Hallo Carsten,
Kann ich nur bestätigen, den Eindruck habe ich schon lange!das was du beschreibst ist für einen Graskonsumenten üblich. Sich die Welt so zurecht legen, dass alle Anderen schuld sind nur man selber ist der Situation Herr, was aber keiner außer einem selbst begreifen will.
Zusätzlich bin ich der Meinung, dass diese These auf jeden Abhängigen zutrifft, egal, ob Gras, Alkohol oder sonstwas.
Ich habe in vielen Gesprächen versucht, das "Warum" für sein "Paffen" herauszufinden... ich fürchte, er weiß es selbst nicht wirklich. Vielleicht ist es dass, was du sehr einleuchtend (zumindest für mich) erklärt hast, vielleicht ist es aber auch "einfach nur" die Abhängigkeit?Menschen, welche latent am Paffen sind versuchen damit nur bestimmte Sachen zu verdrängen wie zum Beispiel die Sehnsucht nach Selbstverwirklichung.
Es heisst ja immer ein Mann muss in seinem leben eine Familie gründen, ein Haus bauen und einen Baum pflanzen. Letzteres soll verdeutlichen das jeder sich danach sehnt etwas für die Ewigkeit zu hinterlassen und ab einem gewissen Alter plagt es einen immer mehr. Für den einen löst sich es darin das er die freiwillige Feuerwehr betreut oder von mir aus ehrenamtlich sich in einem Schachclub engagiert, jeder muss etwas finden, von dem er denkt, dass es sein Nachlass ist, Kinder sind da nur teilbefriedigend.
Tatsache ist, dass ich mir als Tochter eines Alkoholikers einen Partner "gesucht" habe, der ebenfalls substanzabhängig ist und dies macht mir eben auch Sorge, verstehst du?
Mittlerweile läuft bei mir tagtäglich immer wieder dieselbe "Schleife" von Gedanken ab, dies äußert sich u.a. darin, dass ich ständig seine immer wieder von ihm ausgesprochene Liebe hinterfrage...
ich KANN ihm einfach nicht glauben, dass er es ernst meint...
Zum einen liegt es wohl daran, dass ICH gewisse Defizite habe, zum anderen haben wir eben diese ungünstige "Partnervariante" und es gibt echt Tage, an denen ich innerlich das Gefühl habe, mich permanent im Kreis zu drehen. Will damit sagen: ich bin logischerweise völlig überfordert.
Ich will ihn noch nicht fallenlassen, weil er ansonsten ein liebenswerter Mensch ist und aus diesem Grund hab ich ihm immer wieder vorgeschlagen, zusammen eine Therapie (eher eine "Eheberatung") zu machen, Gespräche mit jemand Außenstehendem zu führen (UND vielleicht herausfinden, dass ihm wirklich irgendetwas in seinem Leben fehlt). Gestern nun hat er zugestimmt, auch weil ich ihm deutlich gemacht habe, dass dies in meinen Augen unsere letzte Chance ist. Ich hoffe sehr, dass er wirklich mitmacht...
Wann ist es "angebracht"?Ich rauche auch heute noch Gras, jedoch nur am Wochenende und auch nur dann wenn es angebracht ist.![]()
PS: Kinder sind nicht teilbefriedigend, Kinder sind etwas wunderbares, einzigartiges und überhaupt...; das schreibe ich als Frau und Mutter, wohlgemerkt
.
Gruß,
Ulla


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