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Thema: Brauche Hilfe, was ist nur los...

  1. #1
    Neuling
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    Standard Brauche Hilfe, was ist nur los...

    Hallo alle miteinander,

    ich bin neu hier, habe mich soeben hier angemeldet. Ich bin über google zu euch gestoßen und hoffe irgendwie auf irgendeine Art und Weiße von euch Hilfe zu erhalten, kann man das so sagen? Ich weiß es nicht, ich habe nur das Gefühl das ich Hilfe brauchen werde... Ich habe keine ahnung ob ihr hier meine richtigen Ansprechpartner seit, ob ich wirklich eine "psychologische" Beratung benötige- vielleicht brauche ich auch einfach mal Leute mit denen ich reden kann... Ach ich weiß es einfach nicht...

    Oh man, wo soll ich nur anfangen euch meine Probleme zu schildern, damit ihr zumindest einen kleinen Einblick haben könnt was mit mir los ist... Fangen wir doch einfach mal bei heute Nacht an. Meine Schwester und ich sind mit vielen von ihren Arbeitskollegen in Diskos unterwegs gewesen, Leute die eigentlich für mich "unbekannt" sind, kurzes sehen wenn ich sie von der Arbeit mal abhole mehr nicht- trotzdem ich habe mich gestern Mittag gefreut als ich von ihr gehört habe das viele Mädels und auch ein paar Jungs mitgehen... Ich dachte das wird bestimmt ein guter Abend, viele neue Leute, diese mal richtig kennenlernen, spaß, fröhlich sein das volle Programm... Wie ist es gekommen? Wir sind am Abend angekommen, haben uns alle begrüßt ich habe mich vorgestellt und habe wunderschöne Frauen gesehen, dachte das wird ein klasse Abend- ich habe kein Problem mit schönen Frauen-, ja jedenfalls in den Diskos habe ich kein Wort mit irgendjemandem gesprochen, ich hatte keine Themen um mich mit ihnen zu unterhalten oder ich weiß es nicht... Als ich heute morgen um 5 zu Hause gewesen bin, bin ich die restlichen Stunden nur wach gelegen, ich versteh mich nicht. Das ist doch genau das was ich will- neue Leute kennenlernen, endlich mal wieder Freunde aufbauen, spaß haben und nicht immer nur traurig sein- und dann sowas!

    Mein Leben geht einfach total den Bach hinunter... Seit fast einem Jahr habe ich einen neuen Job, am Anfang hat dieser richtig spaß gemacht alle haben mich gelobt, wie schnell ich doch lerne haben mir mehr oder weniger immer Zucker in den ***** geblasen. Seit 3-4 Monaten läuft da gar nichts mehr so wie es soll, ich stehe anscheind kurz davor gekündigt zu werden, mein Chef hat mir sowas in einem 4-Augengespräch nahegelegt wenn sich meine Leistung nicht wieder verbessert- wem macht dabei denn dann noch das arbeiten spaß? Mir nicht! Es ist eine qual jeden morgen dahin zu gehen und zu versuchen eine gute Leistung zu bringen, aber zu wissen egal was ich mache mein Chef hat sein Urteil eh schon getroffen- ich habe am Anfang Überstunden über Überstunden gemacht, habe mir die Arbeit fürs Wochenende mit nach Hause genommen- nebenbei habe ich noch am Abendgymnasium mein Abitur nachgeholt, was ich jetzt mitlerweile abgebrochen habe. Ich hatte zu viele Fehlzeiten, Jobbedingt und habe zu viel Stoff verpasst sodass es sich nicht mehr gelohnt hat... Am Abendgymnasium konnte ich den Stress des Tages vergessen, klar war es anstrengend, aber es hat spaß gemacht, also nichts mit Burnout durch zu viel Belastung oder so... Hätte ich nicht so viel Stoff verpasst, wäre ich da auch weiter am Ball geblieben. Joa weiter gehts mit meinen Problemen- Seit dem ich 18 bin, habe ich eigentlich keine Freunde mehr, damals habe ich sämtlichen Kontakt von heute auf morgen abgebrochen, da ich hintenrum mitbekommen habe das mich eigentlich niemand aus meinem Freundekreis mag- ich habe nicht geraucht und mich auch nie so besoffen wie die anderen damals, sprich ich war anders. Das war für "meine Freunde" anscheind ein Problem... Ich habe das immer gemacht damit meine Schwester und mein Bruder stolz auf mich sind, wie ich immer alles gemacht habe das die beiden stolz auf mich sind- sie sind das einzigste das ich noch habe und wo ich genau weiß das ich sie nie verlieren werde.... Leider kann ich mit ihnen nicht über meine Probleme sprechen, sie würden sich zu große Sorgen machen, dass will ich nicht.

    Ich könnte noch ein haufen solche Dinge aufschreiben, aber irgendwie ist im moment die Luft raus- ich weiß nicht ob irgendjemand hier damit etwas anfangen kann, ob mir jemand helfen kann...

    Liebe Grüße Taucher

  2. #2
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Standard

    Hallo Taucher,

    kurz eines vorweg: Du kannst hier Austausch angeboten bekommen - andere Gedanken, Meinungen, Perspektiven und auch andere Erfahrungen, die User gemacht haben.
    Aber "Hilfe" ... wäre auch ziemlich unfair Dir gegenüber, Dir da jetzt irgendeine "Lösung" vorzugeben, oder?

    Mir sind in Deinem Post einige Dinge aufgefallen: bei allem, das Du als "ich freue mich drauf" darstellst, kommt der Begriff "Spaß" ...
    Es muss Spaß machen, damit es sich für Dich positiv anfühlt ...
    Kann denn Spaß haben alles im Leben sein, ist das denn das wichtigste Merkmal, wenn es darum geht, etwas zu finden und zu machen, das einem gut tut?
    Spaß ist etwas kurzfristiges, das nur für einen bestimmten Zeitraum wirkt - es ist aber nie auf Dauer angelegt - kann und will es auch nicht.

    Außerdem scheinst Du sehr stark von einer permanenten Bestätigung durch Dein Umfeld abzuhängen.
    Der Zucker in der Firma, Dein Wunsch, dass Deine Geschwister stolz auf Dich sind ...
    Alles Dinge, die von außen kommen, an denen Du Dich da festhalten willst - an denen Du in Deinen Augen Deinen eigenen Wert festmachst?

    Was ist Dir daran so wichtig, dass Du dies immer gezeigt bekommen musst - und sofort in Dich zusammenfällst, wenn dies mal nicht der Fall ist?
    Was hindert Dich daran, selbst auf Dich stolz zu sein, Dir selbst sagen zu können "hey, das mache ich gut"?

    BTW: weißt Du jetzt, warum mich die Erwartung eines TEs, dass ihm hier geholfen wird, normalerweise davon abhält, ihm zu antworten?
    Weil diese Vorstellung von Hilfe nur wieder das gleiche Spiel wäre: es muss von außen gegeben werden.
    Während das, was wirklich Hilfe ist (die dauerhaft wirken soll), aus einem selbst kommen muss: nur Du selbst kannst Dir letztendlich helfen - wenn es denn auch Deine Lösungen für Deine Probs in Deinem Leben sein sollen

  3. #3
    Gast784
    Gast

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    hallo Taucher,

    diese Abhängigkeit von Bestätigung im Aussen ist mir auch aufgefallen. Für Jugendliche ist das wichtig, aber Du bist schon jenseits der Pupertät und solltest langsam lernen, diese sog. "Bestätigung" kritischer zu sehen und Dein Bedürfnis danach zu hinterfragen, um Dich unabhängiger zu machen und mehr aus Dir selbst schöpfen zu können.

    Mir fielen da auch ein paar Sachen auf, die man ja durchaus anders sehen könnte:
    Meine Schwester und ich sind mit vielen von ihren Arbeitskollegen in Diskos unterwegs gewesen...
    ...viele neue Leute, diese mal richtig kennenlernen, spaß, fröhlich sein das volle Programm...
    ..ich hatte keine Themen um mich mit ihnen zu unterhalten ..
    erstmal: was verstehst Du unter richtig kennenlernen?
    lerne ich jemanden richtig kennen, indem ich mit ihm Party mache?

    Und dann noch Kollegen, die nicht mal Deine sind. Vermutlich wird nichtmal Deine Schwester diese Leute richtig kennen, weil man sich im beruflichen Umfeld nunmal nur von bestimmten Seiten zeigt, selbst wenn man "privat" miteinander weg geht. Und entprechend beschränkt sind dann auch die Themen. Es wird in einem solchen Umfeld auch keine Themen geben, die wirklich "outen" könnten. Und bei den beruflichen Themen kannst du nicht mitreden, weil es nicht Deine Kollegen sind. Es bleibt bestenfalls smalltalk. Nur, ich würde in einer solchen Runde mich vermutlich auch weniger mit den Anhängseln der Kollegen beschäftigen.

    Du scheinst da so ein Hollywoodbild in Dir zu haben: tolle Frauen, wenig männliche Konkurrenz, alles gut drauf, viel Spaß, alles wird gut, d.h. ich werde gemocht, geliebt, anerkannt. Denn im Kreise dieser schönen und "erfolgreichen" Menschen zu sein, zeichnet mich als attraktiv und erfolgreich aus.

    Bist Du wirklich so oberflächlich und deshalb so leicht zu blenden?
    da ich hintenrum mitbekommen habe das mich eigentlich niemand aus meinem Freundekreis mag- ich habe nicht geraucht und mich auch nie so besoffen wie die anderen damals
    Wäre es wirklich wichtig, von solchen Menschen als Freund akzeptiert zu werden? Warum? Was verbindet Dich mit ihnen? Ausser dass Du dann sagen könntest, Du hast Freunde? Aber ist es nicht genau diese Einstellung, die verhindert, dass Du richtige Freunde findest?

    Als Jugendlicher mag das noch an den Selbstwert gehen und ein Problem sein. Als Erwachsener sollte man aber da rausgewachsen sein und froh sein, sich mit Leuten, die so ticken, nicht umgeben zu müssen, wenn man selber nicht so ist.
    Geändert von Gast784 (10.04.2011 um 10:31 Uhr)

  4. #4
    Neuling
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    Hallo Darkster,

    danke für die schnelle Antwort. Ja du hast schon recht, ich habe keine ahnung wie ich darauf gekommen bin hier Hilfe zu erwarten, so ist das auch nicht gemeint gewesen... Austausch, Erfahrungen würden es eher treffen... :-)

    Ich habe mir deine Antwort jetzt bestimmt 3 mal durchgelesen und muss ehrlich sagen das mir das alles noch nie so aufgefallen ist...

    Zu dem Spaß muss ich sagen, es geht mir nicht darum kurzzeitig mal Spaß zu haben, sondern einfach wieder mal glücklich sein. Mit meinem Leben zufrieden sein, mich nicht einsam fühlen, vielleicht trifft es das besser...

    Was bedeutet ich suche Bestätigung? Mir hat es nie wirklich gefallen, dass man mir den Zucker so in den ***** geblasen hat. Ich habe meine Arbeit gemacht wie jeder andere auch- ich habe nichts davon wen man mich so in den Himmel lobt.

    Was da meine Geschwister angeht, ist es schon etwas anderes. Ich bin der jüngste in unserer Familie, mein Bruder und meine Schwester sind 13 und 12 Jahre älter als ich. Ich weiß das die beiden mich absolut lieben und das ich immer auf sie zählen kann... Aber trotzdem, ich möchte einfach das sie stolz auf mich sind, das ich sie nicht enttäusche, ich weiß nicht ob das irgendjemand versteht aber es ist einfach so. Wir drei haben ein total enges Verhältnis...

    Einerseits weiß ich das die wahre Hilfe nur ich mir selbst geben kann. Ich bin auch dabei, ich will einfach mein Leben nochmal neu beginnen, kann man das so sagen? Eine neue Stadt, neue Leute, eine Neuausrichtung... Ich bin ein total anderer Mensch wenn ich aus meinem gewohnten Umfeld raus bin... Ich gehe auf Leute zu, unterhalte mich mit anderen, Unbekannten- einfach das was ich will... Hier in meiner Heimat bin ich vorbelastet- in mir sehen alle nur den kleinen Bruder. Ich muss dazusagen das der Ort wo ich wohne eine Seelengemeinde ist 8.000 Einwohner, die nächst größere Stadt ist 100 Kilometer weit entfernt... Leider hat es bisher nicht mit einem Job geklappt und ohne Job zu gehen, das will ich nicht riskieren...

  5. #5
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Das Wort Hilfe hier zu gebrauchen ist doch völlig okay
    Es ging mir dabei ja auch nur darum herauszufinden, was Du damit für Dich verbindest - "Hilfe" kann ja beides sein, je nachdem, welche Intention oder Erwartungshaltung da jetzt konkret dahinter steht.
    Also: passt doch

    es geht mir nicht darum kurzzeitig mal Spaß zu haben, sondern einfach wieder mal glücklich sein.
    Die Dinge, die Du in Deinem ersten Post beschrieben hast, können da sicherlich dazu beitragen, sind vielleicht sogar sehr wichtig dabei.
    Ist dieses, was einem das eigene Leben dann in der Summe als "glücklich" erscheinen lässt, aber nicht auf einer ganz anderen Ebene angesiedelt?
    Aus Spaß und Freude wird doch, IMHO, erst dann Glück, wenn dies auf einer bestimmten Basis stattfindet, die erst einmal gesucht und "eingerichtet" werden muss.

    Mit meinem Leben zufrieden sein, mich nicht einsam fühlen, vielleicht trifft es das besser...
    Der Teil bis zum Komma trifft es doch sehr gut
    Was würde denn für Dich dazu gehören? Was müsste vorhanden sein, damit es sich so anfühlt?
    Da kämen dann die eigenen Wünsche, Träume und Bedürfnsse ins Spiel: können sie "erreicht"/"gelebt" werden, dann fühlt es sich befriedigend an?

    Es gäbe dann auch noch eine weitere Frage, die sich aus dem entwickelt, was Du dann "gefunden" hast: was davon könnte vielleicht eine Reaktion auf irgendein Defizit in Dir sein?
    Sich nicht mehr einsam fühlen ...

    Was verbindest Du mit Einsamkeit? Was suchst Du in der Zweisamkeit?
    Einsamkeit und Alleinsein: ist das für Dich das gleiche oder gibt es da einen Unterschied?
    Einsamkeit kann sich aus unterschiedlichen Quellen speisen - und für manche muss Zweisamkeit nicht die eigentliche "Lösung" sein

    Das mit der Bestätigung ...
    Na ja, bestätigt zu werden muss sich ja nicht gut anfühlen, kann einen sogar "abschrecken" - und dennoch kann dies auch genau das sein, was ein teil von uns will und braucht.
    Dass der andere Teil dies, aus welchen Gründen auch immer, ablehnt, ist ja nicht wirklich ausschlaggebend

    Der altersunterschied zu Deinen Geschwistern: warum sollte der denn nicht eine Rolle dabei spielen?
    Sind sie "Vorbilder"? Willst Du ihnen durch Dein Verhalten, durch Deine "Leistungen" zeigen, dass Du ihrer Liebe wert bist? Unbewusst - es geht ja um Prozesse

    Das Leben neu beginnen?
    Sicherlich, bis zu einer gewissen Grenze geht das - aber eben nur bis zu einer gewissen Grenze.
    Du kannst die äußeren Rahmenbedingungen verändern, sie auch komplett austauschen (gerade ein Umzug in eine völlig neue Umgebung, wenn dadurch das "alte" Umfeld keinen Einfluss mehr auf einen haben kann).
    Von daher ist dies sicherlich dann ein "neues Leben".

    Nur: Du selbst bist ja immer noch die gleiche Person wie vorher - alles Positive nimmst Du mit, aber eben auch all die ungelösten Fragen und alle Defizite, die sich auf Dich und Dein Lebensgefühl auswirken.
    Ich sage es jetzt mal so: Du verschaffst Dir einen neuen Raum mit anderen (hoffentlich weiteren) Grenzen als bisher.
    Diesen Raum kannst Du jetzt ganz anders auszufüllen beginnen, vielleicht auch, weil Du ganz andere Möglichkeiten hast, Deine Potenziale auszuleben.
    es sind aber eher die Grenzen gefallen, die von außen kommen/kamen.
    Die, die in Dir selbst verwurzelt sind, die Du dir selbst auferlegst: die bleiben ja, weil Du sie mitnimmst.

    Ein Umzug alleine kann da leider nicht viel bewirken: es gibt Dir neue Chancen - in wieweit Du die nutzen kannst, hängst aber von dem ab, was sich da in Dir selbst abspielt.
    Ich bin ein total anderer Mensch wenn ich aus meinem gewohnten Umfeld raus bin
    Das spricht dann doch dafür, dass Du in Deinem bisherigen Dich eher eingeengt fühlst: Dein Leben nicht so leben kannst, wie Du es als für Dich gut und richtig empfindest?

    Dann passt das mit dem Wegziehen doch.
    Ein kleines Aber darf aber sein: in der neuen Umgebung kommen aber auch einige neue Belastungen auf Dich zu (die Du vorher, bei Deinen kurzen Ausbrüchen, nicht so oder als solche wahrnehmen konntest) - noch dazu, weil Du dann auch erst einmal auf unbestimmte Zeit dort "festsitzt" ...

    Daher ja auch meine Frage von vorhin: das, was Du mit dem Wegziehen an Lebensqualität hinzu zu gewinnen erhoffst - hast Du in Dir selbst die Basis, damit das auch funktionieren kann?

    Leider hat es bisher nicht mit einem Job geklappt und ohne Job zu gehen, das will ich nicht riskieren...
    Es ginge schon - wären da nicht die Ämter ...

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