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Thema: Co-Abhängigkeit

  1. #1
    Neuling
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    Standard Co-Abhängigkeit

    Hallo,

    ich bin 20 Jahre alt und könnte jetzt eine ziemlich lange Geschicht erzählen, aber dafür habe ich und habt ihr nicht die Zeit.
    Also das wichtigste.

    Meine Eltern haben sich getrennt als ich 12 war, davor haben wir gut ein Jahr zusammen gewohnt, wo alle auch schon wussten, dass sie sich trennen würden (-> viel Zoff und Streit im Haus!).

    Ich bin dann bei meinem Vater mit meiner Schwester wohnen geblieben. Meine Mutter und mein Bruder sind ausgezogen.
    In das Haus von uns ist danach noch die neue Frau von meinem Vater und ihr Sohn aus einer anderen Ehe eingezogen.

    Meine Mutter ist mir eigentlich viel wichtiger als mein Vater, aber ich bin bei meinem Vater wohnen geblieben, weil meine Mutter Depressionen hatte, und ich - vermute ich - Angst hatte, sie könnte sich nicht um mich sorgen, und würde mich vielleicht mit der depressiven Atmosphäre anstecken...

    Nun gut. Mein Vater und meine Mutter hatten die darauffolgenden Jahre ein sehr konfliktträchtiges Verhältnis. Es ging vor allem um Geld.
    Bis heute haben sie keinen Kontakt, außer wenn es wirklich unbedingt sein muss.

    Als meine Stiefmutter eingezogen ist wurde ich mit einer ganz anderen Art und Weltanschauung konfrontiert.
    Sie ist eher eine nach außen hin kühle Person. Zudem wirkt ihr Blick auf mich giftig und sie fängt schnell an "zu schießen", wenn ihr etwas nicht passt.

    So kam es auch zu Aussagen wie "wenn du das machst, kill ich dich"(ok ich muss aber auch sagen, dass der Spruch nur ein mal kam, und ich habe das dann auch meinem Vater gesagt, und das wurde dann geklärt...).

    Mein Vater hat sich ziemlich raus gehalten aus dem Problem, das ich und meine Schwester mit ihr hatten.
    Vor allem meine Schwester hatte oft Streit mit ihr, mein Problem mit meiner Stiefmutter war eher unterschwellig...

    Ich habe mich nicht mehr frei gefühlt. Ich konnte mich ncih tmehr so verhalten wie ich wollte. Und es herrschte eine negative Meinung über meine Mutter in dem ganzen Haus (ich weiß, ich bin eben sehr sensibel, und solche Tabu-Themen nehme ich eben wahr und sie belasten mich, vor allem wenn meine Mutter so ein Thema ist).

    Seit dieser Zeit war mein Leben sehr schlimm. Ich habe mich total verloren und konnte nich tmehr selber denken, wurde extrem unsicher, auch im Kontakt mit gleichaltrigen.

    Ich studiere jetzt Biologie, und als ich vor kurzem zu Hause war ist mir das Problem mit dem Vaterhaus richtig bewusst geworden wieder.

    Ich war morgens an Ostern mit meiner Mutter lange frühstücken und wir hatten sehr gute Gespräche(di eletzten Jahre war das Verhältnis zu meiner Mutter sehr schwierig, ich war sehr abweisend zu ihr...).
    Nachmittags kam ich in das Haus von meinem Vater und die Atmosphäre da hat mich wirklich so richtig angekotzt.

    Ich würde am liebsten rein schlagen in ihn und meine fucking Stiefmutter. Sie redet immer über belanglose Themen und nicht über persönliche Themen oder über Themen bei denen es um Gefühle geht.

    Ich habe jetzt vor kurem ein Buch gelesen, in dem das Thema Co-Abhängigkeit erwähnt wurde.

    Und ich habe das Gefühl, dass ich solch eine stark entwickelt habe. In dem Buch stand, dass man sie entwickeln kann, wenn in einer Familie sehr starre Strukturen herrschen, und Gefühle unterdrückt werden.

    Es gab bei uns starre Essensregeln, was man alles nicht machen durfte. Und ich habe oft negative Kommentare von meiner Stiefmutter erhalten und habe mich so verhalten, dass diese nicht mehr kommen.

    Heute habe ich große Probleme im Umgang mit gleichaltrigen. Ich fühle mich für alles schuldig was passiert, ich habe eigentlich keine eigene Meinung, sondern passe sie anderen an, da ich irgendwie das Gefühl habe dass man keine eigene Meinung haben darf, bzw. dass das "assozial" wäre. 'Rational kann ich natürlich schon nachvollziehen, dass das eigentlich logisch keinen Sinn ergibt, denn natürlich ist es eigentlich okay und wichtig eine eigene Meinung zu haben. Aber meine Gefühle bremsen mich eben.
    Ich bin sehr unsicher, und traue mich oft nicht etwas zu sagen, weil ich Angst habe abgelehnt zu werden. Dsa macht mich extrem fertig.
    Und ich fühle mich innerlich seit Jahren leer. Ich empfinde keine Freude, keine Angst, kein Glück, keine Lust...
    Sehr, sehr schlimm..

    Ich war die letzten Jahre in Therapie, was mir teilweise geholfen hat, aber es wurden oft andere Dinge behandelt..Mir war mein Problem nicht wirklich bewusst, udn ih habe immmer über etwas anderes gesprochen, was für mich so shclimm wäre....
    Die letzten 2 Jahre war ich in einer Therapie, wo es darum ging, Ressourcen zu nutzen, und dass ich lerne, für mich zu sorgen...
    Das hat mir denke ich schon gut getan.

    Jetzt möchte ich vor allem fragen, ob ihr Ideen habt, wie ich es schaffen kann, dass meine Stiefmutter für mich kein Problem mehr wird? Also ich möchte eigentlich in dem Haus mich frei fühlen und freie Gefühle äußern. Sie kann ich aber auch schwer kritisieren, weil es dann schnell Zoff gäbe. Sie ist selber ein sehr unsicherer Mensch eigentlich, glaube ich....

    Wie kann man au seiner Co-Abhängigkeit heraus kommen??(ABSOLUT OHNE ALKOHOLIKER IN DER UMGEBUNG - ich bin inzwischen echt etwas angenervt, dass fast alles um das Thema Co-Abhängigkeit mit Alkoholismus zu tun hat. Denn es ist schon länger bekannt, dass es diese Co-Abhängigkeit allgemein OFT gibt...)

    Vielen, vielen Dank schon mal, dass ihr euch den langen Text durch gelesen habt, ich konnte mich nich tkürzer fassen.

    Und ich hoffe sehr, konstruktive Kommentare zu erhalten!
    Ach ja, und ich werde in der Stadt, in der ich jetzt wohne, auch bald eine Therapie wieder anfangen denke ich...

    Timo

  2. #2
    Verleger Avatar von Natz
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    Standard

    Hallo Timo,

    schau mal hier-das könnte eher was für Dich sein.

    http://www.coda-deutschland.de/
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  3. #3
    Gast784
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    Standard

    Die letzten 2 Jahre war ich in einer Therapie, wo es darum ging, Ressourcen zu nutzen, und dass ich lerne, für mich zu sorgen...
    Hallo Timo,

    das ist sicherlich sehr hilfreich, diesen Weg weiter zu gehen. Denn er bringt Dich weg von Problemen, die eigentlich nicht Deine sind, hinein in Dein eigenes Leben.

    Ich tue mir grad schwer in Deinem Fall von Co-Abhängigkeit zu reden. Ein Co-Abhängiger hat grundsätzlich die Wahl, ob er in dieser Abhängigkeit bleibt oder nicht. Ein Minderjähriger hat die nicht, weder von seiner materiellen, noch von seiner intellektuellen Basis her. Du bist zwar nicht mehr minderjährig, aber noch wirtschaftlich abhängig. Daher sehe ich das noch grenzwertig mit der Co-Abhängigkeit.


    Die Wurzeln einer Coabhängigkeit liegen aber u.a. sicher auch in solchen Elternhauserfahrungen. Doch Du scheinst ja sehr wach zu sein und darum denke ich, dass Du Deinen Weg finden wirst. Schon allein, weil Du durchaus was mit der Therapie anzufangen weisst.

    Du kannst immer wieder mal prüfen, ob sich was an Deiner wirtschaftlichen Abhängigkeit verändern lässt und ob es Alternativen zum daheim wohnen gibt, z.B. Bafög, WG, soweit Du nicht schon so lebst. Gegenüber Deiner Schwiegermtutter wirst Du Dich dann immer leichter abgrenzen können. Denn abgesehen davon, dass sie wahrscheinlich auch nicht so auf die Welt gekommen ist, sondern aus ihrer eigenen Geschichte heraus so geworden ist, wie sie ist (ist nicht als Entschuldigung gemeint) - hat Dein Vater sie trotzdem gewollt und geheiratet. Er wird also wohl seine Entsprechung zu so einem Charakter haben, und das seine zu diesem Lebensstil dazu tun. Wie auch immer, die beiden müssen/wollen miteinander leben. Nicht Du. Nicht mehr!

  4. #4
    Neuling
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    Ja, aber ich denke ich kann schon ganz gut für mich sorgen. Ich wohne seit einem Jahr in einer anderen Stadt in WG's und studiere jetzt, was ich meiner Meinung nach ganz okay hin kriege. Gut, mein Zimmer sieht nie wirklcih aufgeräumt auf, daran muss ich arbeiten, und manchmal komm ich mit dem abspülen nich ganz hinter her, aber das krieg ich mit der Zeit auch noch hin!

    Mir fällt es einfach schwer, wenn ich bei Besuch bei meinem Vater bin, was nicht oft der Fall ist. Und ich möchte das für mich lösen. Ich möchte dort so sein können wie ich mich fühle, und nicht das Gefühl haben, dass ich nichts falsches sagen sollte...

    Dieses starre Gefüge dort, hat mich einfach krank gemacht. Dieses unechte, diese reden über sachen, die total unwichtig sind.
    Einfach zugeschnürt und verlogen, meiner Meinung nach.

    Meinst du, ich kann das jetzt einfach so hinter mir lassen?
    Könnte es nicht gut für mich sein, wenn ich mich davon befreie, und ihnen einfach meine Meinung sage?

    Ich glaube erst dann kann ich "in Frieden" wieder mein Ding machen.
    Sonst bleibt das immer so ein unausgesprochenes Thema. Und Sachen, die einen wirklich gestört haben bzw. immer noch stören, sollte man doch vielleicht auch mal äußern?

    Auch wenn es gegen die Lebensweise von meinem Vater geht!
    Hat das nicht in gewisser Weise auch etwas mit Ablösung zu tun???

    Hm...

  5. #5
    Gast784
    Gast

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    dann machs doch und dann siehst Du ja, ob es Dir Frieden bringt.

    Mach aber nicht den Fehler zu erwarten, dass sie deswegen anders werden oder ihr Leben ändern. Wenn ein Gespräch draus entsteht, dann hast Du das bestmöglichste erreicht. Oder wenn Du einfach Deinem Ärger Luft machst, ohne deshalb von ihnen was zu erwarten. Alles andere kannst Du nur in Dir selbst ändern.

  6. #6
    Neuling
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    Danke für deine Antwort...
    Ja, ich weiß dass ich nicht erwarten kann, dass sie sich ändern.
    Sie sollen ruhig so leben wie sie wollen.

    Das konstruktivste wäre vielleicht, meiner Stiefmutter zu vermitteln, dass ich es nicht dulde, wenn sie in meiner Gegenwart negative Kommentare über meine Mutter macht(das kam früher schon öfters vor...).

    Ansonsten weiß ich nicht wie weit ich gehen soll. Ich weiß auch noch nicht, ob ich mich sowieso schon genug abgelöst hab, und ob ich es noch nötig hab, auszuholen, und mcih etwas "frei zu kämpfen"...

    Muss ich mir wohl noch überlegen...

  7. #7
    Gast784
    Gast

    Standard

    Das konstruktivste wäre vielleicht, meiner Stiefmutter zu vermitteln, dass ich es nicht dulde, wenn sie in meiner Gegenwart negative Kommentare über meine Mutter macht(das kam früher schon öfters vor...).
    ja, das sehe ich auch so. Ob sie sich dran hält, ist fraglich. Aber Du hast alles Recht der Welt dazu, ihr da mal die Meinung zu geigen. Deine Mutter ist Deine Mutter. Was sie für eine oder keine Beziehung zu ihr hat, muss Dich nicht interessieren. Und das sollen die untereinander ausmachen.

    Du liebst und respektierst Deine Mutter und das haben wiederum andere Menschen zu respektieren. Basta!

  8. #8
    Neuling
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    Genau! :-)

    Es wird Zeit, meine Bedürfnisse vollständig zu vertreten. Früher habe ich das hingenommen, wenn sie herabschauend geguckt hat, wenn es um meine Mutter ging bzw. wenn sie irgendetwas blöd generalisiert hat bzw. meine Mutter schlecht gemacht hat.

    Aber damit ist Schluss. Sie kann von meiner Mutter halten was sie will, aber sagen lasse ich mir das nicht mehr.

    Sie hat zu respektieren, dass meine Mutter mir sehr wichtig ist, und dass ich anderen Leuten nicht zugestehe, über sie zu urteilen. Und erst recht nicht, wenn sie kein einziges Mal richtig mit ihr gesprochen haben!!!

    Und wenn sie sich nicht daran hält, hat sie Pech gehabt. Dann gibt's eben immer wieder aufs Neue Ärger...;-) Damit habe ich heute kein Problem mehr.

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