Hallo,
ich bin 20 Jahre alt und könnte jetzt eine ziemlich lange Geschicht erzählen, aber dafür habe ich und habt ihr nicht die Zeit.
Also das wichtigste.
Meine Eltern haben sich getrennt als ich 12 war, davor haben wir gut ein Jahr zusammen gewohnt, wo alle auch schon wussten, dass sie sich trennen würden (-> viel Zoff und Streit im Haus!).
Ich bin dann bei meinem Vater mit meiner Schwester wohnen geblieben. Meine Mutter und mein Bruder sind ausgezogen.
In das Haus von uns ist danach noch die neue Frau von meinem Vater und ihr Sohn aus einer anderen Ehe eingezogen.
Meine Mutter ist mir eigentlich viel wichtiger als mein Vater, aber ich bin bei meinem Vater wohnen geblieben, weil meine Mutter Depressionen hatte, und ich - vermute ich - Angst hatte, sie könnte sich nicht um mich sorgen, und würde mich vielleicht mit der depressiven Atmosphäre anstecken...
Nun gut. Mein Vater und meine Mutter hatten die darauffolgenden Jahre ein sehr konfliktträchtiges Verhältnis. Es ging vor allem um Geld.
Bis heute haben sie keinen Kontakt, außer wenn es wirklich unbedingt sein muss.
Als meine Stiefmutter eingezogen ist wurde ich mit einer ganz anderen Art und Weltanschauung konfrontiert.
Sie ist eher eine nach außen hin kühle Person. Zudem wirkt ihr Blick auf mich giftig und sie fängt schnell an "zu schießen", wenn ihr etwas nicht passt.
So kam es auch zu Aussagen wie "wenn du das machst, kill ich dich"(ok ich muss aber auch sagen, dass der Spruch nur ein mal kam, und ich habe das dann auch meinem Vater gesagt, und das wurde dann geklärt...).
Mein Vater hat sich ziemlich raus gehalten aus dem Problem, das ich und meine Schwester mit ihr hatten.
Vor allem meine Schwester hatte oft Streit mit ihr, mein Problem mit meiner Stiefmutter war eher unterschwellig...
Ich habe mich nicht mehr frei gefühlt. Ich konnte mich ncih tmehr so verhalten wie ich wollte. Und es herrschte eine negative Meinung über meine Mutter in dem ganzen Haus (ich weiß, ich bin eben sehr sensibel, und solche Tabu-Themen nehme ich eben wahr und sie belasten mich, vor allem wenn meine Mutter so ein Thema ist).
Seit dieser Zeit war mein Leben sehr schlimm. Ich habe mich total verloren und konnte nich tmehr selber denken, wurde extrem unsicher, auch im Kontakt mit gleichaltrigen.
Ich studiere jetzt Biologie, und als ich vor kurzem zu Hause war ist mir das Problem mit dem Vaterhaus richtig bewusst geworden wieder.
Ich war morgens an Ostern mit meiner Mutter lange frühstücken und wir hatten sehr gute Gespräche(di eletzten Jahre war das Verhältnis zu meiner Mutter sehr schwierig, ich war sehr abweisend zu ihr...).
Nachmittags kam ich in das Haus von meinem Vater und die Atmosphäre da hat mich wirklich so richtig angekotzt.
Ich würde am liebsten rein schlagen in ihn und meine fucking Stiefmutter. Sie redet immer über belanglose Themen und nicht über persönliche Themen oder über Themen bei denen es um Gefühle geht.
Ich habe jetzt vor kurem ein Buch gelesen, in dem das Thema Co-Abhängigkeit erwähnt wurde.
Und ich habe das Gefühl, dass ich solch eine stark entwickelt habe. In dem Buch stand, dass man sie entwickeln kann, wenn in einer Familie sehr starre Strukturen herrschen, und Gefühle unterdrückt werden.
Es gab bei uns starre Essensregeln, was man alles nicht machen durfte. Und ich habe oft negative Kommentare von meiner Stiefmutter erhalten und habe mich so verhalten, dass diese nicht mehr kommen.
Heute habe ich große Probleme im Umgang mit gleichaltrigen. Ich fühle mich für alles schuldig was passiert, ich habe eigentlich keine eigene Meinung, sondern passe sie anderen an, da ich irgendwie das Gefühl habe dass man keine eigene Meinung haben darf, bzw. dass das "assozial" wäre. 'Rational kann ich natürlich schon nachvollziehen, dass das eigentlich logisch keinen Sinn ergibt, denn natürlich ist es eigentlich okay und wichtig eine eigene Meinung zu haben. Aber meine Gefühle bremsen mich eben.
Ich bin sehr unsicher, und traue mich oft nicht etwas zu sagen, weil ich Angst habe abgelehnt zu werden. Dsa macht mich extrem fertig.
Und ich fühle mich innerlich seit Jahren leer. Ich empfinde keine Freude, keine Angst, kein Glück, keine Lust...
Sehr, sehr schlimm..
Ich war die letzten Jahre in Therapie, was mir teilweise geholfen hat, aber es wurden oft andere Dinge behandelt..Mir war mein Problem nicht wirklich bewusst, udn ih habe immmer über etwas anderes gesprochen, was für mich so shclimm wäre....
Die letzten 2 Jahre war ich in einer Therapie, wo es darum ging, Ressourcen zu nutzen, und dass ich lerne, für mich zu sorgen...
Das hat mir denke ich schon gut getan.
Jetzt möchte ich vor allem fragen, ob ihr Ideen habt, wie ich es schaffen kann, dass meine Stiefmutter für mich kein Problem mehr wird? Also ich möchte eigentlich in dem Haus mich frei fühlen und freie Gefühle äußern. Sie kann ich aber auch schwer kritisieren, weil es dann schnell Zoff gäbe. Sie ist selber ein sehr unsicherer Mensch eigentlich, glaube ich....
Wie kann man au seiner Co-Abhängigkeit heraus kommen??(ABSOLUT OHNE ALKOHOLIKER IN DER UMGEBUNG - ich bin inzwischen echt etwas angenervt, dass fast alles um das Thema Co-Abhängigkeit mit Alkoholismus zu tun hat. Denn es ist schon länger bekannt, dass es diese Co-Abhängigkeit allgemein OFT gibt...)
Vielen, vielen Dank schon mal, dass ihr euch den langen Text durch gelesen habt, ich konnte mich nich tkürzer fassen.
Und ich hoffe sehr, konstruktive Kommentare zu erhalten!
Ach ja, und ich werde in der Stadt, in der ich jetzt wohne, auch bald eine Therapie wieder anfangen denke ich...
Timo


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