Hallo ihr alle,
ich bin neu hier und hoffe, dass mir vielleicht jemand eine Antwort geben kann.
Ich bin 24, meine längste Beziehung ging 3 Jahre (16-19) und ich hatte an sich nie Probleme jemanden zu "finden". (Es folgten 2 weitere Beziehungen die jeweils 1 Jahr gingen)
Mit 15 habe ich eine schwere Angst- und Panikstörung entwickelt, zeitweise mit Einnahme von Antidepressiva, zeitweise schaffte ich es von Agoraphobie ganz aus eigener Kraft wieder geheilt zu sein. Immer wenn ich mit dem Leben unglücklich bin schleicht sich die Angststörung wieder an, wobei ich manchmal sogar das Gefühl habe sie beinahe bewusst zu zulassen oder gar wieder zu entwickeln, weil ich so für mich selbst einen Grund habe, Dinge die ich nicht mag zu vermeiden (Ich habe Angst, deshalb kann ich das jetzt nicht mehr tun,...) (Eine Therapie habe ich auch gemacht, aber wirklich viel gebracht hat das nicht)
Das mag aber eigentlich eher nebensächlich sein. Ich bin wieder auf dem Weg der Besserung und der vollen Überzeugung, dass ich die Störung eines Tages komplett überwunden haben werde, aber es braucht eben seine Zeit. Immerhin habe ich dadurch sehr viel an Stärke, Selbstvertrauen und Wissen um meiner Selbst gewonnen und das finde ich sehr wertvoll.
Seit ein paar Jahren hatte ich nicht mehr wirklich eine richtige Beziehung. Entweder passt es irgendwie nicht oder die Anziehung besteht leider nur einseitig wenn man sich kennenlernt (was auf beiden Seiten vorkommt).
Inzwischen frage ich mich aber, ob es nicht einfach zum Großteil nur an mir liegt, da ich durch negative Erfahrungen Angst habe abhängig von einem anderen Menschen zu sein und verletzt zu werden bzw selbst jemanden zu verletzen und deshalb von vornherein viel zu kritisch und misstrauisch bin wenn ich jemanden kennenlerne oder, noch schlimmer, direkt anfange Fehler und Gründe zu suchen, weshalb derjenige nichts für mich ist.
Bei meinen letzten beiden gescheiterten Beziehungsversuchen habe ich eine starke Verschlimmerung meiner Angststörung wahrgenommen. Manchmal kommt es mir vor, als würde ich selbst so sehr es nur geht gegen die Beziehung ankämpfen obwohl ich mir so eine tiefe Bindung doch eigentlich wünsche. Wenn die Symptome schlimmer werden wächst natürlich der Druck das ganze vor dem Partner zu verbergen. Vor kurzem habe ich jemanden kennengelernt, alles war/ist super, zwar war noch nichts zwischen uns und ich weiß auch nicht wie er das sieht aber ich habe mich definitiv ein bisschen verliebt.
Prompt legte die Angstsymptomatik wieder los. Bei einem Gespräch mit einer Person, die uns beide kennt, erfuhr ich, dass der junge Mann wohl noch sehr an seiner Exfreundin hängt. Und zack, war ich wieder total entspannt, alle Ängste wie weggeblasen. Klar war ich erstmal enttäuscht aber ich konnte das ganze aus einer gewissen Distanz betrachten und die Erleichterung war einfach stärker. (Ich weiß ja nicht ob das alles stimmt, aber meine eigene Reaktion darauf hat mich einfach verblüfft)
Nun frage ich mich - wie gestört bin ich denn? Und wieso? Ich möchte ja gerne eine Beziehung, ich möchte eines Tages heiraten und Kinder bekommen. Es ist nicht so, dass ich in Einsamkeit versinke, ich habe einen guten Freundeskreis und komme auch gut mit mir selbst klar. Aber wieso kommt die Angststörung wenn sich potentiell etwas entwickelt, das ich mir doch eigentlich wünsche? Ich finde das sehr paradox und frage mich an welcher Stelle ich mir die Steine selbst in den Weg lege. Ist es eine Art von Beziehungsangst, die sich in einer Wiederkehr/Verschlimmerung der Angststörung manifestiert und damit eigentlich nicht direkt etwas zu tun hat? Oder liegt es an der Angststörung, die zum Vorschein kommt wenn jemand nah in mein Leben tritt?![]()
(Ich habe auch sehr enge Freunde, daher käme mir das komisch vor)
Falls jemand eine Idee dazu hat, wäre ich sehr dankbar.![]()


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