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Thema: Das Idealbild: Mensch

  1. #9
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    Hallo Mindsiege,

    Der "ideale Mensch" existiert mM nach nicht. Ich würde ein Mittelmaß als Bezugspunkt für diese Wertung nehmen und fände es schade, wenn Individualität verloren ginge.

    Dazu fällt mir spontan noch ein: Stellt sich jede/r Leser/in hier den idealen Menschen in Gedanken vor, so dürfte bei einem plastischen Vergleich auch jedes Ergebnis individuell ausfallen...

    ...außer, man lässt sich das Ideal aufoktroyieren. ^^


    Ich bin mal gespannt auf weitere Antworten.

    LG
    Geändert von Sonnenkraut (28.01.2012 um 23:28 Uhr) Grund: ein Satz gelöscht
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    "Du bist nicht das, was du denkst, dass du bist; sondern was du denkst, das bist du." (Marc Aurel)
    "Es ist durchaus nicht dasselbe, die Wahrheit über sich zu wissen oder sie von anderen hören zu müssen" (Aldous Huxley)

  2. #10
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    @ shade
    Ich dachte wir könnten alle mal vergleichen, was so unsere Vorstellungen hinsichtlich des Themas sind.

    Ich finde, dass in unsere heutigen Gesellschaft immer mehr nach Perfektion gestrebt wird und das dabei viele Leute das Gefühl haben, auf der Strecke zu bleiben. Man soll verantworungsvoll, intelligent und vorausschauend sein im Beruf, ausgeglichen, sozial beteiligt und überall beliebt im Privatleben und wer nicht "sexy", charmant und angagiert in das Gemeinleben tritt, der wird auch beziehungstechnisch eher unbesetzt bleiben. Hat man denn eine Familie, dann heißt es, wie Verhalten sich die Kinder? Sind sie aufmüpfig, schlechte Eltern. Spielen sie gerne und sind laut, schlechte Eltern, die ihren Kindern keinen Respekt beibringen und sie nicht unter kontrolle haben. Ist man nicht perfekt, ist man schlecht!!

    Ich hatte eigentlich gedacht, mir mal anzuhören, was eure Ansprüche an einen "perfekten" Menschen wären. Das soll nicht heißen, dass alle Perfekt sein sollen und die Individualität verloren geht. Das wäre eher etwas, das ich kritisieren würde. Für meinen idealen Menschen sollte es auch erlaubt sein, Fehler zu machen. Natürlich sagen das auch alle, aber eigentlich wird auf Leute, die welche gemacht haben herabgesehen.
    "Du bist Hartz4, deine Schuld, du bist ein schlechterer Mensch als wir!", ist nur eines von den Beispielen, wie viel Wert auf äußere Formen, Stand und gesellschaftliche Adaption gelegt wird. Und das tritt nicht immer nur in so kritischen Fällen, wie die Frage um soziale Akzeptanz von Arbeitslosen, was hier nur als Beispiel genannt war. In vielen Gebieten, selbst auf nachbarschaftlicher Ebene mangelt es an Respekt, für diejenigen, die ihre "Perfktion" nicht nach außen tragen, beziehungsweise nicht damit hausieren gehen, das sie versuchen Perfekt zu sein.
    Ich bin mir sicher jeder von uns hatte es schon einmal, dass er an einer Menschentraube vorbei gegangen ist, wo er dann einfach nur dachte, dass dies schlechtere Menschen sind. Vielleicht nicht so im Kopf formuliert, aber mit Sicherheit ein Gefühl der Verschmähung gegenüber der Menschentraube. Und das wäre dann die Situation, in der man für sich Leute gefunden hat, die einfach überhaupt nicht dem eigentlichen Idealbild eines Menschen entsprechen.
    Natürlich ist das vollkommen menschlich, aber eigentlich gibt es keine logische Begründung, solche Leute zu verachten, denn sie sind nicht man selbst und wahrscheinlich kennt man sie nicht einmal, aber trotzdem fällt man sich ein Urteil, welches mitunter nur auf dem ersten Blick beruht. Und das finde ich schade.

    Wie sollte also ein wirklich idealer Mensch sein?? Ist der Anspruch, einfach nur in unser Gesellschaft zu überleben, ob mit Hartz 4 oder sonst irgendwas, vielleicht schon ideal genug? Ist ein Mensch weniger komplett, wenn er am Ende seiner Tage stirbt, ohne eine Familie gehabt zu haben? Ist ein Mensch besser als ein anderer, weil mehr Geld erwirtshaftet, obwohl der andere sich nichts aus Geld macht? Unter welchen Kriterien sollte man einen Menschen bewerten oder macht es von vornerein gar keinen Sinn sich darüber Gedanken zu machen?

    Jeder weiß für sich selbst, wie er gerne sein würde, aber ich behaupte, dass nur die wenigsten auch das sind, was sie als ideal empfinden würden, und sich letztlich damit abfinden, was sie wirklich sind. Ist das der Moment, an dem Träume sterben?
    In jedem Fall fände ich es interessant eure Antworten auf meine Fragen zu hören und mir vielleicht auch ein Urteil über eure Vorstellungen machen, so wir euch jetzt gerade ein Urteil über meine gedankenspinnereien (s.o.) macht. Allgemein kann man die Frage nach dem idealen Menschen nicht beantworten, aber jeder für sich selbst. Daher suche ich ja auch nach diesen "individuellen" Ergebnissen.

    Manche mögen sich vielleicht für darüber hinaus halten, um so etwas hier zu erörtern (hallo Ste), aber das Thema ist ja nicht nur philosophisch, da unsere Meinungen ja aus unserer Psyche entspringen und es gibt ja auch noch sowas wie Gesellschaftspsychologie, weshalb ich den Thread ja auch hier im Psychologie-Talk eröffnet habe. Wer denkt andere Probleme hat, sieht sich zu Glück ja auch nicht gezwungen hier zu antworten. Und nur mal nebenbei, ich halte Barack Obama für nicht gerade ideal.

    P.S: Ich hoffe, nachdem ich mir jetzt die Mühe gemacht habe so viel zu schreiben, kriege ich ein paar mehr Antworten. Dass ich nicht gleich so eröffnet habe, liegt daran, dass ich halt nicht meine Zeit verschwenden wollte, falls niemanden dieses Thema interessiert, aber ich wurde nochmal persönlich angesprochen, doch noch mal meine persönlichen Gedanken zu äußern. Ob das jetzt einen Unterschied macht, werden wir ja sehen. Danke fürs Lesen.
    I am human, therefore, nothing human is alien to me.
    [Terentius]

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    Erwin (30.01.2012)

  4. #11
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    "Ideal" und Mensch" wiederspricht sich ja im Grunde.

    Menschlich sein bedeutet automatisch dass man individuell ist, einzigartig, was natürlich auch dazu führt, dass man vom Ideal abweicht. Die Abweichung vom Ideal macht also die Individualität aus.

    Grüße

    Ste

  5. #12
    Schreibkraft Avatar von Mindsiege
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    Zitat Zitat von Ste Beitrag anzeigen
    "Ideal" und Mensch" wiederspricht sich ja im Grunde.
    Menschlich sein bedeutet automatisch dass man individuell ist, einzigartig, was natürlich auch dazu führt, dass man vom Ideal abweicht. Die Abweichung vom Ideal macht also die Individualität aus.
    Du meinst also, es gibt nichts an dir, was besser sein könnte?
    Wenn es doch etwas gibt, dann ist es das, was dich von dir und deiner Idealvorstellung eines Menschen trennt.

    Natürlich kann kein Mensch wirklich ideal sein, aber darum geht es hier auch nicht. Ich möchte nur wissen, was "dein Ideal" überhaupt ist, denn nicht jeder hat das selbe Ideal. Individualität gibt es nämlich auf Grund dieser unterschiedlichen Idealbilder und nicht wegen der Abweichung von einem allgemeinen Ideal, denn das gibt es nicht.

    P.S: Wenn du vielleicht noch ein paar Ideen zu meinen anderen Fragen hättest, wäre das sogar noch besser.
    Geändert von Mindsiege (29.01.2012 um 22:34 Uhr)
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  6. #13
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    Ein Ideal - das ist eine vom einzelnen Menschen projezierte Gestalt, die als vollkommen betrachtet wird. Dieses Ideal wird vom Umfeld sowie von persönlichen Motiven mit beeinflusst.

    d.h. -> ist mal wieder eine Frage des Einzelnen, ob es den "idealen Menschen" gibt und wie er aussieht.

    und da jeder Mensch nun sein "ideal" (ich denke da gerade an ganz viele Comikbläschen über den Köpfen von Menschenmassen mit Idealen *g*) hat oder nicht, bekommt das "Ideale" eine ganz neue Rolle. Nämlich im Zweck.

    Das Ideal, das jeder einzelne Mensch für sich projeziert ist wohl eher ein Ansporn an sich selbst - als Vorbild - und so kann es auch produktiv sein. Nichts dagegen, nur lästig wirds wenn Menschen ihr "Ideal" als Maßstab aller Ideale messen.
    Geändert von honeymoon (30.01.2012 um 01:56 Uhr)

    Das Glück - Kein Reiter wird's erjagen, es ist nicht dort und ist nicht hier.
    Lern überwinden, lern entsagen, und ungeahnt erblüht es dir.

    Theodor Fontane

  7. #14
    Ste
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    Ich kann mir Idealbildern nichts anfangen, ich hab Angst vor ihnen.

    Hinter Idealbildern steckt oft die Schaffung des neuen Menschen, das wollten schon die Nazis aber auch die Reformpädagogen, die Pfaffen sowieso. Wie all diese Gruppen sich gleichermaßen schuldig gemacht haben und Perversion über die Menschheit gebracht haben, wissen wir.

    Auch die Modeindustrie sowi die ganze Konsumindusrie wollen und zum Ideal erziehen, Schule sowieso. Ideal, das ist Anpassung und Konformissmus. Oberflächlich strebt der gute Mensch Ideale an, aber dahinter steckt der Gedanke der Umerziehung anderer, bis hin zur Unterwerfung anderer.

    Ich hatte mit 15 bis anfang 20 Ideale im Kopf, leider muss ich heute dazu sagen. Hat mich nur am Leben gehindert. Weil ich wirklich an sie geglaubt habe, aber auch weil ich sie anderen überstülpen wollte. Zudem waren diese Ideale naiv überzeichnet und zeitweise dachte ich, man müsse sie diktatorisch erzwingen. Der Mensch solle ideal sein oder gar nicht!

    Ich bemühe mich heute immer unidealer zu werden und das fällt mir schwer, weil ich tief drin das Gefühl hane, es gäbe viel zu viel an mir zu verbessern, im Grunde alles!

    Ein Mensch, so wie ich ihn mag, lebt einfach seine Ideale, er tut es instinktiv und diskutiert nicht darüber. Mir fremdelt immer, wenn jemand dies nun thematisieren will, ich frag mich dann, warum? Reicht es nicht die Dinge zu tun?

    Also, weg mit den Idealen, weg mit dem neuen Menschen, weg mit dem immer perfekter werden, weg mit der (vorrauseilenden) Anpassung an Normen und Regeln, die uns unsere Würde nehmen. Es gibt kein Idealbild, ich hab keines und ich will keines!

    Grüße

    Ste

  8. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Ste für den sinnvollen Beitrag:

    Mindsiege (30.01.2012)

  9. #15
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    Hallo Mindsiege,

    Ich war jetzt leider eine Zeitlang nicht online, so dass ich leider erst jetzt dazu komme, das hier zu lesen.

    Ich möchte dennoch ein paar Aspekte herausfiltern:

    Ich finde, dass in unsere heutigen Gesellschaft immer mehr nach Perfektion gestrebt wird und das dabei viele Leute das Gefühl haben, auf der Strecke zu bleiben.
    Genaugesehen wird nicht nach Perfektion gestrebt, sondern danach, was jeder einzelne als Perfektion betitelt.
    Du hast selbst hier eine ganze Menge aufgeschrieben, die mich teilweise zum Schmunzeln bringen... in keinster Weise gegen dich... sondern, weil ich beim Lesen merkte, dass auch darin wieder Dinge stecken, die jeder anders definiert.

    Was für den einen z.B. "engagiert" ist, ist für den nächsten "seine Nase in die Belange anderer stecken" usw.

    Allerdings hast du dann ein Wort genutzt, was mir persönlich bedenklich scheint: Unsere Ansprüche
    Warum sollte ich Ansprüche an einen anderen Menschen haben - perfekt oder nicht?
    Ich mag Wünsche haben und wenn mir ein Mensch begegnet, der diesen Wünschen entspricht, dann bin ich dankbar und werde meine Augenblicke mit ihm geniessen.

    Je stärker ich mich diesem Thema widme, um so stärker tritt für mich die Frage hervor: Warum können wir Mensch nicht lassen so wie er ist?

    Weiterhin erklärst du:
    nachbarschaftlicher Ebene mangelt es an Respekt, für diejenigen, die ihre "Perfktion" nicht nach außen tragen,
    Ich kann natürlich nur aus meiner eigenen Warte sprechen: ich empfinde es nicht so!
    Ob es an Respekt mangelt oder nicht, liegt in meinen Augen nicht darin, ob der ANDERE sich perfekt zeigt oder nicht, sondern ob ERSTERER überhaupt Respekt kennt bzw. ihn zeigen kann. Denn sogar wenn der andere perfekt wäre, dann würde die Nase über ihn gerümpft werden, und er würde abermals als "arrogant" oder "erhaben" dargestellt werden, bloss um ihn wieder dorthin zu bugsieren, wo Ersterer ihn gerne haben möchte: als schlechter als er selbst.

    Es geht in meinen Augen gar nicht um Perfektion sondern darum, sich an anderen zu messen... und als Sieger hervorzugehen ;-)


    Ich bin mir sicher jeder von uns hatte es schon einmal, dass er an einer Menschentraube vorbei gegangen ist, wo er dann einfach nur dachte, dass dies schlechtere Menschen sind. Vielleicht nicht so im Kopf formuliert, aber mit Sicherheit ein Gefühl der Verschmähung gegenüber der Menschentraube.
    Wenn du die anderen so siehst, dann tust du mir schon in gewisser Weise leid.
    Nein, nicht JEDER. Woher kann man sich eigentlich das Recht herausholen, über andere so ur-teilen zu wollen?

    Ich wurde nicht so erzogen, ich komme aus einer einfachen Familie und hatte es nicht nötig, andere verächtlich zu betrachten. In unserer Gegend war man sich mal 'egal' ... aber alleine das Wort ist ja schon mit Humor bestückt

    Wie sollte also ein wirklich idealer Mensch sein??
    Die Frage beisst sich nun mal in den Schwanz, weil immer noch jeder seine Werturteile zu diesem Idealbild einzeln zusammenschraubt.
    Warum willst du unbedingt ein solches Idealbild haben?
    Warum ist es dir so wichtig.
    Warum kannst du Mensch nicht Mensch sein lassen?

    Jeder weiß für sich selbst, wie er gerne sein würde, aber ich behaupte, dass nur die wenigsten auch das sind, was sie als ideal empfinden würden, und sich letztlich damit abfinden, was sie wirklich sind. Ist das der Moment, an dem Träume sterben?
    Lach, jetzt wirst du dramatisch ;-)
    Glücklicherweise stellen sich diese Fragen nicht für mich.
    Meine Träume sterben nicht, weil ich daran arbeite, sie zu realisieren.
    Und das konnte ich erst, als ich verstand, dass ich gut bin, so wie ich bin. Da konnte ich von Suche und Süchten loslassen und seitdem mache ich Dinge, weil sie mir Spass machen.

    OK, ganz kurz: Meine Vorstellung von einem idealen Menschen ist jene, dass er den anderen sein lassen kann wie er ist ;-) ideal oder unideal ;-)

    Gruss

    Shade
    Ich bin nur verantwortlich für das, was ich sage, nicht dafür, was du verstehst

  10. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Shade für den sinnvollen Beitrag:

    Mindsiege (06.02.2012)

  11. #16
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    Hi Shade,
    als erstes wollt ich mal sagen, dass es mich freut, dass du dich so genau mit meinem Text auseinander gesetzt hast.
    ^^ Klar, ich war an einigen Stellen etwas zu dramatisch, aber das war ja auch so gewollt
    Ehrlich gesagt musste ich auch schmunzeln, als ich deine Antwort gelesen habe, weil du mit unter einfach nur recht hattest.

    Ich möchte dazu noch mal sagen, dass ich mit diesem Text auch einfach nur möglichst viel aus euch rauskitzeln wollte, aber bei einigen Dingen die du gesagt hast, dachte ich beim Lesen, dass deine Kritik richtig ist, ich mich aber trotzdem nochmal erklären möchte.
    Dann mal los^^

    Zitat Zitat von Shade Beitrag anzeigen
    Wenn du die anderen so siehst, dann tust du mir schon in gewisser Weise leid.
    Nein, nicht JEDER. Woher kann man sich eigentlich das Recht herausholen, über andere so ur-teilen zu wollen?

    Ich wurde nicht so erzogen, ich komme aus einer einfachen Familie und hatte es nicht nötig, andere verächtlich zu betrachten. In unserer Gegend war man sich mal 'egal' ...
    Ich habs drastisch gesagt ich gebs zu, aber ich wollte mich in keinem Fall selbst so darstellen. Erstmal halte ich mich für eine verdammt tolerante Person, im Vergleich zu den meisten anderen in meinem Alter jedenfalls, und daher denke ich auch nicht so schlecht von jedem xbeliebigen Menschen, den ich auf den ersten Blick nicht leiden kann. Ich komme auch aus einer Familie wie deiner.
    Ich hatte bei dieser Aussage vor allem ein bestimmtes Beispiel vor Augen, nämlich als ich mit meinen Kollegen an Silvester eine Truppe von stark randalierenden Jugendlichen begegnet bin, die ohne ersichtlich Grund mehre öffentliche Mülleimer demoliert und aus ihrer Verankerung getreten haben. An diesem Zeitpunkt hatte ich eine verda~mmt schlechte Meinung von diesen Menschen, ich kann sie nicht mal im Ansatz nachvollziehen. Ich denke meine Meinung in diesem Fall ist doch begründbar und auch wenn ich mir dann ein Urteil erlaube, und mit solchen Leuten überhaupt nichts zu tun haben will, dann halte ich das für ein nachvollziehbares Beispiel, dass jeder eine gewisse Art von Mensch kennt, die er einfach nicht als assoziierbar (gibt es das Wort ^^) betrachtet.
    Und ich meine, es ist ja nicht so dass ich es nötig hätte, mich für was besseres zu halten, aber jeder Mensch macht sich bereits ein erstes Urteil über jede Person, der er begegnet, und dann kann man sich doch auch einmal gegen jemanden aussprechen, der diese Einschätzung se~hr negativ übersteht. So eine Aussage dient nicht für mein eigenes Ego, wobei ich vielen anderen Leuten vorwerfe, dass es bei ihnen so ist.

    Zitat Zitat von Shade Beitrag anzeigen
    Warum willst du unbedingt ein solches Idealbild haben?
    Warum ist es dir so wichtig.
    Warum kannst du Mensch nicht Mensch sein lassen?
    Ich persönlich lasse den Menschen wie er sein will, das sagt ja auch schon meine Signatur: "I am human, therefore, nothing human is alien to me"

    Ich dachte, dass ich es oft genug gesagt hätte, aber ich versuche nicht ein einheitliches Idealbild zu finden, behaupte aber, dass jeder ein persönliches hat. Deins finde ich sehr interessant und es ist auch klar zur Geltung gekommen. Dein idealer Mensch weiß Zurückhaltung in der Bewertung und Beurteilung anderer und erlaubt anderen idealerweise sich frei, unmanipuliert zu entfalten. Ich finde das ist eine sehr schöne Antwort auf meine Frage und ich hoffte es würden mehr Leute mir so deutlich eine Anwort geben wie du.

    Ich finde an dieser Stelle nur ein wenig kritisch, dass man diesen Mensch auch als desinteressiert mit einer Egalhaltung betrachten könnte, der sich nicht genug aus anderen Menschen macht, um sich für ihre Belange zu interessieren. Denn ideal oder unideal: egal! heißt in anderen Worten nur, dass deinem idealen Menschen alles recht wäre und das hat diesen unangenehmen Geruch von Anarchie.
    Aber ich denke so war das von dir nicht gemeint und ich sage meine Meinung
    an dieser Stelle nur, weil ich es unglaublich interessant finde die Vor- und Nachteile all unserer verschiedenen Idealbilder zu erforschen und auch mal zu diskutieren.
    Mein idealer Mensch hat nämlich einen hohen Grad an Eigeninitiative gegenüber anderen und ist dabei hilfsbewusst so wie auch mit einem hochgradig objektiven Bewusstsein von Ethik. Das macht ihn ein wenig beeinflussender gegenüber den anderen als deinen idealen Menschen, hat aber auch einiges gemeinsam mit ihm, da er durch eine gereifte Objektivität andere Hobbys, Lebensumstände, Kulturen, Geschlechter und Lebewesen besser akzeptiern kann und damit wie deiner die anderen lassen kann wie sie sind.


    Das nur mal zu meinem eigenen Bild. Ich würde es sehr schätzen, wenn hier eine Diskussion mit vielen verschiedenen Aspekten und Idealbildern entstehen könnte.

    Und nochmal, Shade, danke für deinen Beitrag, ich hatte eigentlich nur darauf gewartet
    I am human, therefore, nothing human is alien to me.
    [Terentius]

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