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29.12.2009, 19:14
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#1 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 29.12.2009
Beiträge: 19
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Das Problem
Liebe Forenuser,
mein Beitrag ist etwas heikel also nichts für schwache Nerven. Was ich schreibe ist kein markaberer Scherz sondern traurige Wahrheit. Als ich das Thema mal bei einer Psychologin angesprochen habe war dies das Ende der Therapie. Verständlich denn ich habe ein Problem mit sexueller Gewalt.
Nein, ich bin kein Wannabe-Bad-Boy. Ich leide an Depressionen und war in meiner Schulzeit stets ein Außenseiter. Besonders schlimm war, dass es im Berufsleben gerade so weiterging. Narzisst über Narzisst machten mich fertig. Deswegen auch in diesen Thread gepostet.
Nach meiner Ausbildung hatte ich dann eine Chefin. Ich war in einem kleinen Betrieb als Sachbearbeiter beschäftigt. Regelmäßig machte sie mich vor versammelter Mannschaft über kleinste Rechtschreibfehler oder Flüchtigkeitsfehler lustig.
Genau in dieser Zeit entwickelte ich brutalste Phantasien mit Frauen. Sexuelle Erniedrigung, Folter, Mord. Ich las entsprechende Romane und schaute gerne mal nachts auf der Strasse Frauen gerne an. Dennoch hielt ich mich für einen Versager der auf den Dicken macht. Nicht ganz.
Vor zwei Wochen habe ich nun sturzbetrunken in einer Diskothek eine junge Dame angegraben. Diese war total arrogant. Schon nach kurzer Diskussion wechselte ich mein Gesicht und wurde bitterböse. Sie merkte an meinen Beschimpfungen dass es an der Zeit war einen Rückzug zu machen. Doch ich lies sie nicht. Jedenfalls hat sie sich noch befreit.
Alkohol trinke ich schon mal keinen mehr. Nächstes Jahr werde ich mich zudem das erste Mal in einem Leben auf ein Antidepressivum einstellen lassen. Trotzdem weiß ich nicht so recht was ich jetzt von mir zu halten habe.
War das "nur" weil ich besoffen war?
Habe ich mich da in etwas reingesteigert was ich nicht mehr kontrollieren kann?
Habe ich dieses jahrelange Mobbing vielleicht verdient? Möglicherweise fällt mir gar nicht auf was für ein "netter" Mensch ich bin...
Ich meine es wirklich nicht böse und hoffe wenigstens hier ein paar hilfreiche Antworten zu finden.
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29.12.2009, 19:49
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#2 (permalink)
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Verleger
Registriert seit: 12.01.2007
Ort: Köln
Beiträge: 2.314
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Hallo,
gut, dass du keinen Alkohol mehr trinkst! Ich verstehe nicht, warum die Therapie beendet war, als du dieses Thema angesprochen hast. Wie meinst du das denn genau? Was hält dich denn davon ab, dir einen anderen Therapeuten zu suchen?
Ich halte diese Fantasien für gefährlich. Es gibt ja zwei Arten von Sadisten: Die, die es in beidseitigem Einverständnis machen, wo beide ihren Spaß dran haben(also, eigentlich gar keine echten Sadisten) und die, die wirklich jemanden quälen, verletzen oder gar umbringen wollen. So, wie du dich beschreibst, gehörst du zu den letzteren. An deiner Stelle, würde ich mich auf alle Fälle weiter therapieren lassen. Das hilft nicht nur der Umwelt, sondern auch dir ein normales Leben zu führen.
__________________
Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie.
Ich bin frei und ich l(i)ebe es!!!
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29.12.2009, 20:49
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#3 (permalink)
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Schreibkraft
Registriert seit: 10.11.2009
Ort: Oberfranken
Beiträge: 248
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Hallo,
Frage: richtet sich deine Agression "nur" gegen Frauen oder auch gegen Männer??
Denke auch das du dir dringend einen neuen Therapeuten suchen solltest. Schon alleine um deinetwillen, denn mit solchen Gefühlen muss man erstmal fertig werden.
Waren diese Gefühle schon immer da, oder sind die erst entstanden??
Gruß
__________________
" Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen " - Goethe -
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29.12.2009, 22:21
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#4 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 29.12.2009
Beiträge: 19
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Ich glaube die Therapeutin hat Angst vor mir gehabt. Vielleicht dachte sie auch ich wollte sie veräppeln aber beides wäre unbegründet gewesen.
Ob Du es glaubst oder nicht ich bin wieder ein ganz anderer Typ. Diese Gewaltfantasien beruhigen mich irgendwie sehr stark. Es ist so ein Mix aus Selbstmitleid(!) und Wiederherstellung meiner Würde. Besser kann ich es nicht beschreiben. Manchmal machen mich diese Fantasien aber auch depri 
Umbringen würde ich niemanden aber ansonsten wäre vieles möglich.
@LABBI:
Meine Aggressivität richtet sich am häufigsten gegen Frauen. Gelegentlich musste auch schon ein Mülleimer oder ein junger Mann dran glauben. Das waren dann aber Leute, die selbst angefangen hatten und ich nutzte die Gelegenheit.
Als ich kleiner war hatte ich nicht so den Hass auf Frauen sondern wollte eher Amok laufen weil ich so krass gehänselt (was für ein lächerliches Wort) wurde.
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29.12.2009, 23:23
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#5 (permalink)
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Schreibkraft
Registriert seit: 10.11.2009
Ort: Oberfranken
Beiträge: 248
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Wow, das ist natürlich für alle Beteiligten nicht so leicht.
Kannst du sagen warum das so ist? Auslöser wirklich deine Vergangenheit (Enttäuschung und Hänseleien? ). Wie weit geht das?
Du weißt, daß es schwierig ist dazu etwas zu sagen?
Wie können wir dir helfen??
__________________
" Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen " - Goethe -
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30.12.2009, 00:36
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#6 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 29.12.2009
Beiträge: 19
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Also diese banalen Erniedrigungen sind tatsächlich die Ursache für meine kleinen Verbrechen. Die banalen Erniedrigungen gingen halt nur etwas weit.
Ich schreibe Tagebuch seit ich 14 Jahre alt bin. Es gab bestimmt seither jeden Monat fünf Tage wo irgendwer mich fertig gemacht hat. Beispiele:
- Alfred, ein Narzisst, der einfach mal meinte, dass er so einer Schwuchtel wie mir gerne mal eine reinschlagen würde. Ich hatte ihm nix gemacht. Er mochte mich einfach nicht.
- Klara, die mich die Treppe (3-4 Stufen) runterstuppste und meinte "Das habe ich jetzt einfach mal gebraucht."
Die Namen sind jetzt verändert aber ich hab das wirklich so erlebt. Mach mir glaubthaft, dass Frauen nicht auf Typen wie Alfred stehen, mach mir weiß, dass es noch Gutes im Menschen gibt und ich höre auf. Früher war ich Mitglied bei UNICEF. Aber ich kann nicht daran glauben. Es war einfach zu vieles was passiert ist. Jeden Tag, jeden Monat, jedes Jahr.
Ich glaube nicht, dass die Tyrannei, dass das Böse einfach nur ein Zufall oder eine Schwäche unserer Zeit ist. Sie ist ein immer währender Bestandteil des menschlichen Zusammenlebens und eine solche Menschheit hat kein Leben verdient.
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30.12.2009, 11:50
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#7 (permalink)
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Gast
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hallo Ben,
ist schwierig, da mir sehr wesensfremd, das ganze.
Ich habe allerdings den Eindruck, dass Du seit jeher auch immer nur dieses pessimistische Denken "gepflegt" hast (natürlich nicht bewusst) und es vll versäumt hast, dem rechtzeig etwas positives, gesundes als Gegenpol entgegenzusetzen. Kann das sein?
Beispiel:
Zitat:
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Ich schreibe Tagebuch seit ich 14 Jahre alt bin. Es gab bestimmt seither jeden Monat fünf Tage wo irgendwer mich fertig gemacht hat. Beispiele:
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was war an den anderen 25 Tagen? Hast Du je die Dinge festgehalten, die schön waren und Dich aufgebaut haben?
Es ist scheinbar zwar schon so, dass uns Menschen die schlechten Erfahrungen eher haften bleiben, vll brauchen wir das bis zu einem gewissen Grad für unseren Selbstschutz, aber wenn man sich davon zu sehr mitreißen und überschwemmen lässt, dann kippt das irgendwann ins Destruktive und kann zu Kontrollverlust führen.
Leider müssen wir um den ausgleichenden Gegenpol oft ringen, der wird den wenigsten geschenkt. Statt Kampf gegen sich und die Menschheit wäre es besser den Kampf FÜR sich selbst anzugehen und damit FÜRs Leben.
Hilft Dir jetzt vll auch nicht weiter. Das nur mal als weitere Gedanken in die Diskussion reingestellt.
Geändert von Gast784 (30.12.2009 um 11:52 Uhr)
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30.12.2009, 12:07
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#8 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 29.12.2009
Beiträge: 19
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Die schönen Sachen habe ich eher weniger festgehalten, dass stimmt. In einer Phase in der ich besonders glücklich war habe ich ein Jahr lang nur vierteljährlich einen Tagebucheintrag verfasst.
Ich betrachte diese Sachen aber auch als wertlos weil die Freundschaften von damals keinen Bestand mehr haben. Die Leute haben mich teils schwer enttäuscht.
Meine Aggression arbeitet nur wenig für mich. Wenn ich jetzt an eine Frau denke wird meine Motivation beim Fitnesstraining nicht mehr und es inspiriert mich auch nicht mehr zu Arbeiten. Das gleiche gilt für Gedanken an ehemalige Peiniger.
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