Liebe Klee,
hierfür möchte ich Dir auch noch mal gesondert danken.
Als ich 12 Jahre alt war, habe ich meinen Vater angefangen zu bitten mich nicht mehr an meinen Hintern zu fassen, mehrmals. Er hat diese Bitte ignoriert, als ob ich überhaupt nichts gesagt hätte. Schließlich hatte ich ihn so laut deutlich gesagt, dass ich nicht mehr möchte, dass er mich an den Hintern fasst, dass er mich angrinste, es bleibt ja unter uns.
Ich habe es hier im Forum bereits geschrieben.
Er hat damit sehr viel kaputt gemacht. Es war das Gefühl, er könne mit mir machen, was er wolle und er macht mit mir was er will. Mit 12 Jahren sind Jungs gerade in der Pubertät, es werden Witze über Schwule gemacht. Schwulsein wurde wie eine Krankheit abgetan.
Ich hatte damals Angst, mein Vater würde mich zu einem Schwulen machen, mich krank machen oder noch schlimmer ich würde irgendwelche Signale aussenden, die meinen Vater animierten, mit mir alles machen zu können, was er wolle.
Ich habe mich in den letzten Jahren einige Male mit Homosexualität auseinandergesetzt. Der Anblick zweier kopulierender Männer erzeugt in mir zwei Gefühle:
Ein Gefühl des völligen Ausgeliefertsein: Einer der Männer wurde dazu genötigt. Einer macht es nicht freiwillig. Es sträubt sich alles in ihm dies mitzumachen.
(Ich muss das auch mitmachen, ich will das nicht mitmachen)
Das andere ist ein Gefühl, der Annahme der eigenen Attraktivtät des (eigenen) männlichen Körpers, die gleiche körperliche Verletzbarkeit meiner Geschlechtsgenossen, wie ich sie auch habe, die gleichen körperlichen Reaktionen wie ich sie auch habe. Es hat etwas mit Selbstliebe, dem annehmen meines Körpers zu tun. Der teils liebevolle Kontakt dieser Männer untereinander ist mir fremd. Es hat etwas mit in sich ruhen zu tun.
Diese Gefühle wechseln sich regelmäßig ab.
Die Sexualität mit Frauen, erzeugt genau gegenteilige Gefühle.
Ich hoffe ich bin Dir nicht zu nahe getreten, dies so offen darzulegen!
Danke
Tommy
Geändert von Tommy (06.08.2011 um 15:30 Uhr)
Darkstar (06.08.2011)
Liebe Gaby,
auch für diesen Abschnitt möchte ich Dir noch mal gesondert danken. Ich habe einen Eierwärmer, der den Kopf eines Häschen hat. Mit diesem Eierwärmer (kein lebendes Wesen) bin ich ähnlich umgegangen, wie mein Vater (meine Mutter) mit mir. Interessant dabei war, dass ich meinen Blick nur kurz auf den Eierwärmer werfen durfte, um dann meinen Blick abzuwenden.
Es war ein Gefühl von nicht an mich ranlassen (abgrenzen) und Stärke. Diese Stärke hing damit zusammen, dass das Häschen in jedem Fall kleiner und schwächer bleiben musste als ich. Es hatte etwas mit Verachtung, großer Verachtung, zu tun. Dieses Häschen schien mir einen Spiegel vorhalten zu wollen, in den ich auf keinen Fall reinschauen wollte. Das Häschen sollte all das aushalten, wovor ich Angst hatte und mich obendrein noch liebhaben. Ich brauchte mich tatsächlich nicht mit mir auseinanderzusetzen. Ich konnte irgendwie in mir ruhen. Der Trick dabei war bloß nicht versuchen sich in das Häschen hineinzuversetzen.
Es tut weh, sehr weh von den eigenen Eltern so missbraucht und angelogen worden zu sein, vor allem der charkterliche Stillstand tut weh. Es passt leider!
Sobald ich Stärke gewann wurde ich künstlich klein gemacht. Sie durften mir nicht Recht geben, weil sonst das ganze System zusammengebrochen wäre. Diese ARSCHLÖCHER.
Gruß Tommy
Liebe Tina,
danke auch Dir speziell für diese Passage. Es ist in der Tat auch und immer noch ein innerer Widerstand in mir, ICH KANN MICH DOCH NICHT SO EINFACH VON MEINEN ELTERN ABGRENZEN und zwar nicht nur weil sie es mir eingeredet haben, sondern weil es auch in einem steckt. Danke Dir!
Gruß Tommy
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