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Thema: Bin ich zu empfindlich und intolerant?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Bin ich zu empfindlich und intolerant?

    Hallo alle zusammen,

    ich habe mit meinem Mann ab und zu mal eine Diskussion über Menschen bzw. menschliches Verhalten insgesamt. Wir sind beide eher der Typ Einzelgänger und ehrlich gesagt finde ich die meisten Menschen eher anstrengend. Mein Mann meint ich bin in der Hinsicht sehr streng und erwarte zu viel von meinen Mitmenschen. Darüber mache ich mir schon so meine Gedanken. Daher würde mich mal interessieren wie ihr das hier so seht. Hier geht es nicht um echte Freundschaften, sondern um lose Kontakte oder Verwandte, die man sich ja nicht so aussuchen kann.

    Ich gebe mal ein paar Beispiele was ich bei anderen Menschen anstrengend finde:

    - Mir fällt bei vielen Leuten auf, das sie manchmal die Meinungen ändern, wie es ihnen gerade in den Kram passt. So ist dann zum Beispiel ein Hobby x erst blöd und wenn dann aber zum Beispiel ein romantisches Interesse besteht und das Hobby x wird von der Person des romantischen Interesses ausgeübt, ist plötzlich Hobby x doch toll. Klar hat jeder Mensch das Recht seine Meinung zu ändern und klar verstehe ich total das so ein Hobby genutzt werden kann um seiner Liebschaft nahe zu kommen. Was mich an solchen Kommentaren echt irritiert, ist, dass jede dieser Meinung mit einem Brustton der Überzeugung vorgetragen wird. Und da ich ein sehr aufmerksamer Mensch bin, merke ich mir was mir die Leute so erzählen. Mein Mann meint eben das die meisten eh nicht so aufmerksam zuhören wie ich und dementsprechend fällt denen das dann gar nicht auf. Ich merke einfach für mich dann im Laufe der Zeit das ich solche Leute nicht mehr so ernst nehme und das finde ich Schade.

    - Es gibt so einen Schlag Menschen, die einfach gern Ratschläge verteilen. Ich habe da meine eigenen Handlungen in der Hinsicht auch komplett durchgeleuchtet - mache ich Hinweise auf dieses Thema? Jammere ich vielleicht unbewußt rum, so dass der Gegenüber eigentlich nur helfen möchte? usw. Daraufhin habe ich erkannt, ja einiges bringe ich dadurch unbewußt selbst ins Spiel. Das habe ich geändert. Die Ratschläge sind dadurch wirklich weniger geworden, aber trotzdem kommt es immer wieder dazu. Ich bin ein Mensch, der nur Ratschläge gibt, wenn ich auch danach gefragt werde. Warum fühlen sich andere dazu berufen sich da so mitzuteilen? Ich verstehe das nicht. Ich gehe einfach grundsätzlich davon aus das meine Mitmenschen schon wissen was sie da tun und fände es anmaßend mir da ein Urteil zu erlauben.

    - Was mir auch immer wieder auffällt, das manche Leute dazu neigen das Leben des Gegenübers zu bewerten. Mal ein Beispiel. Ich bin schwanger und habe eine Erkrankung, die während der Schwangerschaft zwingend mit berücksichtigt werden muss. Es läuft alles super. Ich kenne jemanden, der auch diese Erkrankung hat. Ich habe diese Erkrankung irgendwann bewußt aus unserer Kommunikation herausgehalten, weil ich schon merkte das wir da unterschiedliche Herangehensweisen dazu haben. Ich habe mich viel erkundigt und weiß das die Krankheit durch die Hormnonumstellung während der Schwangerschaft ein wenig anders zu betrachten und zu behandeln ist als wenn keine Schwangerschaft besteht. Ich bin da sehr aktiv mich zu erkundigen und kann dadruch sehr gut ohne viele Medikmente auskommen. Diese Person hat sich bisher nur marginal mit dieser Krankheit beschäftigt und hat dadurch auch schon einige Folgeschäden dadruch bekommen. Nun hat er mich letztens gefragt wie es mit dieser Erkrankung und der Schwangerschaft aussieht. Ich hab ihm kurz geantwortet und er meinte dann daraufhin ich würde da total übertreiben. Ich soll das mal ruhiger angehen. Ja, ich mache mehr bezüglich der Krankheit während der Schwangerschaft, aber eben weil das so sonst nicht anders funktioniert oder ich müsste eben eine Latte an Medikamenten nehmen, was ich aber meinem ungeborenen Kind nicht zumuten möchte - gerade auch wenn ich die Möglichkeit habe das anders zu regeln. Mich ärgert auch dieses Nichtwissen dahinter. Ich hatte ihm das nämlich schonmal gesagt gehabt das diese Erkrankung in der Schwangerschaft etwas anders 'funktioniert'. Ich persönlich weiß ja wie es ist mit einer chronischen Erkrankung zu leben und bin da niemand der urteilt. Das muss wirklich jeder mit sich selbst ausmachen. Ich würde dieser Person ja auch nicht sagen weil du da nicht so drauf achtest, lebst du mit den und den Folgeerkrankungen. Damit hätte ich zwar Recht, ist aber seine Sache find ich. Er weiß ja darum.

    Bei den Themen bewerten und Ratschlägen frage ich mich warum ich es da nicht so richtig schaffe auf Durchzug zu schalten. Ist es wirklich zuviel verlangt das andere einen nicht immer wieder belehren und kritisieren? Oder ist es wie mein Mann sagt normal das die meisten Menschen so sind und ich einfach mehr lernen sollte da auch Durchzug zu schalten.

    Wie geht ihr denn damit um?

    Ich bin gespannt auf eure Antworten.

  2. #2
    Nachwuchs Autor Avatar von Awenasa
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    Hallo Novum,

    manche Menschen belehren oder kritsieren gern, richtig. Ich persönlich finde aber nicht, dass ich sowas höflich ignorieren muss. Ich sage dann einfach an, wenn mir eine Kritik oder eine Belehrung nicht passt. Dann kann mein Gesprächspartner reagieren. Durchzug ruft keine Reaktion hervor. Die Leute können keine Gedanken lesen. Halte ich also nur für die richtige Option, wenn du dir das immer wieder (nicht) anhören willst.

  3. #3
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    Danke Awenasa. Ich frage mich nur wie ich das am besten formulieren kann das ich diese Beuteilungen und Ratschläge nicht möchte. Das klingt immer so einfach, aber mir fällt da wirklich nix ein. Wie reagierst du denn darauf?

  4. #4
    Nachwuchs Autor Avatar von Awenasa
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    Ich bin für direkt.

    Ungefragter Rat: "Wenn ich einen Rat von dir möchte, frag ich dich danach. Mir wäre es lieber, wenn du mir künftig nicht ungefragt Ratschläge erteilst. Es stört mich/es nervt mich."
    Beurteilung: "Ich mag das genau so wie ich das mache."

    Ist jetzt beides eher neutral. Brauchst du das noch netter als so?

  5. #5
    Neuling
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    Ja, direkt gefällt mir auch. Höflicher kann ich ja ggf. auch situativ einfließen lassen. Vielen lieben Dank dir.

    Mir ist bei meiner Schwiegermutter mal folgendes passiert. Und da weiß ich bis heute nicht wie ich darauf hätte 'gut und richitg' regieren können. Vielleicht hast du da eine tolle Reaktion auf Lager.

    Wieder mal eine Ratschlagflut mit mehreren Sätzen, die mit "du musst...." und "du solltest..." begannen. Da war ich dann direkt das ich momentan so viele Ratschläge bekomme und mir das zu viel ist.
    Ihre Reaktion darauf: "Ich? Ich hab dir doch noch NIE einen Ratschlag gegeben. Außerdem kannst du dir ja alles anhören und kannst dann selbst entscheiden was du machen willst."

    Mich hat das sehr lang beschäftigt. Habe ich das Recht zu sagen keine Ratschläge zu wollen? Bei der Frage konnte ich das irgendwann innerlich mit gutem Gewissen mit ja beantworten. Ich persönlich würde zwar nicht auf die Idee kommen andere mit Ratschlägen zu bombardieren, aber selbst wenn das mal ein Selbstläufer wäre, wäre ich innerlich eher betreten und würde das schon irgendwie als Einmischung ins Leben anderer sehen.

    Dann hab ich mich gefragt, zicke ich da wirklich rum, weil ich kann ja wirklich selbst entscheiden welchen Ratschlag ich haben will und welchen nicht. (Mal davon abgesehen das diese oben genannte Aussage doppeldeutig ist und ihr offenbar schon klar ist das sie Ratschläge gegeben hat!) Aber auch da bin ich zu dem obigen Entschluss gekommen. Das ist ja kein Argument für übergriffiges Verhalten zu sagen du kannst es dir ja trotzdem aussuchen. Ironie on: Wie großzügig! Ironie off.

    Naja auf jeden Fall weiß ich bin heute nicht wie ich da hätte gut kontern können. Zu sagen hey du hast mir aber sehr viele Ratschläge gegeben, eröffnet ja bei so einer Argumentation eher die Diskussion du lügst, nein du lügst usw. Das ist ja nicht gerade zielführend.

  6. #6
    Nachwuchs Autor Avatar von Awenasa
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    Ich würde auf vergangene Ratschläge gar nicht eingehen und das auch nicht später anmerken. Das bringt nichts, weil es schon gelaufen ist. Wenn sie künftig wieder anfängt, wäre es sinnvoll, dass gleich am Anfang zu blocken. Zumindest zu versuchen. Bei älteren Damen, ist das manchmal nicht leicht. Gern kannst du auch drauf hinweisen, wie alt du bist und das du alt genug bist, deine Probleme selber zu lösen. "Schwiegermutti, ich bin jetzt (hier Alter einfügen) Jahre alt, ich kann das schon alleine." Ist sehr lustig wie manche Leute da gucken bei dem Satz. Meist hilft der trotzdem.

  7. #7
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    Zitat Zitat von Novum Beitrag anzeigen
    Bei den Themen bewerten und Ratschlägen frage ich mich warum ich es da nicht so richtig schaffe auf Durchzug zu schalten. Ist es wirklich zuviel verlangt das andere einen nicht immer wieder belehren und kritisieren? Oder ist es wie mein Mann sagt normal das die meisten Menschen so sind und ich einfach mehr lernen sollte da auch Durchzug zu schalten.
    .
    Hallo Novum,

    Ich selber hab auch viel zu lange versucht auf Durchzug zu schalten, das war jetzt in der Rückschau falsch, es sendet das falsche Signal. Wenn du nicht reagierst denkt der andere es ist ok und macht weiter und weiter und wird immer übergriffiger, wenn er denn so gestrickt ist.

    Ich finde die Sicht deines Mannes eher auffällig der denkt das die meisten Menschen so sind. Wenn ich es jetzt richtig in den Zusammenhang bringe dann ist es so das seine Mutter so ist, das heist nicht das die meisten Menschen so sind, ganz im Gegenteil.

    Auf Durchzug stellen ist genau das Gegenteil vom Grenzen setzen und ich denke genau darum geht es.

    Wenn ich um Rat frage dann möchte ich einen Rat dann kann der andere kommen wenn ich nicht Frage dann ist das Ratschlag geben übergriffig.

    Gerade da du schwanger bist finde ich es ganz wichtig das du da Grenzen ziehst sonst kommen aus jeder Ecke kluge "Ratschläge" wie es denn laufen soll. Klar sollte sein es läuft so wie du es willst, ohne Diskussion und wenn du Hilfe brauchst dann sagst du das von dir aus. Kurz, knapp, klar.

    LG

  8. #8
    Neuling
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    Danke für eure Antworten.

    Ricarda66 genau den Gedanken habe ich auch, dass ich damit einfach das falsche Signal setze, bzw. schon seit Jahren die falschen Siganle gesetzt habe und nun bin ich schwanger und habe den Salat. Mein Mann möchte vermutlich einfach keinen Streit zwischen seiner Frau und seiner Mutter, was ich zum Teil schon nachvollziehen kann. Und er sieht die Menschen nicht generell so, sondern eher im familiären Kontext, wo man sich ja die Leute leider nicht aussuchen kann.
    Aber die Ratschläge kommen leider nicht nur von seiner Mutter, sondern lauern tatsächlich überall. Unser Baby ist total normal entwickelt, laut den Tabellen. Ich selbst muss aufgrund einer Vorerkrankung stark auf mein Gewicht achten und hab daher nicht so viel zugenommen. Letztens war ich beim Zahnarzt und da meinte die Zahnarzthelferin: "Also für Ihre Schwangerschaftswoche haben Sie aber einen kleinen Bauch!" Ich hab noch niemals irgendeine Bauchgröße kommentiert, weder schwanger, noch unschwanger (also wenn jemand zugenommen hat).
    Ich habe das Gefühl das die Schwangerschaft wie ein öffentlichen Gut ist, wo jeder meint mitreden zu dürfen. Das wird mit Kind mit Sicherheit nicht besser und das ist mir auch bewußt. Mittlerweile sehe ich das auch als Übung für später an.

    Es tut mir leid, dass du diese Erfahrung mit mir teilst. Aber ich bin trotzdem froh das von dir zu lesen das es mir nicht allein so geht und Höflichkeit leider oft die falschen Signale sendet.

    Awenasa danke dir auch. Vielleicht sollte ich mein Alter tatsächlich mal anbringen in so einer Situation. Ich bin ja so erzogen worden das es eher frech ist so provokant zu antworten. Aber ich denke das ist einfach gerade mein Lernprozess, wenn mir jemand blöd kommt, muss er halt mit einer entsprechenden Antwort rechnen.

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