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Thema: Den Alltag bewältigen...

  1. #1
    Neuling
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    Standard Den Alltag bewältigen...

    Hallo!
    Ich bin neu hier und ziemlich verzweifelt. Seit ein paar Monaten bin ich ziemlich deprimiert, fühle mich minderwertig und habe Probleme bei der Arbeit. Ich habe einige Stellenwechsel hinter mir und habe Panikattacken aus Angst zu versagen.
    Bisher habe ich es (bis auf 3 Tage, die ich krank geschrieben war) immer irgendwie geschafft zur Arbeit zu gehen (leider auch noch im sozialen Bereich und im direkten Kontakt mit Menschen), aber der Wunsch einfach aufzugeben wird von Tag zu Tag stärker.... Wenn da auf der anderen Seite nur nicht diese Panik wäre den Job dann auch wieder zu verlieren und komplett ohne alles dazustehen.
    Vielleicht hat einer ähnliche Erfahrungen gemacht und hat Tipps, die mir helfen weiterzukämpfen... Im Moment kann ich mir nichtmal vorstellen die nächste Woche zu überstehen...
    In psychologischer Therapie bin ich übrigens auch seit kurzem und Ende des Monats habe ich einen Termin beim Psychiater wegen Medikamenten. Aber bis dahin muss es ja auch irgendwie weitergehen...
    Und ich dachte vielleicht kann hier irgendwer mit seiner persönlichen Erfahrung weiterhelfen.
    Vielen Dank schonmal!
    bluecherup

  2. #2
    Schreibkraft Avatar von monkey
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    Hallo bluecherup,

    bin grad in ähnlicher Situation, nur ist es leider schon etwas eskaliert. Jetzt frag ich mich, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn ich meinen Arbeitgeber über meinen Gesundheitszustand aufgeklärt hätte. Naja, das kann ich jetzt noch nachholen, ansonsten würde dieses Arbeitsverhältnis für mich noch qualvoller. Davon abgehalten, ihn aufzuklären, hat mich der Widerwille gegen andersartiger Behandlung von ihm. Ich will auch nicht wie eine Bekloppte behandelt werden. Naja, das kannst du ja sicher nachvollziehen.

    Ansonsten bin ich auch eher gespannt auf die Antworten auf deinen Beitrag. Ich selber habe diesen Punkt bei mir auch kommen sehen und nicht ernst genommen. Du tust das, wie ich sehe. Im Nachhinein denke ich, wäre es sinnvoll gewesen, auf die Vorzeichen rechtzeitig reagiert zu haben. In meinem Fall hätte ich mit meinem Arbeitgeber um eine andere Arbeitszeitstruktur reden sollen. Therapie habe ich auch nicht nebenher gemacht. Alles auf die leichte Schulter genommen. Dabei war ich am Anfang so happy mit diesem Job, jetzt ist es der Horror. Ich weiß nicht, ob sich das wieder zurecht biegen läßt, oder es einfach nicht der richtige Job war. Aber das ist ein anderes Thema.

    Evtl hilft es dir, wenn du dir hauptsächlich die Vorteile dieses Jobs vor Augen führst. Und das jedes mal, wenn dir die Gedanken kommen, daß du den Job hinschmeissen möchtest. So tun als ob. So tun, als wäre es dein lang ersehnter Traum-Job und du wärst die Beste darin. Ist ein Versuch wert und kann dich über Wasser halten. Du kannst auch wirklich stolz auf dich sein, daß du trotz dieser Stimmung es schaffst hinzugehen, du bist eben stärker als du denkst.

    Eine Arbeit macht einen Menschen nicht aus, du bist mehr als deine Arbeit. In diesem Bereich zu versagen, wertet dich als Mensch nicht ab. Ist meine Meinung. Wer kann denn schon 100% bringen? Warum erwartest du das von dir? Willst du deinen Wert anhand deiner Leistung bestimmen? Gerade wenn du mit Menschen zu tun hast, kommt es doch auch auf etwas anderes an. Kannst du zwischenmenschliche Nähe zu den Menschen bei der Arbeit aufbauen?

    Wünsche dir viel Kraft.

  3. #3
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    Hallo monkey,

    danke für deine Antwort. Deine Situation scheint wirklich recht ähnlich zu meiner zu sein. Ich weiß auch nicht, ob es der richtige Job für mich ist, ich arbeite im Sozialen Dienst in einem Seniorenheim. Das mit dem Beziehungen aufbauen ist tatsächlich ein Problem, das klappt momentan nur sehr schwer und die Leute merken ja auch, dass was nicht stimmt...
    Ich weiß, dass ich zu hohe Ansprüche an mich und meine Arbeit habe, aber von denen weg zu kommen, ist gar nicht so einfach. Meine Aufgabe momentan ist einfach nur jeden Tag so gut wie möglich zu überstehen.

    Über die Frage, ob ich mit meinem Chef spreche und wenn ja, wieviel ich ihm sage, grüble ich auch schon die ganze Zeit. Aber da er eh schon gemerkt hat, dass irgendwas los ist und bald das erste Probezeitgespräch ansteht (Panik!!!!), werde ich wohl irgendwas sagen müssen...

    Was heißt denn bei dir ist es eskaliert?
    Ich weiß einfach nur, dass sich ganz bald irgendwas ändern muss, sonst bringe ich die Kraft auch nicht mehr lange auf, da Tag für Tag hinzugehen...

    Viele Grüße,
    bluecherup

  4. #4
    Neuling
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    Hm, Tipps weiterzumachen scheint es keine zu geben... Aber vielleicht ist es auch gar nicht möglich. Nachdem ich den Tag heute im Krankenhaus und beim Arzt verbracht habe (Panikattacke mit Hyperventilation) bin ich bis auf weiteres krank geschrieben.

    Der Arzt im Krankenhaus hat mich auf die Möglichkeit eines Klinikaufenthaltes angesprochen? Meint ihr, dass es eine sinnvolle Möglichkeit ist? Nur zu Hause rumhängen kann es ja irgendwie auch nicht sein...

  5. #5
    Schreibkraft Avatar von monkey
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    Halle bluecherup,

    nunja, das mein ich mit eskaliert. Ich habe es am Montag dann irgendwie wieder rumgerissen. Panikattacken hatte ich bisher noch nicht, eher dann so Wegschließgedanken. Heißt ich bin dann für niemand mehr erreichbar und alles wird nur noch schlimmer. Hatte dann aber am Montag besagtes Gespräch (heulend) mit meinem Chef und er sagte, wir finden schon eine Lösung. Die sinnvollste Möglichkeit wäre mich krankschreiben zu lassen, jedoch nur was die volle Belastbarkeit betrifft,- heißt etwa 4-5 Stunden täglich müßte ich doch schaffen. Mal sehen ob es das so wirklich gibt. Dann übernimmt die Krankenkasse den fehlenden Betrag, den mir mein Chef ja dann nicht für ne geringere Arbeitsanwesenheit zahlen kann. Weil eben, zuhause sitzen und grübeln, macht es ja nicht besser. Also etwas Ablenkung und Forderung find ich schon besser.

    Wenn es bei dir jetzt allerdings sowieso bei diesem Arbeitgeber, evtl aufgrund der Krankheit nicht weitergeht, dann wäre es doch sinnvoll dich gleich behandeln zu lassen? Dann kannst du auch jetzt noch ein Gespräch mit deinem Arbeitgeber führen, befreit innerlich sehr. Keiner kann was dafür wenn er krank ist. Wenn sich jemand das Bein gebrochen hat, ist das ersichtlich und für jeden verständlich. Doch bei dieser Krankheit braucht es den Mut offen mit anderen darüber zu reden. Dies hilft dann auch bei der Genesung,- denke ich. Vertuschung und Verdrängung baut nur noch mehr Druck und Schuldgefühle auf,- diese Erfahrung habe ich gemacht.

    Wünsche dir viel Kraft und Beistand von den Menschen, denen du dich anvertraust. Es wird wieder besser werden, du wirst sehen.

    Lb Grüße
    monkey

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei monkey für den sinnvollen Beitrag:

    bluecherup (13.10.2011)

  7. #6
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    Ich versuche die ganze Zeit mir vorzustellen wie ich mit meinem Chef spreche... was ich ihm sage... aber ich weiß nicht, ob ich das schaffe!
    Blöderweise bin ich auch noch in der Probezeit, insofern ist es sehr ungünstig jetzt länger auszufallen. Aber was soll ich machen???
    Ich fühle mich nur so hilflos, ich sitze hier, es geht mir besch***, bis zur nächsten Therapiestunde ist es noch fast eine Woche, ein Medikament bekomme ich erst in 2 Wochen und dann muss es noch anfangen zu wirken, es ändert sich einfach nichts...
    Selbst wenn ich jetzt in eine Klinik wollen würde, müsste ich ja noch ewig warten und in der Zeit dreht sich der Teufelskreis unaufhörlich nach unten.

    Tut mir leid, dass ich hier so rumjammere, aber irgendwie stecke ich gerade in einem Loch fest und es kommt mir alles so hoffnungslos vor...

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