Hallo,
ich schreibe Euch weil ich definitiv Hilfe brauche aber momentan nicht weiß wo, wie und wer mir helfen könnte.
Ich bin 24 und trage seit ca. 10 Jahren oder vielleicht auch länger ein Problem mit mir herum das mir mein Leben unglaublich erschwert.
Kurz zu den Anfängen oder zu dem Punkt an dem es mir bewusst wurde.
Als ich 13 oder 14 war haben sich meine Eltern getrennt. Mein Vater ist ohne jede Vorwarnung eines Tages gegangen. Es gab nie Anzeichen für eine mögliche Trennung. Damals ging es ziemlich bergab. Es gab Probleme in der Schule etc.
Ich weiß nicht ob es die Pubertät, die Trennung oder die Mischung des ganzen war.
Das habe ich heute alles bestens überstanden und befinde mich auf dem besten Weg für Karriere und Zukunft.
Wenn da nicht etwas geblieben wäre.
Als Kind hatte ich, soweit ich mich erinnern kann, in Zeiten nach der Trennung oft Magenschmerzen und mir war oft schlecht. Eine medizinische Indikation gab es dafür nicht.
Im Alter von 15-18 Jahren, dem Alter in dem man auch intimeren Kontakt zu Mädchen bekommt, auch mit ihnen schläft und seine erste feste Freundin hat wurde es in Momenten der Nähe zu dieser Person immer schlimmer mit der Übelkeit. Dabei meine ich nicht den Sex sondern die Anwesenheit einer Person.
Es war immer ein Gefühl das diese Person möglichst schnell wieder weggehen sollte. Mir wurde richtig gefühlt schlecht. Ich wusste nicht damit umzugehen. Ich erinnere mich an Nächte die ich zum größten Teil auf der Toilette verbracht habe. Ich habe mich nie übergeben aber stand oft kurz davor.
Irgendwann wurde es so das mir schon vor dem ‚Date’ schlecht wurde. Nur wenn ich dran gedacht habe sie zu sehen, und damit meine ich keine bestimmte Person, wurde mir schlecht.
Das hat sich Jahre so hingezogen. Ich habe ständig überlegt woran es liegen könnte und den Auslöser gesucht. Mich gefragt ob es an der Person liegt, ob ich sie eigentlich gar nicht mag. So ist es aber nicht.
Heute kann ich genauer definieren was dann in meinen Gedanken und damit in meinem Körper ausgelöst wird.
Es ist wie Nervosität. Mein Herz beginnt zu rasen. Meine Gedanken fokussieren sich nur noch auf den einen Gedanken das die Person gleich zu mir kommt.
Wenn ich mich morgens mit einem Mädchen verabrede trage ich es den ganzen Tag mit mir herum und je näher eben der Zeitpunkt des Treffens kommt umso nervöser werde ich. Bis eben der Punkt kommt an dem es klingelt, mir das Herz in die Hose rutscht und ich es nicht mehr möchte. Ich möchte dann am liebsten weglaufen, mich verkriechen um bloss diese Situation zu vermeiden.
Das wirre daran ist, das es sobald ich gehe und wieder alleine bin innerhalb von einer Minute wieder bestens ist.
Wenn es mir zu schlecht ging habe ich es an der Person ausgelassen in der Hoffnung sie würde von alleine gehen. Somit konnte ich mir ersparen wieder gehen zu müssen und wieder zu enttäuschen.
Da es sich wie ein roter Faden durch die Zeit zieht hatte ich also bisher nie eine ‚normale’ Beziehung. Ich war nie in der Lage zuzulassen das ein Mädchen bei mir übernachtet, mit ihr Essen zu gehen oder andere ganz alltägliche Dinge zu tun.
Erträglich wurde es nur wenn wir zuhause bei mir sind. Nicht das mir nicht schlecht wird aber zumindest nicht so sehr. Alleine der Gedanke mit ihr rauszugehen ist schrecklich.
Unterdrücken oder wirklich bekämpfen kann ich das ganze nur mit Medikamenten.
Alle Medikamente die eine beruhigende, sedierende Wirkung haben lassen mich die Nähe ertragen und auch eine Nacht mit einem Mädchen zu verbringen. Unwohl bei dem Gedanken rauszugehen ist mir dann trotzdem noch und ich mache es auch nie wirklich.
Ich nehme dann Mittel wie Diazepam, Vomacur, Remestan etc., eben alles was beruhigt und damit wird es auch ‚besser’. Zu was aber die ständige Einnahme solcher Mittel führt muss ich euch sicher nicht erzählen und natürlich ist es auch keine Lösung für mich. Ich bin dann immer ständig müde und total abgeschlafft. Oft muss ich so hoch dosieren das ich auch am nächsten Tag völlig erschöpft bin und darunter leidet der Job bzw. ich kann alles nur mit erhöhtem Kraftaufwand schaffen.
Ich habe derzeit ein Mädchen das ich unglaublich liebe. Aber es ist trotzdem immer noch da. Das schlimme ist das es das ganze zerstören kann. Das hat es schon oft in der Vergangenheit. Heute bin ich immerhin soweit es ihr zu erzählen und zu erklären aber sie kann schwer damit umgehen und befürchtet oft es hätte mit ihr zu tun.
Ich hab es wenige Male geschafft sie ohne ‚Hilfsmittel’ bei mir zu behalten. Auch über Nacht. Allerdings ist es ein unglaublicher Kampf mit mir selbst. Ich liege dann wie tot neben ihr. Sie darf mich nicht berühren. Am besten auch nicht reden. Einfach still da liegen wie ich und ich hoffe dann immer das ich schnell einschlafe.
Vor 3 Jahren war ich bei einem Psychologen und hab es ihm beschrieben. Habe etwa 3 Monate eine ‚Therapie’ gemacht. Er hat aber eigentlich immer nur gesagt ich solle es zulassen, mich der Situation aussetzen. Es ist kläglich gescheitert und ich habe die Therapie abgebrochen. Auch die verschriebenen Anti-depressiva hatten außer starken Nebenwirkungen keine Wirkung.
Das reine ‚aushalten’ der Situation löst es also nicht.
Ich habe mich sogar schon gefragt ob ich homosexuell bin da ich das bei Männern nicht habe. Natürlich alles nur Freunde und Kumpels. Da ein Mann für mich aber überhaupt keine Anziehung auslöst als eben eine Freundschaft fällt dieser Grund auch raus.
Ich bin echt ratlos. Das kann doch so nicht normal sein!?
Habt ihr vielleicht irgend eine Idee was es sein könnte bzw. wer mir helfen kann!?
Jeder Rat wäre hilfreich!
Vielen Dank schon mal!


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