Beim letzten Check auf neue Posts bin ich heute Abend über einige sehr interessante Beiträge gestolpert, besser gesagt: über zwei äußerst bezeichnende Threads:
http://www.psychologieforum.de/hi-10178.html
http://www.psychologieforum.de/eigen...uer-10189.html
(Kurze Bemerkung dazu noch: es macht keinen Sinn, an den Posts noch nachträglich etwas zu kaschieren: Hardcopies sind gemacht)
Es ist erstaunlich, welcher Umgangston hier im Forum inzwischen eingerissen ist.
Ich will mich auch nicht im einzelnen über die dort gemachten Aussagen auslassen: deren Tenor spricht für sich.
Nur so viel dazu: bei so viel persönlicher Hetze und Polemik sind nicht nur die Grenzen jedes Anstandes und der Forenregeln weit überschritten - so einiges liegt bereits im justiziablen Bereich.
Was mich momentan persönlich trifft ist weniger das, was da von einzelnen geschrieben wurde. Damit war zu rechnen, nicht erst seit heute, nicht erst seit einigen Wochen.
Die Entwicklung, die hierzu geführt hat, ist hier im Forum schon seit langem zu beobachten - neu ist allerdings die Unverfrorenheit, mit dem sich hier einige ungebremst und ungehindert austoben.
Ich bin es inzwischen gewohnt, dass ich mir als "Alt-User" ständig vorwerfen lassen muss, hier nur Leute fertig machen zu wollen, dass es mir einzig darum geht, mein Ego auf Kosten anderer zu pushen.
Die Anzahl meiner Posts dient hierbei ebenso regelmäßig als Beleg meines pöhsen Wesens wie die Zahl der Däumchen und die Aufschlüsselung, wer sie von mir bekommt.
Es macht mir, weil ich es inzwischen fast schon gewohnt bin, nicht mehr allzu viel aus, wenn ich als unintelligent, dumm, rücksichtslos etc. pp. tituliert werde.
Wenn man sich sowas nur lange und oft genug anhören darf, dann stumpft man irgendwann auch mal ab.
Nein, mich trifft etwas ganz anderes viel mehr: es ist die Gleichgültigkeit, mit der hier zugelassen wurde/wird, dass das inhaltliche (und wohl auch: das menschliche) Niveau dieses Forums (etwas, weswegen ich mich hier mal angemeldet habe) in immer neue Tiefen absinkt.
Wenn persönliche Angriffe, Diffamierung, Verleumdung und gezeigte Abwertung zum täglichen Inhalt des Auftritts einiger User werden, wenn darauf immer und immer wieder hingewiesen wurde ...
... und wenn alle Versuche, darüber in Kommunikation zu kommen, ebenso ins Leere liefen (oder auch mal auf schroffe Zurückweisung stießen) wie die Hoffnung, dass da irgendwann einmal deutlich Stellung bezogen wird ...
... dann kann ich mich langsam nicht mehr des Eindrucks erwehren, dass dies, aus welchen Gründen auch immer, als okay angesehen wird.
Ob in dieser Konsequenz jetzt gewollt oder nicht - muss ich da wirklich unter allen Umständen differenzieren, wenn das Ergebnis für mich, als davon Betroffener, das gleiche ist?
Ich darf da mal aus den Forenregeln zitieren:
Wie kann es kommen, dass ich immer weniger Vertrauen darin verspüre, dass die hier noch wirklich angewandt werden würden?Zulässige und unzulässige Inhalte Netiquette und Umgangston
Inhaltlich legen wir Wert auf Qualität. Deshalb wird zur Teilnahme auch das Wissen, sich zu benehmen (Netiquette), vorausgesetzt.
Persönliche Angriffe, Beleidigungen, Provokationen, Streit und Spam sind unerwünscht und werden nicht geduldet.
Wie kann es kommen, dass ich immer weniger den Eindruck habe, dass diese Regeln auch mich schützen würden?
Wie soll ich noch das Vertrauen in das Forum bewahren können, wenn ich mir bei jedem Post, den ich verfassen will, schon vorher Gedanken zu machen beginne, welche persönlichen und abwertenden Angriffe jetzt wieder als Reaktion zurückkommen könnten - und auch immer häufiger wirklich kommen?
Was soll ich von einem Forum halten, das immer mehr zur Bühne wird für User, die hier ihre persönlichen Eitelkeiten ungehemmt ausleben dürfen?
Für User, die ihr persönliches Weltbild zum Maßstab der "Allgemeinheit" erklären und jeden herabwürdigen, der diesem, in ihren Augen, nicht entspricht?
Was soll ich von einem Forum halten, das denjenigen gewähren lässt, der trollt - aber das Benenen dieses Verhaltens sanktioniert?
Lange Zeit habe ich dieses Forum als "mein" Forum bezeichnet: weil ich mich in ihm wohlgefühlt habe, weil ich in ihm das gefunden habe, was mir in der Kommunikation am wichtigsten ist: freien, offenen und menschlich jederzeit wertschätzenden Austausch - gerade auch dann, wenn es mal etwas konträrer zugegangen ist.
Dieses "mein" hatte für mich nie die Bedeutung, auch besitzergreifend gemeint zu sein - wenn ich mir aber heute gewisse Dinge hier anschaue, dann bin ich mir nicht mehr sicher, ob das wirklich noch jeder für sich selbst so sieht.
"Mein Forum" wird dann sehr schnell zu einem "mein" der Dominanz und Besitzergreifung.
Ich verspüre keine Lust mehr, mir dieses Spielchen jeden Tag ein Stück mehr aufzwingen zu lassen!
Dir, Honey, gebührt da die Krone, Respekt für diese Leistung!Zitat von Honey
Keine Sorge: ich schenke mir da die Meldung - das ist es mir einfach nicht mehr wert ...
Nur ein letztes Recht nehme ich mir noch heraus: mich diesen permanenten öffentlichen Anfeindungen zu entziehen.
Der öffentliche Teil des Forums ist für mich jetzt bis auf weiteres gestorben - ich bleibe da, wo einzig noch wertschätzender Austausch möglich ist: in den IGs.
Die Bühne ist frei ...
... vielleicht bedenkt Ihr aber dann auch ab und zu mal, dass der, der sich in die vorderste Reihe ins Rampenlicht drängt - eben auch im Licht steht.
Bei allem Frust, den ich gerade schiebe (den zu schieben ich mir jetzt einfach auch mal erlaube!):
Ein Danke an all diejenigen, die mir hier Austausch ermöglicht haben!
All die Gedanken, Meinungen und Erfahrungen, die ich so kennenlernen durfte: sie sind etwas sehr wertvolles, das mich begleiten wird.


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