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Thema: Blockade bei der Abschlussarbeit

  1. #1
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    Unglücklich Blockade bei der Abschlussarbeit

    Es ist vermutlich ein altbekanntes Problem. Ich schreibe gerade meine Abschlussarbeit in Physik. Ich habe derzeit 70 Seiten und komme nicht mehr weiter.

    Ich sitze am PC und kann die Hürde etwas zu tun schon seit längerem nicht mehr überwinden. Das Problem ist gar kein fachliches. Immer wenn ich mich aufmachen will mein Daten (mit denen ich mittlerweile zufrieden bin) zu beschreiben (Experimentalteil, also nichts anspruchsvolles) fange ich sofort mit irgendetwas anderem an. Dieses Vermeidungsverhalten kann ich einfach nicht abschalten. Selbst aus einer motivierten Situation heraus löst die Überlegung dafür etwas zu tun eine enorme Unlust aus. Wenn ich mich zwinge etwas zu tun fange ich meist nach kurzer Zeit an "willkürlich" irgendwelche Dinge zu programmieren oder sonst was zu machen (Surfen, Kaffee, Grübeln das übliche...).

    Ich verzweifle daran, dass ich mein Studium bisher recht gut bewältigt habe und jetzt einfach gar nicht mehr vorankomme, es evtl. sogar abbrechen muß.
    Es wäre doch eigentlich nicht mehr viel zu tun und danach warten nur super schöne Dinge auf mich. Warum kann ich nicht?

    Ich hatte schon immer ein Problem damit mich für langweilige Dinge zu motivieren, selbst wenn ich weiß wie wichtig das für mich ist. Im Studium war das aber nie ein Problem, weil einfach alles mega interessant war. Auch zu Beginn meine Abschlussarbeit oder wenn ich Experimente mache, bin ich total motiviert. Aber jetzt vergeude ich nur noch meine Zeit und das obwohl es so viele Gründe gibt fertig zu werden: liege meinen Eltern auf der Tasche; meine Freundin will Urlaub mit mir; man kann die Anmeldung der Arbeit nicht ewig hinausschieben; will endlich selber mal wieder innerliche ruhe haben...

    Ich beschäftige mich nicht erst seit Gestern mit dem Problem. Habe die 10 Psycho/Sozialen-Beratungsstunden an meiner Uni wahrgenommen, war beim Arzt der mich zum Psychater weitergeschickt hat. Dort habe ich nach einigen gesprächen einen Versuch mit Citalopram (Antidepressiva) gemacht (rauf bis 40mg eingeschlichen und über 2 Monate gehalten). Alles ohne Erfolg und letzten Endes auch nur einer der viele Vermeidungsverhaltensstränge...
    (Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass ich seit einem Jahr nichts mehr geschrieben habe, höchstens etwas Auswertung...)

    Es ist ein letzter Hilfeschrei... Irgendwann muß ich ja eine Entscheidung fällen damit es im Leben weiter geht. Vielleicht hat noch jemand ne Idee wie ich weiter komme. "Du mußt dich Zwingen" ist nett gemeint, hilft mir aber als bloßes Kommentar nicht weiter. Vielen Dank an alle die sich Zeit nehmen.

  2. #2
    Lill
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    Hallo Nawi,

    ja, das Problem ist bekannt. Diese Aufschieberitis wird mit der Zeit immer schlimmer. Je länger du wartest, desto schlimmer wird es. Ich denke, das geht den meisten so, gerade am Ende des Studiums. Denn mit jedem Tag, an dem du nichts machst, wird dein Schuldgefühl größer und die Motivation, anzufangen, kleiner. Und am Ende des Tages führt das dazu, dass du auch die Freizeit nicht mehr genießen kannst, weil du denkst, du hättest eigentlich so und soviel machen müssen ...

    Meine Erfahrung ist ein Stundenplan, den du einhalten solltest, um diese Blockade zu überwinden. Mach dir einen Arbeitsplan, kalkuliere erstmal jeden Tag 10 Minuten ein, in denen du dich mit dem Thema beschäftigst. Stell auf "Autopilot", lass dich nicht ablenken ind er Zeit und sage dir, ich lege jetzt eine Zeit fest, in der ich lese. Nimm dir zunächst kleine Ziele, um wieder reinzukommen. Es ist besser, jeden Tag bis zu einer halben Stunde zu lernen und zu schreiben, danach ist Schluß und du kannst deine Freizeit auch genießen.

    Mit dem Schreiben ist es so eine Sache: Irgendwann fließt es, meistens in unmöglichen Situationen, wenn du etwas ganz anderes machst, hast du plötzlich Ideen. Schreib die sofort auf und verarbeite sie am gleichen Tag. Je mehr du nachdenkst und wieder reinkommst, desto besser fließt es dann.

    Setze dir einen Zeitpunkt für das Ende. 70 Seiten ist ja schon fast die ganze Arbeit, oder? Manchmal braucht man auch einfach einen Druck, um fertig zu werden. Wenn die restliche Arbeit überschaubar ist und auch inhaltlich nicht viel mehr dazukommt, dann setze dir die Frist, indem du die Arbeit einfach anmeldest.

    Bitte deine Freunde und Familie für die letzte Zeit um Verständnis, zieh dich zurück und mach das fertig. Wenn du fertig bist, wird alles wie eine Last von dir fallen. Es ist nie perfekt, also höre auch irgendwann auf, nachzubessern. Nimm die eine Woche Zeit für Korrekturen, und dann ist Schluß. Denn es ist Murphys Gesetz, dass du die fertige Arbeit aufschlägst und sofort einen Fehler siehst. Das ist normal und du solltest dir das gestatten. Bei jeder Arbeit ist es so, dass das Rad nicht neu erfunden wird. Versuche also, so ökonomisch wie möglich zu sein, nimm deine These, finde den "roten Faden" darin bis zum Schluß, und ist alles schlüssig, mach zu und ganz zum Schluß lässt du noch einen Kommilitonen drüberlesen.

    Viel Erfolg!

  3. #3
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    Idee

    Zitat Zitat von NawiStudent Beitrag anzeigen
    Es ist vermutlich ein altbekanntes Problem. Ich schreibe gerade meine Abschlussarbeit in Physik. Ich habe derzeit 70 Seiten und komme nicht mehr weiter.
    Ich hätte nach 10 Seiten die ersten Sachen in die Ecke verfrachtet... ^^'' 70 ist gut. Wie viel fehlt noch? Bist du mit der Gliederung und Literatur zufrieden?

    Immer wenn ich mich aufmachen will mein Daten (mit denen ich mittlerweile zufrieden bin) zu beschreiben (Experimentalteil, also nichts anspruchsvolles) fange ich sofort mit irgendetwas anderem an. Dieses Vermeidungsverhalten kann ich einfach nicht abschalten. Selbst aus einer motivierten Situation heraus löst die Überlegung dafür etwas zu tun eine enorme Unlust aus. Wenn ich mich zwinge etwas zu tun fange ich meist nach kurzer Zeit an "willkürlich" irgendwelche Dinge zu programmieren oder sonst was zu machen (Surfen, Kaffee, Grübeln das übliche...).
    Das innere Kind... Es könnte sein, dass du zu emotional reagierst. Denn wenn es fachlich und empirisch stimmig ist und du eigentlich nur ein paar Stunden bräuchtest, um den Bericht fertig zu schreiben, bist du vielleicht einfach nur zu aufgeregt. Egal, ob man negative oder positive Gefühle hat: Zu starke Emotionen killen die Konzentrationsfähigkeit. Hast du manchmal in diesen Situationen den Gedanken: "So, jetzt geht's (endlich) los!" oder "Gleich ist es soweit!"? Welche Gefühle spürst du?
    Inwieweit bemerkst du, dass du dich ablenkst? Wann kriegst du es mit und wie fühlst du dich dabei? Wie lange halten die Ausflüge an?

    Es wäre doch eigentlich nicht mehr viel zu tun und danach warten nur super schöne Dinge auf mich. Warum kann ich nicht?
    Also, die Voraussetzungen sind bei dir sehr gut: Fach- und Methodenkenntnisse, große Belohnung und familiäres Umfeld. Vielleicht machst du dich selbst zu verrückt..? Statt "warum nicht?" könntest du dich fragen, "warum nicht momentan in diesem Zustand?".
    Als ich mal auf meine Mitbewohner warten musste und die unerwartet spät kamen, bin ich wegen dem schlechten Wetter und der Uhrzeit in die Bibliothek. Da habe ich mich notgedrungen, nachdem ich es zuvor abgebrochen hatte, an einen Rechner und habe einen unbequemen Teil meiner Arbeit geschafft. Und ich habe die Bibliothek als Arbeitsort lange gemieden. Plötzlich ging es. Ich hatte keinen offenen Internetzugang, keine nervenden Mitbewohner, kein ablenkendes Essen, Musik und Radio waren tabu, etc. Optimal zum Arbeiten, weil ich nichts anderes tun konnte. Selbst herumstöbern ging nicht, ich hatte einfach keine Lust. Ich habe in der Situation den Frust gesammelt und konnte ihn kreativ einsetzen. Was würde dir helfen, dich nicht ablenken zu lassen?

    Ich hatte schon immer ein Problem damit mich für langweilige Dinge zu motivieren, selbst wenn ich weiß wie wichtig das für mich ist.
    Aus den Mündern diverser Berater und Profis habe ich herausgehört, das so etwas vollkommen NORMAL ist. ^^ Solange es nicht Ausmaße hätte wie bei AD(H)S oder Autismus ist das noch machbar. Da fehlt ab und zu der Ruck von außen oder eine neue Perspektive.

    Alles ohne Erfolg und letzten Endes auch nur einer der viele Vermeidungsverhaltensstränge...
    (Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass ich seit einem Jahr nichts mehr geschrieben habe, höchstens etwas Auswertung...)
    Psychopharmaka... na ja, ist ein Thema für sich. Allerdings hätte ich von einer Therapie mehr erwartet. Bei mir dauert es zwar ewig, aber so langsam kommen wir meinen Problemursachen auf die Schliche. Mein Therapeut hat mir geraten, die Ursachen anzusehen, wenn man aufschiebt. Wie gesagt, es könnten Emotionen sein, die durch Vorfreude oder Selbstvorwürfe zu stark werden. Oder es gibt etwas, was noch viel tiefer steckt. Aber du liebst ja eigentlich, was du tust.
    Hast du mal deine Fortschritte visualisiert? Ich hab's gestern zum ersten Mal mit so etwas probiert (nicht die Fortschritte, sondern die Schritte allgemein) und eine Aufgabe ausgeführt, die seit ein paar Wochen wartet. Kommt aber vielleicht darauf an, wie man visualisiert. Eine Anleitung dazu habe ich nicht gefunden.

    Es ist ein letzter Hilfeschrei...
    Och komm, du has es fast geschafft. Nicht verzweifeln, sondern kreativ werden. Wenn du dir noch Zeit nehmen kannst, dann mach das. Urlaub mit der Freundin finde ich nicht schlecht. Manche arbeiten eben besser, wenn sie mal dem Alltag entfliehen können bzw. gute Laune haben. Da reicht auch ein neuer Arbeitsort (Bibliothek, Café, Museum, ...) oder Musik zur Einstimmung. Probier alles aus, auch wenn es nur ein- oder zweimal hilft. Versuch nur etwas gelassener zu werden und dich auf den nächsten Schritt zu konzentrieren.
    aufwachen, träumerle...!


  4. #4
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    Erstmal vielen Dank für eure Zeit! Auch wenn ich in der ganzen Zeit (mittlerweile über 3 Jahre) schon vieles gehört und probiert habe, macht es doch mut von mir völlig fremden noch einmal mut gemacht zu bekommen.

    zu Lill
    Zitat Zitat von Lill Beitrag anzeigen
    Hallo Nawi,
    Meine Erfahrung ist ein Stundenplan, den du einhalten solltest, um diese Blockade zu überwinden. Mach dir einen Arbeitsplan, kalkuliere erstmal jeden Tag 10 Minuten ein, in denen du dich mit dem Thema beschäftigst.
    So ähnlich versuche ich das schon, ich habe allerding echt Probleme mich an aufgeschriebenes zu halten. Ich vergesse es bzw. ist es sehr schnell aus meinem Sinn. Strukturen einzuhalten ist echt hart. Normalerweise springe ich sehr viel hin und her, so wie ich es auch beim lernen gerne gemacht habe, das hält es interessant. Natürlich geht das bei einer Arbeit so nicht, was sicherlich ein Knackpunkt bei der Sache ist.
    Setze dir einen Zeitpunkt für das Ende. 70 Seiten ist ja schon fast die ganze Arbeit, oder?
    Wenn die restliche Arbeit überschaubar ist und auch inhaltlich nicht viel mehr dazukommt, dann setze dir die Frist, indem du die Arbeit einfach anmeldest.
    Mit dem was noch rein soll werden es so 85 Seiten sein. Haben mir auch schon mehrere Leute geraten, aber die lange Zeit dich ich schon daran sitze, machen mir nicht gerade Mut, weil ich Angst davor habe doch wieder länger zu brauchen
    Versuche also, so ökonomisch wie möglich zu sein, nimm deine These, finde den "roten Faden" darin bis zum Schluß, und ist alles schlüssig, mach zu und ganz zum Schluß lässt du noch einen Kommilitonen drüberlesen.
    Einen groben roten Faden habe ich schon ausgemacht, aber die tücken liegen da immer im Detail. Die Arbeit wird nicht gerade sehr linear. Denn wie man sich denken kann, habe ich auch nicht sehr linear gearbeitet. Dazu bin ich leider gar nicht fähig...

    zu Fernsehturm
    Das innere Kind... Es könnte sein, dass du zu emotional reagierst. Denn wenn es fachlich und empirisch stimmig ist und du eigentlich nur ein paar Stunden bräuchtest, um den Bericht fertig zu schreiben, bist du vielleicht einfach nur zu aufgeregt.
    ...
    Hast du manchmal in diesen Situationen den Gedanken: "So, jetzt geht's (endlich) los!" oder "Gleich ist es soweit!"? Welche Gefühle spürst du?
    Inwieweit bemerkst du, dass du dich ablenkst? Wann kriegst du es mit und wie fühlst du dich dabei? Wie lange halten die Ausflüge an?
    Ja bin ich, man will natürlich was schaffen und damit man Motivation dafür bekommt, muß man sich ja irgendwie darauf einschießen. Wenn ich mich an der Rechner setze bin ich oft auch noch voller Energie. Ist das Dokument/Auswertesoftware dann offen ist meist schon schon die Luft raus und was ganz anderes viel viel spannender. Ich kann wirklich Stunden vorm Rechner verbringen. Auch Dinge um die Arbeit drum herum um sich sozusagen "vorzubereiten" auf das Anfangen. Nur mit dem Anfagen halte ich keine 2 Minuten durch.
    Was würde dir helfen, dich nicht ablenken zu lassen? (Stichwort: Bibliothek)
    Das mit der Bibliothek hab ich auch schon probiert. Selbst ohne Internet lasse ich mich schnell ablenken. Dann wird halt programmiert,geordnet,Programme ausprobiert oder gar etwas total überflüssiges ausgewertet.
    Aus den Mündern diverser Berater und Profis habe ich herausgehört, das so etwas vollkommen NORMAL ist. ^^ Solange es nicht Ausmaße hätte wie bei AD(H)S oder Autismus ist das noch machbar. Da fehlt ab und zu der Ruck von außen oder eine neue Perspektive.
    In diese Richtung habe ich natürlich auch schon gedacht, man trifft ja schnell im Internet auf ADS und die Symptome. Viele davon treffen sicherlich auf mich zu. Habe z.B. eine Lese/Rechtschreibschwäche und auch mit vielem anderem habe ich zu leben/vertecken gelernt. Aber es erreicht vermutlich nicht die Tragweite einer echten ADS-Erkrankung. Ich bin dennoch leicht abzulenken und meine Konzentrationsfähigkeit ist oft gestört.

    Ein Ruck wäre gut, habe schon mal an Falschirmspringen gedacht...
    wirklich helfen würde mir wenn es mir einfach Spaß machen würde...
    Psychopharmaka... na ja, ist ein Thema für sich. Allerdings hätte ich von einer Therapie mehr erwartet.
    War auch keine wirklich Therapie, lediglich herumexperimentieren. Aber ich habe ja leider nicht die Zeit (vor allem Wartezeit) um mich um einen Therapieplatz zu bemühen. Sonst wäre das bestimmt nicht schlecht...
    Bin leider manchmal auch nicht entschlussfreudig genug.
    Mein Therapeut hat mir geraten, die Ursachen anzusehen, wenn man aufschiebt. Wie gesagt, es könnten Emotionen sein, die durch Vorfreude oder Selbstvorwürfe zu stark werden. Oder es gibt etwas, was noch viel tiefer steckt. Aber du liebst ja eigentlich, was du tust.
    Das was ich tue eben ja nicht so. Aber es muß ja auch mal ohne totale Begeisterung gehen . Die ganze Situation ist natürlich ziemlich verkorkst, was es nicht einfacher macht. Weiß auch nicht ob ich das eigentlich Problem wirklich sehe. Ich probiere mehr rum und schiebe es auf irgendwelche Dinge. Kann sein das an dieser Stelle auch mal meine Fähigkeiten überschritten sind.
    Hast du mal deine Fortschritte visualisiert?
    Schon ja, du kannst dir nicht vorstellen was ich schon alles probiert habe ...
    Das schwierige ist das man Fortschritt nicht wirklich messen kann. Wenn es nach Seiten geht ist mein Fortschritt ja quasi 0. Beim Auswerten kann man sich auch im Kreis drehen, sich verzetteln etc...aber da hab ich schon was geschafft in letzter Zeit. Ich werde noch auswerten müssen, aber ich will erstmal das bereits gemachte aufschreiben. Aber mir dauert alles vieeeeeel zu lange.
    Wenn du dir noch Zeit nehmen kannst, dann mach das. Urlaub mit der Freundin finde ich nicht schlecht.
    Dachte ja, das die Weihnachtsferien was bringen (hab versucht nichtmal dran zu denken), trotzdem leider alles genau wie vorher.
    Versuch nur etwas gelassener zu werden und dich auf den nächsten Schritt zu konzentrieren.
    Das ist sicherlich ein ganz wichtiger Punkt und ich werde versuchen mehr daran zu arbeiten. Aber es ist so ähnlich wie jemandem vor ner Klausur zu sagen: Na komm jetzt bleib mal ganz ruhig. (Ok der vergleich hinkt etwas...)

    Vielen Dank schonmal, ich versuch nochmal alle Tips zusammenzukratzen und ein mal wieder in der Bib zu schreiben.

  5. #5
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    Idee

    Zitat Zitat von NawiStudent Beitrag anzeigen
    Ich vergesse es bzw. ist es sehr schnell aus meinem Sinn. Strukturen einzuhalten ist echt hart. Normalerweise springe ich sehr viel hin und her, so wie ich es auch beim lernen gerne gemacht habe, das hält es interessant. Natürlich geht das bei einer Arbeit so nicht, was sicherlich ein Knackpunkt bei der Sache ist. [...] Einen groben roten Faden habe ich schon ausgemacht, aber die tücken liegen da immer im Detail. Die Arbeit wird nicht gerade sehr linear. Denn wie man sich denken kann, habe ich auch nicht sehr linear gearbeitet. Dazu bin ich leider gar nicht fähig...
    Ich hab mir ein A1-Blatt geschnappt und die alle Gliederungspunkte mit kurzen Stichpunkten zum Inhalt (--> TO DO) gemacht. Damit ich es auch benutze, wurde das Blatt nicht angeklebt. Hast du ein Standardwerk für die Vorgehensweise bei physikalischen Schriften? Ich habe seit dem ersten Semester Probleme damit, massive. Ich habe mir ein Standardwerk für mein Fach ausgeliehen und bin jeden Punkt durchgegangen, die Arbeit wurde am Ende aus den verschiedenen Dateien zusammengesetzt.


    ...weil ich Angst davor habe doch wieder länger zu brauchen
    Probieren geht über studieren. 10 Minuten dran sitzen ist schon mal ein Erfolg. Nach und nach kommst du wieder in den Flow und willst gar nicht aufhören.

    Wenn ich mich an der Rechner setze bin ich oft auch noch voller Energie. Ist das Dokument/Auswertesoftware dann offen ist meist schon schon die Luft raus ... Auch Dinge um die Arbeit drum herum um sich sozusagen "vorzubereiten" auf das Anfangen. Nur mit dem Anfagen halte ich keine 2 Minuten durch.
    Okay, also dein Rechner ist etwas voll, willst du damit sagen? Ein Programm öffnet sich doch nicht stundenlang. Wieso sollte deine gute Laune so schnell verpuffen, wenn das Programm so langsam ist???
    Arbeitest du Notizen auch am PC ab oder benutzt du Papier und Bücher? Du könntest dir in der Zwischenzeit immer vorstellen, was genau du jetzt tust, was dein Ziel ist und wie du vorgehen wirst (Anleitung). Wenn dir die Schritte zum Schreiben der Arbeit bewusst sind, sollte es leichter sein, den roten Faden zu finden. Man muss auch nicht gleich mit dem Verfassen beginnen. Manchmal helfen ausgeführte Stichpunkte, die später als Absätze ausgeführt werden. Ist allerdings auch riskant, weil die richtigen Worte gefunden werden müssen... wenn man viel Wert auf den Schreibstil legt. ^^''

    Das mit der Bibliothek hab ich auch schon probiert. Selbst ohne Internet lasse ich mich schnell ablenken. Dann wird halt programmiert,geordnet,Programme ausprobiert oder gar etwas total überflüssiges ausgewertet.
    Solange dich andere dabei beobachten könn(t)en, wird dir die Lust am Programmieren vergehen, hoffe ich. Das ist der Ruck. Du kannst auch direkt an einem Tisch für mehrere Studenten sitzen, die alle möglichst ungestört arbeiten wollen. Da kann man sich von dem Ehrgeiz inspirieren lassen. Es gibt ein Buch zur Prokrastination von Rückert. Der schreibt da, dass man nicht alles dramatisieren soll. Wenn du an dem Punkt angelangt bist, wo du nur trotzt, stell dir dein Kind vor und wie du das Kind mit Kompromissen zum Ausprobieren überredest. Ab und zu quengelt man auch, ohne dass es sonderlich viel Sinn macht, oder? Schließlich ist es doch eigentlich nur, ein bisschen sitzen und tippen...

    Habe z.B. eine Lese/Rechtschreibschwäche und auch mit vielem anderem habe ich zu leben/vertecken gelernt. Aber es erreicht vermutlich nicht die Tragweite einer echten ADS-Erkrankung. Ich bin dennoch leicht abzulenken und meine Konzentrationsfähigkeit ist oft gestört.
    Was ist denn das andere?
    Ich habe mittlerweile viel über meine Konzentrationsprobleme gelernt. Das gröbste habe ich durch "Urlaub" verloren und kann jetzt z.T. wieder lange lesen. Manchmal sind die Sachen aber noch so anregend, dass richtige Assoziationsketten entstehen und ich wieder unterbrechen muss. Hast du beim Lesen deiner Arbeit gelegentlich Probleme, zu folgen?

    Ein Ruck wäre gut, habe schon mal an Falschirmspringen gedacht...
    wirklich helfen würde mir wenn es mir einfach Spaß machen würde...
    Drama... Drama... Drama...

    Aber ich habe ja leider nicht die Zeit (vor allem Wartezeit) um mich um einen Therapieplatz zu bemühen. Sonst wäre das bestimmt nicht schlecht...
    Bin leider manchmal auch nicht entschlussfreudig genug.
    Hm... Mit Entschluss hat das nicht unbedingt viel zu tun. Kann ja sein, dass du da sehr optimistisch warst und glaubtest, du wirst bald schnell fertig... was du jetzt auch werden wirst!!! Die Frage ist, ob es wirklich nur die Situation und die Aufgabe ist, die dir so viele Nerven rauben oder ob da mehr ist. Zukünftig wirst du immer wieder Arbeit haben, die dir nicht gefällt. Das mit dem "Mag ich, mach; mag ich nicht, lass ich" geht leider bei Erwachsenen sehr schlecht. Du sagtest ja auch, du würdest deine Familie irgendwo nicht unterstützen können wie du es gerne hättest oder zumindest habe ich es so verstanden. Und Grübeln bringt auch nicht viel. Statt am PC zu hängen könntest du ein paar Gedanken aufschreiben und viel Spazieren gehen. Das hilft vielleicht nicht, aber vielleicht brauchst du momentan einfach nur eine andere Routine (v.a. zu Tagesbeginn --> keen Kaffe! ^^'').

    Achte auf deine Sprache, Billy:
    Aber es muß ja auch mal ohne totale Begeisterung gehen
    Müssen tute ich goar nix.

    Die ganze Situation ist natürlich ziemlich verkorkst, was es nicht einfacher macht.
    Die Situation ist momentan etwas schwierig, aber ich muss eben nur lernen, wo ich anfangen kann.

    Weiß auch nicht ob ich das eigentlich Problem wirklich sehe. Ich probiere mehr rum und schiebe es auf irgendwelche Dinge.
    Ich beobachte die Situation genau, aber der Teufel steckt im Detail. Es dauert dadurch ein wenig.

    Hach ja... *lach*

    Kann sein das an dieser Stelle auch mal meine Fähigkeiten überschritten sind.
    Vielleicht. Dachten sich viele und haben es trotzdem geschafft. Am Ende wirst du freuen wie ein Honigkuchenpferd, wenn du die letzten 15 Seiten fertig hast.

    Schon ja, du kannst dir nicht vorstellen was ich schon alles probiert habe ...
    Davon kann ich auch ein Liedchen singen, aber zeigt doch, wie du hartnäckig du bist. Und egal, was passiert, deinen Arbeitgeber wirst du mit der story immer beeindrucken können. Glaub mir.

    Das schwierige ist das man Fortschritt nicht wirklich messen kann. Wenn es nach Seiten geht ist mein Fortschritt ja quasi 0. Beim Auswerten kann man sich auch im Kreis drehen, sich verzetteln etc... aber da hab ich schon was geschafft in letzter Zeit.
    Ich schätze, der Frust sitzt schon so tief. Positives Denken muss her. ^^'' Was hast du denn in letzter Zeit geschafft, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist? Und seit wann können Physiker keinen Fortschritt messen???

    Ich werde noch auswerten müssen, aber ich will erstmal das bereits gemachte aufschreiben.
    Aha? Könntest du näher erläutern, wie du da arbeitest? Klingt etwas bremsend, was du da machst.

    Aber mir dauert alles vieeeeeel zu lange.
    Drama... Drama.. Drama..? Das Leben kann manchmal echt ätzend sein, was?! Zäh wie ein alter Kaugummi...
    aufwachen, träumerle...!


  6. #6
    Lill
    Gast

    Standard

    Hallo Nawi,

    Mit dem was noch rein soll werden es so 85 Seiten sein. Haben mir auch schon mehrere Leute geraten, aber die lange Zeit dich ich schon daran sitze, machen mir nicht gerade Mut, weil ich Angst davor habe doch wieder länger zu brauchen
    Du wirst nochmal so eine lange Zeit daran sitzen, wenn du dir keinen Schlußpunkt (Termin) setzt! Du brauchst den Druck, wenn du imemr wieder von heute auf morgen verschiebst, wird es nur noch länger dauern.

    Als erstes: Hör auf, über deine Blockade weiter nachzudenken. Melde die Arbeit einfach an. Du brauchst keine Angst haben, wenn du 70 von 85 seiten hast! 15 Seiten schaffst du auch in einer Woche, wenn du weißt, was unbedingt noch reinmuss. Was völlig neues wird es nicht sein, nur noch ein paar Zitate, Beispiele, aber keine neuen Themen mehr. Die müsstest du schon alle in den 70 Seiten haben.

    Dann nimmst du dir einen Kalender (oder Excel) und schreibst dir für jeden Tag ein Kapitel auf, das du überarbeitest. Du solltest die Zeit zum Überarbeiten aber nicht ausufern lassen. Höchstens 4 Stunden, du kannst dir auch eine Küchenuhr stellen. So gehst du alles nochmal durch. Eine Woche vor Abgabe solltest du fertig sein. In der letzten Woche machst du:

    Zitate
    Fußnoten und Literatur
    Layout (und Gliederung)
    und nochmal Grammatik.

    Was passiert dir im schlimmsten Fall? Ne 3? Du wirst nie die perfekte Arbeit haben (in deinen Augen), du kannst sie nur verschlimmern, indem du endlos dran schreibst und ausuferst. Im schlimmsten Fall kommen zuviel Nebenaspekte hoch und du hast eine Themaverfehlung. Im schlimmsten Fall.

    Die Kunst ist es, irgendwann zuende zu machen, auch wenn man weiß, man könnte hier und da noch was verbessern. Aber darum geht es nicht, Du schreibst nicht für den Nobelpreis, sondern eine wissenschaftliche Arbeit, also halte dich einfach an die Regeln und lass die Schönheit beiseite.

    Und hör auf zu grübeln, schalt den Autopiloten an, setz dich hin und fang einfach an.

    Viel Glück!

  7. #7
    Neuling Avatar von DieSchlumpfine
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    Bei mir kommt die Motivation immer mit dem Zeitdruck...
    Du schaffst das schon!!!!! Bist schon so weit gekommen!
    Es ist vorbei, doch idiotischerweise will ich immer noch bei dir sein
    Es ist vorbei - und ich will nicht begreifen: Jeder Mensch ist für immer allein

  8. #8
    Schreiberling
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    überleg doch mal, warum es ausgerechnet so kurz vor schluss zu deinem verhalten kommt. vielleicht gibt es ja unterbewusst eine angst vor dem, was danach kommt, immerhin musst du dich ja dann dem normalen erwachsenenleben stellen mit allem drum und dran, job, später familie usw.

    http://www.studentenwerk-karlsruhe.d...rmationstexte/

    schau dir die texte an, die unter dieser seite sind. vor allem den ersten finde ich sehr sinnvoll und er kommt an die sache ran, die lili beschrieben hat, ist aber noch etwas ausgefeilter und ich könnte mir gut vorstellen, dass man damit weiter kommen kann. sollte es wider erwarten doch nicht klappen, probier es mit der winzig-schritt-methode. nimm dir winzige textabsschnitte vor, sogar nur einzelne sätze, wenn es sein muss und probier dich nicht gleich am gesamten text. auch in winzigsten schritten kommt man zum ziel, aber man verliert nicht so schnell die übersicht, weil man sich nur auf den nächsten ganz kleinen schritt konzentriert.

    stell dir vor, du hättest einen riesigen verhau bei dir zu hause, überall steht und liegt irgendwas und du weisst nicht, wo du anfangen sollst, weil dir das chaos und der berg, den du vor dir siehst, dir unüberwindbar scheint. dann such dir einen einzigen kleinen bereich aus, den du konsequent, aber winzigschritt für winzigschritt weg räumst, wie zb den tisch oder als erstes den fussboden. genauso kann man seine schreib und textarbeiten in kleinen schritten machen, immer nur auf das konzentriert, was als nächstes anliegt. das machst du so lange, bis du wieder die übersicht hast. das unterbewusstsein wehrt sich dann auch nicht, weil es nur den nächsten schritt sieht, der nicht so kompliziert erscheint. wenn du das konsequent umsetzen kannst, dauert es nicht lange und du hast die restlichen seiten auch erledigt, ohne riesigen inneren widerstand.

    viel glück!!!

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