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10.03.2010, 20:52
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Das letzte Stück auf dem Weg zurück zu mir ins Leben. Beitrag #1 (permalink)
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Schreibkraft
Registriert seit: 03.03.2010
Beiträge: 112
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Das letzte Stück auf dem Weg zurück zu mir ins Leben.
Zitat von gaby aus meinem Tread:
Dann setz Dich mal mehr mit dem Begriff Schuld auseinander Lilli. Überlege, wem nützt es, wenn ein Schuldiger ermittelt wird? Was wird damit besser, wie hilft Schuld in der Entwicklung? Es ist einer der destruktivsten Begriffe überhaupt. Es gibt nicht DEN Schuldigen, die Dinge hängen immer zusammen, die Menschen agieren und reagieren, wo willst Du da anfangen mit der Schuldsuche? Die Dinge sind, wie sie sind. Wenn Du von Schuld sprichst, fühlst Du dich nur schlecht, ohne was daran ändern zu können. Lass es lieber beiseite und frage, wo kommst du her, wo stehst Du jetzt, und wo willst du hin.
LG Gaby
Ich könnte weinen vor Glück und darum schreibe ich jetzt.
Ich könnte tanzen vor Glück und darum schreibe ich, weil ich gern möchte, wenn es jemanden ähnlich geht, dass dieser Mensch weiß, es gibt einen Weg, wenn man in seiner Verzweiflung Hilfe sucht und immer wieder daran glaubt, leben zu wollen.
Als ich Deine Zeilen las, brach ich in Tränen der Verzweiflung aus.
Habe ich doch so oft gehört, dass ich das Wort Schuld lassen soll und weiß ich doch, wie Recht Ihr habt!!!
Doch wie soll ich es beiseite lassen, wenn es so unheimlich viel Macht hat und tief in mir sitzt???
Ich fühlte mich richtig hilflos.
Wie soll ich den Teil davon überzeugen, dass er mich endlich mit der Schuld in Ruhe lassen soll???
Und nun ging es schneller als erwartet.
Ähnlich wie ein Schluck auf.
Kann noch gar nicht glauben, dass es jetzt ok sein soll?
Nun habe ich die letzte Tür, die mir geöffnet wurde, nicht verlassen.
Hab mich umgeschaut, was ich mitnehmen kann, um zu weiter zu lernen.
Nur der Hinweis, dass ich mich mit dem Begriff >Schuld< auseinander setzen soll, setzte mich in Bewegung.
Dieser Teil in mir fühlte sich richtig erwischt.
Ich spürte Angst in mir, aber ich ließ mich nicht beirren und las im Internet nach.
Ich weinte mich aus.
Solange bin ich nicht darauf gekommen.
Nach sooo vielem habe ich mir Info geholt, um mich selbst zu verstehen!!!
Aber nach diesem Wort???
Ich redete mit meinem Freund, dass ich endlich das Gefühl habe, der Knoten ist aufgegangen, den ich mit so vielen Menschen schon versucht hatte zu öffnen.
Er und ich wussten nicht mehr, wie wir diesem Teil sagen sollten, dass keiner meiner Teile und ich und er keine Schuld haben.
Ich spüre so viel Dankbarkeit in mir und möchte es Dich und andere wissen lassen.
Ich habe das Gefühl, der Teil, der Dich fragte, hat endlich begriffen, auch er muss sich nicht mehr schuldig fühlen.
Er kann die Vergangenheit loslassen und lernen, mir zu vertrauen.
Ich kam, dank Deiner Hilfestellung und nach dem rauslassen der Trauer und dem Umdenken, zur Erkenntnis:
Ich muss das Gefühl: >SCHULD< betrachten!!!
Als ich das tat, bekam ich auch sofort Antwort.
Ich fragte mich:
Wo kommt es her?
Die Antwort für mich : >aus meiner Erziehung, meiner Ehe und meinem Erlebten, wodurch sich mein Denkmuster strickte.
Wo will es hin?
Die Antwort: >nicht mehr leben
Was macht es mit mir?
Die Antwort: >tiefe Trauer, weil ich doch leben will
>zieht mich runter, weil es nicht weiß, wie es leben soll
Ich hatte gestern Therapie und besprach meine Erkenntnisse und Erlebnisse mit ihm und er war so erfreut mit mir, weil ich so viel mehr geschafft habe, als ich selbst begriff. 
Und ich erkannte endlich, woher dieses Gefühl der tiefen Trauer noch kommt.
Es lag nur an diesem Wort.
Ich mache ja schon lange Therapie, aber so erfreut war ich noch nie in der Therapie, wie gestern.
Auch jetzt, wenn ich schreibe, spüre ich Glückstränen und könnte weinen und tanzen vor Glück.
Endlich bin ich EINS.
Es ist so banal und doch kommt man manchmal nicht darauf, weil man keinen anderen Blickwinkel bekommt.
Durch Dich habe ich ihn bekommen.
Ich habe mich vielleicht oft anders verhalten, als dass ich hätten sollen, aber ich wusste es nicht anders und jetzt versöhne ich mich mit meinen Teilen und kann mit ihnen zusammen neu beginnen.
Es fängt ein neues Leben an.
Jetzt kann ich mir die Fragen stellen und auch schon beantworten:
Woher ich komme, weiß ich.
Wohin ich will, fürchte ich noch, aber der Mut ist größer und mit Geduld, dem Glauben in mir und der Achtsamkeit für mich, werde ich es weiter schaffen, mein Leben zu leben, mit all seinen Fassetten.
Und wo ich jetzt stehe, schenkt mir Mut, um weiter zu gehen, wo ich hin will.
Herzlichen Dank sagt Lilli
Geändert von Lilli 2010 (10.03.2010 um 20:56 Uhr)
Grund: Zitat in Farbe setzen
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10.03.2010, 21:27
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Das letzte Stück auf dem Weg zurück zu mir ins Leben. Beitrag #2 (permalink)
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Verleger
Registriert seit: 29.07.2007
Ort: Hauptstadt des Nebelreichs a.d. Donau
Beiträge: 7.209
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hallo Lilli,
das ist schön, dass Du schon so viel Anregung hier mitnehmen konntest 
Ist es nicht oft so, dass wir hoffnungslos vor einem Berg stehen, weil wir meinen, allein an diesem Berg zu stehen? Gerade bei Schuld ist es nicht so. Schuld - das ist unsere jüdisch-christliche Kultur, Generationen sind davon geprägt. Schuld ist nicht nur eine individuelle Bürde, sondern unser kulturelles Erbe. Manchmal hilft es Distanz zu finden, wenn man die Dinge in größeren Zusammenhängen betrachtet.
Du bleibst uns doch hoffentlich weiterhin erhalten, trotz den Erkenntnissen?
Schön, dass hier in diesem Unterforum auch endlich mal wieder jemand was schreibt
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12.03.2010, 10:37
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Das letzte Stück auf dem Weg zurück zu mir ins Leben. Beitrag #3 (permalink)
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Schreibkraft
Registriert seit: 03.03.2010
Beiträge: 112
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Hallo Gabiannarele.
Danke, dass du Dich mit mir freust. 
Der tanzende Smiley ist voll süß.
Ja, ich bin gern hier bei Euch im Forum.
Ich finde es so toll, dass es so etwas gibt.
Es ist ja leider nicht so, dass durch dieses letzte aufgeräumte Türchen, meine Welt heil ist, sogern ich das hätte. 
Durch diese Erkenntnis ist nur in mir etwas passiert, dass mich unglaublich glücklich machen lässt und dass genieße ich erst einmal.
Und dann werde ich mich noch mit meinen Konflikten auseinander setzen müssen, die mich belasten.
Und dafür finde ich es schön, auch hier sein zu dürfen.
Lieben Gruß
sendet Dir Lilli.
Ps.:Hab noch eine Frage, weil Du mit Deinem Namen Gaby "unterschreibst".
Darf ich Dich mit Gaby ansprechen oder lieber Deinen Nick?
Geändert von Lilli 2010 (12.03.2010 um 10:40 Uhr)
Grund: Frage als Anhang für mich wichtig
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12.03.2010, 11:04
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Das letzte Stück auf dem Weg zurück zu mir ins Leben. Beitrag #4 (permalink)
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Verleger
Registriert seit: 29.07.2007
Ort: Hauptstadt des Nebelreichs a.d. Donau
Beiträge: 7.209
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gern mit meinem richtigen Namen, Lilli.  Mein Nick ist nur eine Zusammensetzung aus mehreren Vornamen, sagt natürlich kein Mensch zu mir
Es ist ja nicht so, dass mit einer Erkenntnis die ganze Plackerei endet. Das andere, das so lange Bestand hat, wird sich auch immer wieder melden. Aber Du hast dem jetzt was entgegenzusetzen und kannst dadurch immer wieder in Deine Balance kommen. Nimm das Gefühl des Glücks mit, es ist wie beim sich-verlieben - man kann sich in schwachen Momenten wieder dran erinnern und motivieren
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12.03.2010, 11:54
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Das letzte Stück auf dem Weg zurück zu mir ins Leben. Beitrag #5 (permalink)
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Schreibkraft
Registriert seit: 03.03.2010
Beiträge: 112
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Liebe gaby.
Herzlich Lilli
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21.03.2010, 17:05
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Das letzte Stück auf dem Weg zurück zu mir ins Leben. Beitrag #6 (permalink)
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Schreibkraft
Registriert seit: 03.03.2010
Beiträge: 112
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Hallo Ihr lieben Forumsmitglieder.
Mein Weg geht weiter und ich fühle mich stark, ihn zu gehen.
Seitdem sich der Knoten > Schuld < gelöst hat.
Seitdem bewegt sich wieder sehr viel Positives in mir, obwohl ich so viele Steine in den Weg gelegt bekomme.
Es ist so toll, zu spüren, es gibt Menschen mit ähnlichen Problemen, die weiter sind als ich. 
Und es ist schön, erleben zu können, dass ich auch helfen darf.
Dies macht mich unheimlich glücklich. 
Es ist schön, Menschen kennen zu lernen, die sich auch mit der Psyche(der kleinen Seele) auseinandersetzen.
Und es ist schön zu lesen, wie andere Menschen es betrachten und damit umgehen.
Manchmal tut es mir weh, weil meine Wunden berührt werden, aber ab jetzt stelle ich mich dem Schmerz.
Ich fühle nach, warum es mir weh tut und suche nach Lösungen, statt in dem Schmerz zu bleiben. 
Und ich werde auch meiner Trauer Raum geben, weil ich jetzt weiß, dass ich dass auch darf. 
Und dies zu erleben, schenkt mir ein unheimliches Glücksgefühl.
Ja, liebe Gaby, ich beziehe mich noch einmal auf Deine Zeilen, in der Du von Distanz schreibst.
Ja, sie ist manchmal wirklich sehr gut und notwendig.
Aber was ist, wenn man zueinander finden will? 
Ist dann nicht ein Umdenken auf beiden Seiten notwendig?
Um gemeinsam einen anderen Weg zu finden, um am besten zur Versöhnung zu gelangen oder um Kompromisse schließen zu können.
Doch was ist, wenn dies nicht erfolgt?
Genau das Thema jüdisch-christliche Kultur zeigt es, aber da möchte ich mich nicht weiter äußern.
Diese Baustelle habe ich im kleinen Rahmen auch in meiner Familie und Verwandtschaft.
Thema Familie.
Ich habe begriffen, dass ich glücklich sein darf und die Dinge, die ich als schlimm erlebe, bewältigen muss.
Ich muss Verantwortung für mich selbst übernehmen, um mich nicht zum „Opfer“ machen zu lassen, nur um anderen zu gefallen.
Die Ehe meiner Eltern ist mein Vorbild.
Und ich habe jetzt mit all dem Wissen und den Erlebnissen erkannt, wie sie sich gegenseitig arrangieren, den Weg zusammen gehen, um miteinander das Leben zu bestehen und immer wieder zur Liebe zu finden.
Diesen Traum lebe ich in mir und es scheint so, als hätte ich jetzt den Mann gefunden, mit dem ich das leben darf.
Und ich weiß jetzt, es lohnt sich, mir Handwerkszeug zu suchen, was ich zur Bewältigung brauche und ich nicht einfach dass nehmen muss, was mir gegeben wird.
All diese Erkenntnisse tun gut und lassen mich meinen Weg weiter gehen.
Es ist schön, meine Erkenntnisse und Erlebnisse mitteilen zu dürfen, sie mit anderen teilen zu dürfen und es ist schön, zu spüren, in meinem Schmerz nicht allein zu sein und immer wieder neu dazu lernen zu können.
Solange habe ich mich mit dem seelischen Schmerz allein gefühlt. 
Aber jetzt empfinde ich tiefe Dankbarkeit.
Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir Eure Gedanken und Sichtweisen mitteilt.
Herzlich Lilli
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21.03.2010, 19:16
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Das letzte Stück auf dem Weg zurück zu mir ins Leben. Beitrag #7 (permalink)
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Verleger
Registriert seit: 29.07.2007
Ort: Hauptstadt des Nebelreichs a.d. Donau
Beiträge: 7.209
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Zitat:
Ja, liebe Gaby, ich beziehe mich noch einmal auf Deine Zeilen, in der Du von Distanz schreibst.
Ja, sie ist manchmal wirklich sehr gut und notwendig.
Aber was ist, wenn man zueinander finden will?
Ist dann nicht ein Umdenken auf beiden Seiten notwendig?
Um gemeinsam einen anderen Weg zu finden, um am besten zur Versöhnung zu gelangen oder um Kompromisse schließen zu können.
Doch was ist, wenn dies nicht erfolgt?
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hallo Lilli,
darauf kann ich Dir keine Antworten geben, das Thema hab ich für mich noch nicht gelöst. Ich denke aber, dass es immer wieder eine gewisse Distanz braucht, um wieder bei sich selbst landen zu können, um zu erkennen, was tut mir jetzt noch gut und was nicht. Und je mehr ich bei mir sein kann, um so besser kann der andere mit mir umgehen bzw ich mit ihm.
Theoretisch.
praktisch bin ich derzeit eher bei der Erkenntnis, wenn es schwierig ist, zueinander zu finden, dann deshalb, weil einer eigentlich gar nicht will, sondern das, was sich bietet, einfach nur mitnimmt auf die eine oder andere mehr oder elegante Weise. Manchmal neigt frau dann dazu, sich selbst in die Tasche zu lügen. Wenn beide wollen, dann ist so viel Power da, dass man nicht wegen irgend welchen Hindernissen mühsam ringen muss. Praktisch hab ich einfach gelernt: alles was zäh ist, ist irgendwie faul. Irgend was stimmt nicht, irgend wer bes.cheisst.
Aber auch da hilft vll nur Distanz, um wieder zu sich zu kommen, und sich nicht in so was zu verlieren.
Es tut gut, Deine Zeilen zu lesen. Es erinnert mich sehr an meine eigenen "Erntezeiten" und heute nachmittag hab ich mit einer Freundin ähnliches erlebt. Es ist dieses Zusammenkommen, dieser Austausch, das Gefühl von geben und nehmen und sich einfach freuen, dass man das erleben darf. Wenn es dazu noch zwei völlig verschiedene Welten sind, und sich zeigt, dass deshalb die Themen nicht anders sein müssen, dann ist das richtig interessant und tröstend. Es macht einfach wieder Laune, sich mehr für Menschen zu interessieren, weil es verbindet.
Wünsch Dir noch viel Freude beim Ernten
Geändert von Gabiannarele (21.03.2010 um 19:21 Uhr)
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24.03.2010, 12:39
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Das letzte Stück auf dem Weg zurück zu mir ins Leben. Beitrag #8 (permalink)
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Schreibkraft
Registriert seit: 03.03.2010
Beiträge: 112
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Liebe gaby.
Genau das, was Du für die Theorie und für die Praxis schreibst habe ich auch "geerntet".
Danke, dass Du mir Deine Ernte zeigst. 
Ich habe es oft gelesen und mich damit beschäftigt, weil mich genau die Praxis zu sehr belastet und ich mich in einer Zwickmühle zwischen Theorie und Praxis befinde.
Es tut gut, zu sehen, all die Mühe und die investierte Kraft waren nicht umsonst und es ist normal und für mich gut und lebensnotwendig, was ich geerntet habe. 
Und ich erkenne, wie nötig es ist, das Unkraut zu entsorgen, was sich zwischen das Saatgut drängt. 
Mich störte das Unkraut nie, ist es doch auch eine Pflanze, aber es wurde so mächtig, dass es den Platz für mein Saatgut fast einnahm und mein kleines Pflänzchen fast zerstörte.
Das will ich nicht mehr zulassen, aber es ist so unheimlich schwer. 
Ich muss lernen, mein Pflänzchen zu schützen, damit es kräftig werden kann und selbstsicher bei Wind und Wetter im Boden bleibt.
Meine Freundin sagte mal: >Du musst ein Baum mit starken Wurzeln werden. <
Ja, das habe ich endlich begriffen.
Ich will mir nicht mehr alles in meine Tasche stecken lassen, damit ich einknicke.
Es tut gut, für mich zu erkennen, wie notwendig es war, meine Tasche auszukippen, auch wenn ich erschrak, was ich alles fand.
Und nun muss ich lernen, darauf zu achten, was mir rein gesteckt wird und ich mir selbst einpacke, doch manchmal ist die Entscheidung total schwer.
Es tut sooo… unglaublich gut, zu spüren, wie sich andere Menschen an meinem Pflänzchen erfreuen.
Aber es tut unheimlich weh, Menschen im Umfeld zu haben, die dem Pflänzchen mit allen Mitteln das geben wollen, was sie für Richtig halten und sich dann noch beschweren, wenn das Pflänzchen den Kopf hängen lässt und die Blüte schließt, um sich zu schützen.
Es kostet mich so viel Kraft, zu entscheiden, was ich für Nährstoffe nehme und wie ich die Ungeziefer von dem Pflänzchen fern halte, ohne es selbst kaputt zu machen.
Es tut weh und es ist so unglaublich Kräfte zerrend, zu erleben, wie versucht wird, mir etwas in die Tasche zu stecken, was ich gar nicht haben will und ich habe Angst, dass die Henkel reißen.
Ich glaube, ich muss mal über meine Situation, die mich so sehr belastet, in einem Tread für Durchsetzungsvermögen schreiben, weil ich mich total allein fühle.
Ich stehe vor einer wichtigen Entscheidung und weiß nicht, wie ich mich entscheiden soll.
Ich habe damit unheimliche Probleme.
Meine Eltern lernen von mir und mit mir und nun bin ich hilflos und sie automatisch auch.
Schrecklich, dieses Gefühl der Hilflosigkeit.
Aber es tut gut, zu spüren, ich werde es schaffen, weil ich nicht allein bin.
Immer wieder spüre ich tiefe Dankbarkeit, wenn ich geschrieben habe, weil ich spüre, es wird gelesen.
Und weil ich auch lesen darf, spüre ich, ich bin nicht allein mit den Problemen.
Schön, dass es so etwas wie dieses Forum gibt.
Danke sagt Lilli
Geändert von Lilli 2010 (24.03.2010 um 12:42 Uhr)
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