Vielleicht weiß ja Jemand darauf einen Rat?
Bisher bin ich mit allem Erlebten immer ohne eine Therapie ausgekommen, aber in diesem Fall denke ich tatsächlich darüber nach.
Meine eigene Selbstreflektion und das ständige Hinterfragen meiner Handlungen und Sichtweisen haben mir auf der einen Seite sehr in meiner Entwicklung geholfen, aber auf der anderen Seite doch ziemlich unsicher anderen gegenüber gemacht.
(Ich weiß nie, ob ich genüge oder wieder zu direkt bin und dann damit ein für mich schleierhaftes Verhalten bei anderen auslöse, weil ich eben anders ticke und es nicht nachvollziehen kann.
Ich vertrage Gewitter und donnere zurück, aber danach ist wieder Sonnenschein, bei den meisten anderen mit denen ich zu tun hatte aber nicht.
Ich bin eindeutig toleranter und stehe dennoch immer zu mir und meinen Ansichten. Gerade wenn sie unpopulär sind und ich ergreife gern Partei für andere. Leider ungefragt - das habe ich gelernt - so was ist oft nicht gewünscht.)
Mein eigentliches Problem, bei dem ich noch keine Strategie gefunden habe ist folgendes:
Meine Angst vor dem Gefühl von Leere und tiefer Einsamkeit, wenn ich verlassen werde. Nicht im klassischen Sinn, sondern wenn ich Besuch an der Haustür verabschiede, egal ob ich die Leute mochte oder nicht, egal ob noch mein Freund bei mir blieb oder nicht.
Beim Verabschieden von Anderen, bei denen wir oder nur ich zu Besuch waren, ist alles gut - alles wunderbar. So wie man es üblicherweise eben kennt.
Das hatte ich auch schon als Kind.
Meine Eltern blieben und der ungeliebte Tanten- + Onkel-Besuch verabschiedete sich und fuhr weg.
Gespürt habe ich dieses schreckliche Gefühl vor allem, wenn ich ihnen am Fenster nachgeschaut habe. Oder wenn wir vom Verabschieden am Auto wieder zurück in die Wohnung gegangen sind.
Wenn meine Eltern allerdings mal allein mit meinem Bruder zusammen in den Urlaub gefahren sind, war das grandios und eine absolute Wohltat für mich. Ich hatte das Haus für mich und ein Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmung.
Aktuell ist es so, dass ich zusammen mit meinem Freund in ein Haus ziehen werde. Nun weiß ich aber aus Urlauben, in denen wir "Probehauswohnen" veranstaltet haben, dass ich dieses Gefühl auch habe, wenn ich weiß, dass mein Freund da ist, ich ihn aber in keinem Zimmer finden kann.
Das macht mich völlig fertig.
Am liebsten wäre mir das egal, aber das Gefühl ist dann ziemlich dominant.
Ich habe ihm schon gesagt, dass er dann eine große Kuhglocke von mir umgehängt bekommt.
Als ich noch allein gewohnt habe (natürlich zusammen mit meinem Haustier), ob mit oder ohne Freund, war meine erste Tat immer den Fernseher einzuschalten. Warum? Keine Ahnung, vielleicht um andere Menschen in meiner Nähe zu simulieren.
Also, was kann ich am besten dagegen tun?
Alkohol hilft für den Moment, ist aber keine gute Variante, weil dass einer Vermeidung/Flucht gleichkommt und das Problem weiterhin bestehen würde.
In solchen Momenten eine Ablenkung bereit halten? Nur welche? Springseilspringen? Könnte helfen, aber eben auch wieder nur für den Moment.
Habt Ihr vielleicht einen guten Tipp?
LG, Finja


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