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Thema: Brauche mal nen Rat

  1. #1
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    Frage Brauche mal nen Rat

    Hallo an Alle!

    Ich weiss nicht, ob mein Thread hier so richtig ist...
    ich schildere wohl am besten mal mein Problem:

    Bin seit fast einem Jahr fest in einem Krankenhaus stationär am arbeiten und werde von ein paar Kollegen mehr oder weniger "gemieden" , soll heissen sie sprechen mit mir nur das nötigste+vermeiden blickkontakt mit mir ; mit dem leiter komm ich fast gar nicht klar, dieser spricht auch nur das nötigste und wenn er was sagt, dann werde ich dumm angemacht wie z.b. "warum steht das bett da noch auf dem flur"- keine netten worte wie z.b. "na wie gehts dir" oder sowas... hätte damals gerne ein zwischengespräch mit ihm gehabt um zu wissen wie ich dort eingeschätzt werde, dies wurde mir auch erst versprochen aber im endeffekt hatte er kein interesse daran und es fand nie statt. mich wollte auch keiner bewerten wie ich mich dort so mache (sagt doch schon alles oder )
    naja, mein vertrag wurde verlängert, bin aber ein sehr sensibler mensch und es macht mich psychisch echt fertig wenn ich bewusst gemieden werde und nur kritik zu hören kriege...

    ich fühle mich minderwertig und ich gehe nicht mehr gerne dort zur arbeit und denke dass die depressionen schon fast bei mir angekommen sind. ich werde immer weinerlicher und mache mir oft tagelang nur gedanken über die arbeit.
    zu kündigen stellt keine option für mich dar weil es finanziell nicht geht und ich nicht arbeitslos sein möchte...und bis man etwas anderes findet dauerts eben...

    ich habe mir überlegt mich in psychologische behandlung zu begeben , denn wenn ich z.b. meinem freund von meinen problemen erzähle kann er sich nicht richtig hineinversetzen, bzw. mit keine ratschläge geben...

    frage: wie finde ich einen psychologen?
    kann ich direkt dorthin gehen oder benötige ich eine überweisung vom hausarzt?
    kostet das etwas?



    über antworten wäre ich dankbar.

    issel

  2. #2
    Schreiberling Avatar von Finja
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    Standard Schüchternheit

    Hallo Issel,
    wenn Du so sensibel bist, zieh doch Deine Kraft aus den Patienten und hol Dir dort die Bestätigung, die Du brauchst.

    Vielleicht ist es in diesem Krankenhaus/Station üblich so miteinander umzugehen. Das Benehmen des Leiters spricht sehr dafür. Das Verhalten der Anderen könnte die Reaktion darauf sein.

    Du wurdest doch übernommen. Sieh das doch als positivstes Feedback, welches Dir der Leiter (sofern er bei der Entscheidung involviert war) geben konnte. Somit hat er Dir gezeigt, dass er Deine Arbeit schätzt und er nicht auf Dich verzichten möchte.

    Sein Verständnis von Lob ist wahrscheinlich, Kritik nur bei besonders banalen Dingen zu äußern. Vielleicht ergibt sich ja mal die Situation, dass DU irgend etwas von dem was ER so tut, besonders klasse findest. Sag ihm das dann einfach (z.B. loben, wie routiniert er...etc.). Lass ihn glänzen, aber übertreibe dabei nicht. Wenn Du so viel Wert auf sein Wohlwollen legst, schaffst Du es vielleicht über diesen Weg. Er hat mit seiner Kritik vielleicht nur Deine Motivation im Sinn und versucht seine hohen Erwartungen an Dich auszudrücken.

    Ein Personalgespräch (Zwischengespräch) steht Dir auf jeden Fall zu.
    Wobei der Leiter vielleicht geglaubt hat, dass Du das Gespräch nur führen wolltest, um zu erfahren ob Du übernommen wirst. Und da er sich nun schon entschieden hatte und niemand Dich mehr bewerten brauchte, fand er es wohl überflüssig. Vermutlich wieder eine übliche Vorgehensweise in dem Krankenhaus / der Station. Vielleicht tut er sich auch schwer in konstruktiver Kritik und positivem Feedback.

    Schau Dich doch parallel einfach mal nach einer neuen Anstellung um und bewirb Dich dort. Das gibt Dir evtl. etwas Sicherheit und Du hast nicht mehr so das Gefühl der Ausweglosigkeit. Könnte sein, dass Du dann schon etwas souveräner bei Deinem jetzigen Arbeitgeber auftrittst.

    Wenn Du dennoch einen Psychologen aufsuchen möchtest, kannst Du das über einen Arzt Deines Vertrauens machen. Dabei ist egal ob Du Dich für einen Frauenarzt oder einen Allgemeinarzt entscheidest. Der empfiehlt Dir dann einen passenden Psychologen. Du kannst natürlich auch gern selbst recherchieren und direkt dort anrufen.

    LG, Finja
    Geändert von Finja (25.11.2009 um 14:12 Uhr)

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von Andy Naivpsychologe
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    Ausrufezeichen

    Hallo Issel,

    schwere Themaik. Hört sich für mich fast an wie Mobbing.
    Eine Art rausekeln durch desinteresse Mobbing.

    Liegt wahrscheinlich am konzept des Leiters, wie er sich vorstellt
    das im Krankenhaus gehandelt werden soll.

    Und deine Sensibilität und Rücksichtnahme gegenüber den Patienten-
    da ja nur Arbeitskollegen und er so sind, würde für mich zumindest, so alles
    bestätigen.

    Vom Therapeuten würde ich Dir abraten, sondern, falls Du dort erstmal bleiben willst, einen Mittelweg suchen. Den eine Kündigung deinerseits wird wahrscheinlich ein schlechtes Bild in deinem Arbeitszeugnis ausstrahlen.

    Die Frage ansich aber, warum solltest Du dich verändern und den anderen
    wird das nicht Spanisch vorkommen.

    Wenn dann ist es meiner Meinung nach das beste, Du schaust dich heimlich nach einem anderen Arbeitsplatz um, und hörst auch auf den Rat von Finja
    und lasst sie genauso links liegen um bei den Patienten den stützenden Halt zurück zu holen.
    Aber würde ebenfalls sagen, reagiere gegenüber deinen kollegen, trotzdem so entrüstet wie immer dabei, den wer weiss wie schnell Du Arbeit gleich woanders findest und welche Geschütze sie als nächstes auffahren, wenn Du das nicht mehr mit Dir machen lässt.


    Mfg

    Andy

  4. #4
    Neuling
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    Standard -

    hey vielen dank für eure schnellen antworten!

    wisst ihr, was mich daran auch so fertig macht, bzw. mich grübeln lässt --> nur ICH habe mit den personen diese probleme (von anfang an schon, klar nicht seit dem ersten tag , aber nach ein paar wochen schon viel mir auf, dass ich mit den leuten nicht warm werde).
    eine andere kollegin die 3 monate vor mir dort angefangen hatte hat die probleme nicht und eine, die vor 3 wochen zu uns neu gekommen ist auch nicht- ich frage mich immer was ich nur falsch mache
    wenn ich versuche mit den leuten zu quatschen kommen immer nur kurze, knappe antworten, bei der übergabe werde ich nicht angeschaut beim erzählen (alle anderen schon), ja manchmal kommt eben nicht mal nen "hallo"- ich versteh es einfach nicht. vielleicht halten se mich ja auch fachlich für den letzten idioten ?!

    und wegen der übernahme glaub ich manchmal dass er es nur getan hat weil die station personal braucht

    könnt ihr mir einen tipp geben wie ich mich den leuten gegenüber verhalten soll?
    auch nicht mit denen reden / sie meiden? blickkontakt auch vermeiden?
    oder es (wie bisher) immer wieder versuchen, nett und freundlich sein?

    habe im dezember mit einer von denen zusammen nachtdienste und befürchte jetzt schon dass es ein einziges eisiges anschweigen gibt... sie redet nur mit mir wenn eben was wegen der arbeit ist (und sie mich dringend was fragen muss weils nicht anders geht) oder wenn sie mich kritisiert weil ich etwas falsch gemacht habe. davor habe ich schon wieder angst

    oh man ich glaube ich hab schon echt verfolgungswahn

    diejenigen mit denen ich diese probs hab (es sind 4 leute) sind übrigens welche der jüngeren da im team, mit denen -wie gesagt- sonst alle klar kommen

  5. #5
    Schreibkraft Avatar von LABBI
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    Standard

    Hallo,

    also ich würde die Nachtschicht gleich mal als Gelegenheit nehmen und ganz direkt ansprechen, was mit deren verhalten bei dir ankommt und warum das so ist. Vielleicht ist deine kollegin ehrlich genug um dir die Problematik zu schildern. Vielleicht liegt es ja auch daran, wie du auf die anderen zugehst, vielleicht kommt das bei denen so rüber, als würdest du nix mit ihnen zu tun haben. Sowas kann oft unbewusst sein, das man z.B. aus lauter Unwohlsein mies schaut usw. Das kommt dann dort falsch an und die reaktion merkt man.

    Zum anderen darf man den Kampf um die arbeit (gerade in med. Bereichen) nicht vergessen. Jeder ist sich da meist selbst der näheste. So wie früher, teamwork usw., das ist leider nur noch selten der Fall.
    Daher auch die reaktion (oder nichtreaktion) deines Chefs. Der hat seine Zahlen im Kopf, für die ist er verantwortlich, nicht mehr aber auch nicht weniger. Hart aber so ist es leider. (Kenne das auch aus eigener erfahrung, deshalb kann ich dir nur sagen: abhacken und sich selbst nicht als nabel der welt sehen, dann wird es leichter zu ertragen)

    was meinst? magst mal versuchen und auf konfrontation gehen?

    Gruß
    Labbi
    " Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen " - Goethe -

  6. #6
    Neuling
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    Standard -

    Hallo Labbi!

    ja, habe mir auch schon überlegt sie dann mal anzusprechen... aber um himmels willen- wie mache ich des nur

    also die nächte laufen folgendermassen in etwa ab: (versuche die richtige situation zu finden):
    - übergabe
    - kurz restliche infusionen vorbereiten, dann nochmal durch alle patientenzimmer (jeder geht dazu in seinen zugeteilten bereich)
    - tabletten stellen (meist ist man dann im selben raum, erzählt nebenbei etwas oder schweigt eben :/)
    - kurven vorschreiben
    -pausenvertretung für je 30min ca. auf ner anderen station, in dieser zeit ist man eben alleine auf der station
    -laborröhrchen kleben etc.
    -wenn man mit den sachen fertig ist eben entweder zusammen sitzen und tv schauen oder ins internet gehen


    wann soll ich sie ansprechen? und vor allem: WIE????


    die neue kollegin bei uns ist recht direkt, bleibt dabei aber charmant, sie würde es so sagen : " ich habe manchmal das gefühl dass du mich voll nicht leiden kannst", halt nen "hundeblick" und nen leichtes lächeln aufsetzen.- soll ich es so machen?

  7. #7
    Schreiberling Avatar von Finja
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    Standard Ansprechen?

    Hallo Issel,
    Deine Kollegin so anzusprechen, wie Du es von einer anderen kennst, halte ich für NICHT empfehlenswert. Das könnte nachgemacht und sehr bemüht aussehen und bietet dazu auch noch eine schicke Angriffsfläche.

    Bleib Du selbst! Das wirkt am besten!
    Wenn TV- oder Internet-Zeit ist, würde ich sie ansprechen.
    Dann störst Du sie nicht bei Arbeit.

    Sag ihr, dass Dir da etwas auf der Seele brennt und Dich sehr beschäftigt.
    Und dann frage Sie, ob es sein kann, dass sie Dich nicht mag.
    Mach ihr dabei auf keinen Fall irgendwelche Vorwürfe.
    Von den Problemen mit den Anderen, darfst Du auf keinen Fall reden, außer sie lenkt das Gespräch selbst darauf. Lass Sie reden, wenn es passt. Tust Du es doch, fühlt sie sich evtl. ausgefragt, unter Druck gesetzt Stellung zu beziehen, die Loyalität zu den Anderen in Frage gestellt usw.

    Und zu der Sicht auf Deine Leistung:
    Such nicht das Haar in der Suppe, sondern genieße sie einfach!!!
    Glaubst Du wirklich, die können sich leisten unfähiges Personal zu beschäftigen?

    Glaub an Dich und bleib Dir treu!!! Zweifel nicht ständig an Dir!
    Dann klappt das auch mit den Kollegen. Hab Geduld und Du wirst sehen.

    LG, Finja

  8. #8
    Schreibkraft Avatar von Andy Naivpsychologe
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    Beitrag

    Hallo issel,

    kann es auch sein, dass Du vorher oder bereits
    an mangelnden Selbstbewustsein zehrst. Durch
    diese Geschicht.

    Wirkt für mich so, als würdest jetzt versuchen hier den ausgleich auf alles zu
    finden, um dein Selbstwertgefühl wieder zu puschen.

    Glaub mir das ist der zweite falsche Fehler, dann gehe lieber doch einmal
    die Woche zu einem Therapeuten, wenn es Dir so wichtig ist dort
    weiter zu verharen und dich so behandeln zu lassen.

    Ausserdem, schon einmal gefragt warum eine Art puffer zischen Dir und den anderen ist?

    Findes lieber selber heraus als nicht Du selbst zu sein und blind wieder
    weiter zu fragen, den so bist Du nicht Du selbst, wie Finja auch anmerkte
    + diese Freundin wird das sehr genau mitbekommen und es wird das passieren was ich Dir schon sagte.

    Bleu Treu und zwar Dir selbst, aber lächle vieleicht spötisch in dich hinein ohne das sie es merken. Hast viel mehr davon und auch für dein Sebstwertbewusstsein. Auch gegenüber den Patienten, da kannst dann strahlend vor ihnen stehen und die anderen bekommen es nicht mit.
    Das einzige was sie dann eventuell davon haben, wenn sie mal mit im Zimmer sind, dass die Patienten sehen, dass Du zurückhaltender wirst.

    Und schon hast richtige Rückenstärkung ohne auch nur überhaut ein bischen zweifeln zu müssen.
    Abgesehen davon, würde ich mir keine Sorgen machen in Punkto der Patienten, den die werden dich da 100% raushauen ohne dich mit reinzuziehen.

    Und nun überleg erstmal selbst, was´t jetzt genau willst
    von deinem Leben, als wieder zu löchern, den das bringt nichts.


    Andy

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