psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Ergebnis 1 bis 7 von 7

Thema: Belastung für den Partner

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    07.03.2010
    Beiträge
    7
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Belastung für den Partner

    Hi,
    ich brauch mal einfach ein bisschen Hilfe, Durchblick, Abstand, Distanz?
    Keine Ahnung.

    Kurze Vorgeschichte:
    War 15 Jahre lang verheiratet, aus der Ehe sind zwei Kinder entstanden (nun 17 und 14). Habe mich vom Kindesvater getrennt, da er massivste Alkoholprobleme hatte. Sehr, sehr kurze zeit nach seinem Auszug (3 Monate später) bin ich "gefunden worden" von meinem jetzigen Lebensgefährten. Das ganze ist nun vier Jahr her.
    Wir hatten extreme Probleme durch meinen Ex-Mann. Der Sohn war in einer Kinderklinik 3 Monate wegen co-Abhängigkeit, dem gehts wieder richtig gut, Tochter hatte erst "keine Lust" zu sowas, wurde vom Vater auch überredet, dies wäre alles "schei..". Ich begab mich auf Anraten meines Schatzes auch in Therapie, die ich fast ganze 3 Jahre durchhielt.

    Letztes Jahre haben wir uns gemeinsam ein Haus gekauft, ich müsste eigentlich überglücklich sein. Ok, Tochter kam dann in Pubertät und damit die Probleme. Kindesvater meldet sich (nun seit 1,3 Jahren) gar nicht mehr, Tochter kam damit nicht klar und war dann nach Schule schwänzen und, und, und im Dezember stationär in der Kinderklinik.
    Hat nun einen "Neubeginn" gestartet, macht Therapie zwei mal die Woche und besucht auch eine ganz neue Schule.

    Zum eigentlichen Problem. Mein Lebensgefährte kümmerte und kümmert sich rührend um all das. Er gibt mir halt, unterstützt mich, nimmt Termine wahr, die ich aufgrund von Berufstätigkeit nicht wahrnehmen kann. Wir teilen uns wirklich auf (und er hat auch noch 2 eigene Kinder, die allerdings unsere WE-Kinder sind). Ich müsste überglücklich sein, so ein Exemplar von Mann gefunden zu haben. Er ist nüchtern, klar denkend, da wo meine Emotionen überkochen war er mir stets der Fels in der Brandung.

    Und dennoch.... wenn er sich zurückzieht, für sich an den PC oder einfach mal ein paar Tage das tut, was ihm gefällt, gehts mir grottenschlecht. Ich fühle mich nutzlos, ungeliebt, nur noch wie im Hamsterrad, arbeiten, nach Hause, dort weiterschuften, Mutter und Frau spielen, und und und, wie das so ist, wenn man von morgens 7.00 bis abends 17.00 Uhr außer Haus ist.

    Ich habe Tage, da empfinde ich nur Wut! Wut über die Situation, bin unzufrieden mit mir selber und flippe total aus. Da reicht eine Kleinigkeit, um den größten Stress anzuzetteln. Mir tut das im Moment super leid, ich kann aber nicht aufhören ihn zu piesaken und zu provozieren. Ich WILL dann eine Reaktion, egal welche. Ich will nur spüren, dass er da ist und MIR zuhört - wie ein trotziges kleines Kind, dass seinen Willen haben will.

    Ich bin an diesen Tagen besonders lustlos, finde keine Freude an irgendeiner Beschäftigung - die ich für mich alleine machen kann. Total deprimiert und ausgebrannt.

    Dies geht nun schon die ganzen vier Jahre so. Erst waren es Abstände von 2 Wochen, dann 4 Wochen, nun - habe ich beobachtet, dass es zumindest 8-10 Wochen "gut" geht. Aber ich zerfresse mich vor Schuldgefühlen, wenn ich sehe, wie schlecht es ihm geht, wie er langsam wieder erst Vertrauen in mich aufbauen muss/kann. Dies geht nach den Jahren natürlich besser, aber er leidet auch sehr unter diesen extremen Stimmungsschwankungen.

    Meist ist dies am Wochenende, wenn ich nicht durch Arbeit, Hetze, Stress abgelenkt bin. Ich habe keine Freude dran mit meinen süßen Doggies vor die Tür zu gehen, denke, Mensch, die katzen müsste du auch mal wieder vernünftig bürsten und finde keinen Antrieb.

    Ich könnte dann alles klatschen - aber gleichzeitig tut es mir soooo weh, dass ich gerade meinen "Traum"-Partner damit so belaste und ihn verletze.

    Ach so, meine Therapeutin habe ich heute angerufen. Habe im letzten Jahr in den Sommerferien aufgrund eine Knie-Op die Thera erst mal "auf Eis" gelegt und mir ging es lange, lange Zeit (in meinen Augen) so gut, bzw. hatte durch meine Tochter soviel Stress, da ging alles andere vor, als sich um mein inneres Heil zu kümmern. Ich hoffe, ich kann die letzten 10 verordneten Stunden bei ihr noch abhalten.

    Wie komme ich aber aus dieser Endlos-Warteschleife raus? Wie kann ich mich "zwingen" wieder an irgendetwas und nicht nur 2-3 Tage Freude zu empfinden?

  2. #2
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
    Registriert seit
    01.03.2009
    Beiträge
    1.510
    Danke
    95
    144 mal in 111 Beiträgen bedankt

    Standard Hi Schlumpfine,

    mein erster Eindruck ist dass Du Dich emotional total überforderst, Probleme dort siehst wo überhaupt keine sind- zumindest nicht solche die
    eine totale Kontrolle und Hingabe von Dir erfordern.

    Du musst einige Längen zurückrudern um Deinen Seelenfrieden wiederzufinden. Dein Partner sucht zeitweise Freiräume für seine Interessen die Du ihm undbedingt lassen musst. Zu viel Nähe kann
    niemals gut sein deshalb solltest Du schrittweise versuchen auch Zeit
    für eigene Interessen zu beanspruchen und nicht nur auf Deinen Partner
    fixiert sein. Von heute auf morgen wirst Du Dich nicht ändern können
    aber auf lange Sicht gesehen musst Du darum bemüht sein.


    Liebe Grüße
    glasi
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  3. #3
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Schlumpfine,

    vll solltest Du Dich zusätzlich zur Thera noch zu einer Selbsthilfegruppe anmelden, z.B. CoDa http://de.wikipedia.org/wiki/Anonyme_Co-Abh%C3%A4ngige oder EA http://de.wikipedia.org/wiki/Emotions_Anonymous

    Soweit mir das Konzept bekannt ist, gibt es dort untereinander "Patenschaften", so dass Du fast jederzeit Ansprechpartner hast, wenn es Dich mal wieder so wickelt. Ihr habt so viel erlebt und am Hals, es ist nicht gut, wenn Dein Partner der alleinige Ansprechpartner für Dich ist und als Blitzableiter herhalten muss. Das hast Du ja schon selber mitgekriegt.

    Gerade was die Probleme aus der Vergangenheit angehen, vll kannst Du die auf mehrere fähige Gesprächspartner verteilen?!

  4. #4
    Neuling
    Registriert seit
    07.03.2010
    Beiträge
    7
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hi,
    erstmal danke für eure Antworten.

    Das ich lernen muss wieder "zur Ruhe" zu kommen und außer Arbeit, Hausarbeit, Kinder etc. auch mal wieder was für mich zu tun, weiß ich. Das Problem ist nur, wenn ich fertig bin dann bin ich auch "fertig". Dann bin ich echt geschafft, aber irgendwie trotzdem unzufrieden und unausgeglichen. Ich kann ganz, ganz schlecht abschalten und was für mich alleine tun.

    Seit meiner frühesten Kindheit war ich es gewohnt, für andere "Gewehr bei Fuß" zu stehen. Bin bei Pflegeeltern aufgewachsen, wo meine "Mutter" seit meinem 7. Lebensjahr beinamputiert war und mein Vater, als ich 11. wurde, blind wurde. Ich kenne es gar nicht anders als jemanden zu hegen, pflegen und zu umsorgen. Es ist schwer das abzulegen und eigene Interessen für sich alleine zu entwickeln. Außer mal die Füße hochlegen und mal eine Stunde fernsehen oder abends noch eine halbe Stunde lesen, ist mir irgendwie kein Freiraum. Aber auch das Interesse ist mir irgendwie verloren gegangen und ich fühle mich dann auch regelrecht verloren.

    Zum Thema Selbsthilfegruppe: Ich habe leider mit meiner Tochter sehr heftigen Stress. Ihr geht es gar nicht gut, sie ritzt, ist in Therapeutischer Behandlung und sie nimmt viel Raum und Zeit ein. Ich möchte für mich selber mit dem Thema nichts mehr zu tun haben und in eine Selbsthilfegruppe gehen. Ich setze mich zwar erneut mit dem ganzen Thema auseinander, durch meine Tochter, aber ich für mich brauche das nicht mehr. Ich denke meine Co-Abhängigkeit gegenüber dem Vater der Kinder habe ich abgelegt. Es ist einfach so, dass ich es von klein auf nicht anders kannte und deswegen auch an diesen Mann geraten bin.
    Nun, in meiner neuen Partnerschaft sieht das ja ganz, ganz anders aus - mit dem schalen Beigeschmack, dass ich mich nun erst finden muss und auch herausfinden muss, was ich mit Liebe und Freude tue - alleine für mich und dann - das schwerste dabei - dann mal kein schlechtes Gewissen zu haben, weil dafür etwas anderes liegen geblieben ist.

  5. #5
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
    Registriert seit
    01.03.2009
    Beiträge
    1.510
    Danke
    95
    144 mal in 111 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hi Schlumpfine,


    Du solltest in kleinen Schritten lernen nicht nur bis zur totalen Erschöpfung für
    anderer dazusein, auch Dir selbst soll es dabei gut gehen, nichts anderes hast Du
    verdient !

    Dieses krasse Missverhältnis beider Posistionen musst Du unbedingt wieder in die
    Waage bekommen sonst gehst Du am Ende selbst vor die Hunde. Bedenke das bitte bei allem was Du tust und versuche es zu beherzigen.

    Liebe Grüße
    glasi
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  6. #6
    Gast784
    Gast

    Standard

    Ich kann ganz, ganz schlecht abschalten und was für mich alleine tun.
    Hallo Schlumpfine,

    dann wirst Du das wohl oder übel lernen müssen, ich sehe jedenfalls keine andere Alternative.

    Das mit den Selbsthilfegruppen habe ich deshalb geschrieben, weil es mir darum ging, Dir Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Du da rauskommst, Deine jetzige Beziehung mit diesem ganzen Vergangenheitswulst zu überfrachten. Wenn Du gute Freundinnen hast, mit denen Du Dich austauschen kannst, natürlich um so besser, mit denen kann man auch noch andere schöne Dinge machen. Aber irgendwie hat sich das nicht so gelesen.

    Und dennoch.... wenn er sich zurückzieht, für sich an den PC oder einfach mal ein paar Tage das tut, was ihm gefällt, gehts mir grottenschlecht.
    Er kann das, was Du nicht hinkriegst. Du kannst da von ihm lernen. Dann gehts Dir vll auch auch nicht mehr grottenschlecht.
    Wenn Du es schaffst, mehr für Dich selbst zu sorgen, indem Du u.a. für mehr soziale Kontakte um Dich rum sorgst, dann wäre das sicher für alle ein Gewinn.
    Geändert von Gast784 (15.03.2010 um 20:14 Uhr)

  7. #7
    Neuling
    Registriert seit
    07.03.2010
    Beiträge
    7
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Nochmals danke für die Antworten.

    Es liest sich einfach und ist doch so schwer.
    Zu sozialen Kontakten: Da ich gezwungen war direkt nach der Geburt meiner Kinder wieder arbeiten zu gehen, beschränken sich diese auf Arbeitskollegen. Das ist zwar ein gutes Zusammenarbeiten, aber halt keine Freundschaft. In meiner Ehe war mit das auch peinlich, jemanden zu mir nach Hause einzuladen.
    Dazu kam dann noch die Pflege meiner Eltern, als diese gar nicht mehr konnten, aber nun sind beide tot. Meine Mutter ist 2005 gestorben, so dass ich diese "Arbeit" nicht mehr hatte.

    Ich bewundere ja meinen Partner auch einerseits dafür, dass er so abschalten kann, andererseits bekomme ich Wut auf seine "Faulheit". Er denkt, wenn's läuft, dann läufts. Wir haben immer wieder Streit, weil ich länger außer Haus bin wie er und trotzdem den ganzen Haushalt mache. Er meint, dadurch das er alle 2 Wochen mal staubsaugt würde er seinen Beitrag leisten, oder wenn er seine Kaffeetasse in die Küche bringt **lach**.

    Er ist so, das bekomme ich auch nicht mehr raus. Aber er kann mir nicht sagen ich solle zur Ruhe kommen und dann auf der anderen Seite ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass der Haushalt mit links geschmissen wird.

    Ich lieg seit gestern flach. Die ganzen letzten 2 Wochen habe ich mich mehr schlecht als recht rumgeschleppt und nun hat mich eine Erkältung regelrecht niedergestreckt. Als ich sagte, ich bleib mal liegen und tue rein gar nichts, hat er mal dumm geguckt und meinte, naja, wirst dir halt was eingefangen haben. Als ich daraufhin erwiderte, dass ich auch einfach augepowert bin und das wohl erschwerend hinzukäme, meinte er lapidar, quatsch, hast dir was eingefangen, stell dich nicht so hin, als wenn du die einzigste wärst die was tut, immerhin habe ich vorgestern gesaugt **lach**

    Er meint das nicht bös, das weiß ich. Er sieht es einfach nicht. Er weiß selber, dass er regelrecht faul ist und dass es mehrere Anschubse braucht, bis er mit anpackt und was tut. Aber wenn man ihn zu sehr drängt wird er sauer.

    Ich fühle mich leider erst wohl, wenn es sauber ist. Wenn zumindest das Erdgeschoss so ordentlich ist, dass jederzeit jemand unangekündigt reinkommen kann. Wir haben Tiere und das nicht zu knapp. Da muss nun mal jeden Tag gesaugt und gewischt werden, weil die Haare mich "verrückt" machen. Aber meine Katzen tuen mir sehr, sehr gut. Sie geben mir abends die Kraft und Ruhe zum abschalten, auch wenn es nur eine halbe Stunde Couch-Kuscheln ist.
    Er hat zwei Hunde, die er unbedingt wollte (Russel-Terrier). Sehr agile Tiere. Mit denen tobt er zwar zuhause rum, aber rausgehen? Seltener. Das sollen dann die Kinder und ich erledigen. Er sieht das gar nicht so, dass er Verantwortung auch mich und die Kinder überträgt, die er eigentlich tragen sollte.
    Auf der anderen Seite ist er sehr verständnisvoll und liebevoll, hat mir durch die ganze Zeit geholfen, mir bei den Kindern immer zur Seite gestanden, auch wenn es da oft gekracht hat. Aber in Patchwork-Konstellationen ist es ja nie ganz einfach.

    Zum Ursprungsthema zurück , ich habe einfach abends gar nicht mehr die Kraft mir noch Freundschaften zu suchen und diese zu pflegen. Ich bin abends einfach nur noch fertig vom Tag und bin froh dass geschafft zu haben, was anstand. Das sieht am WE nicht anders aus, denn abends sind 2 Stunden für den Haushalt einfach zu wenig, da bleibt viel liegen.

    Ich habe schon mal versucht, die Arbeit ein wenig einzuteilen und habe ihn gebeten, für das Wohnzimmer alleine zu sorgen - das geht aber sowas von in die Hose. Es wird nicht gestaubwischt, allenfalls gesaugt. Die Couch und den Kratzbaum aber so lustlos, dass immer noch Tierhaare drauf sind, so dass es gar nichts bringt. Wenn man die Arbeit nur halb so gründlich macht, ist sie quasi für die Katz.

    Ach, ich weiß auch nicht. Ich denke ich bin einfach ein hoffnungsloser Workaholik.

Ähnliche Themen

  1. Fiktives Szenario. Partner entpuppt sich als Bruder/Schwester
    Von Aetas im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 14.08.2009, 15:03
  2. spreche neuen partner mit dem namen des alten an...
    Von zanzara im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 23.07.2009, 18:57
  3. Wie kann man mit nur einem Partner leben?
    Von SirWiwor im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 17.07.2009, 23:35
  4. Zweifel an Liebe zum Partner
    Von ladydi3078 im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 19.01.2009, 13:49
  5. Den Partner verletzt, brauche Rat
    Von ratlos im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 15.08.2008, 09:55

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!