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Thema: Belanglosigkeit des Lebens

  1. #1
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    Standard Belanglosigkeit des Lebens

    Hallo zusammen,

    seit ein paar Wochen fühle ich mich ungewohnt leer. Alles kommt mir so belanglos vor. Nichts ist wirklich wichtig oder hat eine Bedeutung für mich.
    Nichts löst mehr ein Gefühl in mir aus.

    Natürlich habe ich auch meine Dämonen, gegen die ich im Leben kämpfe, aber selbst die lösen nichts mehr in mir aus.
    Nichts erfüllt mich mehr.

    Früher habe ich mich öfter als "der glücklichste Mensch der Welt" bezeichnet, weil ich immer gut gelaunt war und hinter allem etwas positives gesehen habe.
    Und jetzt sitze nach der Arbeit ratlos in meiner Wohnung und weiß nicht weiter.

    Ich finde mein Leben nicht ******** [bitte ganz bösen Kraftausdruck einfügen] oder ähnliches, sondern mir fehlt einfach etwas. Bedeutung, Sinn, eine Aufgabe, Freude. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal gelächelt habe und es ernst gemeint habe.
    Alles ist über Nacht gekommen. Mein Herz ist wie in Dunkelheit getaucht und ich weiß nicht wieso.

    Ich hatte vor ein paar Wochen Stress auf Arbeit und war so fertig, dass ich das erste Mal in meinem Leben mich mit einem spitzen Gegenstand über den Arm geritzt habe, weil ich sonst zusammengebrochen wäre. Es hat nicht geblutet, sondern war nur sehr rot, aber es hat den Druck gelindert. Kann es damit zusammenhängen? Mit diesem Stress? Danach war ich 2 Wochen krank (grippaler Infekt), war nur alleine und da hat sich dieses düstere Gefühl entwickelt. Nur jetzt, wo eigentlich wieder alles in Ordnung sein sollte, ist es immer noch da und es ist so lästig.
    Weiß jemand von euch, was ich meine? Verschwindet so etwas von alleine? Ist es eine Phase oder doch mehr? Über Antworten würde ich mich freuen.

    Liebe Grüße,
    herbstwind
    Geändert von herbstwind (19.09.2011 um 22:21 Uhr) Grund: (Man darf wohl keine Kraftausdrücke verwenden, uups)

  2. #2
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    Es hört sich an, als ob das auf der Arbeit mehr als "Streß" war. Sonst würde halb Deutschland sich Ritzten. Dein Körper hat dich dann wie es scheint erst mal aus dem Verkehr genommen. Grippe und Streß haben dich in eine depressive Stimmung versetzt, die dann zur "Gewohnheit" geworden ist. Wenn du zwei schöne Wochen mit Freunden verbringen würdest, würde sich das wahrscheinlich wieder "Entwöhnen".

    Ist das Problem auf der Arbeit gelöst?

    LG Dieter

  3. #3
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    Danke für deine Antwort!
    Das Problem auf Arbeit ist keins, was man so einfach lösen kann. Ich bin seit einem Jahr in einer Abteilung "kleine" Chefin, die berüchtigt für ihre schwierigen Mitarbeiter ist. Viele reden nicht miteinander, extreme Gruppenbildung, Zickenkriege etc. Und ich bin erst Anfang 20. Dazu kommt, dass ich eine ausgeprägte Angst vor falschen Entscheidungen habe und auch nicht schlagfertig bin. Ich wurde schon häufiger von Mitarbeitern angeschnauzt, weil ich mich z.B. nicht um das Miteinander kümmern würde. Aber ich bin nicht deren Spaßmacher...! Ich für meinen Teil rede mit jedem und anständig. Wenn Leute z.B. bewusst vom Betriebsausflug fernbleiben, kann ich auch nichts machen. Diese Fehden gehen schon teils über Jahre hinweg. Ich will nur meine Arbeit machen, mehr nicht.
    Jedenfalls war der erneute Konflikt vor ein paar Wochen anscheinend wieder zu viel, zumal ich zu diesem Zeitpunkt schon stark erkältet gewesen bin.
    Ich hatte zwar Ende 2010 schon so etwas wie eine depressive Phase, aber irgendwie fühlt es sich dieses Mal düsterer an.

    Ich habe nicht viele Freunde, da ich es jedem recht machen will und dadurch Freundschaften einen "Pflichtcharakter" erhalten und auf Dauer schrecklich anstrengend für mich sind. Außerdem will ich niemanden mit solchen Problemen belästigen, weil ich an deren Stelle auch nicht helfen könnte. Die Familie unterstützt mich zwar, und auch die ein, zwei Freunde, die ich habe, aber alle wohnen über 100 km weit weg.

    In der Schule hatte man immer ein Ziel vor Augen (Abschluss, gute Noten, Klausuren...) Doch jetzt ist alles nur noch so stumpfsinnig.

    Ja....jetzt weiß ich auch nicht mehr, was ich noch schreiben könnte.
    LG,
    herbstwind

  4. #4
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    Das hört sich jetzt aber schon nicht als der bis dato "glücklichste Mensch der Welt" an.

    Du scheinst zu Übertreibungen nach unten, wie nach oben zu neigen.

    Veränderungen an deinem Charakter könntest du in einer Therapie angehen, die Probleme in der Abteilung solltest du mit deinem Vorgesetzten besprechen. Meist gibt es eine Art Anführer bei den Unruhestiftern. Wenn es mit guten (oder deutlichen) Worten nicht geht, gehört dieser versetzt oder entlassen.

  5. #5
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    Man kann auch mit Problemen im Leben glücklich sein. Ich sehe das Leben als Herausforderung und bin der Meinung, dass alles gut werden wird, und wenn es erst am Ende sein wird.
    Die Probleme auf Arbeit lassen sich auch aus Chefsicht nicht lösen bzw. es interessiert niemanden genug. Da ich im öffentlichen Dienst arbeite, ist Entlassung oder Versetzung nicht wirklich machbar.

    Früher hat bei Problemen eine Stimme in mir gesagt: "Alles wird gut. Halte durch, mach das beste draus" und deswegen habe ich alles nicht so schrecklich ernst genommen bzw. an mich heran gelassen. Doch diese Stimme ist halt verstummt.
    Ob ich übertreibe, ... ? Ich weiß es nicht. Es fühlt sich nicht übertrieben an.

    Therapie, ja ... Darüber denke ich schon seit langer Zeit nach, auch aus anderen Gründen. Nur irgendwie hält mich immer davon etwas ab. Man muss sich öffnen, ich hab teils Angst vor Veränderung und es ist mit Anstrengung verbunden. Ich bräuchte dringend mal jemandem, mit dem ich über mein Leben reden kann, von damals bis heute.

    Seufz.

  6. #6
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    Du schätzt da die Therapie realistisch ein. Genau so wird es werden. Es kann erst schlechter werden, bevor es besser wird. Deine Entscheidung.

    Beste Freundin oder Tagebuch zum Erzählen wären ein Anfang.

  7. #7
    Verleger Avatar von Physalis
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    Hallo herbstwind,

    ich finde, Du hast einen wichtigen Punkt angesprochen: keine Ziele mehr.

    Wenn Du im öffentlichen Dienst bist und Anfang 20, dann ist das wahrscheinlich der mittlere oder gehobene Dienst, richtig? Wenn Du in diesem Beruf bleibst, wird sich vermutlich nicht mehr viel tun bis zur Rente. Dies ist aber genau das, was viele Menschen am öffentlichen Dienst reizt! Ich möchte diesen auch nicht schlecht reden, sondern sagen, dass es einfach eine Typfrage ist, ob jemand für ein sicheres Leben mit eher mäßigem Einkommen und geringen Gestaltungsmöglichkeiten "gemacht" ist, die freie Wirtschaft mit ihren Risiken vorzieht oder vielleicht sogar selbst unternehmerisch tätig wird, was noch mehr Risiko aber auch ein Maximum an Freiheit bedeutet.

    Mit Anfang 20 war ich mit meiner Banklehre fertig und hätte dort bleiben können. Damals war die Bankbranche fast so sicher wie der öffentliche Dienst. Ich wählte den Weg des Studiums und gab alle Sicherheiten auf.

    Meine Meinung ist, dass ein Job im öffentlichen Dienst einen Menschen nur schwer ausfüllen kann. Die Leute, die ich in diesem Bereich kenne, legen den Schwerpunkt auf die Partnerschaft, vor allem auch Kinder und generell ihr Privatleben. Einfach, weil sie auch sehr viel Freizeit haben.

    Möchtest Du denn bald eine Familie gründen? Oder steht für Dich die berufliche Verwirklichung im Vordergrund?

    Ich finde es völlig normal, dass es Dir schlecht geht bei dem wohl nicht sehr herausfordernden Job, weit weg von der Familie und mit wenig Sozialleben.

    Persönlich würde ich als erstes über den Job nachdenken. Sicherheit ist nicht alles, das siehst Du auch selbst gerade. Mit Anfang 20 bist Du doch zu jung, Dich an einen sicheren Job zu klammern, der Dir keine Freude macht.

    Gruß,

    Physalis

  8. #8
    Schreiberling Avatar von daysleeper82
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    Es geht ja nicht nur darum sich im Job Ziele zu setzen, man kann sich auch in der Freizeit Ziele setzen, wie zum Beispiel Sport zu treiben, öfters Freunde zu treffen, für ausreichend Entspannung zu sorgen etc...

    Was du so schreibst, lässt auf zumindest auf eine depressive Verstimmung schließen, die sicherlich mal abgecheckt werden sollte, sonst kann sich schnell eine ernsthafte Depression einschleichen.

    Sind in deiner Familie schon Fälle von Depressionen vorgekommen? Wie war deine Kindheit? Wie sieht es mit partnerschaftlichen Beziehungen aus?

    Was du hier machst ist eine Bestandsaufnahme. Was läuft nicht so gut? Wo sind meine Probleme? Das ist schon mal sehr gut Daraus kann man die richtigen Schlüsse ziehen und Lösungen finden
    LG daysleeper

    „Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.“ (Mutter Teresa)

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