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Thema: Bin ich ein misanthrop?

  1. #1
    Neuling
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    Frage Bin ich ein misanthrop?

    hallo,
    ich möchte mich erkundigen ob ih ein misanthrop bin.
    Ich bin 14 jahre alt gehe aufs gymnasium. ich leb mit meiner mutter zusammen in nem einfamilienhaus. mit meinem vater (und seiner neuen frau) habe ich mich 2007 endgültig zerstritten.
    ich hasse meine schule und meine lehrer, meine mitschüler hasse ich nicht, ich respektiere sie nur nicht. ich habe relativ viele freunde und bin kein aussenseiter, ich hab seit einem halben jahr eine freundin, die ich sehr liebe.
    ich möchte meine haltung gegenüber menschen gerne darlegen indem ich hier einen teil einer email an meine freundin poste, die mich gefragt hat warum ich immer so deprimiert dreingucke.
    zitat anfang:
    Ich weiss nicht wahrscheinlich weil ich glaub erkannt zu haben, dass die Menschen nichts weiter als gierige, geltungssüchtige, Kreaturen sind die, sobald sie niemand mehr kontrolliert (machmal auch vorher), alles über Bord werfen und nur noch tun was sie wollen. Dabei sind sie nur von den Urtrieben des Lebens getrieben: Fortpflanzen, besser sein als alle anderen, alles was einen hindert aus dem weg räumen. Und währenddessen sind sie auch noch so hochnäsig und eingebildet dass sie glauben sich darüber hinwegsetzen zu können, obwohl man ständig wieder sieht wie diese Triebe aus dem faden Schein rausbrechen. Und diese Mentalität, dieses den hunde gleiche Denken ekelt mich so an, dass ich es kaum beschreiben kann. Auf der einen Seite der tolle Lehrer der einem im Leben hilft und einem sachen beibringt die einem das Leben erleichtern und auf der anderen Seite nichts weiter als monströse Kreaturen die einen zu dem machen wollen was sie wollen. Sei wie ich dich will! Das ist das denken das die welt der menschen am drehen hält und nicht irgendwelche werte und normen. Jeder würde einen anderen töten wenn er müsste, jeder hat das Potenzial aus seinem mentalen käfig auszubrechen und einfach alle abzuschlachten, seine engsten verwandten auszuweiden und sich an ihren eingeweiden zu ergötzen. alle menschen sind gleich alle sind so und mir ist bewusst dass mein ganzes denken, alles was ich in den obigen zeilen geschrieben hab aus dieser kreatürlichen existenz herrührt, aus den urtrieben. darum kann ich auch nicht beurteilen was richtig und was falsch ist, da ich mich einerseits über das menschliche hinwegsetzen will und andererseits an diese triebe gebunden bin. und wo wir gerade dabei sind menschlich ist ein lächerliches wort. ein mensch kann nicht menschlich sein, zumindest nicht wenn man die vom menschen geschafffene defintion von menschlich nimmt. Also kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass sich die menschen egal wie lang sie noch existieren irgendwann selbst zu grunde richten werden. Wie gesagt wandelt der Mensch auf einem dünnen grad zwischen wildem tier und schöngeistigkeit. und daruf ruht er sich gern aus. er ist höher entwickelt er ist die spitze der nahrungskette. er ist misstrauisch, er vernichtet sich selbst, er ist nicht gut. der mensch ist eigentlich die niedrigste aller lebensformen. ein einzeller lügt sich nicht selbst an. ein einzeller negiert nicht permanent sein bewusstsein (wenn er eins hätte würde er es zumindest nicht) ein einzeller tut einfach das was er will und der mensch tut es auch nur dass er sich einredet dabei von einem höheren bewusstsein geleitet zu sein. manche bilden sich dann götter ein weil sie selbst so stumpfsinnig sind dass sie kaum selbst denken können. Und darum hasse ich auch diese menschen, die sich die ganze zeit wie tollwütige tiere benehmen. darum hasse ich die alle so abgrundtief dass es mich schmerzt sie jeden tag wiedersehen zu müssen.morgen kommt dann wieder die arbeit in latein wo sich dieses perverse schwein dazu erdreistet mich zu bewerten. dieser ekelhafte mensch, er belügt sich auch jede sekunde selbst und denkt er könnte mich bewerten?
    zitat ende

    was denkt ihr?
    bin ich ein misanthrop?

  2. #2
    Neuling
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    Mit dem Begriff an sich hatte ich mich bisher gar nicht auseinander gesetzt, mit dem was ihn letztlich ausmacht allerdings schon. Ja, du klingst wie ein Misanthrop.

    Ich bin dann aber wohl auch einer. Seit vielen Jahren schon halte ich den Menschen für das dümmste Tier der Welt. Der Anspruch vieler, etwas besonderes zu sein, ja die Krone der Schöpfung zu bilden, löst bei mir Wut und Unverständnis aus. /uvm.
    Ich seh das allerdings als richtig an, weiß jetzt nicht, was an Misanthropie schlimm sein soll.

    Warum fragst du das denn eigentlich?

  3. #3
    Sandsturm
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    Mit 14 ist man noch kein Misanthrop, sondern in der Pubertät und natürlich kann man auch in dem Alter sehen, wie die Menschen ticken, dennoch muss man erstmal Erfahrungen sammeln, um sich dann Misanthrop nennen zu können und ich bekenne, dass ICH ein Misanthrop bin und ich werde immer einer sein. Bin aber auch schon älter.

  4. #4
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    Sandsturm, warum sollte er mit 14 denn kein Misanthrop sein können? In der Jugend ist die Wahrnehmung noch ungefiltert, gerade deswegen klar und direkt, pechschwarz oder schneeweiß. Später betrachtet man die Welt vernünftiger und erwachsener, als graues Kompromiß-Wischiwaschi. Das ist dann die Voraussetzung dafür, um als Misanthrop im Zynismus zu resignieren.

    117436, Einzeller verachten keine Vielzeller, selbst wenn sie von Ihnen gefressen werden. Der nur dem Menschen eigene Hass hat als Voraussetzung die nur dem Menschen eigene Freiheit, seine Natur zu verachten. Pass auf, dass du nicht die Fähigkeit und damit die Freiheit verlierst, die Menschen mit all ihren Fehlern auch zu lieben. Es gibt in unserer Gesellschaft nämlich schon zu viele, die das nicht mehr können.


    (boah, bin ich altklug)

  5. #5
    Sandsturm
    Gast

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    Als Kind und Pubertierender hat man andere Probleme und sieht gar nichts ungefiltert.

  6. #6
    Schreiberling
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    Rotes Gesicht

    Zitat Zitat von 779029 Beitrag anzeigen
    hallo, ich möchte mich erkundigen ob ih ein misanthrop bin.
    Eines mal vorweg: Was genau bringt dir das dann? (Nur so aus Interesse.)

    Und diese Mentalität, dieses den hunde gleiche Denken ekelt mich so an, dass ich es kaum beschreiben kann.
    Lass da bitte die Hunde heraus, ja! Hunde sind wenigstens loyal, auch wenn das mit dem angeblich begrenzten Intellekt zu tun hat.

    Auf der einen Seite der tolle Lehrer der einem im Leben hilft und einem sachen beibringt die einem das Leben erleichtern und auf der anderen Seite nichts weiter als monströse Kreaturen die einen zu dem machen wollen was sie wollen.
    Ich habe Kumpel, die "echte" Misanthropen sind (und die mich trotzdem mit dem A****** anschauen). Und im Übrigen sind sie das seit ihrer Teenager-Zeit. Bei dem einen - beides seltsamerweise Jungs... - fing das mit ungefähr 12 Jahren an. Ich erinnere mich an einige Sachen, die einem zum Misanthropen machen und genau das lese ich in diesem Zitat heraus: Du siehst positive Eigenschaften in den Menschen, aber wie ein Jähzorniger auch, konzentrierst du dich auf das Negative. Obwohl du sicherlich weißt, dass das schlecht für den Blutdruck ist. ^^
    Einer meiner Kumpel lebt quasi als Einzelgänger, obwohl er aber eine Freundin hat... Manchmal fragt er, ob wir uns treffen können, wenn ich wieder in der Stadt bin und dann geht es stundenlang los mit "Die sind alle so schlecht... die können das nicht... die wollen doch nur das eine... die... die... die...". Und wenn es um ihn geht, dann macht er natürlich alles richtig. ^^'' Ich sage ihm immer, er soll geistig klar bleiben, damit er nicht im Hass unter geht. In meinen Augen findet man die Klarheit nur mit einem Schuss Offenheit und einer Prise Selbstbeobachtung.
    Welchen deiner Lehrer magst du denn und warum? Könnte das nicht ein Hofnungsschimmer sein? Nicht alle Menschen sind so dumm, - und Dummheit ist wohl die Norm- wie man es täglich in den Medien und auf den Straßen erlebt. Für alles gibt es ja auch seine Gründe. Wie verhältst du dich denn zum Beispiel gegenüber Fremden?

    Sei wie ich dich will! Das ist das denken das die welt der menschen am drehen hält und nicht irgendwelche werte und normen.
    Soweit ich mich erinnern kann, war Darwins Ansatz doch noch etwas populärer. Klar, bei den Menschen etwas schwerer umzusetzen, aber setzt sich nich trotzdem immer der Stärkere (religiöse Oberhäupter, Politiker, Experten, ...) durch? Das wäre, finde ich, en Indiz für die Normeinhaltung.

    alle menschen sind gleich alle sind so und mir ist bewusst dass mein ganzes denken, alles was ich in den obigen zeilen geschrieben hab aus dieser kreatürlichen existenz herrührt, aus den urtrieben. darum kann ich auch nicht beurteilen was richtig und was falsch ist, da ich mich einerseits über das menschliche hinwegsetzen will und andererseits an diese triebe gebunden bin.
    Vielleicht würde dich Philosophie interessieren. Mir fallen da Nietzsche und Schopenhauer ein. Aber auch die Anfänge der Psychologie, gerade Freud, behandeln das Thema. Du kannst dich immer bemühen und versuchen, ein Vorbild zu sein. Meine Familie lebt nach diesem Credo, immer weiterbilden und den Kontakt nicht verlieren. Natürlich gibt es da auch Neid und Zank, aber ich finde sie im Vergleich zu meiner anderen Familie ziemlich rational. Meine Freunde zeichnen sich i.d.R. auch dadurch aus, dass sie sehr offen und tolerant sind. Fast alle sind international oder sozial engagiert oder interessieren sich dafür. Es wird auch vieles ausdiskutiert, wenn jemanden etwas stört und erst mal zugehört, was der andere zu sagen hat. Ich schätze mal, das käme der "über-menschlichen" Tendenz, wie du es andeutest schon näher. Im Übrigen müssen Triebe nichts schlechtes sein. Man kann auch ein sex-besessener Angeber mit aggressiven Tendenzen sein und sich trotzdem in die Gemeinschaft einbringen... (Ich verrate nicht, von wem ich gerade spreche ^^). Man könnte meinen, Kommunikation ist für mich das Allheilmittel. Zumindest habe ich gesehen, dass es schlimmeres im Normalfall verhindert.

    Also kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass sich die menschen egal wie lang sie noch existieren irgendwann selbst zu grunde richten werden.
    Mich wundert es eh, wie lange die Menschheit schon existiert...

    er ist höher entwickelt er ist die spitze der nahrungskette.
    Das bezweifle ich... Ganz ehrlich...

    der mensch ist eigentlich die niedrigste aller lebensformen.
    Datt schon eher... XD

    Und darum hasse ich auch diese menschen, die sich die ganze zeit wie tollwütige tiere benehmen. darum hasse ich die alle so abgrundtief dass es mich schmerzt sie jeden tag wiedersehen zu müssen.
    Wieder etwas, was ich von meinen Kumpels kenne. Jemand, der abgrundtiefen Hass verspürt, kann genauso gut vergessen haben, dass der Hass sich aus der Zuneigung entwickelt hat. Jede Medaille hat ja zwei Seiten. Warum nicht übertragen? Falls du irgendwann von diesen Gedanken wegkommen möchtest, von den Gedanken, dem Weltschmerz, den Aggressionen und so, dann denke mal öfter an die Medaille. Das hat mir immer sehr geholfen.

    morgen kommt dann wieder die arbeit in latein wo sich dieses perverse schwein dazu erdreistet mich zu bewerten. dieser ekelhafte mensch, er belügt sich auch jede sekunde selbst und denkt er könnte mich bewerten?
    Bist du denn schlecht in Latein? Lehrer und Noten sind grenzwertig. Wenn du das Abi hinter dir hast, wirst du bestimmt erleichtert sein.


    was denkt ihr?
    bin ich ein misanthrop?
    Also, im Vergleich zu meinen Kumpels und dem, wie man einen Misanthrop an seinen verhaltensweisen erkennt, würde ich nicht sagen, dass du einer bist. Aber dafür jemand, dem nicht alles egal ist. Sowas braucht die Welt! Nur friss nicht alles in dich hinein. Du wirst auch die Menschheit weder retten noch auslöschen können, meine ich. Ansonsten halte ich deine Einstellung für völlig verständlich. Manche nennen es sogar "gesund". ^^''
    aufwachen, träumerle...!


  7. #7
    Neuling
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    Ungefiltert kann niemand wahrnehmen, selbst ein erleuchteter Super-Buddha nicht. Unsere Augen sehen die Welt auf dem Kopf stehend. Unser Hirn dreht sie für das Ich mit immensem Aufwand "richtig", ohne daß Du es bemerkst. Soziale Filter von jungen Menschen sind einfacher, gröber als bei Erwachsenen. "Ungefiltert" war also der falsche Ausdruck, "einfacher gefiltert" wäre korrekter. Daß man in der Pubertät kuriose Probleme hat, ändert daran nichts.

    Zitat Zitat von Sandsturm Beitrag anzeigen
    Als Kind und Pubertierender hat man andere Probleme und sieht gar nichts ungefiltert.
    Geändert von Othello (10.12.2011 um 18:04 Uhr)

  8. #8
    Sandsturm
    Gast

    Standard

    Ich kann mich nicht erinnern, dass mich als Kind die Erwachsenenwelt interessiert hätte, also habe ich die nur wahrgenommen, wenn sie mich mal wieder geschnappt hat, um mich zu schlagen.

    Ich bin lieber Rad gefahren, habe Fußball und Tennis gespielt, bin Rollschuh gefahren und habe alles andere gemacht, was Kinder tun.

    Man merkt erst wie bekloppt oder noch viel bekloppter Erwachsene sind, wenn man arbeiten geht.

    Vorher sieht man gar nichts, weil man Kind ist.

    Und je mehr man sieht, sofern man die Augen und sich öffnet, kann man entweder zum Kriecher oder zum Menschenfeind werden.
    Die Meisten sind Kriecher, wollen die Schlechtigkeiten der Welt nicht sehen, weil sie damit nicht umgehen können.

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