Hm, die Überschrift ist doppeldeutig zu interpretieren und wahrscheinlich stimmen beide.
In den letzten Briefen habe ich den Teil meines Lebens berührt den ich, so denke ich, noch verarbeiten konnte. Jetzt nähern nähere ich mich dem Lebensabschnitt der mit stetem Tropfen aber das Faß zum überlaufen bringt.
Es ist jetzt ca. 18 Jahre her. Ich war 34 . Sechs Jahre hatte ich mich in tiefer Trauer über den Tod meiner großen Liebe vergraben (in Arbeit). Beruflich aufgestiegen. meinen Vater nach langer Pflege beerdigt.
Noch hatte ich Hoffnung. Glaubte, auch wenn mir schlimmes geschehen war , an das Gute im Menschen, an Glück. Dachte irgendwann passiert es auch mir.
Dann war ich scheinbar bereit für "neue Schläge".
Denn ich öffnete mich und er begegnete mir. Nein, es war keine Liebe auf den 1. Blick. Wir waren mit meinem Chef in einem Lokal. Mein, überheblicher Chef (jung , dumm und eben gern nach unten tretend) schikanierte dort herablassend einen Angestellten. Ich versuchte meinen Chef davon abzuhalten (hätte ich es bloß nicht getan) es hatte aber keinen Zweck.
Weil mir der, damals ruhig bleibende Angestellte so leid tat, ging ich einige Tage später wieder hin und entschuldigte mich in dessen Namen und gab ein großes Trinkgeld (hätte ich es bloß nicht getan).
Da lief mir der Mann auf dem Parkplatz nach und erklärte mir seine Liebe . Ich lachte, sagte er soll Menschlichkeit und Nettigkeit nicht mit Zuneigung verwechseln, ich wüsste nur was es heisst schlecht behandelt zu werden.
Naja, am nächsten Tag stand der Mann vor meiner Tür mit Blumen (Mein Kennzeichen und Kontakte und schon weiss jeder wo man wohnt). Wir redeten. Ich wehrte ab. Aber er kam immer wieder, vor die Wohnung, vor den Arbeitsplatz. Mit Liebesschwüren, Blumen .
Naja, und nach ein paar Wochen dachte ich es wäre Liebe. War er doch auch, wie mein verstorbener Partner, weit zu mir gefahren um mich zu sehen (Ich hatte dabei vergessen, mein Partner machte mit mir die Treffen aus, dieser hier kam wann es ihm passte. Kleine Details, aber aussagefähig).
Ich begann mich zu öffnen, mich zu verlieben, begann ihm zu glauben das er mich liebt. Schon da drehte sich etwas, ganz langsam (ich hätte es merken müssen), denn nun kam nicht mehr er sondern er sagte mir wann ich zu ihm zu kommen habe. Aber da war ich schon verliebt und Liebe tut ja alles.
Wir waren 3 Monate zusammen, da sagte mir der Mann (ich weigere mich Deinen Namen nochmal zu nennen) er hätte große Geldprobleme und ich hätte ja Geld, ob ich ihm nicht was leihen könnte. Nur 20.000 Eur , nur ein paar Monate dann bekäme er Geld und gäbe mir alles zurück. Ich zögerte etwas. dachte nach: Würde ich jemand, den ich liebe, aber erst wenige Monate kennen um Geld bitten? Nein, niemals, schon aus Liebe nicht. Aber , heisst lieben nicht dem anderen zu helfen? Ein Zwiespalt. Doch es siegte mein Herz und mein Glaube an das Gute im Menschen (warum bloss???).
Ich gab ihm das Geld (mein ganzes Erspartes, mein Notgroschen).
3 Monate hieß es, dann bekomme ich es zurück. Die 3 Monate vergingen. ich hätte noch gar nicht gefragt, aber ich bekam überraschend eine hohe Rechnung und brauchte einen Teil des Geldes.
Also fragte ich den Mann (der, der sagte er liebt mich) ob, bzw. wann er mir wenigstens einen Teil zurückgeben könnte.
Und da sagte der Mann (der , der mich liebte):
"Du glaubst doch nicht das ich dir dein Geld jemals zurückgebe".
Da fragte ich:
"Aber Du hast es mir doch versprochen und Du liebst mich doch?" (hatte er ja gesagt, aber Worte sind ja geduldig).
Da sagte er (der , der mich liebte?):
"Du bist 35, Du glaubst doch nicht das irgendein Mann eine 35jährige liebt. Mann liebt 20jährige , nicht alte Frauen (er war selbst damals 35). Ich habe das alles doch nur gesagt um dein Geld und Sex mit dir zu haben. Wenn du so dumm bist zu glauben dich könnte jemand lieben dann bist du selbst schuld".
Da war er, der Dolchstoß in mein Herz (mein ohnehin schon narbenübersätes Herz). Ich musste der Realität ins Auge sehen. ich war dumm und alt und nicht liebenswert. Nein, es war nicht das Geld um das ich beraubt worden war, es war die Erkennnis mit der ich leben musste. Denn der Mann hatte recht. Zu alt , zu wenig liebenswert um Liebe zu erfahren und ich so dumm um noch zu hoffen.
Das Schlimme ist, ich habe insgeheim doch weiter gehofft. Aber alle Männer die ich danach (im realen Leben oder im Internet) kennenlernte wollten nur eines Sex oder Geld . Nicht einmal Freundschaft wollten sie , nicht einmal dafür war ich gut . Nur mit mir ins Bett oder eben Geld.
Ich habe tagelang nur geweint. Bin damals völlig aus der Spur geraten. Hatte wieder Selbstmordgedanken. Tagsüber arbeitete ich, nachts , um mir nichts anzutun , ging ich in eine Disco tanzen. Obwohl ich meist Tränen in den Augen hatte, immer den Blick gesenkt hielt, deutlich zeigte das ich meine Rihe will und nur tanzen sprachen mich viele Männer an , wollten Sex (als ich fragte wie sie auf so eine blöde Idee kommen mich danach zu fragen die einheitliche Antwort "na, Frauen in Deinem Alter suchen doch Abwechslung vom Ehemann) . Na toll. Alle Frauen in meinem Alter sind gleich ??????? Viele dieser Anmachen haben meine Selbstmordgedanken noch verstärkt, denn jede dieser Anmachen zeigte mir das ich in den Augen der anderen kein Mensch bin , sondern nur ein "Etwas" das man benützen und verletzen kann. Ich habe fast ein Jahr eine Form von "Borderline" gezeigt. Bin gefährliche Flüße durchschwommen (Mist, der liebe Gott wollte mich nicht), in der Nacht Bergwände erklommen (Mist, auch da wollte Gott mich nicht), bin des Nachts alleine durch gefährliche Stadtgebiete diverser euorpäischer Metropolen geschlendert, alleine, hab Fallschirmspringen erlernt, Bungyjumping gemacht, naja ..jede Herausforderung angenommen.
Aber ich habe gelernt. Ich wusste nun das jedes Komliment nur Mittel zum Zweck war . Ich machte mir nichts mehr vor. Ich wusste, echte Liebe werde ich in dem Leben nicht mehr erfahren, weil ich sie wohl nicht wert bin.
Der Mann (jener, der mich angeblich liebte und nur mein Geld wollte) hatte recht. leider. Manchmal sind Wahrheiten sehr unangenehm und tun weh.
Seit damals bin ich Single, alleine . Aber besser keine Freunde als den Feind im eigenen Bett.
Eines muß ich noch anmerken: Ca. 1 Woche bevor der Mann (der, der mich angeblich liebte) mich um Geld bat meinte er zu mir "Du bist gut, ich bin zu schlecht für Dich. Geh weg, Verlass mich". Und was habe ich Idiot gemacht? ich sagte "Nein, wie kommst Du denn darauf? Ich liebe Dich und verlasse dich nie." Ich Idiotin !!!!!!!!!!!!!!!!!
Aber auch hier habe ich gelernt. Viele Menschen sagen sogar die Wahrheit im Betrug. Man muß nur zuhören. Danach, wenn mir jemand gesagt hat ich wäre zu gut bin ich immer umgehend gegangen.
Aber es waren nicht meine Jugend die mir die Hoffung nahm ..es begann mit diesem Erlebnis das meine Kraft , mein Glaube , meine Hoffung , mein Wille langsam brachen . Und es folgten weitere "Begegnungen" die ihr übriges dazu taten.
Fortsetzung folgt bis Ende des Jahres.


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