Es ist vermutlich ein altbekanntes Problem. Ich schreibe gerade meine Abschlussarbeit in Physik. Ich habe derzeit 70 Seiten und komme nicht mehr weiter.
Ich sitze am PC und kann die Hürde etwas zu tun schon seit längerem nicht mehr überwinden. Das Problem ist gar kein fachliches. Immer wenn ich mich aufmachen will mein Daten (mit denen ich mittlerweile zufrieden bin) zu beschreiben (Experimentalteil, also nichts anspruchsvolles) fange ich sofort mit irgendetwas anderem an. Dieses Vermeidungsverhalten kann ich einfach nicht abschalten. Selbst aus einer motivierten Situation heraus löst die Überlegung dafür etwas zu tun eine enorme Unlust aus. Wenn ich mich zwinge etwas zu tun fange ich meist nach kurzer Zeit an "willkürlich" irgendwelche Dinge zu programmieren oder sonst was zu machen (Surfen, Kaffee, Grübeln das übliche...).
Ich verzweifle daran, dass ich mein Studium bisher recht gut bewältigt habe und jetzt einfach gar nicht mehr vorankomme, es evtl. sogar abbrechen muß.
Es wäre doch eigentlich nicht mehr viel zu tun und danach warten nur super schöne Dinge auf mich. Warum kann ich nicht?
Ich hatte schon immer ein Problem damit mich für langweilige Dinge zu motivieren, selbst wenn ich weiß wie wichtig das für mich ist. Im Studium war das aber nie ein Problem, weil einfach alles mega interessant war. Auch zu Beginn meine Abschlussarbeit oder wenn ich Experimente mache, bin ich total motiviert. Aber jetzt vergeude ich nur noch meine Zeit und das obwohl es so viele Gründe gibt fertig zu werden: liege meinen Eltern auf der Tasche; meine Freundin will Urlaub mit mir; man kann die Anmeldung der Arbeit nicht ewig hinausschieben; will endlich selber mal wieder innerliche ruhe haben...
Ich beschäftige mich nicht erst seit Gestern mit dem Problem. Habe die 10 Psycho/Sozialen-Beratungsstunden an meiner Uni wahrgenommen, war beim Arzt der mich zum Psychater weitergeschickt hat. Dort habe ich nach einigen gesprächen einen Versuch mit Citalopram (Antidepressiva) gemacht (rauf bis 40mg eingeschlichen und über 2 Monate gehalten). Alles ohne Erfolg und letzten Endes auch nur einer der viele Vermeidungsverhaltensstränge...
(Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass ich seit einem Jahr nichts mehr geschrieben habe, höchstens etwas Auswertung...)
Es ist ein letzter Hilfeschrei... Irgendwann muß ich ja eine Entscheidung fällen damit es im Leben weiter geht. Vielleicht hat noch jemand ne Idee wie ich weiter komme. "Du mußt dich Zwingen" ist nett gemeint, hilft mir aber als bloßes Kommentar nicht weiter. Vielen Dank an alle die sich Zeit nehmen.


LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren


. Die ganze Situation ist natürlich ziemlich verkorkst, was es nicht einfacher macht. Weiß auch nicht ob ich das eigentlich Problem wirklich sehe. Ich probiere mehr rum und schiebe es auf irgendwelche Dinge. Kann sein das an dieser Stelle auch mal meine Fähigkeiten überschritten sind.
10 Minuten dran sitzen ist schon mal ein Erfolg. Nach und nach kommst du wieder in den Flow und willst gar nicht aufhören. 
Die Frage ist, ob es wirklich nur die Situation und die Aufgabe ist, die dir so viele Nerven rauben oder ob da mehr ist. Zukünftig wirst du immer wieder Arbeit haben, die dir nicht gefällt. Das mit dem "Mag ich, mach; mag ich nicht, lass ich" geht leider bei Erwachsenen sehr schlecht. Du sagtest ja auch, du würdest deine Familie irgendwo nicht unterstützen können wie du es gerne hättest oder zumindest habe ich es so verstanden. Und Grübeln bringt auch nicht viel. Statt am PC zu hängen könntest du ein paar Gedanken aufschreiben und viel Spazieren gehen. Das hilft vielleicht nicht, aber vielleicht brauchst du momentan einfach nur eine andere Routine (v.a. zu Tagesbeginn --> keen Kaffe! ^^'').

Lesezeichen