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Thema: Das Ende...?

  1. #9
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    Hallo Carsten,


    das was du beschreibst ist für einen Graskonsumenten üblich. Sich die Welt so zurecht legen, dass alle Anderen schuld sind nur man selber ist der Situation Herr, was aber keiner außer einem selbst begreifen will.
    Kann ich nur bestätigen, den Eindruck habe ich schon lange!
    Zusätzlich bin ich der Meinung, dass diese These auf jeden Abhängigen zutrifft, egal, ob Gras, Alkohol oder sonstwas.

    Menschen, welche latent am Paffen sind versuchen damit nur bestimmte Sachen zu verdrängen wie zum Beispiel die Sehnsucht nach Selbstverwirklichung.
    Es heisst ja immer ein Mann muss in seinem leben eine Familie gründen, ein Haus bauen und einen Baum pflanzen. Letzteres soll verdeutlichen das jeder sich danach sehnt etwas für die Ewigkeit zu hinterlassen und ab einem gewissen Alter plagt es einen immer mehr. Für den einen löst sich es darin das er die freiwillige Feuerwehr betreut oder von mir aus ehrenamtlich sich in einem Schachclub engagiert, jeder muss etwas finden, von dem er denkt, dass es sein Nachlass ist, Kinder sind da nur teilbefriedigend.
    Ich habe in vielen Gesprächen versucht, das "Warum" für sein "Paffen" herauszufinden... ich fürchte, er weiß es selbst nicht wirklich. Vielleicht ist es dass, was du sehr einleuchtend (zumindest für mich) erklärt hast, vielleicht ist es aber auch "einfach nur" die Abhängigkeit?

    Tatsache ist, dass ich mir als Tochter eines Alkoholikers einen Partner "gesucht" habe, der ebenfalls substanzabhängig ist und dies macht mir eben auch Sorge, verstehst du?
    Mittlerweile läuft bei mir tagtäglich immer wieder dieselbe "Schleife" von Gedanken ab, dies äußert sich u.a. darin, dass ich ständig seine immer wieder von ihm ausgesprochene Liebe hinterfrage...
    ich KANN ihm einfach nicht glauben, dass er es ernst meint...

    Zum einen liegt es wohl daran, dass ICH gewisse Defizite habe, zum anderen haben wir eben diese ungünstige "Partnervariante" und es gibt echt Tage, an denen ich innerlich das Gefühl habe, mich permanent im Kreis zu drehen. Will damit sagen: ich bin logischerweise völlig überfordert.

    Ich will ihn noch nicht fallenlassen, weil er ansonsten ein liebenswerter Mensch ist und aus diesem Grund hab ich ihm immer wieder vorgeschlagen, zusammen eine Therapie (eher eine "Eheberatung") zu machen, Gespräche mit jemand Außenstehendem zu führen (UND vielleicht herausfinden, dass ihm wirklich irgendetwas in seinem Leben fehlt). Gestern nun hat er zugestimmt, auch weil ich ihm deutlich gemacht habe, dass dies in meinen Augen unsere letzte Chance ist. Ich hoffe sehr, dass er wirklich mitmacht...

    Ich rauche auch heute noch Gras, jedoch nur am Wochenende und auch nur dann wenn es angebracht ist.
    Wann ist es "angebracht"?

    PS: Kinder sind nicht teilbefriedigend, Kinder sind etwas wunderbares, einzigartiges und überhaupt... ; das schreibe ich als Frau und Mutter, wohlgemerkt .

    Gruß,
    Ulla

  2. #10
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    Hey Ulla,

    wann es angebracht ist Gras zu rauchen ist eine schwierige Frage. Um sie dir zu beantworten muss ich dich erstmal fragen, ob du jemals Gras geraucht hast oder zumindest Brownies gegessen hast. Falls nicht muss ich etwas ausschweifender werden, da du es vermutlich ansonsten nicht verstehen kannst.

    Und zum Thema Kinder will ich dir gerne zustimmen, aber du musst dir überlegen, dass die irgendwann alle aus dem Haus sind und dann brauchst du etwas, dass die Kinder ersetzt, etwas um das du dich Kümmern kannst und wo du wirklich gebraucht wirst. Beim Partner wirst du gebraucht weil du einen Lebensbund eingegangen bist und bei der Arbeit tust du es des Geldes wegen. Hier ist etwas neutrales Nötig, wofür man sich aufopfern kann. Wo bei der Mutter meist die Phase einsetzt, in der sie sich erstmal vom Mutterdasein erholt, sobald die Kindern aus dem Haus sind, hat der Vater zunächst Beschäftigungsnot. Resultiert natürlich daraus das die Mutter-Kind Bindung wesentlich stärker ist, als die Vater-Kind Bindung. Kommt aber auch auf die Familie und die Kinder drauf an!

    Gruß Carsten

  3. #11
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    Hallo Carsten,

    wann es angebracht ist Gras zu rauchen ist eine schwierige Frage. Um sie dir zu beantworten muss ich dich erstmal fragen, ob du jemals Gras geraucht hast oder zumindest Brownies gegessen hast. Falls nicht muss ich etwas ausschweifender werden, da du es vermutlich ansonsten nicht verstehen kannst.
    Ja, ich habe vor ewigen Zeit mal Gras geraucht, war nicht gut (Gott sei Dank) und selbst wenn es anders gewesen wäre, würde ich mich immer noch fragen: wann (besser: warum) ist es angebracht? Warum sich die Birne "dichtknallen" (mit Gras, Alkohol usw.), wenn es so viel schöner ist, das Leben als solches um sich herum mit klarem Kopf wahrzunehmen?

    Und zum Thema Kinder will ich dir gerne zustimmen, aber du musst dir überlegen, dass die irgendwann alle aus dem Haus sind und dann brauchst du etwas, dass die Kinder ersetzt, etwas um das du dich Kümmern kannst und wo du wirklich gebraucht wirst. Beim Partner wirst du gebraucht weil du einen Lebensbund eingegangen bist und bei der Arbeit tust du es des Geldes wegen. Hier ist etwas neutrales Nötig, wofür man sich aufopfern kann. Wo bei der Mutter meist die Phase einsetzt, in der sie sich erstmal vom Mutterdasein erholt, sobald die Kindern aus dem Haus sind, hat der Vater zunächst Beschäftigungsnot. Resultiert natürlich daraus das die Mutter-Kind Bindung wesentlich stärker ist, als die Vater-Kind Bindung. Kommt aber auch auf die Familie und die Kinder drauf an!
    Ok, meine Kinder sind seit 7 bzw. 4 Jahren aus dem Haus und es gibt nichts, was unsere gemeinsamen Jahre, meine Kinder ersetzen kann (muss auch nicht, weil sie sind ja in gewisser Weise immer noch da, im Herzen bei mir ). Natürlich war ich nach diesen Jahren der Alleinerziehung ein wenig erleichtert, endlich mal wieder nur Zeit für mich zu haben, andererseits fiel es mir echt schwer, sie los- und gehen zulassen... sie sind ein wichtiger Bestandteil meines Lebens.
    Also: unsere Mutter-Kinder-Bindung ist schon sehr stark; eben, es kommt auf die Familie an.

    Ok "aufopfern" will ich mich in dem Sinne nicht mehr, aber etwas geben (in Form von Ehrenamt o.ä.) will ich schon gerne, bin noch am Überlegen, was konkret... alte Menschen, Tierheim usw.; es gibt so vieles.

    LG

    Gruß Carsten[/QUOTE]

  4. #12
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    Ich frage mich was dein Mann für ein Graskonsument ist, es gibt da meiner Meinung nach verschiedene Typen, die sich aber auf drei Konstanten beschränken lassen. Der erste Graskonsument ist der Alkoholverneiner, solche Menschen rauchen Gras, weil ihnen die Wirkung von Alkohol nicht zusagt bzw. zu heftig auftritt. Sie haben das Gefühl sie verlieren unter Alkohol komplett die Kontrolle und steigen deswegen auf Gras um, was prinzipiell nicht aggressiv macht.

    Der zweite Typ Konsument ist der Enthusiast, jemand der einfach rauchen muss, um sich selbst zu lieben. Beweggründe sind hierbei vielseitig, meistens aber auf die ersten Rauscherfahrungen zurückzuführen in denen man zu verrückte Dinge gesehen / gemacht / erlebt hat. Normalerweise gehen die meisten Partnerschaften dieses Konsumententypen nach paar Monaten in die Brüche, da der Partner, der nicht raucht kein wirklich Verständnis für den "Kreativ"-Rausch hat. Solchen Menschen das Kiffen zu verbieten ist als würde man versuchen Bands wie Nirvana clean zu bekommen. Ein Kampf gegen Windmühlen, vor allem da man als Nichtkonsument schlecht auf den Anderen eingehen kann, da dieser fest behauptet man wüsste nicht was er so alles auf seinem Trip erlebt und wie wichtig das für ihn ist.

    Der Letzte ist der Verdränger. Wie schon erwähnt braucht dieser die Droge, um über psychische Probleme hinweg zu kommen. Gras eignet sich deswegen so gut, da man nicht so unfähig wird seinen Alltag zu bewältigen wie Beispielsweise mit Alkohol. Außerdem kommt man mit paar Augentropfen problemlos durch die Öffentlichkeit ohne große Aufmerksamkeit zu erregen, weil man Gesichtstechnisch auf Fernlicht gestellt hat.


    Je nach dem welchem Typ Konsument dein Mann angehört, lässt sich unterschiedlich gut helfen. Beste Chancen hast du natürlich beim letzten Typ, da man ihn nur für sein Problem sensibilisieren muss, bis er schließlich selber merkt das was nicht stimmt. Bei dem zweiten Typ würde ich mal stark davon ausgehen, dass die Chance ihn zu ändern gegen 0% gehen, einfach weil er sich zu stark mit der Droge identifiziert.


    Wenn du dich fragen solltest warum der Mensch sich berauscht, dann guck dir die Geschichte des Menschen an, schon 2500 v. Chr. haben sich Wikinger nach erfolgreichen Schlachten Elchurin ins Met gefüllt, nachdem die Elche Pilze gegessen hatten. Kannst ja mal raten was die ganzen Orakel sich immer gegeben haben müssen, um auf so einen Stuss zu kommen. Die menschliche Geschichte ist geprägt vom Rausch, Sex ist da prinzipiell auch nichts anderes.


    Gruß RoMyX

  5. #13
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    Ich frage mich was dein Mann für ein Graskonsument ist, es gibt da meiner Meinung nach verschiedene Typen, die sich aber auf drei Konstanten beschränken lassen. <...>
    Ehrlich jetzt? Ich frage mich das nicht, überhaupt nicht. Kurz gesagt:
    Es ist mir egal. Einfach weil:
    wir, also er und ich, wir waren vor langer Zeit einmal etwas anderes, und das hatte nichts, aber auch gar nichts mit Drogen zu tun!


    Wenn du dich fragen solltest warum der Mensch sich berauscht, dann guck dir die Geschichte des Menschen an, schon 2500 v. Chr. haben sich Wikinger nach erfolgreichen Schlachten Elchurin ins Met gefüllt, nachdem die Elche Pilze gegessen hatten. Kannst ja mal raten was die ganzen Orakel sich immer gegeben haben müssen, um auf so einen Stuss zu kommen. Die menschliche Geschichte ist geprägt vom Rausch, Sex ist da prinzipiell auch nichts anderes.
    Ich will nicht wissen, warum der Mensch sich berauscht...
    ich denke da grade an den Fall, der vor kurzem vor Gericht verhandelt wurde...
    ich sehe diesen kleinen Jungen vor mir, totgeprügelt - ja: "geprügelt")
    von einem Drogenabhängigen - noch Fragen?

    Sorry, aber irgendwann ist die Grenze erreicht, irgendwann gibt es keine noch so schönen Erklärungen mehr...

    Abhängige Menschen sind krank, da gibt es nichts, was es noch zu sagen gäbe!
    Geändert von ullakind (20.12.2010 um 17:20 Uhr) Grund: keine

  6. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei ullakind für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (20.12.2010)

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