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Thema: Borderline?!

  1. #1
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    Standard Borderline?!

    Hallo zusammen!

    Habe eine Frage an euch wie schaffe ich es damit meiner Schwester (30) geholfen werden kann mit ihrer Erkrankung, da sie keinerlei Krankheitseinsicht hat.

    Sie fragt mich wegen jeder Bagatelle was sie wie tun soll und retardiert von ihrem Verhalten her zunehmends ist fast wie ein Kind.

    Inzwischen kopiert sie mich in allen Belangen auch äusserlich und das irritiert mich auch sehr.

    Sie hat das Bedürfnis anderen Menschen helfen zu wollen aber sieht nicht dass sie erst mal für sich klar kommen muss und sich helfen lassen sollte!

    Mehrere Therapien wurden entweder von ihr abgebrochen oder die Therapeuten haben die Behandlung abgebrochen da sie sich nicht geöffnet hat oder ihnen der Fall zu heiss geworden ist! Sie haben ihr dringend geraten sich in eine Klinik zu begeben.

    Ihr leibliches Kind hat sie mit einem halben Jahr weggegeben da sie keine Gefühle für es hat, möchte aber mit ihrem neuen Freund, welcher sich nicht im Geringsten um sie kümmert sie sogar fast links liegen lässt anstatt mit ihr zu sein, neue Kinder!

    Habe das Gefühl sie muss sich ständig erniedrigen und wehtun lassen oder verletzt im Gegenzug ständig Menschen um sie herum (ihr Kind oder Männer welche aus Liebe zu ihr alles für sie tun würden)

    Sie sagte zu mir sie weiss nicht was Liebe ist sie hat auch ein Problem mit Nähe( sie kann einen nicht mal in den Arm nehmen) spricht auch nie über ihre Gefühle.

    Dann sagt sie ständig, ohne dass ich sie gefragt habe wie gut es ihr doch geht und im nächsten Satz beklagt sie sich wie langweilig doch alles ist in ihrem Leben. Es ist schwierig ernsthaft mit ihr zu sprechen weil sie sich meistens widerspricht.

    Sie ist sozial völlig inkompetent und kann daher auch nicht beruflich fuss fassen, weiss nicht was sie tun möchte und kann. Und fragt mich wegen jedem kleinen Mist um Rat

    Falls ich etwas nicht so sehe wie sie und ich ihr z.B. sage nein das ist eben nicht so, dann erwidert sie "ja sage ich doch". Es ist so perplex in diesem Moment dass ich denke wer hat sie hier nicht mehr alle und würde am liebsten nicht mehr mit ihr sprechen da sei wie ein Kind ist und nichts versteht was man ihr erklären möchte.

    Vielleicht kann mir ja jemand einen guten Rat geben wie ich ihr helfen kann aber mich nicht zu sehr davon involvieren lasse.

    Danke für eure Inputs
    *Jashodara*

  2. #2
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Standard

    Hallo Jashodara,

    ... wie schaffe ich es damit meiner Schwester (30) geholfen werden kann mit ihrer Erkrankung, da sie keinerlei Krankheitseinsicht hat.
    Unter diesen Umständen wohl leider gar nicht ...
    Wenn sie selbst keinerlei Einsicht darin zeigt, dass sie Hilfe benötigt und auch zulassen/annehmen sollte, dann kannst Du nichts aktiv für sie tun.

    Keine Therapie der Welt kann etwas bewirken, wenn der Betroffene es selbst nicht will - warum sonst wohl wurden Therapien von den Therapeuten abgebrochen ... ?

    Was Du tun kannst, wäre dann nur, ihr Begleitung und Rückenstärkung für den Moment anzubieten, in dem sie sich ihrer Probleme stellen will.
    Ansonsten kannst Du nur dafür sorgen, dass es Dich nicht selbst mit reinreißt.
    Abgrenzung eben ...

    Es ist nunmal ihr Leben, für das sie selbst die Verantwortung übernehmen muss. Es bringt weder Dir noch ihr etwas, wenn Du versuchst, ihr ihren Job abzunehmen. (Mal ganz davon abgesehen, dass Du sie zu nichts zwingen kannst.)
    Im Gegenteil: so hältst Du sie u.U. nur noch viel mehr in ihrer Situation und ihrem Leid fest - weil Du es ihr dann in ihrem Nest "bequem" machen würdest: Sie zieht ihr Ding unverändert weiter durch ... und Du räumst ihr die unangenehmen Konsequenzen aus ihrem Verhalten weg.
    Würde sie da denn noch etwas ändern wollen?

    Wurde da jetzt eigentlich Borderline diagnostiziert, oder ist das eher Deine eigene Vermutung?

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von Brom
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    Wie Darkstar schon sagte: Ohne eigeninitative ist da keine Aussicht auf Besserung.
    Nun ist die Frage erstmal offen, ob sie sich selbst oder andere durch ihr Verhalten gefährdet. Das was du beschreibst, scheint ja sehr intensiv auch die Zwichenmenschlichen beziehungen und ihre Persönliche Wahrnehmung zu betreffen. Vielleicht kannst du sie ja auf diesem Wege erreichen. Also ihr deutlich machen wie stark ihre Beeinträchtigung dort ist.
    Wie ist da deine Einschätzung?

    Zur Diagnose, grade was den Bereich der Persönlichkeits störungen angeht, ist die Bandbreite so weit gefächert, das es quasi alles sein kann.
    Auch Borderline ist nur ein "Mix" aus verschiedenen Störungen die in einander greifen.

    Wie war das mit den Therapien, ist sie da selbstständig in Aktion getreten, oder habt ihr sie mehr oder weniger dazu überredet?

    lg Brom
    Wenn leuchtend die Gestirne tauchen
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    die über unserem Leben walten.

  4. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Brom für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (20.01.2011)

  5. #4
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    Danke euch für die rasend schnellen Antworten!

    Also mit der "Diagnose" ist es ja etwas schwierig, da sie nie eine Therapie durchgezogen hat. Es wurde jedoch einmal ADS und Borderline diagnostiziert. Auch ihr Ex-Freund welcher psychologisch sehr gut geschult ist aufgrund seines Berufes hat den Verdacht geäussert und auch ein sehr guter Freund von mir, welcher meine Schwester nun seit über 10 Jahren kennt.

    Sie ist zur ersten Therapie gegangen da war sie soviel ich weiss 18 oder 20 Jahre alt gewesen. Sie hatte heftige Probleme mit ihrem Magen und das wurde dann in einer Klinik abgeklärt aber auch das psychosomatische war ein Thema. Sie wollte sogar unbedingt in genau diese Klinik und dann schon nach ein paar Tagen abgebrochen, ist auf eigene Faust abgereist ohne mir und meinen Eltern was zu sagen.

    Sie sagte da seien nur "kranke" Menschen und sie ist doch gesund und nicht so gestört wie die Leute dort...

    Danach hat sie bei wirklich vielen Therapeuten versucht ihre Probleme anzugehen. Der letzte Therapeut hat auch gesagt wenn es ihr so gut geht warum möchte sie denn die Therapie überhaupt machen? Und er hat ihr gesagt dass er nichts für sie tun kann wenn sie nichtmal weiss wieso sie hier ist.

    Mir ist es bewusst dass ich mich abgrenzen sollte schon alleine für meine Psychohygiene, es ist jedoch meistens nicht so leicht und Borderliner (Entschuldigung für meine Vermutung) wissen halt wie sie ihre Leute wieder ins Bot holen können.

    Sollte ich sie vor die Wahl stellen, dass ich ihr gerne helfe, aber nur wenn sie ihre Probleme angehen möchte und dass ich ihr nicht mehr den Gefallen tun werde nur an der Oberfläche herum zu kratzen (sprich über lapidare Dinge ihr Ratschläge geben zu müssen)? Ich sage ihr auch schon öfters dass ich ihr dabei nicht helfen kann und sie solch simple Dinge alleine regeln/ entscheiden muss so leid es mir auch tut.

    Ich verstehe nur nicht warum sie mich kopiert,meine Mutter meinte dass sie sich an mir zu orientieren scheint weil mein Leben (für mich betrachtet) ganz gut läuft und sie sich das für sich natürlich auch wünscht, jedoch dabei vergisst dass wir völlig unterschiedliche Menschen mit ganz anderen Interessen und Einstellungen sind. Ist es in Ordnung wenn ich ihr sage dass sie mich nicht weiter immitieren soll und ihren eigen Weg suchen muss damit sie für sich selbst weiter kommt? oder wäre das zu hart?
    Geändert von Jashodara (20.01.2011 um 12:24 Uhr)

  6. #5
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    Zitat Zitat von Brom Beitrag anzeigen
    Wie Darkstar schon sagte: Ohne eigeninitative ist da keine Aussicht auf Besserung.
    Nun ist die Frage erstmal offen, ob sie sich selbst oder andere durch ihr Verhalten gefährdet. Das was du beschreibst, scheint ja sehr intensiv auch die Zwichenmenschlichen beziehungen und ihre Persönliche Wahrnehmung zu betreffen. Vielleicht kannst du sie ja auf diesem Wege erreichen. Also ihr deutlich machen wie stark ihre Beeinträchtigung dort ist.
    Wie ist da deine Einschätzung?
    Ich habe vor ein paar Wochen ihr versucht zu zeigen, dass sie gar nicht glücklich sein kann wenn sie nicht mal das Gefühl der Liebe kennt! Das ihr Leben für mich ziemlich freudlos aussieht und sie es irgendwann (wenn es zu spät ist) überrumpeln wird, dass sie ihr Kind abschgeschoben hat und igrnoriert. Sie sagte zu mir ihr Kind (8 Jahre) sei für sich selbst verantwortlich, richtig hartherzig war das da sie ja nicht mal für sich selbst Verantwortung übernimmt.

    Weiss einfach nicht was ich noch sagen soll, da es nicht an sie ran kommt.

  7. #6
    Schreibkraft Avatar von Brom
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    Sie ist zur ersten Therapie gegangen da war sie soviel ich weiss 18 oder 20 Jahre alt gewesen. Sie hatte heftige Probleme mit ihrem Magen und das wurde dann in einer Klinik abgeklärt aber auch das psychosomatische war ein Thema. Sie wollte sogar unbedingt in genau diese Klinik und dann schon nach ein paar Tagen abgebrochen, ist auf eigene Faust abgereist ohne mir und meinen Eltern was zu sagen.
    Naja dann scheint sie ja, auch wenn nicht so offensichtlich erkannt zu haben. das sie Probleme hat.
    Die Flucht von dort kann damit zusammen hängen, das ihr die Fragen die in so einer Klinik gestellt werden, vllt so unangenehm sind, sogar Angst auslösen. Das sie da einfach nur noch die Flucht ergreifen konnte.

    DAS ist auch OK!

    Das würde dann eh nichts bringen, vorallem um so eine Therapie zum Erfolg zu bringen, muss man auch mit dem umgehen können, was man dort über sich lernt. Was bei ihr ja anscheindend nicht der Fall ist, ....und in dem Fall würde es mehr kaputt machen, als heilen. Im schlimmsten Fall sogar zu einer Selbstötung führen.

    Auch das "nacharmen" ist ja auch nur so, weil sie weiß das ihr leben nicht gut läuft. Sie ist sich ihrer Schwierigkeiten also SCHON bewusst. Denke auch das hat deine Mutter sehr treffend formuliert.

    Was für sie vllt nun wichtig wäre, ist zu erkennen, das es ok ist, das sie so ist wie sie ist. Und das sie da keine Verantwortung trägt, das kann theoretisch jedem passieren.

    Grade psychich Kranke sind oft sensibler, und reagieren auch sensibler auf Situationen.

    Und bei Borderlinern, braucht es sogar noch ein viel höheres Maß an Fingerspitzengefühl, daher ist es auch oft so das normale Therapeuten da zu "grob" sind. Und es empfehlenswert ist, spezielle Therapeuten und Kliniken aufzusuchen.

    lg Brom
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    Im weichen Zauber solcher Nächte
    scheint sich die Schöpfung zu entfalten,
    und dunkel ahnen wir die Mächte,
    die über unserem Leben walten.

  8. #7
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    Frage Kindliches Verhalten

    Zitat Zitat von Jashodara Beitrag anzeigen
    Habe eine Frage an euch wie schaffe ich es damit meiner Schwester (30) geholfen werden kann mit ihrer Erkrankung, da sie keinerlei Krankheitseinsicht hat.

    Sie fragt mich wegen jeder Bagatelle was sie wie tun soll und retardiert von ihrem Verhalten her zunehmends ist fast wie ein Kind.
    Die Diagnose wurde nur ein Mal gestellt? Mehrere Male sind vielleicht einleuchtender für sie. Haben deine Mutter und du sie mal zum Gespräch mit einem Therapeuten besucht? Da sie sich so vertrauensvoll in eure Hände begibt, wäre sie vielleicht damit einverstanden, wenn die ganze Familie daran teilnimmt.

    Da du meintest, sie sei schon fast wie ein Kind:Vielleicht helfen tatsächlich Kindergarten-Maßnahmen. Zeig ihr doch einmal ein paar Fotos aus den letzten 25 Jahren und lass sie zu jedem Bild etwas erzählen. Wie es ihr da ging, was sie gelernt hatte, usw. Oder lass sie doch ein Bild malen, womit sie ihre damaligen und ihre jetzigen Gefühle ausdrücken kann. Entweder sie findet es lächerlich und ist damit evtl. noch "ansprechbar" oder sie nimmt tatsächlich an und sieht, dass da etwas "gemacht" werden sollte. Dabei brauchst du keine Kindergartensprache zu verwenden, aber Bilder sagen manchmal mehr als 1.000 Worte.

    Hat sie jemals richtig gearbeitet? Wie kam sie denn jahrelang über die Runden? Irgendwie muss sie doch ihren Alltag trotzdem gemeistert haben, unabhängig von ihren Partnern. Gab es immer wieder denselben Auslöser, sodass sie am Ende Panik bekommen hat?

  9. #8
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    Also ausser einer schulischen Ausbildung (drei oder vier betriebliche wurden abgebrochen) welche sie bezahlt bekommen hat und danach 1 Jahr Arbeit hat sie noch nie etwas gemacht, was ihr wirklich Spass gemacht hat. Sie wurde meistens "gegangen" weil sie sich nicht integrieren konnte und auch dort sind die sozialen Defizite aufgefallen und sich als sehr störend gezeigt.
    Sie wurde immer gekündigt soviel ich weiss aus o. g. Gründen, was sich natürlich auch nicht gut auf ihr Selbstwertgefühl ausgewirkt hat.

    Meine Eltern haben seit je her sich um sie (zu sehr) gesorgt und bis vor kurzem auch finanziell unterstützt. Sie lebt in einer sehr günstigen, grossen Wohnung (meiner Eltern) und bekommt noch Unterstützung vom Staat.
    Sie möchte jedoch jetzt raus aus der Wohnung (dem gemachten Nest) und sich selbst finanzieren können. Ich bin gespannt ob sie das hin bekommt, da sie nicht nach den Ursachen schaut und einfach so tun möchte als wäre sie ich.
    sie möchte einfach günstiger wohnen und zieht daher auch eine WG in Betracht.
    Wie ich sie einschätzen würde kann sie sich in einer WG nicht arrangieren, wie es sich schon einmal gezeigt hat, da auch dort das soziale Verhalten sehr wichtig ist.

    Auch was das Kochen anbelangt weigert sie sich dies zu tun. Ihre Freunde haben bis dato alle für sie gekocht! Sie ernährt sich sehr ungesund und möchte sich auch gar nicht informieren was sie denn an ihrer Ernährung verbessern könnte (wobei das sicherlich das kleinste Problem am ganzen ist...)
    Wenn man zu Besuch kommt (als Schwester) spät am Abend vom Ausland wird man nicht mal gefragt ob man Hunger/ Durst hat, auch wenn das Kind bei ihr ist, schaut sie nur dass sie was im Teller hat alles andere ist ihr egal.
    Sie jedoch erwartet dass man sie bewirtet und bekocht (ohne dafür ein dankeschön zu bekommen) wenn sie zu Besuch ist und macht keinen finger krumm und auch kein danke da es ja selbstverständlich ist.

    Bei den Partnern war es unterschiedlich sobald sie nicht das bekommt was sie möchte dann trennt sie sich oder droht und spielt mit den Partnern dieses "geh weg und komm Spiel" bis diese völlig fertig mit den Nerven sind. Bei Partnern, welche sich nicht um sie bemühen, legt sie sich ins Zeug und gibt sich fast auf, tut alles damit sie "akzeptiert" wird. Sie sieht nicht wenn es ziemlich einseitig ist und lässt sich dabei auch weh tun, obwohl es ihr nicht bewusst zu sein scheint.

    So weit ich das beurteilen kann hat sie eigentlich nur Männerkontakte und so gut wie keine Freundinnen (da man dort ja eher schwierig als heterosexueller Mensch) über Sex eine Beziehung (Annäherung) aufbauen und halten kann.
    Geändert von Jashodara (20.01.2011 um 16:09 Uhr)

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