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Thema: Brauche euren Rat - Umgang mit Abschieden

  1. #1
    Neuling
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    Standard Brauche euren Rat - Umgang mit Abschieden

    Hallo Ihr Lieben,

    ich wende mich an euch, weil ich mal euren Rat brauche.
    Und zwar geht es um meinen Umgang mit Abschieden - sowohl zeitlich begrenzt als auch speziell mit Endgültigen wie dem Tod.

    Eigentlich bin ich eine Person, die ihr Leben in der Hand hat. Ich bin meist gut gelaunt, positiv denkend, beruflich erfolgreich, habe ein tolles und liebendes Umfeld.
    So weit so gut.

    Geht es aber daran, dass ich Abschied nehmen muss, gerate ich völlig aus den Fugen.
    Ich ringe mit den Tränen und bekomme kein Wort mehr raus. Ich bin nicht mal imstande, Freunde zu trösten, die jemanden verloren haben, ohne nicht selbst plötzlich getröstet werden zu müssen.
    Auf Beerdigungen bin ich diejenige, die die meisten Taschentücher verbraucht - selbst bei Personen, die mir nicht so nahe standen komme ich nicht ohne heulen durch ....
    Wenn jemand stirbt, der mir nahe stand, bin ich tagelang überhaupt nicht ansprechbar. Das gilt auch für meine Pelztiere ....

    Es kann doch nicht sein, dass ich bei jedem Abschied los heule.
    Hört sich das für euch "normal" an?
    Und gibt es vielleicht Methoden, wie man in unpassenden Momenten die Tränen unterdrücken kann?

    Ich danke euch viele Male für eure Meinungen und Ratschläge!

  2. #2
    Neuling
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    Standard

    Hallo Pelzmaus,

    bin eben auch ganz frisch hier im Forum eingetroffen. Was Du schreibst hört sich fast so normal an, wie ich eben nicht auf Beerdigungen oder bei einem Verlust eines wirklich lieben menschen weinen kann. Wenn sich die anderen die Seele aus dem Leib heulen bleibe ich völlig ruhig. Das soll jetzt hier nicht heißen, das ich ein kalter Ty bin. Ich kann es nicht ändern. Meine Trauer kommt dann sehr viel später. Dafür kommen mir ein einem völlig banalem Hollywoodstreifen schon mal die Tränen!!

    Ich denke aber, daß das bei Dir so ziemlich normal ist. Du kannst Deine Gefühle eben sofort, an Ort und Stelle rauslassen. Ungewöhnlich finde ich das nicht, sondern sehr menschlich!!

    Was ist denn ein unpassender Moment, wo man seine Tränen unterdrücken soll??? Sind sie nicht auch sein Stück Solidarität und Mitleid, die die Anteilnahme gegenüber unseren Mitmenschen zeigen???


    lg Observer

  3. #3
    Painter
    Gast

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    dem schließe ich mich an, wollte etwas ähnliches schreiben!

    Ich könnte ohne Probleme Trännen wegdrücken, hab ich immer getan, genau wie mit vielen anderen Gefühlen. Leider kommen diese dann in Form von Depressionen zurück. jetzt versuche ich genau das zu tun was du als Problem bezeichnest, wenn du mir etwas davon abgeben könntest?

    Scherz beiseite: Es ist ganz toll menschlich, über Verluste zu weinen!

  4. #4
    Gast784
    Gast

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    jeder Mensch trauert eben auf andere Weise und drückt die verschieden aus. Das Hauptproblem dabei ist, dass wir Trauer aus dem Alltagsleben ausgeschlossen haben, genauso wie Tod. Es gibt zum Glück noch und wieder Bewegungen, die sich darum bemühen, diesen Dingen wieder ihren Platz in unserer Gesellschaft zu geben, z.B. die Hospizbewegung. Die bieten Trauerbegleitung und Trauergruppen an, ebenso wie manche Gemeinden.

    Man sollte sich nicht scheuen, diese Angebote anzunehmen, denn in der Isolation unter dem Druck funktionieren zu müssen, ist es schwer zu trauern und zu verarbeiten.

    Die Hilflosigkeit ist groß unter den Leuten. Wir meinen, wir müssten immer trösten und die richtigen Worte finden. Manche Dinge müssen aber durchlebt werden. Das auszuhalten ist für uns heute schwer geworden, weil wir in einer Kultur leben, wo alles weggedrückt und vermieden wird. Es gibt ja so viel Angebot dafür. Aber kaum Angebot, wo die essenzielltsten Dinge des Lebens gelebt werden können.

    Es ist oft schon genug, einfach nur da zu sein für einen trauernden Menschen, präsent, anwesend. Das viele reagieren, die gutgemeinten Worte, das ist oft eher lästig, wenn man selbst betroffen ist. Und man neigt dann erst recht dazu, diese Situationen zu meiden und sich zurück zu ziehen.

  5. #5
    Neuling
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    Vielen Dank für eure lieben Antworten!

    Ja, ich würde gern etwas davon abgeben.
    Aber dann muss ich es wohl nehmen wie es ist.
    So bin ich nun mal ...

    Hilft es vielleicht, wenn man sich bewusst häufig in solche Situationen begibt? Z.B. als ehrenamtlicher sterbebegleiter in einem Hospiz oder so.
    Manchmal hilft es ja, sich seinen "Daemonen" zu stellen.

  6. #6
    Neuling
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    Hilft es vielleicht, wenn man sich bewusst häufig in solche Situationen begibt? Z.B. als ehrenamtlicher sterbebegleiter in einem Hospiz oder so.
    Manchmal hilft es ja, sich seinen "Daemonen" zu stellen. [/QUOTE]

    Ich meine, nein! Das ist keine erste Hilfe die man leistet, wie ein Fahrradsturz oder ähnliches. Trauer und Schmerz ist so individuell das man sich auf jeden Menschen neu einlassen muß!! Wie Gabi schon meint, hat jede Gesellschaft und jede Kultur ihre völlig eigene Art zu trauern. Und es reicht schon einfach nur da zu sein oder einfach gemeinsam zu trauern und zu weinen.

    Als ich gestern die Nachrichten gesehen habe und sie vom dem mutigen Geschäftsmann berichteten der den Kindern zu hilfe eilte, sah man viele fremde Menschen, die zu der S-Bahnstation kamen; weinten und für einen fremden trauerten. Eine sher menschliche Geste.

    Aber als Sterbebegleiter in ein Hospitz zu gehen, das verlangt einiges. Vor diesen Menschen habe ich den größten Respekt. Für manch einen, der dort war, war es DAS Erlebnis für´s Leben. Für einige sehr positiv für ander sehr belastend, die mir sagten, sie wären lieber nach Afghanistan gegangen, weil man dort, nur bedingt, aber immer hin, helfen kann zu leben!!!

    Im Hospitz begleitest Du eine Personen immer in den Tod, ohne Ausnahme!!!
    Das ist Hammerhart !!!!!

    Aber Deine Grundeisntellung finde ich sehr gut, sehr angenehm!!
    Du solltest Deine Trauer an Ort und Stelle rauslassen und es sollte Dir auf keinen Fall peinlich sein.
    Genauso sollte man aber auch seine Freude ungehindert seinen Gang gehen lassen und nicht zum Lachen in den Keller gehen!!!!

    lg Observer

  7. #7
    Neuling
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    Vielen Dank Observer!

    Zum Lachen in den Keller schaffe ich meist nicht mehr. Ich lache viel und gerne und es passiert mir auch sehr sehr oft, dass mir vor lachen die Tränen laufen

  8. #8
    Schreibkraft Avatar von A Day In The Life
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    Ich kann mich allen Beiträgen nur anschließen. Trauern ist etwas sehr Individuelles, und man sollte der Trauer auf jeden Fall Raum, und auch genug Zeit, geben. Ich beneide dich dafür, dass solche Ereignisse dich so mitnehmen. Ich z.B. beobachte mich dann dabei, wie ich quasi zumache und die ganze Trauer später rauskommt, oder ich depressiv werde oder was auch immer.

    Peinlich sollte einem Trauer auf keinen Fall sein, und auch die Tabuisierung kann ich nicht nachvollziehen. Gabi hat da schon viel Wahres gesagt. Pelzmaus, insofern bist du doch ein gutes Beispiel gegen das Unterdrücken und Vermeiden und der traurigen und schmerzhaften Aspekte des Lebens. So soll Leben doch sein.
    "Ich stamme aus meiner Kindheit wie aus einem Land."
    - Antoine de Saint-Exupéry

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