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Thema: Das bleibt unter uns!!!

  1. #33
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    Zitat Zitat von Darkstar Beitrag anzeigen

    Wenn Du schon als Kind in dies "hineinwächst", dann bist Du natürlich noch viel schlimmer dran: Du kennst es ja nicht anders, also muss das wohl "normal" sein. Sich dagegen zu wehren: Du bist unnormal, nicht der Täter.
    Du kannst gar nicht erkennen, dass dem nicht so ist, weil Du ja keinen Vergleich haben kannst.
    Wenn dann auch noch die eigenen Familienangehörigen lieber das Täterverhalten unter den Teppich kehren wollen, statt einzugreifen - kann es denn noch mehr Hilflosigkeit geben?
    Hilflos und im Stich gelassen mit einer Entscheidung zwischen Pest und Cholera. Egal wie sie ausfällt: Du lädst Schuld auf Dich ...

    Es wird nicht von heute auf morgen gehen, klar. Es wird noch Trauer, Frust und Wut kommen, vielleicht auch Hass.
    Aber nichts davon berechtigt dazu, Dir mit Schuldvorwürfen entgegenzutreten - also mache sie Dir auch nicht selbst (Du erkennst ja, dass sie der Haken waren, an dem Du so lange gehangen hast).
    Hallo Darkstar,

    gesonderten Dank auch für diesen Beitrag. Ich habe in der Tat in den letzten Tagen erkannt, wie ich mich in Situationen hineingehievt habe um ähnliche Gefühle und ähnliche Verhaltensmuster an den Tag gelegt habe, mir Schuldgefühle einredenzulassen.
    Danke Dir!!!

  2. #34
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    Zitat Zitat von Klee Beitrag anzeigen

    - meine Gefühle zu verstehen und
    - meine Bedürfnisse zu verstehen.
    Liebe Klee,

    hierfür möchte ich Dir auch noch mal gesondert danken.

    Als ich 12 Jahre alt war, habe ich meinen Vater angefangen zu bitten mich nicht mehr an meinen Hintern zu fassen, mehrmals. Er hat diese Bitte ignoriert, als ob ich überhaupt nichts gesagt hätte. Schließlich hatte ich ihn so laut deutlich gesagt, dass ich nicht mehr möchte, dass er mich an den Hintern fasst, dass er mich angrinste, es bleibt ja unter uns.

    Ich habe es hier im Forum bereits geschrieben.

    Er hat damit sehr viel kaputt gemacht. Es war das Gefühl, er könne mit mir machen, was er wolle und er macht mit mir was er will. Mit 12 Jahren sind Jungs gerade in der Pubertät, es werden Witze über Schwule gemacht. Schwulsein wurde wie eine Krankheit abgetan.
    Ich hatte damals Angst, mein Vater würde mich zu einem Schwulen machen, mich krank machen oder noch schlimmer ich würde irgendwelche Signale aussenden, die meinen Vater animierten, mit mir alles machen zu können, was er wolle.

    Ich habe mich in den letzten Jahren einige Male mit Homosexualität auseinandergesetzt. Der Anblick zweier kopulierender Männer erzeugt in mir zwei Gefühle:

    Ein Gefühl des völligen Ausgeliefertsein: Einer der Männer wurde dazu genötigt. Einer macht es nicht freiwillig. Es sträubt sich alles in ihm dies mitzumachen.
    (Ich muss das auch mitmachen, ich will das nicht mitmachen)

    Das andere ist ein Gefühl, der Annahme der eigenen Attraktivtät des (eigenen) männlichen Körpers, die gleiche körperliche Verletzbarkeit meiner Geschlechtsgenossen, wie ich sie auch habe, die gleichen körperlichen Reaktionen wie ich sie auch habe. Es hat etwas mit Selbstliebe, dem annehmen meines Körpers zu tun. Der teils liebevolle Kontakt dieser Männer untereinander ist mir fremd. Es hat etwas mit in sich ruhen zu tun.

    Diese Gefühle wechseln sich regelmäßig ab.

    Die Sexualität mit Frauen, erzeugt genau gegenteilige Gefühle.

    Ich hoffe ich bin Dir nicht zu nahe getreten, dies so offen darzulegen!

    Danke

    Tommy
    Geändert von Tommy (06.08.2011 um 15:30 Uhr)

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Tommy für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (06.08.2011)

  4. #35
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    Zitat Zitat von Gabiannarele Beitrag anzeigen
    Menschen, die mißbrauchen, misshandeln und physich/psychische Gewalt anwenden, sind ihre eigenen Themen nie angegangen. Sie haben ihre "Lösung" gefunden, indem sie nach unten treten (in dem Fall Kinder) SCHULD verteilen und dafür auch noch ENTSCHULDIGUNGEN beim Opfer einfordern. Diese Menschen sind schwach, unfähig, unwillig und das ist absolut nicht gleichzusetzen mit den üblichen menschlichen Schwächen und Unzulänglichkeiten, die Eltern nunmal haben, die aber auch ein Entwicklungspotenzial für Kinder und Eltern in sich tragen.
    Liebe Gaby,

    auch für diesen Abschnitt möchte ich Dir noch mal gesondert danken. Ich habe einen Eierwärmer, der den Kopf eines Häschen hat. Mit diesem Eierwärmer (kein lebendes Wesen) bin ich ähnlich umgegangen, wie mein Vater (meine Mutter) mit mir. Interessant dabei war, dass ich meinen Blick nur kurz auf den Eierwärmer werfen durfte, um dann meinen Blick abzuwenden.

    Es war ein Gefühl von nicht an mich ranlassen (abgrenzen) und Stärke. Diese Stärke hing damit zusammen, dass das Häschen in jedem Fall kleiner und schwächer bleiben musste als ich. Es hatte etwas mit Verachtung, großer Verachtung, zu tun. Dieses Häschen schien mir einen Spiegel vorhalten zu wollen, in den ich auf keinen Fall reinschauen wollte. Das Häschen sollte all das aushalten, wovor ich Angst hatte und mich obendrein noch liebhaben. Ich brauchte mich tatsächlich nicht mit mir auseinanderzusetzen. Ich konnte irgendwie in mir ruhen. Der Trick dabei war bloß nicht versuchen sich in das Häschen hineinzuversetzen.

    Es tut weh, sehr weh von den eigenen Eltern so missbraucht und angelogen worden zu sein, vor allem der charkterliche Stillstand tut weh. Es passt leider!
    Sobald ich Stärke gewann wurde ich künstlich klein gemacht. Sie durften mir nicht Recht geben, weil sonst das ganze System zusammengebrochen wäre. Diese ARSCHLÖCHER.

    Gruß Tommy

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Tommy für den sinnvollen Beitrag:


  6. #36
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    Zitat Zitat von Tinachen Beitrag anzeigen
    Das Tabu, "gegen die Familie" oder erst recht gegen die Eltern und für sich zu handeln, ist auf jeden Fall da und verhindert durch diese großen Schuldgefühle oft, sich abzugrenzen. Nur weil man verwandt ist, sag ich deshalb ganz platt, heisst das nicht, dass man immer verzeihen muss, wenn die Verletzungen einen Grad erreicht haben, die nicht mehr reversibel sind.
    Liebe Tina,

    danke auch Dir speziell für diese Passage. Es ist in der Tat auch und immer noch ein innerer Widerstand in mir, ICH KANN MICH DOCH NICHT SO EINFACH VON MEINEN ELTERN ABGRENZEN und zwar nicht nur weil sie es mir eingeredet haben, sondern weil es auch in einem steckt. Danke Dir!

    Gruß Tommy

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