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Thema: Beziehungsaus vor Weihnachten

  1. #1
    Neuling
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    Standard Beziehungsaus vor Weihnachten

    Mhh, wie fang ich am Besten an. Ich habe sowas noch nie gemacht. Vielleicht kann mir jemand bei meinem Problem helfen. Ich fang einfach mal an die Situation zu beschreiben:

    Knapp zwei Jahre war ich mit meinem Freund zusammen. Es war eine tolle, aber auch nicht einfache Beziehung. Nach dem ersten Jahr hatten wir uns entschlossen zusammenzuziehen. Ich zog zu ihm, bzw. wir suchten uns eine gemeinsame Wohnung in der Stadt wo er wohnte. Ich gab meine Wohnung komplett auf, verkaufte alle Möbel, das Geld diente der Neuanschaffungen und der Begleichung der Umzugskosten. Wir suchten uns eine Wohnung, es war ein wirklich schöne Wohnung, in die ich wirklich viel investiert habe (viel Liebe aber auch Geld). Ich nahm für ihn einen gut 1,5 h Fahrtweg zu meiner Arbeitsstätte auf mich. - Ich habe eine relativ sicheren Job, er ist Student, bzw. beendet er sein Studium (Berufsschullehrer für Mathe und Wirtschaft) demnächst, nebenbei arbeitet er an der Uni. - All das hatte ich sehr genau im Vorfeld abgewogen, ich bin nicht der Typ der Hals-Über-Kopf Entscheidungen trifft. Ich wusste, dass es nicht einfach wird, doch ich hatte das Ziel, das es irgendwann besser wird. Ich habe mich in der neuen Stadt auf viele Stellen beworben und habe derzeit noch offene Bewerbungen laufen, die sehr vielversprechend sind. Damit will ich nur sagen, dass ich bereit war alles, aber wirklich komplett alles für ihn aufzugeben und mit ihm ganz neu anzufangen. Er gab mir das Gefühl das es so richtig ist und ich glaubte es auch, ich dachte man müsse etwas riskieren um im Leben glücklich zu sein. Wir hatten Pläne, gemeinsame finanzielle Anschaffungen, er machte mir sogar einen Verlobungsantrag, wir trugen die Ringe. Letzteres geschah im September letzten Jahres. Am 23.12. sagte er mir, das er nicht mehr glücklich sei und beendete die Beziehung, einfach so. Ich sah keine Anzeichen. Zu mindestens nichts was darauf hindeutete die Beziehung zu beenden. Ich war bis zu diesem Zeitpunkt glücklich, für mich war die Welt in Ordnung, ales ganz normal. Er hatte 5 kg abgenommen und grübelte viel nach. Ich dachte es wären Anzeichen für seine Anstrengungen um die letzten Prüfungen zu bestehen. Er hatte sehr viel gelernt und ich versteh es auch dass das nicht einfach ist. Ich habe ihn unterstützt, ich habe ihm den Rücken freigehalten. Ich habe für mich zurück gesteckt. Er hatte versucht mit mir zu reden, er brauchte es viel über Gefühle zu sprechen. Ich bin aber nicht so ein Typ. Ich sage mir: reden kann man viel, ich habe es immer gezeigt in dem ich ihne umarmt, gedrückt, gestreichelt, geküsst habe. Das war ihm wahrscheinlich nicht genug. Als Begründung für das Ende der Beziehung gab er an, dass er sich von mir nicht verstanden und auch nicht wahrgenommen fühlt. Ich muss zugeben ich verstand vieles nicht von dem was er mir sagen wollte und bat ihm mir das doch verständlich zu machen. Eins seiner Beispiele war: er fühle sich bei 120 oder 140 % aber ich wäre nur bei 80%. Die Differenz habe er bisher immer selbst aufgefüllt und nun habe er nicht mehr die Kraft dazu. Ich muss ehrlich sagen den richtigen Grund weiß ich nicht. Ich weiß nicht warum er Schluss gemacht hat. Vielleicht ist mir das alles doch zu hoch weil ich kein Pädagogik studiert habe. Er meinte immer zu mir mit seinen Komilitoninnen könne er über seine Gefühle reden, wöllte aber lieber mit mir darüber reden, aber er kann es nicht, weil ich es nicht verstehe.
    Zu alldem muss nun hinzufügen dass er vor unsere Beziehung in psychologischer Behandlung war und eine Gestalttherapie gemacht hatte. Er sagte mir mal, dass er in mir einen wundervollen Menschen sieht, der aber nur sehr selten ans Tageslicht kommt. Er wolle mir helfen dass ich den richtigen Weg finde. Im Nachhinein komme ich mir vor wie eine Art Projekt. Er hat versucht mich zu therapieren. Und hat gemerkt dass es nicht funktioniert. Ich weiß, dass ich diverse Probleme habe, dass ich schwer Freunde finde, nicht sehr kontaktfreudig bin, oft sehr pessimistisch und verschlossen bin. Ich hab nun mal eine Mauer um mich herum und er hat versucht dahinein zuschauen. Klar hat er nach seiner Therapie gemerkt wie vielseitig das Leben ist und ich würde das auch gerne sehen wollen, ich würde mich auch gerne verändern wollen. Aber doch nicht auf diese Art und Weise! Weiterhin sagte er mir, dass ich abhängig von ihm wäre. Das stimmt jedoch nicht, klar habe ich mich in gewissen Dingen auf ihn gestüzt und auf ihn verlassen, das hat sich doch immer ausgeglichen, finde ich, wie gesagt ich habe ihm in allem den Rücken freigehalten, so dass er sich voll und ganz aufs Lernen konzentrieren konnte.

    Naja, ich finds nur schlimm, dass er vor Weihnachten Schluss macht. Sagt mir, dass er schon lange allein dagegen angekämpft hat, versucht hat mit mir darüber zu reden, ich es aber nicht verstanden habe. Er hätte sich, so glaube ich gewünscht, dass ich ihm nur in die Augen schauen muss um zu wissen, was in ihm vorgeht. Andersherum hat das meist funktioniert, aber ich kann sowas nicht… Mir tut es sehr weh wenn ich daran denke, dass ich nicht die kleinste Chance hatte für die Beziehung zu kämpfen. Ich wurde einfach vor vollendeten Tatsachen gestellt. Ich versteh es nicht….
    In einer Hau-Ruck-Aktion bin ich nun ausgezogen. Bin Gott sei dank bei Bekannten untergekommen und muss jetzt von "0" wieder anfangen, ich weiß einfach nicht mehr weiter...

    Ich hatte ihm vorgestern eine Mail geschrieben, weil ich es eben nicht verstehen kann, warum er plötzlich Schluss gemacht hat, obwohl gemeinsam unsere Zukunft geplant haben: Hier die Antwort; vielleicht versteht ihr das ja und könnt mir sagen, was mein Fehler war und wie ich hätte richtig reagieren sollen, danke:


    "Hallo Martha.,
    ich kann es nachvollziehen, wie du dich fhlst, aber ich kann dir auch immer nur das gleiche Antworten, was ich dir zuvor auch schon formulierte. Ich kann dir nichts böses nach sagen, du hast alles getan, was einen Mann glücklich machen soll und auch wird. Ich habe auch immer deinen Rückhalt gespürt und dir deine Qualitäten aufgezeigt, die in dir stecken. Nur habe ich dich wirklich so gesehen, wie du wirklich bist????
    Auf Arbeit warst du oft anders, so berichtetest du mir des öfteren. Aber das ist nicht die K. Ich habe mich irgendwann festhalten wollen, aber ich konnte es nicht mehr... Dieses Defizit in mir konnte ich mir immer allein Kompensieren, aber nicht mehr ab diesem Zeitpunkt, da habe ich jemanden gebraucht, der mich emotional versteht, ich habe es versucht mitzuteilen, habe von Dingen gesprochen, auf verschiedenen Arten und Weisen, wurde stets missverstanden....

    Ich fühlte mich von diesem Zeitpunkt einsam, allein und nicht ausgefllt von deiner Liebe, die du mir zu 100% gabst...
    Ich wurde von diesem Zeitpunkt an immer unglcklicher und mein Krper hat mir das Ende signalisiert. Es fhlte sich auf einmal nicht mehr passend an, ich fhlte keine Zukunft mehr... Ich wei, dass es fr dich hart ist, aber htte ich dich belgen sollen, dir was vorspielen sollen, dann wre ich unnatrlich und htte jede Art meiner Maximen verletzt.
    Ich bin ich und möchte es auch immer sein... Ich kenn mich erst seit 2 Jahren und ich mchte dies auch nicht mehr aufgeben. Ich habe nur noch freundschaftliche Gefhle in mir fr dich, zu mehr reicht nicht mehr...

    Das was ich bisher gesagt und getan habe, das tat ich, weil ich so gefühlt und empfunden habe, die Dinge kamen alle vom Herzen. Es mag schwer zu verstehen sein, dass dies auf einmal nicht mehr ist, aber ich habe bereits Monate vor dem Gau mit mir gekämpft und dir von meinem Kampf berichtet, leider ohne gehöhr und jedes mal, wenn es so war, starb in mir ein Teil von dir...

    Es tut mir leid so zu schreiben, ich möchte mich dafür auch nicht entschuldigen, weil es dir Wahrheit und meine Wahrnehmung ist und meine Gefühle reprsentativ niedergeschrieben darstellt.

    LG L."

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Martha,

    Weihnachten scheint für Trennungen ein beliebter Zeitpunkt zu sein. Irgendwie geraten da die Leuts leicht in Panik

    Was willst Du nun von uns? Dass Dir hier jemand erklärt, warum er Schluss gemacht hat? Kann ich Dir wahrscheinlich auch nicht wirklich erklären. Aber ich greife mal ein paar Zitate raus, mit den Gedanken, die ich dazu hatte:

    Er hatte versucht mit mir zu reden, er brauchte es viel über Gefühle zu sprechen. Ich bin aber nicht so ein Typ. Ich sage mir: reden kann man viel, ich habe es immer gezeigt in dem ich ihne umarmt, gedrückt
    Interessant. Diese Konstellation gibts umgekehrt recht häufig: SIE macht Schluss, weil er kein Verständnis hat für ihr Bedürfnis über ihre Gefühle zu reden.

    Das Problem ist: man kann zwar viel reden, das stimmt schon. Aber es NUR gezeigt zu kriegen, reicht eben nicht unbedingt. Mir fehlt da auch was. Wenn zwei da sehr unterschiedlich gestrickt ist, ist es schwierig und bedarf einer GUTEN Verständigung und ein zumindest stückweites Entgegenkommen.

    Für ihn ist das Drüber-reden genauso wichtig, wie Dir das Zeigen.
    Wenn ihr da in eurer "Mentalität" zu weit auseinander liegt, dann ist es schwierig Dann wird immer mind. einer das Gefühl haben, zu kurz zu kommen.

    Mich wunderts allerdings, dass ihr das nicht schon im ersten Jahr gemerkt habt, wie ihr in dem Punkt gestrickt seid

    wie gesagt ich habe ihm in allem den Rücken freigehalten, so dass er sich voll und ganz aufs Lernen konzentrieren konnte.
    Wollte er das denn? Oder hast Du nur gemeint, ihm was Gutes damit zu tun, hast aber -ohne dass es Dir bewusst war - damit eher Deine eigenen Bedürfnisse befriedigt?

    Dass er Dich therapieren und ändern wollte, ist übergriffig. So gehts natürlich nicht. Sieht also fast so aus, als hättet ihr euch im ersten Jahr nicht genug beschnubbert oder eure Unterschiedlichkeiten nicht ernst genommen, sondern eher auf die Kappe ach-das-wird-schon. So was rächt sich leider

    Aber eigentlich wollte ich etwas ganz anderes loswerden:

    Du schreibst viel davon, was Du alles für ihn aufgegeben hast, für ihn investiert hast etc. Ich denke, es ist nie gut, wenn man sein altes Leben für einen Menschen komplett aufgibt. Entweder man überfrachtet diesen Menschen dann komplett mit seinen Erwartungen, die man für dieses "Opfer" dann hat, oder man lügt sich gerade selber gewaltig in die Tasche.

    Mit letzterem meine ich: ist es denn wirklich so, dass Dein Leben zu dem Zeitpunkt des Wegzugs so berauschend war, dass Du sooo viel aufgegeben hast?

    Ich bin selber mal weg gezogen zu einem Mann. Aber ich war in mehreren Bereichen meines Lebens in einer Sackgasse und habe daher nicht nur einiges zurück gelassen, sondern ich sah auch einiges an Verbesserungen. Die Beziehung war ein Irrtum und ich konnte mich dort auch nicht halten. Jedoch war er nicht der einzige Grund, warum ich diesen Schritt gemacht hatte. Und darum habe ich auch viel positives aus dieser Zeit mitgenommen. Er gehörte allerdings nicht dazu.

    Ich weiß, dass ich diverse Probleme habe, dass ich schwer Freunde finde, nicht sehr kontaktfreudig bin, oft sehr pessimistisch und verschlossen bin. Ich hab nun mal eine Mauer um mich herum und er hat versucht dahinein zuschauen
    .

    Ist es das, warum Du alles "aufgegeben" hast und zu ihm gegangen bist? Weil Du gedacht hast, diese Probleme, bei denen Du Dir selber nicht helfen kannst, kriegst Du so gelöst?

    Anfangs war es noch angenehm und erfreulich, dass er versucht , da hinein zu schauen, am Schluss war es ein übergriffiger Therapieversuch? Leider ist es oft so, dass die Dinge, die einen am Anfang verbinden und aneinander anziehen, am Ende die zentralen Rollen spielen.

    Bin Gott sei dank bei Bekannten untergekommen und muss jetzt von "0" wieder anfangen
    "WIEDER?"

    Bist Du wirklich bei Null? Hast Du keinen neuen Job? Kein neues Umfeld? Du hast ja immerhin Bekannte. Und warst Du wirklich sooo viel weiter? Hast Du Dir nicht viel eher eine Illusion geliehen, anstatt Dir eine echte Grundlage zu schaffen? Man nimmt sich immer selber mit, wenn man den Wohnort wechselt. Auch, wenn man in eine Beziehung geht. Es kommt mir fast so vor, als dachtest Du, die ungeliebten Teile von Dir einfach so ausschalten zu können. Geht nicht.

    Wie es weiter geht? Wohl erstmal den gemeinsamen Haushalt auseinanderdröseln, gucken, dass Du wenigstens einen Teil der investieren Kohle wieder flüssig machen kannst, eine eigene Wohnung schaffen, die Existenz wieder sichern und Wunden lecken.

    Und dann sieht man weiter....

  3. #3
    Neuling
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    Standard

    Danke Gabiannarele, für deine ehrliche Meinung.

    Was heißt aufgegeben. Meinen Job habe ich nach wie vor. Ich habe lediglich Wohnort gewechselte, was für mich bedeutet das ich einen längernen Anfahrtsweg hatte. Ich dachte man müsse im Leben mal bisschen was riskieren um richtig glücklich zu werden. Hat ja auch geklappt. Ich war glücklich und ich dachte er auch. Klar gab es einen bitteren Nachgeschmack (Arbeit, Fahrt und wenig Zeit für gemeinsame stunden), aber sowas übersteht eine gute Beziehung doch. Man hat doch ein Ziel, was man anstrebt. Ich finde auch nix, wenn ich daran zurückdenke, dass die Beziehung irgendwo schlecht war. Nein. Ich ich hab mich wohl gefühlt. Ich bin halt ein sehr familiärer Mensch, ich würde alles tun um meine liebsten Mensch um mich herum zu schützen und glücklich zu machen. Ich lebe nun mal für andere ich stecke dabei zurück, aber es blockiert mich nicht es ist ein Teil von mir, und ich bin froh das es so ist. Denke ich da falsch, ist das nicht richtig so zu handeln?

    Ich kann keine Nacht schlafen weil ich immer darüber nachdenke. Ich weiß nicht, ob ich evtl. eine Therapie machen soll, damit wieder Klarheit und klare Strukturen in meinem Kopf entstehen. Ich stehe dem aber sehr skeptisch gegenüber und weiß nicht ob es auch hilfreich ist.
    Klar ich kann das gesamte Thema verdrängen, wie ich es bisher mit vielen Dingen gemacht habe, funktioniert kurzfristig, aber ich habe Angst das ich irgendwann nen totalen Schaden wegbekommen. (So blöd wies klingt)

  4. #4
    Gast784
    Gast

    Standard

    Ich bin halt ein sehr familiärer Mensch, ich würde alles tun um meine liebsten Mensch um mich herum zu schützen und glücklich zu machen. Ich lebe nun mal für andere ich stecke dabei zurück, aber es blockiert mich nicht es ist ein Teil von mir, und ich bin froh das es so ist. Denke ich da falsch, ist das nicht richtig so zu handeln?
    ich glaube, du erwartest halt dafür was, oder nicht? Zumindest, dass sie dann gefälligst auch glücklich sind und Dich damit bestätigen. Und wenn sie es nicht sind, bist Du enttäuscht und siehst Dich als Person womöglich in Frage gestellt oder denkst gar, versagt zu haben.

    Und Du kannst gar nicht ALLES für Deine Liebsten tun. Weil Du nunmal in manchen Dingen anders bist. Das hat ja nun zur Trennung geführt. Du gehst mit Emotionen anders um als Dein Freund, Du kommunizierst sie anders. Darum muss es nicht auseinander gehen. Wenn man lernt, sich darüber auszutauschen und sich und den anderen so zu akzeptieren, wie man ist.

    Ich will nur für mich sprechen: Mich würde es nerven, einen Partner mit einer solchen Einstellung zu haben. ich will mich darauf verlassen können, dass mein Partner für sich selbst sorgen kann und daher auch mir zutraut, dass ich das für mich auch kann. Und nicht ständig hinter mir her ist, um es mir recht zu machen und mich zu entlasten. Das geht sehr gut, wenn jeder dem anderen vertrauen kann, dass derjenige seine Bedürfnisse und Wünsche mitteilt. Was wiederum viel leichter fällt, wenn ich weiss, dass ich eine ehrliche Rückmeldung kriege, ob er mir dahingehend entgegenkommen kann oder nicht.
    Geändert von Gast784 (09.01.2011 um 15:21 Uhr)

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