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Thema: Bin ich traumatisiert?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Bin ich traumatisiert?

    Hallo,

    an jenem Tag ging mein bester Freund bei "grün" über die Straße, ich war im Kiosk und dann kam so einer mit dem Auto angerast und hat ihn voll erwischt... Ich bin direkt blind auf die Straße gerannt und hab alles mögliche getan was ich konnte, auch versucht die Blutung am Kopf zu stoppen wobei dann meine hände voller Blut waren was mir auch egal war. Der Notarzt meinte das ich sein Leben gerettet hätte und im Krhs war auch eine Besserung in Sicht. Ich war, so oft ich konnte im Krankenhaus, auch über Nacht an seinem Bett, habe ihn morgens gewaschen und hatte immer gehofft das er aus dem Koma wacht aber an jenem Sonntag Abend bzw. nacht zu Montag kam der Anruf vom Krhs das er um 3.25 Uhr... In der ersten Woche wurde ich permanent um 3.15 Uhr wach. Mir geht die Szene so oft durch den Kopf wie im einem Film, wenn ich am Grab bin kommen mir jedesmal die Tränen und schlaflose Nächte... Das Personal im Krhs hat mich damal gefragt woher ich die Kraft nehme nach dem Arbeiten und in der Nacht nach dem Anruf muss ich wohl auf der Station zusammengebrochen sein... Ich komme da einfach nicht drüber hinweg das mein bester Freund gegangen ist und dieses A**** könnte ich in die Luft zerreißen...

    Zum anderen ist meine Mutter (fast 52 Jahre alt) schwer krank. Irgendwie mekre ich, das es langsam zu Ende geht. 1998, da war ich 15, hat sie ein Herz transplantiert bekommen, Lungenkrebs (halbe Lunge entfernt), Hirninfarkt, Schlaganfall vor 1 Woche Herzstillstand hat sie alles überwunden. Morgen oder Dienstag steht ein Herzschrittmacher auf dem OP-Plan. Nach außen hin mache ich einen normalen Eindruck aber den Sachen kommt mir immer wieder hoch(vor allem mein verlorener bester Freund). Eine nacht habe ich sogar schon davon geträumt das es meine Mutter nicht geschafft hat... Was ist mit mir? Ich fühle mich so als verlassen mich manchmal die Kräfte aber bis jetzt hat zum Glück der Körper standgehalten...

    Ein paar schlaflose Nächte habe ich aktuell hinter mir, meine Leistung auf der Arbeit lässt zu wünschen übrig worauf ich deswegen Druck kriege aber ich schaffe es einfach kaum noch...

    Ich habe einen nicht gerade leichten Schritt gewagt aber das ist langfristig der "sicherste" Weg meiner Meinung nach. Habe mich um einige Jobs beworben, jedoch außerhalb meiner Heimat und auch nicht in der Nähe. So habe ich die Möglichkeit ein neues Leben anzufangen was gewiss am Anfang nicht leicht wird, sonst gehe ich immer mehr ein, das merke ich auch, das es "intensiver" wird... Aktuell weiß ich echt nicht was ich tun könnte...

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    hallo Brain,

    das ist unglaublich viel, was Du zu (er-)tragen hattest und hast. Auch wenn Du weg gehst, wirst Du nie mehr die selbe sein, das ist Dir bestimmt auch klar.
    Was Du aktuell tun könntest - guck doch, dass Du professionelle Begleitung bekommst, z.B. bei der Hospizvereinigung. Die bieten sowohl Trauergruppen an wie auch Hilfe bei der Begleitung von schwerst Kranken. Denn auch wenn Du Freunde zum reden hast, die sind vll damit überfordert, weil sie zum einen Dir zu nahe stehen, und zum anderen selbst solche Erfahrungen nicht gemacht haben und daher vll nur hilflos dastehen.

    Zitat Zitat von Brain Beitrag anzeigen
    Ich habe einen nicht gerade leichten Schritt gewagt aber das ist langfristig der "sicherste" Weg meiner Meinung nach. ..
    Der sicherste Weg in welcher Hinsicht?

    Wünsch Dir viel Kraft

    lg Gaby
    Geändert von Gast784 (22.09.2008 um 06:09 Uhr)

  3. #3
    Verleger Avatar von Natz
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    Hallo Brain!
    Das ist echt eine schlimme Geschichte und klar, dass man da traumatisiert ist. Leider verschwindet dass nicht ohne "Arbeit". Ich schließe mich da auch Gabi an, such Dir Hilfe, einen Thera oder versuch dass, was Gabi meinte. Sonst riskierst Du vll, dass die Symptome immer mehr werden und Du die Sache nie richtig verarbeitest. Die Belastung zusätzlich mit Deiner Mutter ist auch kein Pappenstil-steh dass nich allein durch.

    LG,

    Natz
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  4. #4
    Neuling
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    Hallo,

    danke für die Antworten. Ich mekre es selber das es langsam "mehr" wird...

    Mit dem sichersten Weg meinte ich, das ich da von ganz vorne anfangen kann

    Brain

  5. #5
    Neuling
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    Zitat Zitat von Brain Beitrag anzeigen
    Hallo,

    danke für die Antworten. Ich mekre es selber das es langsam "mehr" wird...

    Mit dem sichersten Weg meinte ich, das ich da von ganz vorne anfangen kann

    Brain
    Lieber Brain,

    Ich kann das alles sehr gut nachvollziehen und leide ein Stück mit Dir.
    Bitte gib dem Gefühl eine Gegenwehr und begib Dich in Profi.Hände.
    Ich habe auch in kürzester Zeit (Innerhalb der letzten 4 Jahre) meine ganze Familie verlohren (sie tod aufgefunden). Ich habe mir dafür die Schuld gegeben, angefangen mich selbst zu verletzen und aufzugeben.
    Traumatisiert trifft das Ganze sehr gut, deshalb habe ich mir Hilfe gesucht und auch gefunden.
    Ich kann Dir nur raten das selbe zu tun, gib Dich nicht diesem Trauma hin, lebe weiter und nimm Dir die Hilfe, die Du meiner Meinung nach dringend brauchst, um wieder im Leben zu stehen.
    Es hängt so viel davon ab.
    Erfahrungen sind wichtig, auch wenn es nicht nur gute sind.
    Alles liebe und viel Kraft für die Zukunft.

    Bide

  6. #6
    Neuling
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    Zitat Zitat von Brain Beitrag anzeigen
    Hallo,

    danke für die Antworten. Ich mekre es selber das es langsam "mehr" wird...

    Mit dem sichersten Weg meinte ich, das ich da von ganz vorne anfangen kann

    Brain
    Lieber Brain,

    Ich kann das alles sehr gut nachvollziehen und leide ein Stück mit Dir.
    Bitte gib dem Gefühl eine Gegenwehr und begib Dich in Profi.Hände.
    Ich habe auch in kürzester Zeit (Innerhalb der letzten 4 Jahre) meine ganze Familie verlohren (sie tod aufgefunden). Ich habe mir dafür die Schuld gegeben, angefangen mich selbst zu verletzen und aufzugeben.
    Traumatisiert trifft das Ganze sehr gut, deshalb habe ich mir Hilfe gesucht und auch gefunden.
    Ich kann Dir nur raten das selbe zu tun, gib Dich nicht diesem Trauma hin, lebe weiter und nimm Dir die Hilfe, die Du meiner Meinung nach dringend brauchst, um wieder im Leben zu stehen.
    Es hängt so viel davon ab.
    Erfahrungen sind wichtig, auch wenn es nicht nur gute sind.
    Alles liebe und viel Kraft für die Zukunft.

    Bide

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