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Thema: Das Gefühl zu haben, nie "gut genug" zu sein

  1. #1
    Neuling
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    Standard Das Gefühl zu haben, nie "gut genug" zu sein

    Ich hadere immer mit mir selbst..habe durchweg das Gefühl, nie gut genug sein zu können.....immer Angst, zu versagen, oder es nicht "richtig" zu machen.......und das mit sage und schreigbe 42 Jahren....

    Vor allem meine Mutter gibt mir immer dieses Gefühl.....nichts ist ihr recht, an alleml mault und meckert sie herum, kann kein Lob aussprechen....und das war schon immer so. Ich denke, daraus resultiert der Ursprung meines Problems...ich hechele regelrecht nach Anerkennung....vor allem meiner Mutter gegenüber...doch egal wie gut ich auch bin, oder was ich erreicht habe, es ist nie genug, wird immer noch abgewertet......

    Dazu kommen Sprüche wie: wenn ich mal tot bin, dann wird der Papa durch dich immer an mich erinnert (ich seh meiner Mutter unheimlich ähnlich)...und zwar so sehr, dass ich persönlich mittlerweile ein Problem damit habe.......

    Hört sich alles sehr wirr an......aber ich glaub, das ist das, was mir das Leben ansich grad sehr schwer macht....und sich so auch auf anderre Bereiche meines Lebens überträgt.......Beziehung, Ehe, Arbeitswelt...immer Angst, das, was ich tue, kann nicht gut genug sein....fühle mich dadurch minderwertig.....und bin oft unsicher......und bin ich mal nicht unsicher, wirke ich sicherlich teilweise ehr arrogant, weil ich den Mittelweg noch nicht gefunden habe......

    Ich möchte auch endlich aufhören, meiner Mutter gerecht zu werden.....sozusagen nach ihrer Anerkennung hecheln...warum tu ich das nur?

  2. #2
    Wunderlampe
    Gast

    Standard die Sicht der Dinge

    Hallo Salty

    Ich möchte auch endlich aufhören, meiner Mutter gerecht zu werden.....sozusagen nach ihrer Anerkennung hecheln...warum tu ich das nur?
    Tja, das ist eine schwere Frage und wirst nur du beantworten können. Liegt es daran, dass du die Meinung deiner Mutter über alle Meinungen, auch über deiner stellst? Dass du ihr Recht gibst, weil du selber der Meinung bist, dass du nicht genügst?

    Wenn du dich als denjenigen ansiehst, der deine Messlatte eicht, und nur du allein das Recht hast zu bewerten, was du bist, kannst und tust, dann wird dir die Meinung deiner Mutter etwas egaler werden, denn sie hat keine Macht mehr über dich und deine Wertvorstellungen.
    Klar kann man immer etwas noch besser machen, aber anstatt zu sehen wo es klemmt, könntest du deine Sicht auf die Seite der Dinge lenken, die sehr gut ist. Es gibt sie nämlich die positive Seite aller Dinge.

    Dazu kommen Sprüche wie: wenn ich mal tot bin, dann wird der Papa durch dich immer an mich erinnert
    Ich hab echt schmunzeln müssen. Ist das jetzt so negativ?
    Wenn dein Vater deine Mutter sehr liebt, dann müßte er sich bei deinem Anblick doch in Liebe an seine Frau erinnert fühlen, oder ist sie so ein Drachen, dass es für ihn unangenhem ist, an sie erinnert zu werden?
    Bei letzterem setzt sie sich doch selber herab und nicht dich.
    Zumal du doch für dein Aussehen gar nichts kannst.

    Mütter ( und auch Väter ) wollen immer ds Beste für ihre Kinder und sie meinen durch ihre übertriebene Kritik zu immer besserer Leistung anzuspornen. Dass sie damit geradezu das Gegenteil erreichen, wissen die meisten leider noch nicht.

  3. #3
    Neuling
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    Standard

    nun, das von mir berichtete war ja nur grob umrissen....

    Hier mal ein paar grob umrissene Beispiele meiner Mutter:

    - sie mischt sich in alles ein, weiss alles besser, meckert an allem rum (ok, war ja das grob umrissene bereits)

    - als ich das erste mal von meinem jetzigen Mann schwanger war und das Baby verlor....sagte sie nur: das ist das beste, was dir passieren konnte (sie war am anfang nicht mit meiner Partnerwahl einverstanden).....anstatt mich aufzufangen...

    - als ich dann wieder schwanger war....kamen Sprüche wie: wir werden dieses Kind sicherlich nicht als unsesr Enkelkind anerkennen

    - selbst meinen Partner wollten meine Eltern erst kennenlernen, als ich schon kurz vor der Geburt meiner Tochter stand...

    - als ich dann mit meinem Sohn schwanger wurde, sagte meine Mutter doch tatsächlich zu uns: es wäre besser, wenn das Kind abgetrieben wird.

    - als meine Mutter erfuhr, dass ich von meinem Opa in jungen Jahren sexuell belästigt wurde (ich hab es jahrelang mit mir herumgeschleppt und ihr erst vor ca. 7 Jahren gesagt), war ihre erste Reaktion: na, wenn ich das der Tante C. erzähle...dann wird sie sehen, dass ihr Vater nicht der Beste war (Tante C. ist eine Tochter des Opas väterlicherseits und sie hat ihren Vater, also meinen Opa vergöttert).....anstatt mich in den Arm zu nehmen, oder meine Ängste und Sorgen in dem Moment ernst zu nehmen...

    Hm...ja, das war glaub ich das, was am heftigsten war in all den Jahren....so grob umrissen...es geht noch viel tiefer....aber ich denke obiges umschreibt es am besten....

  4. #4
    Wunderlampe
    Gast

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    Hallo

    Das ist ja heftig.
    Und wie reagierst du auf derlei Unverschämtheiten?

  5. #5
    Gast5559
    Gast

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    Schlimm. Warum hast Du denn noch Umgang mit ihr, wenn sie dermaßen grob und gefühllos reagiert? Kannst Du Dich nicht zurückziehen und den Kontakt gegen Null fahren?

  6. #6
    Neuling
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    Wir hatten während der ersten Zeit , als ich meinen jetzigen Mann kennenlernte, keinerlei Kontakt, auch meine älteren Kinder, die ich von meinem 1. Mann habe, haben darunter leiden müssen, da die Grosseltern sie plötzlich nicht mehr mit an die , wie jedes Jahr eigentlich üblich, genommen haben.

    Für mich war es die Hölle...fühlte mich derart abgelehnt....unverstanden...allein und unglücklich...habe es dann mit einem Mediator versucht....aber nur meine Mutter nahm daran teil...was im Endeffekt aber zu nichts führte.

    Erst nach dem Tod meines Onkels, an dem ich und auch meine Eltern sehr gehangen haben , und der mir in der schweren Zeit immer zur Seite stand und dies meinen Eltern auch unmissverständlich klarmachte......kamen sie "zur Besinnung".......wahrscheinlich, weil sie dachten, dass das Leben zu kurz sei, um es mit Streit und Missgunst zu verbringen (?).

    Ab da haben wir uns alle Mühe gegeben......miteinander klarzukommen...mittlerweile lieben sie ihre Enkelkinder sehr.....haben ihren Schwiegersohn in die Familie aufgenommen und erzählen auch teilweise voller Stolz von ihm bei Bekannten und Verwandten.....ja, eine Wandlung um 180 Grad...

    Nur bleibt so vieles in unserer Familie unausgesprochen....und grad deshalb hatte ich mir therapeutische Hilfe gesucht ......mache grad eine tiefenpsychologische Therapie (hab davon ja schon in einem anderen Fred geschrieben).......in der Hoffnung, den Umgang besonders mit meiner Mutter, die ich mittlerweile als sehr...kontrollbedürftig....und auch gefühlskalt....einschätze, zu ändern, damit ich nicht länger darunter leide, wie sie mich behandelt...

    hm..hab jetzt viel geschrieben......kann das jemand verstehen?

    Den Kontakt ganz abbrechen kann ich nicht...Warum? Weil dann würde auch der Kontakt zu meinem Vater, der ein absolut herzensguter Mensch ist....abklingen, denn die beiden gibt es nur im "Doppelpack"....und sie schirmt unheimlich viel von ihm ab....oft sagt sie: der Papa sagt das auch........oder der Papa meint das auch.....


    Dabei hat er oft eine ganz andere Meinung, WENN man dann mal mit ihm reden kann....manchmal hab ich das Gefühl, er steht total unter der Fuchtel von ihr...hat aber einen Weg gefunden, damit umzugehen......nur ob das dann der Richtige ist, vage ich zu bezweifeln, denn er ist sehr dem Alkohol zugetan...Nein, er ist nicht immer betrunken.....nein, als Säufer ansich würd ich ihn auch nicht bezeichnen.....aber ich habe das Gefühl, dass es eine Art Zuflucht für ihn ist...

    ich persönlich leide unter dem Schweigen in unserer Familie.....alles wird nur oberflächlich angerissen....nichts wird verieft.....oder nach Lösungen gesucht......

  7. #7
    Wunderlampe
    Gast

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    Hallo

    Ich nehme an, dass du weißt, dass du deine Mutter nicht ändern kannst, nur eine gesunde Einstellung zu ihr und zu ihrem Verhalten, das kannst du lernen.
    Deine Mutter ist halt wie sie ist.
    Lerne dich zu schützen und bedauere sie innerlich für ihre Gefühlskälte, denn ihr entgeht damit vieles, das sich dir offenbart.

    Hast du dir schon mal überlegt, warum sie so geworden ist, wie sie ist? Da muß es doch viele Verletzungen gegeben haben, dass sie so eine große Mauer um sich errichtet hat.

  8. #8
    Neuling
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    Ja, der Satz: du kannst deine Mutter nicht ändern, du kannst nur deinen Umgang mit ihr ändern.....ist mir schon oft auf den Weg gegeben worden...und ich versuch es auch...nur ist es nicht leicht, DEN Umgang zu finden, der es mir leichter macht, nicht mehr von ihr verletzt zu werden.

    Ich habe mit meiner Tante, der Schwester meiner Mutter.....oft daürber gesprochen, warum sie so ist, wie sie ist......denn es fällt ja auch anderen auf.....

    Aber wir wissen uns keinen Rat..bis auf die Erzählungen, dass meine Oma genauso zu meiner Mutter war, wie sie zu mir ist (zu meinen Geschwistern ist meine Mutter übrigens anders..habe eine jünger Schwester und einen jüngeren Bruder).....

    Dazu kommt, dass meine Mutter nicht weiss, wer ihr Vater ist......das Geheimnis hat meine Oma mit ins Grab genommen....und meine Mutter hatte nie den Mut, all die Jahre, die sie ihre Mutter hatte, dieses nachzufragen....weil meine Oma sie wohl immer damit "erpresst" hat...dass sie herzkrank wäre.....(sie ist auch sehr früh verstorben mit 58 Jahren)......das Verhältnis von meiner Oma und mir war wiederum total herzlich.....und ich vermiss sie noch heute.....

    Ich wollte immer wissen, warum meine Mutter so ist.....doch hab ich es aufgegeben, weil ich denke, es ist nicht meine Baustelle....denn ich ab selbst zu viel persönliche Baustellen, als dass ich mich noch mit der von ihr befassen könnte......

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