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Thema: Bitte um Beratung

  1. #1
    Neuling
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    Standard Bitte um Beratung

    Hi Leute,

    Ersteinmal wollte ich sagen dass ich es super finde, dass so ein Forum existiert, da ich mich ja auch so für Psychologie interessiere

    Jedoch bin ich es nun der eure Hilfe nötig hätte.

    Ich bin 15/m.

    In letzter Zeit wurde mir immer bewusster dass ich wohl an Selbstmitleid, Antriebslosigkeit leide, eventuell kommen noch Minderwertigkeitsgefühle hinzu, die aber eher auf mein Selbstmitleid+Antriebslosigkeit zurück zu führen sind.

    Ich beschreibe mal möglichst kurz die Situation.



    In der Schule bin ich kein Ausgestoßener oder gemiedener, jedoch auch nicht besonders beliebt, ich würde mich also mitten drin einstufen.

    Jedenfalls denke ich oft an Personen die es sozial besser haben als ich,
    z.B. Leute die sich mit vielen Leuten gut verstehen und auch einen großen Freundeskreis haben, dabei fällt mir dann auf dass mein Freundeskreis nur aus einigen guten Freunden und noch einigen Bekannten besteht.
    Mit gleichaltrigen unterwegs (Kirmes oder ähnliches) bin ich nie, was wohl daran liegt dass ich nichts von Alkohol halte.

    Außerdem würde ich mich auch als Antriebslos beschreiben.
    Wenn ich mit Leuten Chatte (besonders im Gruppenchat mit mehreren Leuten) fällt mir spontan einfach nichts ein was ich schreiben könnte, wobei ich mir ziemlich unangenehm vorkomme wenn ich stillschweigend im Chatroom anwesend bin, dazu kommen dann auch manchmal weibliche Kommentare wie "schüchtern".
    Schüchtern würde ich mich aber eher nicht bezeichnen, aber mir fällt oft nichts passendes ein um ein Gespräch fort zu führen, bin ich vllt einfach nur unkreativ?

    Allgemein habe ich eine ruhige Art und bin wohl das gegenteil eines ADHS Erkrankten.

    Durch meine exotischen Hobbies komme ich mir ehrlich gesagt etwas seltsam vor, jedenfalls denke ich dass mich viele in meinem Alter als seltsam bezichnen würden wenn sie meine Hobbies kennen würden.

    Durch dieses Gefühl anders zu sein fühle ich mich auch etwas ausgeschlossen, daher habe ich vielleicht einen Minderwertigkeitskomplex?
    Selbstmitleid kommt halt immer auf wenn ich über mein anders sein nachdenke.



    So das sind meine Probleme und Gedanken, ich hoffe ihr könnt mich in irgendeiner Art beraten und mir helfen.

    Danke.

  2. #2
    Schreiberling
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    Hallo,

    was genau Du bist, ob schüchtern, ruhig, generell introvertiert, nicht kreativ oder einfach nur vernünftig, kann ich Dir leider nicht einfach so sagen. Natürlich ist das hier nur ein Forum, daher sind viele Dinge eines breiten Spektrums an Charaktereigenschaften, die auf Dich zutreffen können, nicht ausgeschlossen.

    Gut, dass Du von sozial besser geredet hast, denn andernfalls hätte ich dieses hier einzuwenden gehabt: es gibt genauso viele Menschen mit Problemen, die sozial aktiver sind, als welche, die eher wie Du (tendenziell) passive Menschen sind. Ich zum Beispiel als Vermeider von Partys und sonstigen Feiern sowie von hochprozentigem Alkohol beschreibe mich zwar als introvertiert, aber in Gegenwart anderer, vor allem Schule, bin ich eher aktiv, teils auch auffällig. Ich aber habe selber Probleme. Wie Du siehst, geht es denen, die womöglich aktiver sind, auch nicht zwangshaft besser. Und ganz ehrlich: das mit dem nicht-zum-Kirmes-gehen-Können, weil Du Dich nicht wie die anderen mit Alkohol besaufst (um in der Nacht dann sowieso wieder alles zu erbrechen), ist nicht so schlimm. Denke nur nicht daran, eventuell einen mittrinken zu müssen, nur damit Du etwas mit Deinen Freunden oder Kumpels unternehmen zu können. Und wenn ich ehrlich bin, wäre es einem echten Freund wurscht, ob Du trinkst oder nicht. Hauptsache ist, ihr unternimmt etwas zusammen. Können die anderen doch ihre Vodkaflaschen mit Deinem Fantaglas anstoßen, bei mir ist es auch einige Male so gewesen und niemand hatte etwas zu bemeckern. Ich selbst genieße höchstens mal ein paar Flaschen Bier pro Woche, aber meistens eher für mich allein. Was in allem entscheidend ist, ist die soziale Intelligenz. Sozial intelligent (hab' das Wort mal eben selber eingeführt) bist Du dann, wenn Du Dich in die Gesellschaft integrieren kannst, ohne dass sie auf Dich solch einen Einfluss nimmt, dass Du Dein Verhalten abrupt veränderst - oder kurz gesagt: sei Du selbst und zeige der Außenwelt (das ist alles außerhalb von Dir) das, was in Dir ist. Das heißt: kein Alkohol, sondern Ruhe und Vernunft. Und wenn Dich mal jemand wirklich nach einer Flasche Alkohol fragt, sagst Du einfach, Du trinkst nicht. Und wenn er Dich dann Warum fragt, sagst Du ihm, dass es ungesund sei und es Dir nicht schmeckt. Ich meine, jeder hat eine Liste voll von Dingen, die er nicht mag.

    Wenn Du mal das Bedürfnis hast, Dich mit jemandem zu treffen, dann frag' ihn mal. Wenn es wirklich so ist, dass Du Alkohol trinken musst, wenn Du Dich mit Gleichaltrigen abgeben möchtest, dann denke ich, dass Du Dich in einer Dir ungeeigneten Gesellschaft befindest, oder?

  3. #3
    Neuling
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    Erstmal danke für die Antwort

    Ich versuche mir ja treu zu bleiben, was bis jetzt immer geklappt hat.
    Jedoch fühle ich mich schon komisch, ganz einfach weil 90% der Leute die ich kenne auf Kirmes-Saufgelage gehen, was ich zwar für Schwachsinn halte, aber mich nunmal als Minderheitheit in Sachen Freizeitgestaltung darstellt.

    Natürlich ist es nichts schlechtes gegen den Strom zu schwimmen, aber ich habe nunmal das Gefühl dass ich als komisch gelten könnte, wenn andere von meiner Meinung wüssten, vielleicht bin ich einfach willensstärker und gebe dem Gruppenzwang nicht nach, wie andere.
    Ich mag es nunmal nicht als komisch betrachtet oder eingeschätzt zu werden, schließlich will ich einfach ganz normal meinen Alltag führen, vielleicht dramatisiere ich ja alles in meinen Gedanken, aber ich komme mir manchmal schon anders vor.



    Jedoch sehe ich in meiner Introvertiertheit (?) auf jedenfall ein Problem, ganz einfach weil ich mich weniger an Gesprächen mit anderen Leuten beteilige.
    Bei Geburtstagsfeiern von Verwandten unterhalte ich mich auch nicht oft mit anderen, ich gehe meistens früher als der Rest Heim weil es mir zu langweilig wird (keine Unterhaltung).
    Jedesmal wenn ich dann wieder früher Zuhause bin fängt das Selbstmitleid wieder an, ich denke daran dass es anderen sozial besser geht, wie schon erwähnt.

    Wie könnte ich über meinen Schatten springen?

  4. #4
    Neuling Avatar von Berlin
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    Hi User 1,

    du hast wahrscheinlich einfach mit den falschen Leuten zu tun.
    Sie mögen lieb und nett sein, sind aber nicht auf der gleichen Wellenlänge.
    Versuch doch mal Leute kennenzulernen, die Deine Inderessen teilen.
    Möglicherweise quatschst Du mit denen die ganze Nacht um die Wette!

    LG Berlin

  5. #5
    Schreiberling
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    Hallo,
    Wie meine beiden Vorredner schon andeuten, scheinst Du zu hinterfragen, ob die Aktivitäten der Gruppe zu den Deinigen passen. Meist bleibt man mit Jugendfreunden lange Zeit seines Lebens in Kontakt. Anfangs sind es viele, wenn dann Partnerschaften entstehen, können sich diese Kontakte erweiteren, verringern oder verändern.

    Kommst Du also zu der Einsicht, dass Du vielleicht doch etwas eine etwas andere Art von Aktivitäten wünscht, so mache Dir keine Vorwürfe. Selbstbestimmt zu handeln ist für mich "wirklich nach eigenen Vorstellungen zu leben". Deine so genannte Introvertiertheit halte ich für eine ausgezeichnet entwickelte Selbstreflexion.
    - Wo gehen "die anderen 10%" hin?
    - Welche Interessen würden Dich denn mehr erfreuen oder beflügeln?

    Dein so genanntes "Selbstmitleid" könnte doch auch in etwa so eine Empfindung sein, dass in Dir ein (stiller) Interessenskonflikt zur Gruppe ins Bewusstsein dringt. Wenn man unbewusst schon eine Trennung im Voraus vollzieht oder vollzogen hat, könnte diese vielleicht auch ein bißchen Trauer beinhalten, dass man etwas gewohntes loslassen wird.
    Die "Antriebslosigkeit" könnte auch daher kommen, dass Du schon vor dem Zusammentreffen mit der Gruppe und auch während des Zusammenseins innerlich daran denkst, dass es "eigentlich nicht die Art von Zusammensein ist", welche Dir Freude bereitet.
    Natürlich kann alles auch wieder völlig anders sein.

    Einen kleinen Freundeskreis kannst Du mit Qualität bezeichnen und einen großen mit Quantität. Wie viel Plauderei meinst Du, können Menschen mit 100 oder mehr Bekannten persönliche Gespräche führen? Wenn Du das möchtest, könntest Du dich mal in Small Talk kundig machen und üben. Vieles von dem, was gequatscht wird, hat nur oberflächiges intus.
    Sollte es aber so kommen, dass Du mit der Zeit andere Wege gehst, wäre es ein positives Zeichen der Gruppe, Dir diesen Weg zu gönnen.
    Würde mich freuen, wenn es Dir ein wenig geholfen hat, Deine Gedanken zu ordnen.
    Gruß Sonnenkraut

  6. #6
    Neuling
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    Was die Fragen des Minderwertigkeitsgefühl angeht, beobachte ich sie seit über 30 Jahre. Im Osten lernte ich in den 60 Jahren die Sätze von Karl Marx "Jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen" "Der Mensch hat eine Schwäche er begeht Fehler" Neben der persönlichen Schwäche gibt es noch die Schwäche aller Menschen, den Fehler.
    Der Fehler wurde zur Beobachtung des Menschen auf Schwächen. Wie reagiert er auf Fehler. Viele machen mir Vorwürfe. Nur einzelne nicht. Sie sahen den Fehler als etwas normales an und halfen mir die Probleme die durch den Fehler entstanden sind zu lösen, oder wie kann ich verhindern, dass ich einen ähnlichen Fehler nicht wieder mache.
    Es gibt nur wenige Menschen die alle Menschen, unabhängig von Rang, Position, Wissen, Können usw. gleich Achten und Respektieren. Irgendwie wundere ich mich, wie sie mit Menschen klar kommen, die mit vielen anderen Streit haben. Irgend wie finde ich mich bei ihnen voll akzeptiert.

    2006 kaufte ich "Psychologie für jedermann" von Pierre Daco. Im Kapitel "Die Machtlosigkeit der Mächtigen" von Alfred Adler meine Beobachtungen wieder. (einer hatte mich lange vor der Wende angepöbelt. Ich im stillen "Na gut ich habe einen Fehler gemacht und Schwäche gezeigt, jetzt kommst du dir Stark vor. Später merkst du auch, dass du Schwächen hast und auch nur ein kleines Licht am Ende der Straße bist" Was etwa dem Titel entspricht.) Er beschreibt hier das Minderwertigkeitsgefühl als Grundlage der Neurose (ich würde auch des Burnout hinzufügen) Durch das in der Kindheit nicht für voll genommen werden, ist man mit sich und der Welt nicht zufrieden - Depressiv. Es besteht ein innerer Druck das Minderwertigkeitsgefühl zu verdrängen, wodurch ein psychischer Stress entsteht. Aus Fehlern lernt man. Durch das ständige vorhalten von Fehlern in der Kindheit, will man sie nicht wahrhaben, was zur Stagnation führt. Sucht, "...es nur gut meinen..." und anderes dient der Verdrängung des Minderwertigkeitsgefühls.
    Die menschliche Kommunikation dient dem Austausch von Kenntnissen und Erfahrungen - unsere Stärken. Durch die Bevormundung lernt man nicht seine eigenen Kenntnisse und Erfahrungen anzuwenden. Der Prozess "Selbst zu denken lernen" wird Blockiert.

    Mfg mops
    Geändert von mops (19.10.2011 um 21:37 Uhr)

  7. #7
    Neuling
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    Hallo User I

    Ein Hobby zu haben ist nie verkehrt.
    Man betreibt es an Freude an der Sache, es erhöht sich damit die Freude am Leben. Hauptsache es macht dir Spaß.

    Es haben etwa 75 - 80% der Bevölkerung Minderwertigkeitskomplexe. Nur wenige sind aufgeschlossen und verständnisvoll.

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