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Thema: Bald schon ein Jahr...

  1. #1
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    Standard Bald schon ein Jahr...

    ... am 05.10.2008 ist mein Opa ein Jahr nicht mehr bei uns. Ich komme nicht weiter... ich trauer und träume fast jede Nacht von ihm. Ich träume davon, wie er gelitten hat, was er durchgemacht haben muss, ich träume von dem, was meine Familie mir über ihn im Krankenhaus erzählt hat und über seine Todesnacht über die Nacht träume ich am meisten.

    Wenn ich frei habe warte ich darauf das er hoch kommt und mich zum frühstücken weckt, er kommt aber nicht, er kann nicht mehr hochkommen um mich zu wecken, er ist einfach weg. Selbst wenn ich bei meinem Freund übernachte kommt dieser Gedanke :" Er wartet sicher zuhause mit Frühstück auf mich"... es ist nur nicht so.

    Er hat sich aus meinem Leben geschlichen, er hat gelitten und ich frage mich wieso ? Wieso müssen wir Menschen so leiden ? Jedem Tier wird ein schönerer Tod geboten, als so manchem Menschen.

    Bisher war ich 6x an seinem Grab, danach geht es mir schlecht, ich bekomme Depressionen wenn ich ihn besuchen war. Ich versuche meine Depressionen zu überspielen, meine Familie braucht das nicht zu wissen, mein Freund ahnt etwas, aber genau weiß er es nicht, letztens als ich ihm von meinem Opa erzählt und angefangen zu weinen habe, hat er sogar mitgeweint.

    Die Zeit die ich mit ihm hatte war viel zu kurz. Jedesmal wenn eins unserer Meerschweinchen von uns geht denke ich an ihn und weiß, dass sie sich auf der Regenbogenbrücke wieder sehen.
    Wenn es regnet weinen die Seelen die uns viel zu früh verlassen mussten, da sie wissen, wie sehr wir sie vermissen.

    Jeden Tag wo sein Todestag näher rückt wird es schlimmer. Ich lasse es mir nicht anmerken, das wäre fatal...
    Ich hab das Gefühl mich erdrückt die Trauer, hoffentlich wird das nächsten Monat wieder besser.

    bedrückte Grüße.
    Geändert von Anonymus (01.10.2008 um 18:11 Uhr)
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  2. #2
    Roman Verfasser Avatar von Corelli-Crystal
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    Standard

    Hallo Anonymus,

    Jeden Tag wo sein Todestag näher rückt wird es schlimmer. Ich lasse es mir nicht anmerken, das wäre fatal...
    Ich hab das Gefühl mich erdrückt die Trauer, hoffentlich wird das nächsten Monat wieder besser.
    Meine Oma ist seit 12.09. genau 1 Jahr nicht mehr bei uns...

    Ich kenne die Gefühle die Du beschreibst sehr gut und mit jedem
    Tag der dem Todestag näher rückte wurde es für mich auch
    schlimmer....

    Es ist so, als durchlebt man das ganze nocheinmal, erinnert sich
    an jedes Detail des Tages von damals....

    Zuerst wollte ich an dem 12.09. Urlaub nehmen, da ich nicht wusste
    ob und wie ich den Tag überhaupt durchstehen sollte.
    Jedoch hat das mit dem Urlaub nicht geklappt und ich musste doch
    arbeiten (worum ich im nachhinein froh war).

    Die Arbeit hat mich abgelenkt und irgendwie (keine Ahnung wie)
    hab ich den Tag doch überstanden.

    Ich denke das solche Tage wie Todestag oder Geburtstag von Verstorbenen immer schlimm sind, da man an diesen Tagen besonders stark an sie denkt.
    Was jetzt nicht heisst das ich ausser diesen Tagen garnicht an meine Oma denke, das tue ich schon, jedoch anders...... ich denke nicht so viel an ihren Tod und das Leiden das sie durchmachen musste sondern viel mehr an die schönen Situationen die ich zusammen mit ihr hatte.

    Aber am Todestag war in meinen Gedanken nur Platz für das Leiden und den Tod....

    Vielleicht tröstet es Dich Romina wenn ich Dir sage: Es wird wieder besser wenn der Todestag vorbei ist... zumindest war es bei mir so....

    Wenn ich frei habe warte ich darauf das er hoch kommt und mich zum frühstücken weckt, er kommt aber nicht, er kann nicht mehr hochkommen um mich zu wecken, er ist einfach weg. Selbst wenn ich bei meinem Freund übernachte kommt dieser Gedanke :" Er wartet sicher zuhause mit Frühstück auf mich"... es ist nur nicht so.
    Solche Gedanken überkommen mich auch oft und ich träume auch sehr oft
    von meiner Oma.
    Ihre Wohnung sieht noch genauso aus wie immer, aber ich hab es irgendwie noch nicht geschafft dort reinzugehen.

    Liebe Grüsse
    Corelli

    Es ist Unsinn, sagt die Vernunft
    Es ist Unglück, sagt die Berechnung
    Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst
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    Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung

    Es ist was es ist, sagt die Liebe

    Erich Fried

  3. #3
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    Hallo Corelli,

    lieben Dank für deine Antwort.

    Ja, an seinem Geburtstag war das auch so, das ist gedachte habe :"heute wäre er 76 Jahre alt geworden".

    Viele Sachen von meinem Opa stehen bei mir im Keller, sein PC, einige Bücher, seine Musikanlage die er so geliebt hat...Sein Auto wurde verkauft, was mir sehr weh getan hat, aber wir haben alle einen Wagen und brauchten nicht noch einen, der dann nur in der Garage rumsteht.

    Ich denke auch, dass es besser werden wird wenn der morgige Tag erstmal um ist. Mal sehen, vielleicht gehe ich mit meinem Freund morgen mal zum Grab, er hätte meinen Opa gerne kennen gelernt.

    LG und danke,
    Anonymus
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  4. #4
    Roman Verfasser Avatar von Corelli-Crystal
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    Hallo Romina,

    mir fällt es auch sehr schwer Gegenstände die meiner Oma gehört
    haben herzugeben oder gar wegzuwerfen.... irgedwie sind all diese
    Dinge ein Teil von ihr und ich denke immer was würde sie wohl sagen
    wenn man achtungslos damit umgehen würde....

    Wenn Du den morgigen Tag überstanden hast, dann wird es Dir ganz
    sicher besser gehen.... natürlich wird der Schmerz über den Verlust
    Deines Opas immer noch da sein, aber Du bekommst wieder ein Stück
    Alltag zurück und es geht irgendwie weiter....

    Wichtig ist vor allem das Du morgen nicht zuhause rumsitzt.
    Unternimm etwas mit Deinem Freund das Dich vielleicht ein bischen
    ablenkt und auf andere Gedanken bringt.

    Wenn Du die Kraft zu einem Besuch auf dem Friedhof hast, dann geh
    auf jeden Fall mit Deinem Freund zusammen hin.

    Am Todestag meiner Oma war ich auch an Ihrem Grab, was mir auch sehr
    schwer fiel... die ganzen Bilder der Beerdigung liefen dann wieder wie ein
    Film ab.... Aber irgendwie dachte ich dann: zum Glück ist die Beerdigung rum
    denn die war für mich am schrecklichsten....

    Liebe Grüsse und viel Kraft, Du schaffst das
    corelli

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    Erich Fried

  5. #5
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    Hallo Romina

    "Sucht mich nicht unter den Toden, sondern unter den Lebenden..."

    Ich würde am Todestag nicht auf den Friedhof gehen sondern an einen Ort wo du mit deinem Opa besonders glücklich warst. Warum sich an die Beerdigung erinnern, warum sich nicht an glückliche Tage erinnern, da hast du mehr davon.

    Wenn dein Opa so gelitten hat, dann darfst du froh und dankbar sein, dass er hat sterben dürfen. Da wo er jetzt ist geht es ihm besser als in seinen letzten Tagen.

    Es ist sehr schwer mit dem Verlust eines Menschen fertig zu werden. Ich mache diese Trauerphase auch gerade durch. Immer wieder werde ich an die Tote erinnert. Was sie gesagt hätte , kleine Anekdoten. Ja, es macht traurig. Und es tut weh.

  6. #6
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    Hallo,

    danke für eure Beiträge. Jetzt wo der Tag um ist habe ich mich wieder bekrabbelt, es geht besser, mein Freund war für mich da.
    Ich war einen Tag später am Grab, da gings mir relativ gut, danach wieder schlecht und jetzt gehts wieder.

    Ich danke Euch,
    Anonymus
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  7. #7
    Schreibkraft
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    Hallo ihr Lieben,

    also der Tag an dem er vor genau einem Jahr beerdigt wurde war ganz besonders schlimm, ich war an diesem Tag nicht an seinem Grab, ich habe es nicht geschafft.
    Auch so habe ich die letzte Zeit wieder mehr Probleme, es ist ein ständiges auf und ab aber ich muss sagen, das mein Freund sehr sehr lieb dabei ist. Wenn ich anfangen zu weinen nimmt er mich immer in den Arm und weint bald mit, wenn ich ihm von meinem Opa erzähle...

    Tja... ich glaube mein Freund könnte es schaffen mich zu unterstützen das ich über den Tod meines Opas drüber hinweg komme.

    Trotz allem traurige Grüße,
    ...
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  8. #8
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    Hallo Anonymus

    Es ist gut, wenn du los wirst was dich bedrückt. Manches verliert seinen Schmerz, wenn es ausgesprochen wird. Was bleibt ist die Liebe die du für deinen Opa empfunden hast.

    Ich denke es liegt auch etwas an der Jahreszeit. Mich überfällt es regelmäßig im Herbst. Diese Vergehen in der Natur macht mich nachdenklich und offen dafür, dass etwas in mir sterben kann, das ich schon lange mit mir herumtrage.

    Eigentlich schon wieder ein Grund froh zu sein, unnötigen Ballast abwerfen zu können.

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