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Thema: Bin zu faul oder zu sehr von mir selbst überzeugt?

  1. #1
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    Unglücklich Bin zu faul oder zu sehr von mir selbst überzeugt?

    Da ich neu hier bin; erstmal ein herzliches Hallo!


    Nun zu meinem offensichtlichem Problem. Ich weiß wirklich nicht ob ich einfach nur faul bin :/

    Lernsituationen sehen so bei mir aus:

    Ich denke mir, dass ich mal anfangen sollte für eine Klausur zu lernen, da es nur noch 3 Wochen bis dahin sind. Promt wird mir übel und schwindelig, ein wirkliches Unwohlsein...das ganze zieht sich 2-3 Tag hin, wo ich jede Nacht mit einem ziemlichen schlechten Gewissen ins Bett und gehe und mir vorbete wie sehr ich den Tag doch verschwendet habe...fang ich dann an zu lernen, muss mein Zimmer erst aufgeräumt sein, es muss totenstill sein und dann zieht sich wieder alles hin.

    Bis ich meine erste Karteikarte fertig habe vergeht fast eine Stunde, entweder fand ich die Schrift zu krackelig, zu groß oder die Farbe des Stifts hat mir nicht gefallen...bis ich einfach resigniere und nicht eine nach den anderen Karten zerreiße und wegschmeißen, auch wenn ich auf jeder Karteikarte mind. noch ein Wort finde, was nicht so schön geschrieben ist wie die anderen...

    Bin ich dann endlich im lernen drin kommen hundert andere Gedanken, ich kann versuchen mich so sehr zu konzentrieren wie ich will, es geht einfach nicht...bis irgendwann nur noch 2 Tage vor der Prüfung sind, dann gehts aufeinmal, auch wenn es durch den ganzen Stress sehr unangenehm ist und ich den ein oder anderen Heulanfall bekomme.

    Klausuren wurden bis jetzt auch alle bestanden, wenn auch nur leider zwischen 2,5 und 3,0. Nach jeder Klausur bin ich enttäuscht und nehme mir vor nächstes mal noch eher zu lernen (weil ich irgendwie denke ich könnte mehr aus mir rausholen, vllt auch nur ein Irrglaube...). Was ich auch tue, aber dann passiert wieder das selbe wie oben...

    Ich weiß nicht woran es liegt, es ist erst so, seitdem ich zur Uni gehe, der Stoff ist auch nicht besonders schwer oder der gleichen. Oft macht er mir ja auch Spaß..aber ich bekomm es einfach nicht hin...ich weiß auch nicht was mit mir los ist, oder ob ich die einfach in die Kategorie "faule Sau" gehöre, da ich im Rest meines Lebens eig nicht "so" bin...

    Naja würde mich freuen, wenn mir jemand helfen könnte :|

  2. #2
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    In welchem Semester bist du? Wohnst du nach am Campus? Falls nicht, würde ich versuchen, viel Zeit auf dem Campus zu verbringen. Gerade die Bibliothek oder leere Seminarräume sind gute Plätze zum Arbeiten. Sonst verfällst du immer in den alten Trott, sobald du zu Hause bist. Oder es wartet eine unangenehme Überraschung auf dich zu Hause. Wohnst du allein?
    aufwachen, träumerle...!


  3. #3
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    Komme ins 3. Semester und wohne knapp 2 Stunden vom Campus entfernt, wäre also eig tägliche Verschwendung von 4 Stunden, da ich im Zug mich absolut nicht konzentrieren kann und zu den 2 Stunden ein 45 minütiger Marsch dazu gehört...

    Ich wohne Zuhause bei meinen Eltern und bei meinem Bruder, da gibt es auch keine Probleme, ich wenn sie drum bitte leise zu sein, sind sie es auch. Sie kennen meine "kleine Macke", dass ich nur bei vollkommener Ruhe lernen und gehen teilweise auch so lange in die Stadt oder zu Freunden. Das ganze finde ich mehr als rücksichtsvoll und bin deswegen auch sehr dankbar. Auch wenn ich oft ein schlechtes Gewissen deswegen habe.

    In die städt. Bibliothek kann ich nicht, da geht es oft lauter zu als in einer Disco, warum sich darum keiner kümmert? Eine sehr gute Frage...

  4. #4
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    Gut, dass deine Familie dich so unterstützt. Ich hoffe, dass sie trotzdem nicht zu den Ablenkungsfaktoren gehören. Wenn du absolute Ruhe brauchst, ist das übrigens eine sehr normale und verständliche "Macke", finde ich. Es gibt auch exotischere Varianten... -.-''
    Und das mit dem Aufräumen vorher kannst du umgehen, indem du lernst, alle Dinge immer an ihren Platz zu stellen (nimmst du etwas heraus, stellst du es wieder hinein; holst du etwas von oben, bringst du es wieder hinauf; usw.).

    Dass du aber selbst im Zug nicht lesen oder arbeiten kannst, ist mehr als unpraktisch. Gerade da bietet sich eine Wiederholung des Stoffs oder Durchsicht der Lektüre an. Das heißt, es wäre für dich wahrscheinlich nicht sehr günstig, wenn du erst 30 min. vor Klausurenbeginn auf dem Campus wärst. Anscheinend ist die Entspannung für dich sehr wichtig in puncto Konzentration. Deswegen würde ich immer versuchen, so früh und ausgeruht wie möglich zu einer Klausur zu gehen. Und natürlich die richtige Ernährung miteinplanen.

    Der Rest ist das inhaltliche Wissen, was natürlich schwer aufzuholen ist, so kurz vor den Tests. Zuerst mal, im ersten Studienjahr geht noch vieles den Bach runter. Allein lernen oder überhaupt lernen können auch erstaunlicherweise nur wenige Studenten. An dieser Stelle kann ich dir nur dringend raten, mit Kommiltonen zu sprechen und Tipps einzuholen. Wenn es passt, würde ich auch eine Lerngruppe gründen mit Leuten, bei denen du meinst, es klappt. Eine Lerngruppe ist ja nur eine Zusatz-Möglichkeit für die Vorbereitung. Der Rest kommt dann wieder von dir. Auch eine Möglichkeit ist mal deine Eltern und deinen Bruder zu fragen, wie die sich motivieren können. Mit "faule Sau" motiviert man sich jedenfalls eher nicht so...
    Also, solange du beim Lesen und Hausaufgaben machen keine Probleme hast, scheint einfach nur der Zeitpunkt dein Problem zu sein. "Ein bisschen früher anfangen!" klingt wahrscheinlich wie Hohn, aber deine Karteikarten zum Beispiel kannst du bereits nach dem ersten Monat beginnen. Oder du machst es mit Vokabelkärtchen, das sind dann bestimmt mehr aber auch sehr effektiv. Du kannst Zusammenfassungen am PC schreiben und miteinander verlinken. Auch sehr gut sind Mind Maps oder Wandposter größer als A3, auf die du die allerwichtigsten Punkte schreibst (thematisch geordnet oder als Zusammenfassung).

    Beständiges Arbeiten kommt über Rituale, wie du sie bereits begonnen hast: Zuerst Ruhe und Ordnung schaffen. Da könntest du die Zeit einteilen. Jedes Mal, wenn du zu Hause lernst, arbeitest du für maximal 45 min. eine Liste mit Voraussetzungen ab. Jeden zweiten oder dritten Tag wird weniger Zeit eingeplant. Das bdeutet, dass du selbst dafür verantworlich bist, dass die Zeit immer eingehalten werden kann. Eben dadurch, dass du zum Beispiel den Schreibtisch ordentlich und leer hältst (was und wer können dir wie und wann dabei helfen?). Und du musst konsequent bleiben: Ist die Zeit um, dann ist die Zeit um!!! Wenn du nämlich weiter machst, zögerst du das Lernen hinaus und dieses Aufschieben war ja das, was dir schlaflose Nächte bereitet hat, oder?
    Und was für die Vorbereitung gilt, gilt auch für die Lernphase: Pausen und Aufgaben planen und einteilen. Darauf achten, dass du richtig isst (lieber 5-6 mal am Tag als nur 2-3 mal ganz große Portionen) und genug schläfst (mehr als 6 Stunden). Gerade, wenn die Zeit drängt, empfehle ich dir viel Planung und Übersichten über den durchgenommenen Stoff. Zum Beispiel Kapitel der Pflichtlektüre auflisten und dahinter schreiben, was du zu 0, 50 oder 100% kannst und wo du nachgucken musst, um mehr darüber zu erfahren. Am allerwichtigsten ist aber, dass du erkennst, was wichtig ist und was nicht. Tagesplanung oder Planung nach dem Eisenhower-Prinzip. Dabei hilft es, wenn du dir immer wieder Fragen stellst. So als wärst du bereits in einer Prüfung. Also, nicht nur büffeln, sondern auch Zusammenhänge erkennen.

    Viel Spaß und immer entspannt bleiben!
    aufwachen, träumerle...!


  5. #5
    Neuling
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    Ein sehr aufmunternder Text, vielen Dank.

    Meinst du 20 Tage reichen denn aus um etwa 300 Folien in Ruhe und mit Planung durch zugehen, oder wird es da schon sehr eng?

  6. #6
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    Zitat Zitat von Orelya Beitrag anzeigen
    Ein sehr aufmunternder Text, vielen Dank.

    Meinst du 20 Tage reichen denn aus um etwa 300 Folien in Ruhe und mit Planung durch zugehen, oder wird es da schon sehr eng?
    Das musst du beurteilen (lernen). Is denn davon alles wichtig? Man kann ja erstmal einige Sachen überfliegen. Und an sich hat ein Tag immer nur 24 Stunden. Kannst ja mal ausrechnen, wieviel Zeit du investieren "solltest"...
    aufwachen, träumerle...!


  7. #7
    Schreiberling
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    20 Tage für 300 Folien sind 15 Folien am Tag,nicht allzuviel. Kommt eben darauf an, wieviel da drauf steht. Sollte zu schaffen sein.

  8. #8
    Verleger Avatar von Physalis
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    Wenn Du mehrere Stunden von der Uni entfernt wohnst, solltest Du m.E. in die Unistadt ziehen. Die Vorteile sind vielfältig.

    Andere mögen dies auch anders erfolgreich gemangt haben, aber ich brauchte auch den räumlichen Bezug zur Uni, um mein Studium tatsächlich als eigenen Lebensabschnitt zu sehen. und konsequent danach zu leben. Mein ganzer Tag drehte sich um die Uni, also um die Lehrveranstaltungen, gemeinsames Mittagessen in der Mensa, Lernzeiten in der Bibliothek, Übungen, private Lerngruppen, zusammen Kaffee trinken.

    Für mich ist es nur schwer vorstellbar, wie man ein Studium bewältigen kann, wenn man meistens daheim ist. Dann fehlt ständig der Kontakt zu den anderen Studenten. Ohne eine Clique, die jede Prüfung zusammen anging, hätte ich das Studium nie so schnell geschafft, das war einfach Gruppendynamik.

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