kam. Bei dem was du hinter dir hast, ist das nicht verwunderlich.

  5. #5
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    Standard

    Hallo Edigna,

    ich möchte Dir raten, Dir einen Psychologen zu suchen um
    1. Deine Vergangenheit mit den Männern aufzuarbeiten
    2. herauszufinden, was in Dir ist und welche Gründe es sind, dass Du nicht nur einmal, sondern mehrfach genau solche Typen angezogen hast und nicht bei der ersten Sache auf und davon bist, sondern Dir das alles hast so lange gefallen lassen. Dafür gibt es Gründe und die sind in Dir, in Deiner Vergangenheit begründet.

    Suche Dir Hilfe und ich denke, dass das dann auch die beste Chance für Dich ist, dass Du Dein Verhalten ändern kannst und Deine Beziehung nicht daran zerbricht.

    Alles Gure
    LG
    Sommer

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