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Thema: Bin ratlos, wie ich mich verhalten soll...

  1. #1
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    Böse Bin ratlos, wie ich mich verhalten soll...

    Hallo,

    bei meinem Vater wurde ein endogenes maniformes Syndrom diagnostiziert, bei meiner Mutter eine Depression, beide lehnen aber eine Therapie ab.

    Wie gehe ich mit Eltern um, mit denen ich nicht wie mit Erwachsenen reden kann sondern nur mit deren "inneren Kindern", die ständig versuchen, mir mit "emotionaler Erpressung" Schuldgefühle eintrichtern wollen, um zu bekommen, was sie wollen, was manchesmal auch klappt bei mir ESEL!
    Erst jetzt stelle ich mir die Frage, ob ich überhaupt die Konsequenzen von deren unbehandelten psychischen Krankheiten ertragen muss?

    LG Nurielle

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    hallo Nurielle,

    wie alt bist Du denn und wohnst Du noch daheim?

  3. #3
    Neuling
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    Halt DICH FEST!

    Ich bin Ende 40 und seit 20 Jahren verheiratet und aufgrund einer Kindheit, die durch 16 Jahre schwerste Misshandlungen geprägt war, habe ich immer noch Angst vor denen...

    :

    Ich bin echt verzweifelt...

  4. #4
    Gast784
    Gast

    Standard

    Du, find ich nicht so ungewöhnlich. Es passiert öfter, dass Traumatisierungen im Elternhaus erst in der Lebensmitte so richtig rauskommen und (neu) angeschaut werden wollen.

    Die Diagnosen Deiner Eltern waren Dir lange nicht bekannt, verstehe ich das richtig, d.h. Du kannst jetzt vieles anders bewerten?

    Ich nehme mal an, dass Du viel (nicht unberechtigten) Zorn wegen Deiner Kindheit noch in Dir hast. So eine Krankheit hat ja immer auch einen gewissen Krankheitsgewinn für den Betroffenen, was das ganze jetzt nicht bagatellisieren soll. Aber dieser Gewinn für sie ist wiederum Dein Schaden, denn wenn Du bisher noch gehofft hast, mit ihnen irgendwann mal Tacheles reden zu können und von Ihnen so was ähnliches wie Rechenschaft einfordern zu können, so läufst Du damit natürlich jetzt gegen die Wand, denn sie haben ja Ihre Krankheit und müssen geschont werden, und können nix dafür und blablabla.. Nicht gut, wenn man selbst mit dickem Hals auf Kohlen sitzt..


    Erst jetzt stelle ich mir die Frage, ob ich überhaupt die Konsequenzen von deren unbehandelten psychischen Krankheiten ertragen muss?
    berechtigte Frage. Ich tapse noch etwas rum und hab noch nicht was wirklich greifbares dazu.

    Ich denke, es vermischen sich da zwei Ebenen, die Du getrennt voneinander betrachten müsstest:

    da ist einmal das tief verletzte Kind, das mit den Eltern keinen Frieden finden kann, weil es nicht aus deren destruktiven Bannkreis kommt,

    und da gibt es die Frage nach der Fürsorge der eigenen Eltern. Und das kann auch schnell eine rechtliche Frage werden.

    Aber so wie ich das rauslese, ist Dein Hauptanliegen die Ebene des verletzten Kindes und wie Du als Erwachsene dieses aus diesem Sumpf hinüber in Dein Leben hieven kannst, oder? Also Abgrenzung.

    Du schreibst selbst, dass die Angst Dich hindert, Dich von ihnen abzugrenzen. Ist es das Kind in Dir, das noch diese sch.. Angst hat? Reicht es nicht, diesem Kind zu sagen, dass es vorbei ist und nichts mehr passieren kann? Gibt es auch eine konkrete Bedrohung in der Gegenwart?

    Was würde passieren, wenn Du Dich abgrenzt, indem Du z.B. nur noch einmal im Monat oder so ähnlich nach ihnen schauen würdest, und ihnen das auch genau so vermittelst?
    Geändert von Gast784 (02.09.2010 um 21:50 Uhr)

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    Nurielle (03.09.2010)

  6. #5
    Verleger Avatar von Natz
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    Hallo Nurielle,

    hast Du denn mal was für Dich selbst therapheutisch getan? Es ist auch nicht ungewöhnlich bei solchen Geschichten, dass man da auch als erwachsene Frau immer noch drin hängt. Wichtig wäre, dass Du Dich damit auseinandersetzt und auch den Abstand dazu findest. Du bist nicht der Zivi Deiner Eltern.
    Jetzt habe ich gerade noch einmal nachgelesen, Nurielle, weil ich dachte, wir haben doch schon mal drüber geschrieben. Hast Du denn seit dem keine Versuche gemacht, für Dich da rauszukommen (ohne Vowurf). Ich habe nur das GEfühl, dass Du da nicht rauszukommen scheinst.
    Geändert von Natz (02.09.2010 um 21:55 Uhr)
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  7. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Natz für den sinnvollen Beitrag:

    Nurielle (03.09.2010)

  8. #6
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    Hallo, Ihr Lieben und 1000 Dank für Eure Zeilen!

    Habe seit damals sehr gut mit dem an mir arbeiten können, was ich hier geraten bekommen habe, es hat auch sehr viel gebracht und ich konnte mich soweit abgrenzen dank der wertvollen Tipps hier.
    Nur hatte ich nun wieder einen herben Rückschlag, weil ich nie weiß, WANN sie wieder gemein werden. Einmal so und einmal so. Vom Verstand her müsste ich sie einfach so lassen können, wie sie nun mal sind, aber ich treibe mich neuerdings in Buchhandlungen herum und sauge alles auf, was ich tun kann, um meinem inneren Kind helfen zu können.

    Mit meiner Sozialphobie habe ich es noch nicht geschafft, eine Therapie zu beginnen und ich habe Bedenken, dass jemand, der das alles nicht mitgemacht hat, mich überhaupt verstehen kann, sich einfühlen kann. Auch musste ich mein Leben lang alles mit mir selbst ausmachen, da war doch niemand, da fällt es extrem schwer, Hilfe anzunehmen.

    Hm, ja, wenn was ist, dann klopft der Staat an meine Türe. Die Diagnosen weiß ich seit wenigen Jahren, das hat es ein wenig leichter gemacht, ich hatte schon an mir selbst gezweifelt.
    Für mich würde es Sinn machen, zusammen eine Familientherapie zu machen oder eine Familienaufstellung, da wäre ich sofort dabei, aber bei dem Vorschlag stoße ich nur auf Entrüstung und Empörung, schließlich sind sie "vollkommen gesund" und ICH bräuchte eine Therapie. Der Hausarzt sieht das anders..., aber er sagte mir, er könne auch nichts machen, wenn sie keine Krankheitseinsicht hätten, so könne er leider nichts tun und ich stehe wieder alleine da.


    Ich denke, ich arbeite mal mit den Büchern "inneres Kind", vielleicht sind es ja auch ihre "inneren Kinder", die sich so aufführen, ich muss mir das erstmal alles anlesen.

    Momentan kann ich einfach die emotionalen Erpressungen nicht mehr ertragen, bin innerlich ausgebrannt.


    Liebe Grüße von Nurielle
    Geändert von Nurielle (03.09.2010 um 17:48 Uhr) Grund: Tippfehler, sorry...

  9. #7
    Gast784
    Gast

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    hallo Nurielle,

    in eine Familienaufstellung werden NICHT die echten Familienangehörigen einbezogen. Meine Familie weiss bis heute nicht, dass ich seit Jahren immer wieder mit dieser Methode arbeite. Und es gibt auch keinen Grund, warum sie es wissen müssten.

    Eine Systemaufstellung (das Wort ist mir lieber, weil die Methode auf alle möglichen Systeme anwendbar ist) wird mit Stellvertretern gemacht. Sogar für Dich wird erst mal ein Stellvertreter genommen, und Du erst später zur Erarbeitung des Lösungsbildes an dessen Stelle reingenommen.

    Familienaufstellung bitte nicht verwechseln mit Familientherapie. Mit letzterer hab ich keine Erfahrung, aber ich schätze, Deine Eltern stecken viel zu sehr in ihren Erkrankungen drin und daher wird eine Familientherapie keinen Sinn machen. Die müssten erst mal lernen, sich mit ihrer Erkrankung auseinanderzusetzen und damit zu leben. Aber das verweigern sie ja anscheinend. Wahrscheinlich haben sie einfach einen zu hohen Krankheitsgewinn. Der darf aber nicht zu Deinen Lasten gehen.

    Tatsächlich hatte ich beim Lesen auch den Gedanken einer Systemaufstellung, da Du ja keine Anfängerin mehr bist und mit der Problematik schon lange Dich auseinandersetzst. Eine solche bitte aber nur bei gut ausgebildeten Leuten, die mit Dir ein Vorgespräch machen und Nachbetreuung anbieten. So wirksam die Methode sein kann, weil sie stark lösungsorientiert ist, so heftig können aber auch die Schwankungen der Seele danach sein. Mit ein bisschen blabla ist es da dann nicht getan, da muss sich einer schon gut auskennen.
    Geändert von Gast784 (03.09.2010 um 17:44 Uhr)

  10. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    Nurielle (03.09.2010)

  11. #8
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    Hm, stimmt, da hast Du vollkommen Recht!

    Die Familientherapie kann ich bestimmt knicken, wenn sie nicht mitspielen und durch mein erstes Buch, das ich über das "innere Kind" gelesen habe, war eben auch die Rede von dieser Systemaufstellung!
    Ein Kollege hat das mal machen lassen, der gab mir gestern eine Adresse, seitdem hat er ein super Verhältnis zu seinen Geschwistern und konnte sich den Abstand zu ihnen damit erarbeiten.

    Ich habe halt nur gelesen, dass man symbolisch einen mehr oder weniger schweren großen "Stein der Verantwortung" an Stellvertreter der Familie gibt, also "Lasten" zurück gibt, oder so.
    Und dass dazu die "richtige" Familie nicht anwesend sein müsste.
    Es würde auch vorkommen, dass alles sehr emotional werden könnte, da ja selbst auch TOTE Familienmitglieder durch Stellvertreter ersetzt werden könnten!

    Hm, werde mich erst GRÜNDLICHST!!! einlesen, lieben Dank dafür, dass Du mir das mit der verantwortungsvollen Nachsorge geschrieben hast! Das werde ich beachten!


    Ganz lieben Dank Euch beiden für Eure lieben Zeilen, habe mich unendlich gefreut und werde mal die Richtung einschlagen, mein eigenes "inneres Kind" mal näher zu betrachten und mich nach einer seriösen Systemaufstellung umgucken.


    Viele Grüße von Nurielle



    Habe heute Nachtschicht und werde mal alles gründlichst bedenken!
    Geändert von Nurielle (03.09.2010 um 18:44 Uhr) Grund: hatte statt Systemaufstellung Familientherapie geschrieben, so sorry :D

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