Hallo,
wir hatten so ein schönes Leben! Und nun, was für ein Durcheinander in meinem Kopf. Denkhemmungen, Gefühlschaos (Verliebtsein) bis Gefühlslosigkeit gegenüber Mann und Kind, Weinkrämpfe ...
Seit Anfang 2011 mache ich regelmäßig 3 x die Woche Nordic Walking. Denn ab 40 Jahren muss man ja etwas für sich tun. Mit dem Sport ging es auch Stimmungsmäßig "bergauf" und ich verlor jeden Monat 1 kg Körpergewicht. Zudem bemerkte ich auch, dass ich von einem Freund aus dem langjährigen Freundeskreis Aufmerksamkeiten bekam, den ich nun schon seit gut 14 Jahren kenne. Alles zusammengenommen ließ mein Selbstbewusstsein enorm ansteigen. Ich fühlte eine ungeheure Energie in mir. Tolle Sache, dachte ich! Dennoch fühlte ich, dass ich mehr Aufmerksamkeit von meinem Mann brauchte. Wir sprachen darüber, aber meine Tochter nimmt meinen Mann wirklich sehr im Beschlag und er kann sich nicht zerreissen. Er wolle mehr auf mich achten, sagte er.
Im März kam dann - 3 Tage vor Beginn der Periode - der Zusammenbruch. Beim Abendessen fing ich aus einem harmlosen Grund an zu weinen, habe fast 2 Stunden ununterbrochen geweint. Keine Ahnung, weshalb. Die Stimmung blieb in den nächsten Tagen gedrückt. Als dann die Periode einsetzte, wurde alles irgendwie besser. Aha, da muss etwas mit den Hormonen nicht stimmen. Na ja, eine Woche Trübsal blasen gegenüber 3 Wochen heitere Stimmung; damit kann ich gut leben. Ich bin ja schon über 40, da kann es schon mal zu Stimmungsschwankungen in Richtung Wechseljahre kommen, so mein Gedanke. Und es ging wieder aufwärts. Alles war toll! Auch auf der Arbeit konnte ich mit neuem Selbstvertrauen zeigen, was in mir steckt. Ich übernahm im Familien- und Freundeskreis viele Aufgaben, denn ich strotze ja so vor Energie. Und im organisieren war ich schon immer gut. Nebenbei stand aber auch noch die Einkommensteuer auf dem Zettel sowie ein Fotobuch für meine Schwiegereltern, natürlich alles so schnell wie möglich abzuarbeiten. Dann im Juni ein erneuter Stimmungsabsturz: Ich war mit dem o.g. Freund zum Tanzen gegangen, diese Verabredung hatten wir schon Anfang des Jahres getroffen und nun einglöst. Von Anfang an war eine angespannte Stimmung zwischen uns, es kam kein längeres Gespräch auf. Und auf ein Mal hatte ich Gedanken im Kopf, dass ich dem Freund zeigen muss, dass ich ihn gern habe. Ich nahm nach dem Tanzen seine Hand und zog ihn zur Bar. Er entzog seine Hand ziemlich rasch, habe dies aber nicht weiter kommentiert. Der Abend zog sich hin, wir sind dann recht wortkarg nach Hause gefahren. Er hat wohl noch ein kleines "Tschüss" zustande gebracht, stieg aus und schlug die Fahrzeugtür zu. Nach 10 Sekunden brachen die Tränen aus mir hervor. Was war das für ein Abend? Es fühlte sich wie ein verpatztes Date an, welches ich eigentlich nicht haben wollte. Ich wollte doch nur tanzen. Ich fühlte mich so verletzt, aber warum? War es für mich doch mehr als Freundschaft? Die Weinkrämpfe hielten an, die nächsten Tage, die nächsten Wochen und Monate. Hinzu kamen Denkhemmungen, Konzentrationsstörungen, Gedankenrasen (meist um meine Gefühle für den Freund und meinem Mann). Mein neu gewonnenes Selbstwertgefühl war trotz allem aber immer recht hoch, war ich doch endlich in der Lage mich so zu aktzeptieren, wie ich bin und finde mich nun gar nicht mehr soo hässlich (leide seit meiner Kindheit unter asymetrischen Augen; 1 Suizidversuch mit 17 Jahren, habe bis heute 5 Augen-OPs hinter mir, nicht zufriedenstellend). Ein Hormonstatus ergab keine Auffälligkeiten. Und immer wieder bekomme ich meine Gefühle in den Griff, sobald meine Periode einsetzt; dies aber nur für ein paar Tage. Danach geht es wieder von vorne los.
Zudem kommen mir in den letzten Wochen immer wieder Gedanken, dass ich vielleicht doch mehr für den Freund empfinde, als ich bisher annahm. Ist es Liebe? Auch kann ich nicht mehr mit meinem Mann schlafen, da ich automatisch das Bild vom Freund vor meinen Augen habe und ich dann wieder weinen muss. Mein Mann sagt, dass man auch ohne Sex lieben kann. Habe ich meinen Mann damals ausgewählt, nur weil er mich wollte? Weil er normale Freunde hatte? Weil er ein Mensch war, der mich liebte? Weil wir Zukunftspläne schmiedeten? (Hatte vorher eine 5-jährige Beziehung, die diesen Namen nicht verdient hat. Es endete mit Schlägen, Polizei, Rechtsanwalt und Gerichtsverfahren). Im Hinterkopf war und ist mir schon damals bewusst gewesen, dass das Verliebtsein nicht ewig hält, mein Mann mir aber auch ein guter Freund sein kann. Habe ich meinen Mann je geliebt?
Ich bin nun 14 Jahre mit meinem Mann zusammen, 10 Jahre sind wir verheiratet. Kinder wollte ich nie, aber mein Mann schon. Wir haben eine tolle Tochter, die mir bis jetzt wenig Probleme bereitet. Finanziell und gesundheitlich haben wir keine Sorgen. Oftmals denke ich, dass das Leben an einem vorbeizieht. Wir sind so damit beschäftigt, die Aufgaben im Alltag zu bewältigen, dass wir das eigentliche Leben gar nicht mehr wahrnehmen können. Was ist der Sinn des Lebens?
Im Netz fand ich erste Hinweise auf Depressionen, mit der Vorgeschichte denke ich sogar an Bipolar I und/oder Hypomanie.
Meinen Gefühlen traue ich keinen Meter mehr über den Weg. Ich weiss, dass ich mich in meinen Gefühlen zu oft verrenne. Ich versuche, die trüben Gedanken zu vertreiben. Nehme viele Sonnenbäder zu mir und esse viel Schokolade. Ich versuche, mich mit klassischer Musik abzulenken. Werde vielleicht mit Klavierspielen anfangen. Und ich werde mir Ziele setzen! Denn die hatte ich bisher nicht.
Ich persönlich würde mich seelisch als labil einstufen und muss nun noch 3 Wochen auf den Termin beim Psychologen warten.
Bisher habe ich es vermieden, mit meinem Mann über meine Gefühle zum Freund zu reden. Es würde ihn sehr verletzen. Er ist grundlos schon recht eifersüchtig und besitzergreifend.
Sollte sich mein Gefühlschaos als Krankheit erweisen, würde sich das doch erübrigen, oder?
Malyn


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) oder einfach etwas tun, dass dich emotional löst.

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