Hallo,
da ich nun ständig zwei wiederkehrende Träume habe, die mich belasten, habe ich mich entschieden, mich hier anzumelden. Weil ich mich noch nicht vorgestellt habe, erzähle ich kurz hier etwas über mich:
Ich habe offensichtlich Depressionen, eine Diagnose wurde aber noch nicht gestellt, da ich bisher nur zweimal das Erstgespräch bei Psychologen hatte und mir jedes Mal geraten wurde, eine Psychoanalyse zu beginnen. Ich fühle mich aber noch nicht bereit dazu und würde es viel lieber zunächst mit einer Verhaltenstherapie versuchen und mit Medikamenten gegen Depressionen.
Meine Kindheit war ziemlich verwirrend, viele Erinnerungen habe ich nicht, das Meiste hat mir meine Mutter später erzählt. Mein richtiger Vater (Araber) hat mich entführt, als ich noch ein Kleinkind war und ich habe deshalb ein Jahr in Syrien getrennt von meiner Mutter verbringen müssen. Meine Mutter konnte mich dann zurückholen und hat später wieder geheiratet (ebenfalls Araber). Mein Stiefvater ist nur 13 Jahre älter als ich und deshalb wurde es in der Pubertät schwierig. Er war anscheinend verliebt in mich. Geschlechtsverkehr hatten wir aber definitiv nicht, da ich bei meinem ersten Freund auf jeden Fall noch Jungfrau war, ich kann da also auch nichts verdrängt haben. Allerdings gab es Zudringlichkeiten (Zungenküsse und Berührungen). Er hat ja meine halbe Kindheit begleitet, deshalb war mir das schrecklich unangenehm (für mich war er durchaus ein Ersatzvater). Als meine Mutter sich scheiden ließ, fragte sie mich auch über unseren Kontakt aus, ob er mich angefasst habe (vorher hat sie das nicht interessiert, sie hat nie gefragt), weil er zugegeben habe, dass er verliebt in mich gewesen sei all die Jahre.
Ich habe heute gar keinen Kontakt mehr zu meinem ehemaligen Stiefvater.
Auch die Beziehung zu meiner Mutter ist extrem schwierig. Sie liebt ihre Kinder nicht (ich habe noch eine Halbschwester), was ich heimlich in ihrem Tagebuch nachlesen konnte. Aber ich habe das natürlich auch schon davor immer gespürt, weil sie uns nie in den Arm genommen hat. Auch hat sie uns nie gesagt, dass sie uns lieben würde. Der Tagebucheintrag war dann nur der letzte Beweis und auch irgendwie erleichternd, weil ich nun endlich wusste, dass wir nichts dafür konnten. Meine Mutter hat auch eindeutig eine Persönlichkeitsstörung, wegen derer sie behandelt wird. Über die Diagnose redet sie nicht, ich vermute aber Borderline.
Das zu den "harten" Fakten. Nun zu meiner größten Belastung: meine Albträume.
Es sind zwei wiederkehrende Träume, die ich habe. Mittlerweile träume ich fast nichts anderes mehr. In dem einen werde ich von einem Serienmörder verfolgt. Diese Jagd ist immer schrecklich grausam, weil ich während der Flucht immer mehr Details über seine Taten erfahre. Meistens tötet er seine Opfer sehr grausam, trennt ihnen beispielsweise Gliedmaßen ab oder foltert sie sehr lange. Zum Schluss erwischt er mich immer und ich erlebe im Traum auch manchmal den Mord an mir. Dann erst wache ich auf.
Der zweite Traum ist noch verwirrender für mich. Ich träume, dass ich intim mit meinem Stiefvater werde. Meistens verführe ICH ihn. Manchmal kommt es im Traum zum Geschlechtsverkehr und es erregt mich dann auch. Heute Nacht habe ich geträumt, dass ich meinen Stiefvater um 150€ gebeten und ihm dafür Sex angeboten habe.
Das alles belastet mich sehr. Der ganze Tag ist nach solchen Träumen im Eimer, ich fühle mich schlecht und depressiv. Wie schon gesagt, habe ich zu meinem Stiefvater seit Jahren keinen Kontakt mehr. Warum beschäftige ich mich also so sehr mit ihm??? Ich ekele mich bei der Vorstellung, mit ihm intim zu sein, aber in meinen Träumen lasse ich ständig die sprichwörtliche Sau raus.
Den Traum mit dem Serienmörder habe ich mehrmals die Woche in verschiedenen Variationen. Eines jedoch passiert immer: Dass er mich am Ende erwischt.
Hat jemand Rat? Ich will nicht mehr das nächste Erstgespräch führen müssen, langsam fühle ich mich in Bezug auf Therapeuten sehr mutlos.
Grüße!


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