Hallo zusammen,
Ich bin seid zwei jahren bei der Bundeswehr angestellt und mache momentan eine Berufsausbildung. Nun ist es leider so, dass ich wohl die falsche Berufswahl getroffen habe, denn je länger ich in diesem momentanen Umfeld bin, desto mehr kehre ich in mich und werde beinahe von Tag zu Tag lustloser.
Alles fing damit an, dass ich in eine Stadt versetzt wurde, die knapp 800km von mir zu Hause entfernt ist. Es war immer stressig am wochenende, 9 stunden fahrt freitags in die heimat und 9 wieder zurück am sonntag. das ganze ging ziemlich genau ein jahr so, und jetzt bin ich ca 200km weit weg stationiert. an sich ein riesen gewinn, schließlich bin ich in 2 stunden zu hause und hab viel mehr zeit das wochenende zu genießen.
Leider wird die Zeit hier immer unerträglicher. Mein Ausbilder hat meiner Meinung nach den größten Anteil an meinem Gefühlstief. Wir als Soldaten werden von hier von einer zivilen Firma ausgebildet, was meinem Ausbilder natürlich jegliche Vorgesetztenverhältnisse mir gegenüber verwährt. Er inkompetent, unorganisiert, in weiten Teilen unwissend und hat keine Ahnung wie man mit Menschen umgeht. Jeder Tag läuft beinahe gleich ab. Er kommt morgens in den Unterrichtsraum und hat jede Menge Kopien dabei. Diese Kopien werden relativ schnell ausgegeben und wir müssen entweder die Texte darauf lesen und danach Aufgaben zu entsprechendem Thema machen oder es sind nur Aufgaben, die dann am Tag erledigt werden müssen. Wenn ich eine Frage habe, werde ich auf Quellen verwiesen wo ich mich schlau machen kann. Wenn ich mich mit anderen Austausche (völlig egal ob privater oder themenbezogener Natur) und er das Gespräch, zwischen dem ganzen anderen Gemurmel, heraushört, kommt direkt eine verbale Ohrfeige. Es ist unerträglich. Mir wird sehr selten nur erklärt, was ich genau zu machen habe, wenn ich eine Frage stelle dreht er sich teilweise mitten im Satz um und hört jemand anderem zu der gerade womöglich etwas interessanteres zu erzählen hat.
Ich finde den Beruf, den ich erlerne sehr interessant aber dieser Dozent macht es mir wirklich unmöglich mich mal auf die Arbeit zu freuen.
In ca einem halben Jahr ist die Ausbildung hier zu ende und aller vorraussicht nach werde ich wieder an den 800km entfernten Standort versetzt. Ein Antrag auf Versetzung scheint Aussichtslos. Ich kann dorthin allerdings unmöglich zurück gehen. Meine Freundin und ich planen momentan eine gemeinsame Zukunft. Diese Planungen werden allerdings niemals Realität wenn ich dorthin versetzt werde.
Ich habe täglich kopfschmerzen auf der Arbeit und habe keine Freude mehr daran, irgendetwas zu unternehmen. Meine Freunde von früher habe ich schon seid einem Monat nicht mehr gesehen. Der einzige Halt den ich momentan noch habe ist meine Freundin. Sie gibt mir Kraft. Doch aufgrund der räumlichen Trennung von NOCH 200km kann sie eben nur am Wochenende für mich da sein. Ich erzähle ihr natürlich meine Probleme, allerdings bin ich mir nicht sicher ob es wirklich förderlich für unsere Beziehung wäre, wenn ich ihr das alles mal vortrage, was so in mir vorgeht in Bezug auf meine berufliche Situation.
Ich weiß einfach nicht mehr was ich tun soll und würde mich freuen wenn sich jemand die Zeit nimmt, meinen Roman hier zu lesen und eventuell noch ein paar Tipps für mich hat.
Vielen Dank im Vorraus.
MfG onkel_bo


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