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Thema: Cholerische Anfälle

  1. #1
    Neuling
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    Standard Cholerische Anfälle

    Hallo,

    ich bin 32 Jahre alt und habe bislang absolut keinerlei Erfahrungen mit Psychologen....

    Zu meinem Problem....meine Partnerschaft leidet sehr unter meinen cholerischen Wutausbrüchen. Bei Kleinigkeiten fahre ich aus der Haut und bin damit für meine Partnerin unberechenbar. Die Beziehung ist schon mehrmals zerbrochen deswegen und auch derzeit wieder am Ende.

    Jedesmal schwöre ich mir, daß kommt nicht wieder vor. Ich schwöre mir, daß kann doch nicht so schwer sein, das schaffst du.....Ich schwöre mir, daß nächste mal atmest du einfach tief durch oder verläßt den Raum und kommst erstmal runter. Wenn es aber soweit ist, kann ich es nicht mehr steuern. Manchmal denke ich sogar noch mittendrin daran, daß es gerade wieder eskaliert, bin dann aber so in Rage, daß es mir in dem Moment egal ist.

    Mir tut es hinterher jedesmal sehr schnell leid. Aber wenn erstmal Beleidungen unter der Gürtellinie geflogen sind, dann habe ich sie wieder verletzt :-(

    Ich habe es mir zigmal geschworen, aber nie geschafft. Deswegen muss jetzt professionelle Hilfe her. Manchmal bin ich sogar zu meinen Kunden recht schroff, wenn mir diese zu blöd kommen. Dabei lebe ich von denen :-(

    Was für Therapieformen gibt es dagegen? Wie sieht so eine Therapie beim Therapeuten oder Psychologen aus...was macht der...was fragt der....habe da echt 0 Erfahrung.

    Vielen vielen Dank!

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    Hallo Encore,

    Du kannst Dich vorab mal bei einer psychol. Beratungsstelle informieren, was es für Möglichkeiten gibt. Da musst Du auch nicht so lange auf einen Termin warten. Wahrscheinlich ist da eine Verhaltenstherapie sehr angebracht, um zu lernen, wie Du konkret mit den Situationen anders umgehen kannst. Aber natürlich auch zu schauen, was dahinter steckt.

    Denn mit Verlaub - cholerisches Temperament ist das eine, verbale Entgleisungen unter die Gürtelline aber was völlig anderes. Das lässt sich nun wirklich nicht mit dem Temperament begründen. Da scheinen ja schon irgendwelche alte Verletzungen, Prägungen, oder sonst was zu wirken..

    Gut jedenfalls, dass Du was dagegen machen willst.

  3. #3
    Neuling
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    Standard

    Hallo encore,

    großartig, dass Du das alles erkennst und etwas unternehmen willst, Respekt!

    Es gibt natürlich jede Menge Therapieformen und dazu wird vermutlich auch jeder eine andere Meining haben.
    Ich denke, dass die "Sicherung durchknallt" hat i.d.R. etwas damit zu tun, dass man sich ausgegrenzt fühlt, wodurch man die normale "Schamgrenze" leichter überschreitet, als wenn Du noch das Gefühl hast "dazu zu gehören".

    Ich kann mir vorstellen, dass eine Gruppe da hilft.
    Ich selbst habe auch gute Erfahrungen mit "Bonding" gemacht. Da kannst Du Dir auch die Seele aus dem Leib brüllen, darfst alles schreien und sagen während Du von jemandem umarmt wirst, der Dich nicht loslässt (also nicht im Stich lässt). (dauert etwa 30-45 min.) Danach bist zu zahm wie ein Lamm.
    In Berlin kann man das z.B. auch mal in ausprobieren, eine Sitzung ist nicht so teuer. Vielleicht gibt es das auch in anderen Städten.

    Du brauchst jedenfalls keine Angst vor irgendetwas zu haben. Kein Therapeut wird dich verurteilen oder denken, Du wärst irgendwie "gestört", nur weil Dir die Hutschnur so schnell hochgeht. Das geht vielen so und das kann auch eine Kraft sein.
    Besser allerdings man kanalisiert sie und lernt sie zu beherrschen als dass sie Dich beherrscht.

    Ich hab keine Ahnung, was ein Psychologe Dich fragen wird. Vielleicht ein paar Sachen zu Deiner Kindheit, wahrscheintlich wirst Du aktuelle Situationen genau beschreiben sollen und sagen, wie sich das anfühlt und beschreiben was da mit Dir passiert.
    Das kommt ganz darauf an, welche Therapieform Du wählst.
    Ich bin z.B. kein großer Fan von Verhaltenstherapie bei soetwas, aber das muss jeder selbst entscheiden. Ich glaube bei Dir wäre es wichtig, angenommen zu werden, auch wenn Du wütend bist, also dass Du die Erfahrung machen kannst, "ich bin wütend und das ist OK" oder "ich habe Angst und das ist OK", "ich fühle mich hilflos und das ist auch OK", niemand hackt auf mir rum.

    Die Arbeit am "inneren Kind" finde ich auch toll, die zahlt leider nur keine Krankenkasse.
    Bonding ist eine Spezialform der Psychoanalyse, was eigentlich von der Krankenkasse bezahlt wird, aber ob es so viele Pschoanalytiker gibt, die das durchführen, weiß ich nicht.

    Du kannst jedenfalls verschiedene Therapeuten erstmal ausprobieren, bevor Du Dich entscheidest. Zum Hausarzt musst Du auf alle Fälle sowieso (es sei denn Du willst alles selbst bezahlen), der schreibt eine Überweisung und kann Dich sicher auch kurz beraten.

    Am besten erzählst Du dem Arzt und dem Therapeuten alles genauso wie hier. Das wird schon gut gehen ...

    Viel Glück!
    Geändert von motorpsy (06.06.2011 um 12:50 Uhr)

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