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Thema: Das Leben - ein Lehrstück

  1. #1
    Neuling
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    Standard Das Leben - ein Lehrstück

    Es gab schon bessere Tage als die letzten.

    Darum kommt alles wieder hoch, man würgt sich das Gespei des ganzen Lebens wieder hoch, um es anschließend - nach getaner Trauer mangels Kraft, echt zu verarbeiten - wieder hinunterzuwürgen und ein ander mal wieder zu keuen.

    Der Sündenbock in der Familie hat nicht viel zu lachen. Eigentlich weint er sogar sehr viel und ist auch kein richtiger Mensch. Richtige Menschen wissen nämlich, dass sie solche sind. Und richtige Menschen sind etwas frei.

    Hat man den Status des echten Menschen verloren, dann kann man schon auch als Satan bezichtigt werden, den es auszutreiben gilt. Ein Satan darf ab und an auch mal geschlagen werden. Beschmipft sowieso. Gedemütigt, aber das ist unwichtig, so wie der Satan eigentlich ja auch.

    Der Satan trägt den Vorwurf, den man gegen ihn einwenden kann, auf seiner Stirn und auf seiner Zunge. Alles was er sagt (oder denkt?), ist schlecht, zu gegebener Zeit.

    Der Satan kann auch aufgrund seines Geschlechts ein solcher sein. Da hat man ja nicht viel Auswahl. Man kann sich zum Beispiel dafür entscheiden, etwas gegen Frauen zu haben. Die tragen die Sünde per se. Schlecht ist der weibliche Körper und die weibliche Schwärmerei für Männer. Frauen sind hysterisch und zickig (und unterlegen) - Männer dagegen intelligent, verwegen und durchschauen alles.

    Das Satanische - hier stellvertretend das Weibliche - braucht keine Intimsphäre mehr, diese darf verletzt werden. Der Körper kann also Schauplatz vieler Möglichkeiten der Demütigung werden und sei es nur das Verlachen nach gängigen Klischees. Es braucht nicht mehr, um zu lernen, der weibliche/ eigene Körper ist schlecht.


    Wer schreibt so kränkelnde Gedanken auf? Ein Mann, der einfach nur verboten gehört, oder eine Frau, die sich selbst verbietet? Ist es letzteres, ist es eine gemeine Leidübertragung (das Leid einer geknickten Persönlichkeit einfach weitergegeben an die nächste Generation) und glücklich das Umfeld, wenn es dieser gelingt, zu vergessen.


    Zugegeben, etwas verwirrende - auch schlecht reflektierte - Notizen, aber anders lässt es sich nunmal nicht erklären.

  2. #2
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
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    Dein Thread mutet an wie das Rollenbuch eines Dramas, so ist es sicher auch
    gewollt.

    Vor Schmerz und Verzweiflung findest Du Dich allenfalls noch in der Rolle eines
    Zuschauers. Es ist Deine ganz persönliche Art, , Distanz zu dem Geschehenen
    aufzubauen. Ich würde gerne wissen wie Deine Visionen von einem glücklichen,
    erfüllten Leben aussehen.
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  3. #3
    Gast784
    Gast

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    hallo Tagträumerin,

    was ich Deinem Post entnehme, ist Zorn. Ein sicher nicht ganz unberechtigter Zorn. Jedoch steckt auch im Satanischen eine teuflische Kraft, die konstruktiv genutzt werden kann. Eine Frau, die sich selbst verbietet, kann mit hilfe dieser Kraft ein lebensfrohes Vollweib werden

    lg Gaby

  4. #4
    Neuling
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    Vielen Dank für eure Antworten.

    "Vor Schmerz und Verzweiflung findest Du Dich allenfalls noch in der Rolle eines Zuschauers. Es ist Deine ganz persönliche Art, , Distanz zu dem Geschehenen aufzubauen. Ich würde gerne wissen wie Deine Visionen von einem glücklichen, erfüllten Leben aussehen."

    Familiäre Beziehungen sind so schwierig zu beschreiben - wenn es die eigenen sind... Aus ihnen entspringt doch die Kraft dieser schwarzen, dunklen Tiefe, der wir uns nicht so gern stellen wollen... Weil sie unbeweglich, weil sie lähmen und weil sie "ALLES KAPUTT" machen kann.
    SIE initiieren den Selbstmechanismus. Wie wir handeln, wer wir sind - wir können uns dem nicht verweigern, wir sind Produkte unserer Zeit, wir sind Produkte unseres Umfeldes und unseres Sozialisationshintergrundes. Wir sind damit zu einem guten Teil lediglich Abhängige.

    Und wir selbst sind Teil des Vorwurfes, den wir machen. Man ist ja selbst Element des Systems, Konflikte entstehen ja nicht aufgrund des Handelns nur einer Seite. Wie soll ich denn klar sagen, DAS war, DAS - finde ich - hat man mir "angetan". Das zu sagen, ist schwer. Lediglich zu sagen, so empfinde ich - ohne sagen zu müssen "Genau so waren die Tatsachen". Diese Art und Weise, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, findet man in der Literatur zu Hauf. Hier heißt es, schaut, da ist eine Person, die fühlt sich so... und der erging es so... Ich möchte hier nicht einem Wegschauen den Weg ebnen. ich meine damit die Unfähigkeit, konkret zu benennen, das wäre wie Schuldzuweisung und irgendwie endgültig.

    In einem "Satz", was Glück heißt für mich: Zu wissen, wo man hingehört, zu wissen, wer man ist - Sich und sein Umfeld echt lieben/ den einzelnen Menschen (Lebewesen) voll wert schätzen zu können.

    "was ich Deinem Post entnehme, ist Zorn. Ein sicher nicht ganz unberechtigter Zorn. Jedoch steckt auch im Satanischen eine teuflische Kraft, die konstruktiv genutzt werden kann. Eine Frau, die sich selbst verbietet, kann mit hilfe dieser Kraft ein lebensfrohes Vollweib werden"

    Zorn ist da definitiv. (Aber kein Unbändiger. Damit auch keine Rachegelüste.) Nur halt die Gefahr, die eigenen Bedürfnisse zu übergehen. Kraft empfinde ich da auch. Gerade die Kraft kann konstruktiv wirken. Kraft nimmt man auch ganz bewusst war, denke ich (oder?). Gefährlich ist die eigene Schwäche, die man häufig nicht so wahrnimmt (eigene Erfahrung) und folglich irgendwann in seinem Leben evt. mal darauf hingewiesen wird, in welchem Zusammenhang auch immer. Alle Erfahrung verwächst (verschwimmt) zu einer Persönlichkeit oder zu einem Konglomerat aus Eigenschaften.


    Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt. Anders kann ich es nicht beschreiben.
    Geändert von Tagträumerin (06.06.2009 um 21:53 Uhr)

  5. #5
    Gast2604
    Gast

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    Es ist immer einfacher, sich als ein (passives) Produkt unserer Umwelt zu erklären.
    Es entschuldigt jenes Verhalten und Geschehene, für das man sich fürchtet, einen Schuldigen zu suchen (oder etwa zu benennen?)!

    Sucht sich der Sündenbock seinen Status selber aus, oder wird er dazu genötigt?
    Man kann sich genötigt fühlen, den Status selber zu wählen. Wer oder was ist dann jedoch die treibende Kraft? Man selbst, oder man selbst als abhängiger Teil des Systems?

    Ist es nicht möglich, dass uns ein System, vom dem man abhängt (so wie es von einem selber abhängt), Meinungen und Gefühle suggeriert? Fühlt man etwas, weil man es fühlen soll, weil man es fühlen muss, oder vieleicht weil man es fühlen will?

  6. #6
    Gast784
    Gast

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    hallo denk zu viel,

    klar, wir alle sind Teile des Systems und haben damit wechselseitige Beziehungen. Jedoch haben wir es trotzdem in der Hand, die Kreisläufe, in denen wir uns bewegen, zu erkennen und zu durchbrechen. Wir können unsere Beziehungen zur Außenwelt durchaus umgestalten. Manchmal braucht es allerdings dazu von Außen Hilfe wegen dem berühmten Balken vor dem Kopp.

    Wahrscheinlich bin ich deswegen so allergisch auf den Begriff "Schuld" - weil der immer zu einer Destruktivität und Passivität führt. Ich kenne kein anderes Beispiel

    lg Gaby
    Geändert von Gast784 (14.06.2009 um 10:56 Uhr)

  7. #7
    Neuling
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    Ja, den Begriff Schuld find ich auch nicht so richtig; Leider muss ich zugeben, dass er manchmal durchaus befreiend ist. (allerdings sollte der Begriff Schuld vermutlich nur angewendet werden, wenn er zunächst dazu dient, sich den Kopf freier zu machen, um sich anschließend nochmal in die ganze ******* hineinzudenken (und sie neu zu reflektieren).

    Irgendwie hab ich schon den Eindruck, dass der Mensch ganz schön determiniert oder fremdbestimmt handelt.
    Darum bleibt manchmal halt nur die Distanz zu gewissen "schädlichen" Umgebungen. (wobei natürlich klar ist, dass sich der Mensch im nächsten System womöglich erneut in eine gewisse geradezu vorgegebene Rolle drücken lässt).

    Woher soll ich denn wissen, dass ich endlich "frei" bin (also frei von gewissen Rollenzwängen) ?
    (naja, das ist vermutlich ganz einfach... Wenn ich glücklich bin, dann weiß ich, dass ich mehr Freiheit nicht mehr brauche..., oder?)

  8. #8
    Gast2604
    Gast

    Standard

    1. Mein Beitrag hier war keine Stellungnahme, sondern sollte lediglich zum Nachdenken anregen!

    2. Es ist schon merkwürdig, dass sich viele Leute immer die Rosinen rauspicken. Mein Beitrag ist kaum 6 Sätze lang, um einige Anstöße zu geben (das Durchlesen und vorallem das Verstehen sollte daher nicht allzu schwer sein), trotzdem beißen sich einige gerne an einem Satz oder gar einem einzigen Wort fest! Sogar der Sinn des ganzen Textes wird verdreht, nur damit man etwas zum Antworten hat!

    Seid mir nicht böse zu meine Meinungsäußerung (jetzt ist es eine), aber soein Vorgehen scheint hier (und in vielen anderen Foren) üblich zu sein!

    Schade das jeder immer nur verstanden werden will, aber niemals wirklich selber versteht!

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