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Thema: Brauche ich eine Therapie, wenn mir diese Gefühle zu schaffen machen?

  1. #1
    Schreiberling Avatar von Finja
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    Standard Brauche ich eine Therapie, wenn mir diese Gefühle zu schaffen machen?

    Vielleicht weiß ja Jemand darauf einen Rat?

    Bisher bin ich mit allem Erlebten immer ohne eine Therapie ausgekommen, aber in diesem Fall denke ich tatsächlich darüber nach.
    Meine eigene Selbstreflektion und das ständige Hinterfragen meiner Handlungen und Sichtweisen haben mir auf der einen Seite sehr in meiner Entwicklung geholfen, aber auf der anderen Seite doch ziemlich unsicher anderen gegenüber gemacht.
    (Ich weiß nie, ob ich genüge oder wieder zu direkt bin und dann damit ein für mich schleierhaftes Verhalten bei anderen auslöse, weil ich eben anders ticke und es nicht nachvollziehen kann.
    Ich vertrage Gewitter und donnere zurück, aber danach ist wieder Sonnenschein, bei den meisten anderen mit denen ich zu tun hatte aber nicht.
    Ich bin eindeutig toleranter und stehe dennoch immer zu mir und meinen Ansichten. Gerade wenn sie unpopulär sind und ich ergreife gern Partei für andere. Leider ungefragt - das habe ich gelernt - so was ist oft nicht gewünscht.)

    Mein eigentliches Problem, bei dem ich noch keine Strategie gefunden habe ist folgendes:
    Meine Angst vor dem Gefühl von Leere und tiefer Einsamkeit, wenn ich verlassen werde. Nicht im klassischen Sinn, sondern wenn ich Besuch an der Haustür verabschiede, egal ob ich die Leute mochte oder nicht, egal ob noch mein Freund bei mir blieb oder nicht.

    Beim Verabschieden von Anderen, bei denen wir oder nur ich zu Besuch waren, ist alles gut - alles wunderbar. So wie man es üblicherweise eben kennt.

    Das hatte ich auch schon als Kind.
    Meine Eltern blieben und der ungeliebte Tanten- + Onkel-Besuch verabschiedete sich und fuhr weg.
    Gespürt habe ich dieses schreckliche Gefühl vor allem, wenn ich ihnen am Fenster nachgeschaut habe. Oder wenn wir vom Verabschieden am Auto wieder zurück in die Wohnung gegangen sind.

    Wenn meine Eltern allerdings mal allein mit meinem Bruder zusammen in den Urlaub gefahren sind, war das grandios und eine absolute Wohltat für mich. Ich hatte das Haus für mich und ein Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmung.

    Aktuell ist es so, dass ich zusammen mit meinem Freund in ein Haus ziehen werde. Nun weiß ich aber aus Urlauben, in denen wir "Probehauswohnen" veranstaltet haben, dass ich dieses Gefühl auch habe, wenn ich weiß, dass mein Freund da ist, ich ihn aber in keinem Zimmer finden kann.
    Das macht mich völlig fertig.
    Am liebsten wäre mir das egal, aber das Gefühl ist dann ziemlich dominant.
    Ich habe ihm schon gesagt, dass er dann eine große Kuhglocke von mir umgehängt bekommt.
    Als ich noch allein gewohnt habe (natürlich zusammen mit meinem Haustier), ob mit oder ohne Freund, war meine erste Tat immer den Fernseher einzuschalten. Warum? Keine Ahnung, vielleicht um andere Menschen in meiner Nähe zu simulieren.

    Also, was kann ich am besten dagegen tun?
    Alkohol hilft für den Moment, ist aber keine gute Variante, weil dass einer Vermeidung/Flucht gleichkommt und das Problem weiterhin bestehen würde.

    In solchen Momenten eine Ablenkung bereit halten? Nur welche? Springseilspringen? Könnte helfen, aber eben auch wieder nur für den Moment.

    Habt Ihr vielleicht einen guten Tipp?

    LG, Finja
    Es gibt immer eine Blickrichtung aus der man etwas noch nicht betrachtet hat.
    Warum also nicht einfach die Richtung ändern und das Positive sehen?

  2. #2
    Verleger Avatar von Natz
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    Hallo Finja,
    vll. würde es sich schon mal lohnen, da genauer hinzuschauen, um herauszufinden, woher dieses Problem kommt.
    Für den Moment fällt mir nur ein: Lieblingsmusik rein und schrecklich mitsingen, Du beschallst das Haus und Singen ist gut gegen Panik, schon allein aus körperphysiologischen Aspekten, da Du da tief Luft holst und auch wieder lang "aussingst."
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Natz für den sinnvollen Beitrag:

    Finja (30.07.2010)

  4. #3
    Schreiberling Avatar von Finja
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    Klasse Idee, Natz.
    Und so ganz nebenbei wird sich mein Schatz bestimmt ziemlich schnell von selbst aus einem der Zimmer melden, wenn er mein Bily Idol - Solo hört.
    Die Kuhglocke will er nämlich irgendwie nicht tragen.
    Ich vermute mal aus rein modischen Aspekten.

    LG, Finja
    Es gibt immer eine Blickrichtung aus der man etwas noch nicht betrachtet hat.
    Warum also nicht einfach die Richtung ändern und das Positive sehen?

  5. #4
    Verleger Avatar von Natz
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    Du könntest es ja aufnehmen und hier reinstellen, dann haben wir auch was davon
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  6. #5
    Schreiberling Avatar von Finja
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    Ich glaub das lass ich lieber.
    Damit würde ich wohl alle, bis auf den Kümmerer in die Flucht schlagen.
    Von ihm kämen dann bestimmt ganz lieblich formulierte Bohlen-Sprüche.
    Bei manchen Dingen soll man ja auch einfach nur genießen und darüber schweigen, hab ich mal gehört.

    LG, Finja
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    Warum also nicht einfach die Richtung ändern und das Positive sehen?

  7. #6
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    ich finde auch, du solltest mal genauer hinschauen. das ganze klingt etwas nach verlustangst, so als hättest du mal jemanden verloren, der weg gegangen und nie wieder gekommen ist. vielleicht war das ja mal so in der kindheit, dass einer deiner verwandten oder so nach einem besuch gegangen ist und kurz danach gestorben ist...

    cooler smiley übrigens...

  8. #7
    Schreiberling Avatar von Finja
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    Vielleicht hat der Umzug als Kind aus einer kleineren in eine BL-Hauptstadt damit zu tun.

    Ich komme nur darauf, weil ich mich vor dieser Zeit nicht an solche Gefühle beim Verabschieden erinnern kann. Und gestorben oder gegangen ist Niemand, der mir einfallen würde.

    Ich war Anfang der zweiten Klasse und ich musste mit meinen Eltern umziehen.
    Das ging ganz schnell. Mein Vater war befördert worden und ich musste mit ziehen - ob ich wollte oder nicht. Es gab auch keine einfühlsamen Worte, die es einem als Kind hätten leicht machen können.
    Ich habe mich von all meinen liebgewonnenen Mitschülern verabschiedet und wir haben uns gesagt, dass wir uns niemals vergessen werden...
    Ich habe Niemanden bis heute jemals wieder gesehen (Janet Liemen, Dorothee Brinkmann...ich habe ihre Namen nicht vergessen.).

    Dann war es damals auch so, dass mein Vater für diese Beförderung zur Weiterbildung immer die Woche in der Stadt verbrachte und nur an den Wochenenden nach Hause kam. Schlimm fand ich das nie, wenn er wieder losfuhr, aber vielleicht hat ja meine Mutter irgendetwas ihrer Gefühle an mich übertragen. Ihr Vater ist nämlich bei einem Unfall gestorben, bevor sie geboren wurde. Wer weiß?

    LG, Finja
    Es gibt immer eine Blickrichtung aus der man etwas noch nicht betrachtet hat.
    Warum also nicht einfach die Richtung ändern und das Positive sehen?

  9. #8
    Schreiberling Avatar von Finja
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    ...und Verlustangst, ich weiß nicht.
    Könnte man denken, aber da spricht so manches dann doch wieder dagegen.
    Immer wenn ich etwas verliere oder es kündigt sich ein Verlust an, schaue ich immer nach vorn.
    Statt Plan B immer ein komplett neuer Plan also.
    Vielleicht widme ich mich dem Verlorenen ja nicht lange genug dabei?
    Es gibt immer eine Blickrichtung aus der man etwas noch nicht betrachtet hat.
    Warum also nicht einfach die Richtung ändern und das Positive sehen?

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