Liebes Tagebuch, viele waren es ja nicht und Spuren haben sie wenig hinterlassen.
Zeit meines Lebens, bis heute war ich auf der Suche nach wahrer Liebe. Jene die ich als Kind nie erfuhr. Suchte Liebe im Sinne von Vertrautheit, Zusammenhalt, Wärme , Sicherheit, Freundschaft, Zusammenhalt.
Wohl hatte ich auch großes Pech. Ich hatte die Gene meiner Mutter. Nein, nicht ihren schwachen und egozentrischen Charakter , aber leider die Optik. Ich galt als sehr attraktiv.
Mein 1. Freund , der Student der mich vor dem Zug von den Schienen rettete hatte mich auch psychisch etwas stabilisiert. Aber als notorischer Trinker auch immer wieder in Angst versetzt. Zudem , immer mein Geld verbraucht. Lach, einmal als er wieder Geld wollte hab ich ihm meine Brieftasche hingeworfen und gesagt" Du bist ja nur bei mir wegen meinem Geld". Er nahm das Geld und verschwand. Ich hatte 1 Woche kein Geld mir was zum Essen zu kaufen bis zu meinem nächsten Gehalt. Da kam er auch zurück und meinte "Nicht meine Schuld, wirf halt Deine Geldtasche nicht mir hinterher wenn Du Geld zum Essen brauchst". So lernte ich erst zu denken, alle möglichen Konsequenzen etwaigen Handelns zu bedenken und erst dann zu handeln. Aber es war der Alkohol der uns trennte.
Dann, ach ja, auch der junge Mann liebte mich angeblich. Dann hatte ich einen Unfall mit dem Auto. Schwere Gehirnerschütterung. Die Polizei rief in an, sagte ich sei verletzt und ob er mich holen käme. "Nein", sagte er, er gehe jetzt mit Fréunden Fußball spielen". Da war damals selbst die Polizei erstaunt und einer meinte "Überlegen sie ob das wirklich ein Freund ist".
Ja, und dann Bernhard. Die Wiederholung meiner Kindheitserfahrungen. Ein bekannterer Geschäftsmann der Stadt. Fast 40 (ich damals 23) , sprach mich an . War zuerst freundlich. Dann lud er mich zu sich ein , angeblich um mir etwas zu zeigen (ich weiß nicht mehr was, ich glaube eine neue Kollektion). Ich war dumm , naiv . Bis dahin hatte ich negative Erfahrung mit Männern gemacht. Ging in seine Wohnung. Es war wohl Vergewaltingung. Nein, ich schrie nicht laut um Hilfe. Ich dachte, das glaubt mir eh keiner, war ja freiwillig in seine Wohnung gegangen. Ja, ich versuchte mich zu wehren, ja ich sagte Nein, ja ich weinte. Aber es nutze nichts. Danach meinte er " Attraktiv bist Du ja, jung und ein gutes Aushängeschild, würde Dich glatt als Freundin akzeptieren, solang du mir nicht zu alt wirst".
Ich weiß nicht warum ich damals SO DUMM war (vielleicht weiß es ein Psychologe) aber ich dachte bei mir : wenn ich jetzt gehe bin ich eine geschändete Frau die ihre Ehre verloren hat, bleibe ich als seine Freundin und es endet später habe ich wenigstens meine Ehre gerettet.
Naja, ich blieb. Brach mein Studium ab um ein seiner Boutique unangemeldet (schwarz und unversichert) zu arbeiten . Es folgten 1,5 Jahre Schläge , Vergewaltingung (warum sollte er auch jetzt ein Nein akzeptieren?) und Sklavenarbeit (bekam ja nichts bezahlt und war nicht versichert) .
Dann hatte er alkoholisiert einen Unfall , tötetet ein junges 18jähriges Pärchen. Wurde verurteilt , bekam 1 Jahr Haft. Seine Freunde wandten sich ab (auch nichts Neues für mich, auch die Freunde meines Vaters waren weg kaum das er den Schlaganfall hatte). Also bat er mich ob ich seine Boutique und seinen Textilgroßhandel weiter führen könnte während er im Gefängnis war. Ich habe Ehre, lasse niemand im Stich. Ja , ich habs getan (ab da war ich offiziell geringfügig Beschäftigte, haha) . Hab alles gemacht, Einkauf, Buchhaltung, Verkauf und sogar erfolgreich den Gewinn verdoppelt.
Dann kam er wieder aus der Haft und die Schläge gingen weiter. Aber ich hatte inzwischen ein Buch gelesen. Es hieß "wenn Frauen zu sehr lieben" und verstand das ich hier mein Kindheitsmuster weiterführte.
Es sei noch erwähnt, das Muster führte sich aber auch in allen anderen Details fort. Denn, wieder hatte ich blaube Flecke , wieder mal ein blaues Auge und wieder mal sahen alle die es sahen weg . Keiner fragte mich oder meinen Freund was das denn wäre. Oh nein, es war ja in der Stadt ein ehrenwerter Bürger, alle sind sie ehrenwerte Bürger ..jaja.
Aber eines Tages, in einem Urlaub am Meer sagte mir das Meer "Sei Du, Du bist jemand, ich bin da für Dich, sei stark. Denk an all Deine Träume die Du mir als Kind erzählt hast ..von Liebe und Wärme und Glück"
Und da hob ich meinen Kopf und sagte "Nie mehr wird mich jemand schlagen" und ging und trennte mich.


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