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Thema: Bin ich gestört/verrückt?

  1. #1
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    Standard Bin ich gestört/verrückt?

    Hallo.....
    Ich weiß ich schreibe viel hier. Aber es gibt etwas, über das ich noch nie mit jemandem gesprochen habe. Es ist eine Angst in mir, die mich furchtbar stresst. Ich trau mich nicht das jemandem zu erzählen, nicht mal meinem Therapeuten, weil ich mich echt dafür schäme. Es wäre lieb, wenn ihr euch nicht irgendwie darüber lustig macht. Weil das ist für mich sehr schlimm und ich erzähle jetzt zum ersten Mal davon, obwohl ich das schon seit ungefähr 4 Jahren habe.
    Wenn es dunkel ist und/oder ich alleine bin, dann bekomme ich Angstzustände. Und zwar, weil ich...... :*( ...... ....... immer denke, ich werde beobachtet. Und das verrückte dabei ist, dass ich mir einbilde, dass das...... :*( ...... Geister machen. Also nicht weiße Bettlaken oder sowas, sondern richtig so mit Schatten und sowas.
    Ich weiß, das klingt so unglaublich und bekloppt. Aber mittlerweile weiß ich nicht mehr weiter. Ich schlafe nur noch mit Licht und angeschaltetem Fernseher. Zuerst war es nur 1 Licht, dann 2 Lichter, dann 3 Lichter und nun sind mir auch 3 Lichter zu dunkel. Und seit einiger Zeit hab ich das sogar Nachmittags, wenn ich mal alleine zuhause bin.
    Es gibt Tage, an denen das schlimmer ist, wo ich dann echt in meinem Zimmer sitze, mich nicht traue vom Stuhl aufzustehen, abends nicht mehr auf Toilette gehe, obwohl ich muss. Und dann sitze ich hier und weine und verkrampfe mich dabei fast schon.
    Ich bin nervlich total fertig.
    Ich will nicht schlafen gehen. Auch davor hab ich Angst, weil mich schlimme Träume plagen und ängstigen.
    Ich hoffe einfach nur so sehr, dass ihr mich nicht auslacht deswegen. Ich weiß selber, rein vom Verstand her, dass ich verrückt bin. Und dass das Schwachsinn ist, aber ich weiß nicht mehr weiter. ...... :*(
    Ich kann gerade selber kaum glauben, dass ich das geschrieben habe. Dass ich das endlich mal irgendwo erzählen konnte.

  2. #2
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    Hallo Bella,
    das ist gar nicht zum Lachen und ich glaube, dass mehr Menschen als man denkt Angst vor der Dunkelheit haben. Darf ich fragen, wie alt Du bist und ob Du alleine wohnst? In erster Linie wäre es ja für Dich wichtig, rauszufinden, wann diese Angst anfing und vorallem: aus welchem Grund. Wieso ausgerechnet Geister? Hast Du da eine Idee, wieso das so ist?
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  3. #3
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    Ich bin 17 Jahre alt, werde aber in wenigen Monaten 18. Derzeit wohne ich noch zuhause, aber im August beginnt meine Ausbildung und dafür muss ich weiter weg ziehen, alleine, in eine eigene Wohnung. Ich weiß nicht was ich dann machen soll. Aber diese Ausbildung bedeutet mir mehr als alles andere, sodass ich sie unbedingt machen will und danach auch weiter in dem Betrieb bleiben will.
    Ich weiß wohl, dass es anfing, als ich ungefähr 12/13 Jahre alt war. Seitdem wurde es immer schlimmer. Ich bin mir nicht sicher, aber damals ist meine Großtante gestorben und ich hab mir sie angesehen. Ich glaube da fing das an, aber sicher könnte ich das nicht sagen. Verstärkt hat sich das, als mein Opa vor etwas über 2 Jahren starb (mein Therapeut meint, das hat bei mir ein Trauma ausgelöst). Und nun hat es sich nochmal verschlimmert, als mein anderer Opa vor genau 3 Wochen starb. Vielleicht deswegen Geister. Aber wie gesagt, ich kann mich in meiner Vermutung auch irren. Obwohl ich denke, die eigene Vermutung täuscht nicht.

  4. #4
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    Ich trau mich nicht mein Zimmer zu verlassen. Das ist vor allem das Problem. Und wenn ich alleine wohne, dann drehe ich glaub ich vollkommen durch.

  5. #5
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    Bella, mir fällt auf, dass sich durch all Deine Threads die Todesfälle in Deiner Familie ziehen.
    Ich hab Dir an anderer Stelle schon mal was dazu geschrieben.
    Ich glaube nicht, dass es besser wird, wenn Du noch 10 Freds zu jedem einzelnen Symptom aufmachst. Bei Dir scheints um die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod an sich zu gehen. Und wie Du da mal Deinen Thera nutzen kannst, und welche zusätzlichen guten Kontaktstellen es gibt, die Dir da weiterhelfen könnten, davon hatten wr es auch schon mehrmals.

    Ausserdem scheinst Du Dich massiv an dem Wort Trauma festzubeißen. Vll liest Du mal ein gutes Buch über Trauma, um ein bißchen mehr Hintergrundwissen über Entstehen und Dynamik von Traumata zu erfahren?
    Ich weiss nicht, wie der Stand der Dinge ist: Du wartest auf die EMDR-Anwendung? Vll, weil Du denkst, mit ein bißchen Augenrollen ist alles weg und gut ist die Welt? Auch wenn die Methode bei Dir erfolgreich anschlägt (ich kenne sie nicht), aber das Thema ´Tod wird Dich dennoch Dein Leben lang begleiten, weil es dazu gehört. Um eine Auseinandersetzung damit wirst Du also nicht drum rum kommen.

  6. #6
    Neuling
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    Hallo mir geht es fast genauso. Auch seit ein Todesfall bei mir war, und durch meine langjährige Trennung.
    Ich hab seitdem fürchterliche alpträume. und immer wenn ich mich hinlege steigt bei mir eine ganz komische angst hoch. das hatte ich vor nicht gehabt.
    lg

  7. #7
    Verleger Avatar von Natz
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    Ach ja, das war ja die Geschichte mit EMDR...
    So oder so, Bella-Du solltest es angehen und es ist tatsächlich nicht geschickt, schon die vorgefertigte Diagnose zu haben und sich zu sehr darin zu verbeissen. Es ist ja auch so, dass bei jedem von uns Großeltern ect. sterben und wir alle damit umgehen müssen und nicht einfach kapitulieren und sagen, dass ist jetzt eben ein Trauma und fertig. Es wäre ja auch mal ganz sinnvoll überhaupt rauszufinden, was Dich am Tod so sehr schreckt und wieso Du so schlecht damit umgehen kannst.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  8. #8
    Gast784
    Gast

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    Bei Verlust und Trennung sind Rituale hilfreich. Nicht grundlos wurden/werden Beerdigungen ritualisiert. Man hat einen Platz, um trauern zu können, eine Gemeinschaft, in der man die Trauer teilt. Auch wenn vieles davon überzogen war (z.b. dass Frauen die Trauerkleiderpflicht hatten, der ihren Status anzeigte, was für Männer nicht galt usw.), aber eines war/ist an diesem ganzen - aus der Kirche stammenden - Klimbim sehr positiv: Es wurde damit signalisiert, dass etwas passiert ist, das den Alltag sprengt und daher Raum braucht.

    Heute wird der Tod komplett privatisiert und es wird einem dadurch suggeriert, dass man weiterhin zu funktionieren hat. Es ist kein Raum mehr da. Man kann sich den aber selbst wieder schaffen, indem man sich mit den Menschen, die vom Verlust betroffen sind, verständigt, sich einen Platz der Erinnerung schafft (das berühmte Bild im Wohnzimmer, einen Platz zum Gedenken, das muss nicht zwangsläufig das Grab sein etc) usw.
    Zum Glück gibts inzwischen wieder Gegenbewegungen, z.B. die Hospizbewegung mit ihren ausgebildeten TrauerbegleiterInnen.

    Es gibt auch Trennungsrituale, die man für sich alleine auch später noch durchführen kann, um die energetische Verstrickung zu lösen.

    Trauer aufgrund von Tod oder anderweitigem Verlust ist keine Krankheit. Sie kann aber krank machen, wenn sie keinen Raum kriegt. Völlig unnötig.
    Geändert von Gast784 (02.02.2011 um 11:46 Uhr)

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