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Thema: Bin ich ein guter Mensch? Oder unterliege ich einem Zwang und merke es nicht?

  1. #1
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    Standard Bin ich ein guter Mensch? Oder unterliege ich einem Zwang und merke es nicht?

    Hallo alle miteinander,

    ich habe mich in diesem Forum angemeldet, weil ich hoffe hier das was mich beschäftigt ernsthaft besprechen zu können. Ich weiß nicht ob ich das was mich beschäftigt wirklich in diese Kategorie gehört, aber ich habe keine andere Kategorie gefunden die zu meinem Anliegen passt.

    Bitte verzeiht wenn der Text etwas zu lang ist aber ich wusste nicht wie ich mich kürzer fassen könnte.

    Zuerst zu mir:
    Ich bin in einem heilen Elternhaus aufgewachsen, habe Mobbing erlebt, bin dadurch allerdings sehr Selbstbewusst geworden. Dadurch habe ich mir einen Schutzpanzer aufgebaut, der mich kalt wirken lässt. Ich bin sehr vorsichtig was das zulassen von neuen Freundschaften geht, weil ich dabei mehrmals schwer hintergangen worden bin. Das hat meinen Schutzpanzer wahrscheinlich noch verstärkt.

    Nun zur aktuellen Situation:

    Ich besuche zurzeit die gymnasiale Oberstufe und habe in meiner neuen Klasse einen neuen Freund gefunden. Dieser Freund hat allerdings nicht das Glück beim aufwachsen wie gehabt und ist von den Erlebnissen durch eine viel schlimmere Hölle gegangen als ich.
    Ich werde aus Sicherheitsgründen so wenig wie möglich von meinem Freund preisgeben, das Netz vergisst nicht.....

    Mein Anliegen:
    Die Probleme meines Freundes sind allerdings nicht mein Anliegen, sondern das ich mich dieser Probleme überhaupt angenommen habe. Ich bin, wie vorhin erwähnt, vorsichtig was Freundschaft angeht. Aber als ich diese Person zum ersten mal gesehen habe, habe ich irgendwie gemerkt das diese Person Hilfe braucht. Ich kann das nicht gut beschreiben deswegen lasse ich es besser.
    Ich kenne das was meinem Freund passiert ist oder gerade passiert nicht, als Außenstehender kann man solche schlimmen Dinge schlecht nachvollziehen oder man kann sie nicht glauben, weiß aber doch, dass sie wahr sind. Mein Freund erzählt mir schließlich keinen Blödsinn.

    Ich bereue es nicht diesem Freund zu helfen, weder unterliege ich einem Helfersyndrom. Ich kann mich als gutmütigen Menschen beschrieben, der jemand gesucht hat, dem er seine Zuwendung schenken kann ohne abgewiesen zu werden. Diesem Menschen kann ich mit der Gewissheit Zuwendung schenken, dass meine Zuwendung da ankommt wo sie gebraucht wird.
    Ich bin als Sternzeichen Jungfrau, Menschen von diesem Sternzeichen sind treu, bei mir kann man absoluter Loyalität Sprechen wenn ich 100% meines Herzens an einen Freund verschenke.

    Ich habe nur manchmal das Gefühl das mich die ganze Traurigkeit, die mein Freund erlebt mich erschlägt. Aber das hält mich nicht davon ab meinem Freund zu helfen und der Anker in der Not zu sein. Ich hoffe das ich das schaffe ohne meine schulische Leistung zu vernachlässigen. Auf der anderen Seite würde ich noch viel mehr Opfern, damit mein Freund eine bessere Zukunft hat.
    Man könnte sagen das ich für diesen Freund durch Feuer gehen würde.....

    Meine Frage an euch:
    Wie würdet ihr das was ich geschildert habe Bewerten, in Moralischer Hinsicht? Welche Rolle spiele ich genau dabei, und wie kann ich mich selbst so disziplinieren, dass ich meinem Freund helfen kann und selbst nicht daran zerbreche.

    Oder ist das alles ein Zwang und ich merke es nur nicht?

    Wichtig:
    Ich spiele hier nicht den Psychologen für meinen Freund, ich versuche nur Halt zu geben damit mein Freund die Last des Lebens nicht allein tragen muss. Psychologisches überlasse ich Fachleuten, wenn es nötig ist.


    Ich hoffe das ihr das nicht auf die Schippe nehmt und ernsthaft antwortet.

    Gruß Phyle

  2. #2
    Roman Verfasser
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    Standard

    Ich spiele hier nicht den Psychologen für meinen Freund, ich versuche nur Halt zu geben damit mein Freund die Last des Lebens nicht allein tragen muss.
    Genau darin liegt Dein Fehler. Das ist allerdings auch der schlechthin weitestverbreitetste Irrtum überhaupt.

    Dein Freund muß seine Traurigkeit selbst tragen. Du kannst ihm da nichts geben. All Deine Liebe, Nähe, Zuwendung, wird wie in ein schwarzes Loch fallen, verpuffen, an seinem Zustand nichts ändern. Mach Dein Ding, und nimm ihn so wie er ist, und akzeptiere, daß Du im Grunde nichts tun kannst. Klar, es tut einem weh zu sehen wie jemand den man mag Probleme hat, man würde gerne alles tun was nur geht, und man gibt zwangsläufig alles was man kann, aber auf Dauer ändert das nichts. Das ist die Illusion überhaupt, daß Liebe Menschen ändern könne. Man kann sich maximal selbst etwas abändern, und selbst das ist schwer genug.

    Daß Dich die Traurigkeit erschlägt ist eigentlich schon der Erste Hinweis. Du kannst Dich nicht disziplinieren daß Dir das nichts mehr ausmacht, das ist unmöglich, und auch gänzlich falsch gedacht. Du begibst Dich da in eine Rolle, in der Du im Grunde nichts zu suchen hast, Du übernimmst eine falsche Verantwortlichkeit. Ok wäre dagegen, wenn Du schulterzuckend sagst "na, da ist er eben so" und einfach so bist wie Du eben bist. Ganz bewußt nicht trösten, ganz bewußt das Dilemma aushalten.

    Es geht auch nicht darum plötzlich alles ganz anders machen zu müssen. Man macht sich eben Sorgen, man kann das nicht einfach abschalten. Aber es geht darum, daß im Endeffekt jeder für sich selbst zuständig ist, und daß man am Anderen im Grunde nichts ändern kann.

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Erwin für den sinnvollen Beitrag:

    Lylos (23.02.2012)

  4. #3
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    Ich will ihn da auch nicht verändern, ich kann nicht verhindern das diese Sachen passieren oder passiert sind. Ich meinte das im Sinne von, das er nicht allein ist und jemanden hat zu dem er sich zurückziehen kann.
    Ich wollte eher sagen, das ich seine Probleme nicht analysiere sondern ihn einfach nur begleite. Also das ich gerade nicht das mache, worin ein Psychologe ausgebildet ist.

    Oder sind diese Einwände belanglos?
    Geändert von Lylos (27.12.2011 um 17:52 Uhr)

  5. #4
    Roman Verfasser
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    Nicht belanglos, für mich eher noch einmal eine Bekräftigung von dem was Du sagtest.

    Daß Du nicht sein Psychologe sein willst ist angekommen, das ist ok und richtig so. Darauf beziehe ich meinen letzten Beitrag nicht.

    Und nicht alleine ist er ja, wenn Du ganz normal für ihn da bist, viel mehr als das kannst Du nicht tun.

    Gegen das "Erschlagen" durch die fremden Probleme kann helfen, sich zu distanzieren, sich zu sagen, ich bin nicht verantwortlich. Das ist kein Widerspruch dazu, für den anderen auch dazusein. Man ist halt für den anderen da, weil man ihn mag, aber eigentlich hat man die Verpflichtung nicht, und man ist auch frei Abstand zu nehmen, wenn es einem zu viel wird, das muß man sogar. Es geht nicht darum sich irgendwie zu stählen damit man mehr aushält. Man muß sich respektieren mit seinen Grenzen und seinem Fassungsvermögen.

    Bzw. Du müsstest sagen worum es Dir genauer geht.

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Erwin für den sinnvollen Beitrag:

    Lylos (29.12.2011)

  7. #5
    Neuling
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    Mir geht es eher darum, dass ich für meinen Freund da sein möchte. Das ist nicht das Problem.

    Das ich mich kurz erschlagen gefühlt habe lag wohl eher daran, dass ich nicht wusste was los wahr. Die Probleme sind nicht das ausschlaggebende, die sind eben da und man muss mit ihnen umgehen, das bedruckt mich auch nicht.

    Ich glaube das ich mir einfach nur Sorgen mache, wie eine Mutter die nicht weiß, ob es dem Kind in der Schule gut geht. Aber da muss das Kind auch alleine durch.

    Aber das ist wohl eine weit verbreitete, allgemeine Sorge, mit der alle früher oder später umgehen lernen müssen. Oder wie seht ihr das?

  8. #6
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    Ich betrachte mein Problem hier als gelöst, es sind keine weiteren Antworten nötig. An der Stelle noch ein Dank für Erwin, weil er sich meinem Problem angenommen hat .

  9. #7
    Roman Verfasser
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    Gerne doch. Willst Du uns auch sagen wie die Lösung aussieht?

  10. #8
    Neuling
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    Standard

    Die Probleme meines Freundes kann ich nicht lösen, aber ich kann für meinen Freund da sein, wenn nötig.
    Von den Problemen allgemein muss ich mich distanzieren, wie du gesagt hast. Die Probleme sollen auch nicht das Zentrum unserer Freundschaft sein.

    Morgen z.B wird fröhlich Silvester gefeiert . Dir wünsche ich auch ein schönes Silvester.

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