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Thema: brauche ich Hilfe?

  1. #1
    Neuling
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    Standard brauche ich Hilfe?

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Nach langer Zeit hätte ich gerne eine kleine Einschätzung meiner psychischen "Probleme"...
    Ich denke das größte Problem mit dem ich Anfangen sollte ist wohl meine soziale Phobie.
    Ich in jetzt 18 jahre Alt und eigentlich in dem Lebensabschnitt, wo man doch viel unternehmen sollte, was mir aber aufgrund von Menschenscheu nicht wirklich möglich ist...
    Ich bin in der Regel permanent unter Anspannung wenn ich auch nur auf die Straße gehe. Auch wenn ich nur Abends in die Bank gehe, Einkaufen oder in der Tankstelle zum Zahlen gehe habe ich einen schnellen Schritt, mir wird Warm, habe Herzrasen, werde unruhig und zittere sobald ich zum stehen komme und kann Menschen die mir entgegenkommen nicht länger als einen kurzen moment ins Gesicht sehen.
    Das ständige Gefühl dass mir jemand Schaden möchte oder sich über mich Lustig macht (zur Information: Bedingt durch meinen Beruf und PC habe ich eine Kyphose).
    Ich vermag als Laie natürlich nicht den unterschied zwischen sozialer Phobie und übermäßgen Scham zu erkennen, aber selbst wenn es keine Phobie ist, ist es doch kein Lebenszustand...
    In solchen Situationen fühle ich mich meistens wie ein Jude im 3. Reich und rede es mir auch permanent ein - eine schlimmere Demütigung geht für mich nicht.
    Ein schlimmer Nebeneffekt der Situation ist für mich noch, dass ich mich meist, wenn es schlimmer wird, mit der rechten Ideologie identifiziere, um innerlich und nach aussen hin stark zu wirken. (Ich habe allerdings keinen Kontakt zu irgendwelchen Nazis).

    Mittlerweile hat sich ein Teufelskreis entwickelt. Ich bin zudem noch Internet/PC-süchtig und habe hier meine eigentliche Welt... im reallife mache ich sowieso seit Jahren dasselbe, weshalb ich mit Worten wie "das echte Leben is doch vieeeel besser" nichts anfangen kann.
    Ich stehe unter der Woche pünktlich auf, mach mich innerhalb von 40 minuten fertig für die Arbeit, warte in der Arbeit 8 Stunden und fahre nach Hause. Zwischendrinn kommen vielleicht ein paar Termine, die aber auch eher Alltag sind. Ich bin von Beruf (noch) Azubi zum IT-Kaufmann, weshalb ich ohne PC sowieso arbeitslos wäre...
    also würde ich selbst ohne PC zuhause, in der Arbeit ins Internet gehen.
    Meistens kann ich nichtmal mit meinen Freunden was unternehmen, weil mir nach wenigen Stunden schon wieder so langweilig wird, dass ich gerne meine Ruhe haben würde.

    Durch eine Parueresis ist es mir in Verbindung mit der Menschenscheu wiederum nicht möglich am WE wegzugehen, so dass ich mich meist in meinen vier Wänden betrinke und das Internet hüte. Freunde und Kontakte hab ich aber schon relativ viele...
    Ich mach halt alles über Internet und irgendwann sieht man sich dann zufällig oder abgesprochen.
    Von dem her hab ich eigentlich kein Problem Leute kennenzulernen, aber eine Dame an meiner Seite hatte ich verständlicherweise noch nie. Im Internet sieht man keine Emotionen und ich kann mehr wagen, so dass ich gut heile Welt "spielen" kann.

    Meine Frage und der eigentliche Grund für den Thread ist aber: Brauche ich professionelle Hilfe oder kann ich auch irgendwie selbst wieder ein normales Leben führen?

  2. #2
    Neuling
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    Wenn Du soweit bist, dass Du nicht auf die Strasse gehen kannst ohne Schweissausbrüche zu kriegen, dann denke ich, solltest Du Dir wirklich therapeutische Hilfe suchen. Zunächst mal einfach nur ein Diagnosegespräch, dann wird Dir der Therapeut genauer sagen können, wie es ausschaut.
    Da sich ja, wie Du schreibst, ein Teufelskreis entwickelt ist auch nicht zu erwarten, dass die Situation von selbst besser wird.

    Ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass sich so etwas wie Sozialphobie nicht einfach von selbst verbessert, schon gar nicht, wenn man nur noch zu Hause ist, zumal es im Leben so ist, dass man immer weniger Menschen trifft, je älter man wird. Beispiel : derzeit bist Du noch in der Berufsschule und bist dort noch mit Gleichaltrigen zusammen, nach Abschluss Deiner Ausbildung fällt das dann weg. Von daher : Entscheid Dich dafür, etwas daran zu machen, sonst wird sich nichts ändern.

  3. #3
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    Hallo zusammen
    Ich habe seit 2wochen gemerkt das ich mich persönlich sehr stark verändert habe.
    Das fängt an damit ich keine Emotionen zeigen.
    Ich fühle mich innerlich auch leer.
    Ich würde mal so gerne weinen um alles loszuwerden was ich all die Jahre in mich geschluckt habe.
    Nun ist die Frage brauche ich hilfe von Profis oder bekommt man das so in den griff

  4. #4
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    Hallo zusammen
    Ich habe seit 2wochen gemerkt das ich mich persönlich sehr stark verändert habe.
    Das fängt an damit ich keine Emotionen zeigen.
    Ich fühle mich innerlich auch leer.
    Ich würde mal so gerne weinen um alles loszuwerden was ich all die Jahre in mich geschluckt habe.
    Nun ist die Frage brauche ich hilfe von Profis oder bekommt man das so in den griff

  5. #5
    Neuling
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    N3rd:
    Klingt für mich auch so, als solltest du dir prof. Hilfe suchen.
    Auch wenn ich weiß, dass viele, viele Menschen Minderwertigkeitsgefühle haben (den meisten sieht man es nicht an) und auch, dass viele junge Männer mit 18 noch keine Freundin hatten u.s.w. ... das mit der Internetsucht ist schlimm und wenn sogar schon deine Wirbelsäule gelitten hat...
    Ich bin ja absolut der Meinung, dass gerade bei Problemen in Richtung Minderwertigkeit und Ängste Sport gut hilft.
    Was würdest du vom Joggen halten, Fitnessstudio, Squash oder was dir so gefällt. Vielleicht willst du lieber alleine was machen, vielleicht schwimmen?

    Ich denke auf gar keinen Fall, dass sich über dich mehr Menschen lustig machen, als über mich...
    Man denkt sowas nur immer.
    Beispiel:
    Ich war heute im Baumarkt und weil ich gerade eine Verletzung habe bin ich gehumpelt.
    Am Info-Stand standen ein paar Verkäufer und lachten (so hinter mir). Da kam auch die Idee in mir auf, dass die bestimmt über mich lachen. Kann ja auch sein, aber was? Die haben mich erstens nach einer Minute sowieso vergessen und ich die auch und zweitens "na und" und drittens haben die vielleicht ganz woanders hin gesehen.
    Ich hätte jetzt hin gehen können und frahen "Lacht Ihr etwa über mich, Ihr Säcke?" - aber wozu, ist doch nicht wichtig.

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Reisende für den sinnvollen Beitrag:

    N3rd (23.05.2011)

  7. #6
    Neuling
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    Zitat Zitat von Payday Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen
    Ich habe seit 2wochen gemerkt das ich mich persönlich sehr stark verändert habe.
    Das fängt an damit ich keine Emotionen zeigen.
    Ich fühle mich innerlich auch leer.
    Ich würde mal so gerne weinen um alles loszuwerden was ich all die Jahre in mich geschluckt habe.
    Nun ist die Frage brauche ich hilfe von Profis oder bekommt man das so in den griff

    Wie ist das genau zu verstehen? Seit 2 Wochen ist es dir bewusst, oder seit 2 Wochen hast du dich verändert?
    Weinen hilft schon wenn sich etwas aufgestaut hat. Danach fühlt man sich besser auf jeden Fall.
    Ich weiß ja nicht, ob es klappt, aber du könntest einen wirklich traurigen Film ansehen um das Ventil zu öfnnen.

  8. #7
    Neuling
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    Zitat Zitat von Reisende Beitrag anzeigen
    N3rd:

    Ich bin ja absolut der Meinung, dass gerade bei Problemen in Richtung Minderwertigkeit und Ängste Sport gut hilft.
    Was würdest du vom Joggen halten, Fitnessstudio, Squash oder was dir so gefällt. Vielleicht willst du lieber alleine was machen, vielleicht schwimmen?

    Ich denke auf gar keinen Fall, dass sich über dich mehr Menschen lustig machen, als über mich...
    Man denkt sowas nur immer.
    Beispiel:
    Ich war heute im Baumarkt und weil ich gerade eine Verletzung habe bin ich gehumpelt.
    Am Info-Stand standen ein paar Verkäufer und lachten (so hinter mir). Da kam auch die Idee in mir auf, dass die bestimmt über mich lachen. Kann ja auch sein, aber was? Die haben mich erstens nach einer Minute sowieso vergessen und ich die auch und zweitens "na und" und drittens haben die vielleicht ganz woanders hin gesehen.
    Ich hätte jetzt hin gehen können und frahen "Lacht Ihr etwa über mich, Ihr Säcke?" - aber wozu, ist doch nicht wichtig.
    Hallo,

    Sport mach ich ab und zu schon.. hab auch genügend Angebote in meiner Umgebung. Das Problem ist hierbei meistens nur die Lustlosigkeit
    Ich denke es gibt hier viele Leute die früh Morgens aufstehen und nach nem langen Arbeitstag einfach nur Freizeit und Ruhe haben wollen... so gehts mir zuminderst meistens
    aber das wär wohl tatsächlich ein Ansatzpunkt!


    Ich hatte nur vor ca. 2 Jahren mal ein Erlebnis wo ich wirklich gemerkt habe wie sich bewusst über mich lustig gemacht wurde... eventuell hat mich das stark getroffen
    Ich fuhr morgens mit der Bahn in die Berufsschule und etwa auf halber Strecke sind zwei Damen zugestiegen, die im selben Wagon saßen.
    Am 2. Schultag bin ich dann um 1700 wieder mit dem Zug nach Hause gefahren und hab die beiden Damen wieder gesehen.
    Sie standen etwa 10 Meter weg und machten z.B. meine Körperhaltung nach...
    auch als sie bemerkt hatten dass ich sie bereits kritisch angesehe, haben sie munter weitergemacht und sich wohl gut amüsiert.
    (ich mein, ich spiel doch auch nicht Spastiker wenn ich neben einem stehe oder?!)

    Ich bemerke nur immer wie die Menschen in meiner Umgebung mir seltsame Blicke zuwerfen und das verunsichert schon enorm

    wenn wieder sowas ähnliches vorfällt, gehen meine Fortschritte wieder gegen 0, bau mir wieder die Welt wo ich selbst stark bin und entwickle einen Hass auf die Menschen in meinem Umfeld...

  9. #8
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    Standard

    Wenn es so ist mit den "Damen", wie du schreibst (Wie alt waren die denn so?) kann man wohl davon ausgehen, dass ihnen im Kopf etwas Entscheidendes fehlt. Hätte ich das als Dritte gesehen, hätte ich sie aber angepflaumt. Aber wie heißt es so schön? Wer den Schaden hat braucht für den Spott nicht zu sorgen. Ich nehme mal an, dass es soooo extrem cshlimm nicht ist bei dir, aber wie oft hat man schon gesehen, dass Behinderte zu ihrem Handycap von so blöden Idioten auch noch veralbert werden.
    Dabei sollte jdem normal denkenden Menschen wohl bewusst sein, wie schnell es gehen kann und man ist selbst gehandicapt.
    Wie schlimm ist es denn mit deinem Rücken? Kann da ein Physiotherapeut was machen? Ganz viel Krankengymnastik?
    So ein Erlebnis prägt natürlich und das ist gemein. Von Erwachsenen sollte man meinen, dass sie mehr Gripps haben.

    Es gibt ja clevere Leute, die würden sich vielleicht ein T-Shirt anziehen auf dem steht: "Fragen Sie mich ruhig weshalb mein Rücken so krumm ist" oder "Glotz nicht so!" oder "Ich sehe Ihren schrägen Blick!" oder "Ist bei Ihnen etwa alles in Ordnung?" oder "Ihr eines Auge hängt raus!" etc.

    Dazu braucht es aber vermutlich eine sehr selbstbewusste Erziehung und/oder eine entsprechende eigene Entwicklung.

    Was mir nicht so ganz klar ist, ist dein damit zusammen hängender Hang nach rechts... wenn ich das mal so nennen darf. Wieso gibt dir das Stärke oder Kraft? Naja...früher ist man Punker geworden wenn man "dagegen" oder einfach nur unsicher war und einer vermeintlich "anderen" Gruppe angehören wollte, so von wegen "Ich brauche Euch nicht, ich gehöre ja zu denen". Vielleicht ist es das.

    Ich würde eher daran arbeiten, dass mein Rücken gerader wird. Gibt es keine Übungen? Hilft ggf. eine OP? Wenn nicht musst du ja nun mal damit leben, aber DU bist ja nun nicht nur dein Rücken. Sicher gibt es etwas an dir, worauf du stolz sein kannst oder sein solltest. Und wenn auch das nicht arbeite daran, z. B. mit viel Wissen im Beruf, einem interessanten Hobby oder so. (Das mit der Lustlosigkeit ist so eine Sache. Man kann sich ggf. damit motivieren, dass man sich nach dem Sport sehr viel besser fühlt und ein gutes Gewissen hat. Das Essen schmeckt auch besser.)

    Vielleicht hilft für´s Selbstbewusstsein auch einfach mal öfter was Bescheuertes zu machen, tanzen auf der Straße oder so (im Rahmen, sonst kommt der Arzt ;-) ). Dann haben die Leute einen echten Grund zu gucken und du wirst sehen, dass die Welt deshalb auch nicht unter geht.

    Beeinträchtigungen haben ja auch andere und ich finde es immer wieder sowas von toll wenn ich Leute sehe, die im Rollstuhl sitzen, oder keine Arme haben oder keine Arme und keine Beine, blind sind oder was weiß ich und echt was Tolles aus ihrem Leben machen.
    Hast du schon mal von Stephen Hawking gehört? (z. B. "Das Universum in der Nussschale") Tu dir den Gefallen und schränke deine Person nicht auf deinen Rücken ein.
    Was die Paruresis betrifft, ich denke das geht in Richtung psych. Störung bzw. Phobie und sollte therapiert werden. Das nagelt dich vermutlich ganz schön zu Hause fest und das kannst du nicht wollen...also besser Therapie.

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