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Thema: Beste Freundin (15) hat ihre Mutter verloren

  1. #1
    Neuling
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    Standard Beste Freundin (15) hat ihre Mutter verloren

    Hey,
    ich wollte mal fragen wie ich mit einer meiner engsten Freundinnen umgehen soll.
    Sie ist erst 15 (ich bin 16) und ihre Mutter ist am Sylvesterabend an Krebs gestorben.
    Jetzt weiß ich nicht was ich mit ihr "anfangen soll" sie ist seitdem nicht in der Schule erschienen.
    Allerdings bin ich mir sicher, dass sie am folgenden Montag erscheint (ich habe nachgefragt).
    Da ich selber noch sehr jung bin und damit keinerlei Erfahrung habe, weiß ich nicht wie ich mit ihr umgehen soll.
    Ich weiß nicht was ich sagen soll wenn sie auf mich zukommt und mit mir über sie reden will. Ich habe schließlich schon Eimer geweint, als ich erfahren habe, dass sie gestorben ist. Ich bin psychisch nicht gerade labil...

    Soll ich mit ihr reden, dass ich nicht über das Thema sprechen will? Das kann ich ihr doch nicht antun!

  2. #2
    Neuling
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    Es ist auch für einen Erwachsenen schwierig.

    Sie weiss ja auch, dass du nicht weisst, was du sagen sollst und erwartet auch nicht von dir darüber zu reden. Desshalb gibt es allgemeine Floskeln, die man immer verwenden kann.

    Es tut mir so von Herzem leid und Punkt. Oder Mein herzliches Beileid.

    Ein Anruf ist besser als ne SMS. Spreche ihr dein Beileid aus und gut ist. Versuche nicht noch irgendwelche philosophisch tröstenden Worte zu finden.

    Wenn du dich nicht traust sie anzurufen, schicke ihr ne Beileids SMS oder besser ne Karte und ein paar Tage später ne SMS ob ihr euch nicht mal wieder treffen wollt.

    Biete ihr an, was zu unternehmen zur Ablenkung. Wenn ihr euch trefft, vermeide das Thema. Es sei denn sie will darüber reden. Dann höre ihr einfach nur zu. Am besten hilft, wenn du einfach da bist und sie merkt, dass du auch echt traurig bist, ohne grosse Worte. Wenn du das Gefühl hast, dass sie Trost braucht, nimm sie einfach in den Arm.
    Geändert von der-streeck (08.01.2011 um 23:30 Uhr)

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von Brom
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    Da gibts eingetlich nicht viel was man tun kann, ...vermeide so sätze wie, "stark sein müssen" ect, die klassischen Aufbausprüche.
    Die sind weder hilfreich, noch gesund.

    Es ist vollkommen ok traurig zu sein, auch wütend und einsam. Das sind Gefüle die normal sind, wenn ein geliebter Mensch von uns geht. Die sollte man zulassen. Nicht nur sie... auch dir darfst du diese Gefühle ruhig erlauben. Es ist vollkommen ok, nun tagelang rotz und wasser zu heulen.

    Du kanntest sie ja auch gut, also könntet ihr darüber sprechen, nicht nur wie es euch geht, auch wie sie euch fehlt. An was ihr euch so erinnert. Es hilft oft zu sehn das man nicht so allein da steht.

    Ansonsten lenkt euch bischen ab. Und wenn mal gefühle hochkommen, ist das auch ok. Seid für einander da.

    lg Brom
    Wenn leuchtend die Gestirne tauchen
    im dunklen Äthermeer empor
    und in geheimnisvollem Hauchen
    die Welt umweht ein Dämmerflor,
    entschwebt der Geist zu wachen Träumen
    ins große heilige Reich der Nacht,
    beschwingt nach unermessnen Räumen
    von tiefer Phantasien Macht.
    Im weichen Zauber solcher Nächte
    scheint sich die Schöpfung zu entfalten,
    und dunkel ahnen wir die Mächte,
    die über unserem Leben walten.

  4. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Brom für den sinnvollen Beitrag:


  5. #4
    Gast784
    Gast

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    hallo funlife,

    das mit der Beileidsbekundung würde ich komplett lassen.

    Stell Dir mal vor, Du wärst an ihrer Stelle und die ganze Klasse, wie auch die ganze Verwandtschaft meint jetzt ihr Beileid aussprechen zu müssen

    Nicht umsonst steht in Beerdigungsanzeigen oft: Von Beileidsbekundungen bitten wir Abstand zu nehmen.

    Brom hat im Prinzip schon alles gesagt.

    Die Sache ist schlimm! Und das will akzeptiert - und nicht schöngeredet werden.
    Der einzige Trost für trauende Menschen ist, die Trauer mit jemandem teilen zu können. Wie und wann sie das macht, ist aber ihr überlassen. Du kannst nur signalisieren, dass Du als Freund auch dann da sein wirst. Auch wenn Du selber gerade unsicher bist. Auch das ist ok.

  6. #5
    Neuling
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    Das stimmt. Beileidbekundungen von der ganzen Klasse sind nicht angebracht. Soweit habe ich nicht gedacht. Trotzdem kannst du einfach "Es tut mir leid" sagen, wenn du sie triffst.

  7. #6
    Neuling
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    Zitat Zitat von funLife Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht was ich sagen soll wenn sie auf mich zukommt und mit mir über sie reden will.
    Da sie deine beste Freundin ist, habt ihr bestimmt schon über alle Dinge dieser Welt geredet. Habt zusammen gelacht, geweint, über andere euch aufgeregt.... genau so könnt und sollt ihr es auch mit diesem Thema machen.

    Ganz natürlich damit umgehen. Du solltest dich nicht verstellen, oder etwas an den Haaren herbei ziehen, wenn es nicht ehrlich aus dir kommt.

    Zitat Zitat von funLife Beitrag anzeigen
    Ich habe schließlich schon Eimer geweint, als ich erfahren habe, dass sie gestorben ist. Ich bin psychisch nicht gerade labil...

    Soll ich mit ihr reden, dass ich nicht über das Thema sprechen will? Das kann ich ihr doch nicht antun!
    Ich persönlich finde auch, wenn es die beste Freundin ist, kann man nicht einfach sagen, dass man nicht über das Thema reden kann.

    Das wäre total unfair. Zumal du im Leben noch vor vieles gestellt wirst, was du noch nicht kannst. Da kann man auch nicht kneifen und davon rennen.

    Natürlich solltest du ganz ehrlich zu ihr sein, ihr auch sagen, dass du Eimerweise geweint hast, als du es von ihrer Mutter erfahren hast.

    Sowas ist keine Schande und gibt euch beiden gleich einen Zusammenhalt. Auch könnt ihr dann gleich zusammen heulen, was auch sehr gut tut und ist.

    Und damit denke ich ist das Eis dann schon gebrochen, dann wird sich ein Gespräch ergeben (falls sie reden mag). Zumal sie dann auch gleich weiß, dass du genau so wie sie fühlst und an sie denkst.

    Ich würde ihr auch sagen, dass du noch Probleme damit hast, und nicht genau weißt, wie du damit umgehen sollst. Du ihr aber auf alle Fälle zuhörst, sie dir alles erzählen kann. Auch in dem fall, wenn dir die Tränen kommen.

    Sie wird bestimmt auch nicht genau wissen, wie sie damit umgehen kann und so könnt ihr gemeinsam eine Richtung finden , wie ihr damit klar kommt.

    Keiner von euch muss bei euren Gesprächen frei von Tränen blieben. Weinen ist erlaubt und total normal und richtig.


    Es ist sehr schwer, wenn man noch nie mit dem Tod in Berührung kam, aber du solltest schon mit ihr drüber reden , wenn sie mag.

    Durch eigene Todesfälle in der Familie habe ich gemerkt, man kann erst mit anderen Altagsthemen wieder normal umgehen, wenn man auch über den Verlust /Tod.... genügend gesprochen hat.

    Daher, um so eher ihr darüber redet, um so leichter wird es euch fallen, auch wieder normal über andere Themen zu reden.

  8. #7
    Neuling
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    Standard

    ok, danke für die Tipps.

    Unsere Klassenlehrerin hat vorgeschlagen ihr eine von jedem einzelnen unterschriebene Trauerkarte von der Klasse zu überreichen.
    Sollen wir das jetzt auch auslassen?
    Wir wollen einfach, dass sie weiß, dass wir an sie denken und mit ihr fühlen!

  9. #8
    Gast784
    Gast

    Standard

    Nein, das mit der Trauerkarte ist sehr gut und auch üblich.

    Wenn Du Dich wiederum in ihre Lage kurz versetzen magst, wirst Du vll merken, dass das eine wohltuende Weise ist, Anteilnahme vermittelt zu bekommen. Es ist gut, da sie damit das signalisiert bekommt, um was es euch geht: wir denken an Dich und du hast unser Mitgefühl. (was nichts mit Mitleid zu tun hat). Das kann helfen, ein Klima zu schaffen, in welchem sie sich nicht verstellen muss und wo nicht alles krampfig wird, weil jeder (ihr und sie) versucht so zu tun, als ob nix wäre. Andererseits geht ihr Alltagsleben trotzdem weiter. Und es ist ganz gut bei Verlust seine Strukturen und Gewohnheiten zu haben, wie Schule und Freunde.

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