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Thema: Brauche ich professionelle Hilfe?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Brauche ich professionelle Hilfe?

    Jetzt habe ich gerade meine komplette Geschichte aufgeschrieben, und als ich sie senden wollte, war sie weg :-( Also fasse ich mich jetzt kürzer..

    Meine eigentliche Frage ist, wie lange man normalerweise trauert... Hört sich blöd an, weil man das bestimmt nicht so pauschal sagen kann, aber mein Vater ist vor vier Jahren gestorben (ich war 22) und ich bin immer noch total fassungslos deswegen...

    Er ist sehr plötzlich und jung gestorben (ich war dabei als er zusammengebrochen ist... 5 Tage später starb er dann) und mir kommen immer wieder diese Bilder in den Kopf ..oder Sätze die in dem Moment gefallen sind. Ich habe oft Albträume und würde so gerne die Zeit zurückdrehen können um mich wenigstens von ihm zu verabschieden und ihm noch ein paar Fragen zu stellen... (z.B. ob er Organspender ist).
    Obwohl ich weiß, dass es ihn auch nicht wieder lebendig macht, heule ich heute noch immer plötzlich los und kann bestimmte Dinge, die uns verbunden haben, nicht mehr machen (banal irgendwie, aber Skat spielen z.B.).
    Oft frage ich mich "was hätte er jetzt wohl gesagt/getan"...

    Ich weiß eben einfach nicht, ob das noch im Bereich des Normalen liegt nach vier Jahren, oder ob ich mir mal professionelle Hilfe holen sollte... ?

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    hallo Bobbel,

    für Trauer gibt es keine Zeitvorgaben. Das ist individuell unterschiedlich und gerade bei so nahen Angehörigen kann uns das immer wieder einholen. Bist Du denn allein mit Deiner Trauer? Was ist mit Deiner Mutter, Geschwistern? Wie geht ihr als Familie mit der Trauer um? Trauert ihr gemeinsam? Kannst Du Dich mitteilen?


    lg Gaby

  3. #3
    Neuling
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    Hallo Gaby,
    erstmal danke für deine Antwort...
    Meine Eltern haben sich getrennt, als ich 13 war..meine Ma ist mit meiner Schwester damals ausgezogen, ich bin bei meinem Vater geblieben.
    Die beiden haben mir schon sehr geholfen damals (auch als es darum ging, die Wohnung auszuräumen, etc.) aber die beiden hatten eben ein anderes Verhältnis zu ihm. Meine Schwester trauert anders als ich.. sie wohnte damals auch schon weiter weg und ihr Leben war nicht so betroffen wie meins. Ich wurde quasi ins kalte Wasser geworfen und musste mich eben irgendwie um alles kümmern. Plötzlich war ich für das Haus mit den Mietwohnungen zuständig, obwohl ich bis dahin noch nichtmal meinen Strom selber ablesen musste...
    Mein Dad hat noch einen Bruder, der auch sehr gelitten hat, mir aber in meiner Trauer nicht helfen konnte, weil er sich eben selber helfen musste. Bis heute weigert er sich, mich mal zu besuchen, weil er das Haus nicht betreten möchte.
    Weil ich eben funktionieren musste, habe ich mich damals nicht so viel damit auseinandergesetzt... ich habe zwar im ersten halben Jahr oft geweint, aber dann eben für mich, einfach weil ich das Gefühl hatte, dass mich da niemand so recht verstehen kann. Ich spreche schon darüber, dass er mir sehr fehlt und wie schlimm es damals für mich war, als ich daneben stand und ihm nicht helfen konnte.. aber lebendig macht ihn das ja leider auch nicht wieder

  4. #4
    Gast784
    Gast

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    Du kannst die Zeit natürlich nicht zurück drehen, aber es gibt Trauerrituale, um sich nachträglich zu verabschieden. Dass Du dabei warst, stelle ich mir sehr belastend vor und kann verstehen, dass diese Bilder immer noch wirken. Vll gibts bei euch eine Trauergruppen oder so was? (beim Hospizverein oder Pfarreien mal nachfragen)

  5. #5
    Schreiberling
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    hallo Du,
    es gibt wirklich keine klaren Vorgaben. ABer nach 2 Jahren sollte man schon wieder am Leben teilnehmen. Ich würde Dir wirklich raten, aber eine Trauerbegleitung zu machen. Es gibt im NLP ein wunderbares Trauerritual. Nutze es.
    LG
    Peter

  6. #6
    Gast2000
    Gast

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    Ich weiß das klingt jetzt alles abgedroschen - aber was meinst du mit "wieder am Leben teilnehmen"??

    Meinst du rausgehen und mit Freunden was unternehmen oder wie meinst du das?

    Es ist so, meine Mutter ist ja gestorben, als ich 4 war.. und an manchen Tagen, selbst nach 15 Jahren (!!!) Trauere ich noch immer um sie. Obwohl ich damit halbwegs gut klar komme, und mein Leben noch weiter lebe, aber um sie trauern werde ich auch nach weiteren 10 Jahren noch. Ich werde sie immer vermissen - sie war meine Mutter!

    Ich glaube auch kaum, dass es da einen Zeitrahmen gibt - ehrlich nicht. Natürlich sollte man sich nicht ganz hängen lassen... und natürlich kann man auch mal weinen deswegen, weil der psychische Schmerz zu groß ist.. weil man eben vermisst. Das ist bei mir genauso. Und trotzdem kann man weiterhin zur Arbeit gehen... sich weiterbilden... oder Freunde finden.
    Heißt es denn, dass das Leben total auf "Stop" geht, weil ein wichtiger Mensch aus deinem Leben tritt (nicht dass es nicht tragisch werde - bitte versteht mich nicht falsch!!!)
    aber wir atmen noch. Wir "leben" noch. Oder sehe ich das falsch?....

    Ich werde immer um meine Mutter trauern, in manchen Zeiten mehr und in manchen weniger.

    So und jetzt könnt ihr mich in der Luft zerreissen wenn ihr wollt, aber so ist meine Sichtweise.

    Edit: Ich habe - was ich dazu sagen muss - Eine Psychotherapie gemacht... vor ein paar Monaten.
    Und mir ging es dann besser - aber ob das auch auf andere zutrifft, das kann ich nicht sagen.
    Auf jeden Falle wollte ich noch sagen, dass ich es jetzt nicht schlimm finde, weil jemand 4 Jahre trauert... das ist für mich natürlich...
    Geändert von Gast2000 (18.09.2008 um 08:08 Uhr)

  7. #7
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    Ich denke mal auch, dass Trauerarbeit nie endet...
    Hole dir professionelle Hilfe- entweder ne Selbsthilfegruppe, oder nen PSychotherapeut...
    Ich drücke dir die Daumen...

    Bisel
    Wer Rechtschreib- bzw. Grammatikfehler findet, darf sie behalten.

    vielleicht hier...=> Mein Tagebuch

  8. #8
    Neuling
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    Aus meiner Efarhrunng heraus kann ich sagen daß ein Mensch der zu dem Zeitpunkt des Geschehens sehr gestresst war und mit enormen Gefühlen zu kämpfen hatte , die Situation nicht so leicht verkraftet als Jemand der gefühlsmäßig das Erlebte nicht so intensiv miterlebt hat !

    Gruß S.

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