Um das Tagebuch meiner Kindheit abzuschliessen:
Liebe Lehrer, Professoren, Mitschüler, Nachbarn:
Gute Worte hab ich wenig denn kollektives Wegschauen ist in meinen Augen die schlimmere Tat als die des misshandelnden Elternteils:
Liebe Lehrer und Professoren:
Das mein Körper übersäht war mit blauen Flecken sah man nicht im Sport? Auch nicht die blauen Augen die ich oft hatte?? Nie habe ich was versteckt denn es war meine Art Hilfe zu rufen. Und doch, nie hat wer gefragt woher die denn seien.
Kann man so blind sein? Nein, ihr wolltet nur nicht sehen.
Liebe Mitschüler: Auch ihr wolltet ja nicht sehen. Nicht einmal als 5 von euch mich abholen wollten und ich mit einer klaffenden Kopfwunde blutend die Tür öffnete und sagte ich kann nicht mitkommen. ich hatte gehofft das 10min später die Polizei vor der Tür steht aber nein..als wäre nichts geschehen. Achja, meiner Mutter war ja nur die Flasche zerbrochen, auf meinem Kopf.
Und dann als meine Mutter tod war:
Ich war 13/14 und niemand , absolut niemand hat Hilfe angeboten. Ich habe die Beerdigung meiner Mutter organisiert als Minderjährige. Meinen Vater gepflegt der sprachunfähig und wie ein Kind war. Die Ärzte, oh nein, die haben auch nicht nachgedacht wie ein Kind das schaffen soll. Immerhin, die Ärzte haben nicht kritisiert. Liebe Nachbarn, die bodenlose Frechheit zu besitzen, mich auch noch zu kritisieren das ich meinen Vater vormittags allein lasse und die Schule besuche , war himmelschreiend. Kritisieren aber nicht helfen..jaja..so sind die Menschen.
Ach, und dann liebe Professoren, sitzt ein Mädchen 6 Std. weinend in der Klasse und KEINER kümmert sich , fragt nach. An dem Tag mit 16 bin ich zu den Gleisen gegangen und wollte mich, wie der Bruder meines Vaters, dort unter den Zug werfen. War ich sowenig wert als Mensch das mir niemand die helfende Hand reichte? Einem Kind? Es war ein junger Student der mir auf den Gleisen nachlief und mich vor dem Zug wegriss. Es war mein 2. Selbstmordversuch . Beim 1. war ich zu dumm um alle Tabletten meiner Mutter gleichzeitig zu schlucken und wachte nach 2 Tagen wieder auf, beim 2. Versuch rettete mich ein junger Mann vor dem Zug. Ein Held , naja, wohl eher ein Mann mit Herz der nicht wegschaute. Er hat einige Zeit auf mich aufgepasst und mir geholfen. Leider konnte ich ihm nicht helfen, denn er war selbst in jungen Jahren schon Alkoholiker und genau damit konnte ich wieder nicht umgehen (bis heute nicht).
Aber es war schön zu merken , auf 1000 blinde, taube, herzlose, egozentrische Menschen kommt 1 guter Mensch.
Aber, liebe schweigende Gesellschaft , hätte ich damals meinen Selbstmord vollbracht, hättet ihr sicher am nächsten Tag allen Zeitungen gesagt "nein, wir haben GAR NICHTS gemerkt. Sie war ein stilles , braves Mädchen, sehr zurückgezogen, aber das sie Probleme hatte wussten wir nicht."
Eine glatte LÜGE. Nichts war zu übersehen, gewusst habt ihr es alle, aber ihr WOLLTET es nicht wissen. Das kleine Wort wollte macht aber den Unterschied vom wirklich Ahnungslosen zum Mittäter.
Auch Euch habe ich nie verziehen und werde es auch nie können.


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